Günstige E-Mountainbike Tests und Kaufberatung

Trotz einer deutlichen Preissteigerung haben Mountainbikes die Trekkingräder auf der Pedelec-Beliebtheitsskala mittlerweile überholt. Von den im Jahr 2021 ca. zwei Millionen verkauften Pedelecs waren 34 Prozent Mountainbikes, Trekkingräder lagen mit 32 Prozent knapp dahinter.

Der ADAC hat acht E-Mountainbikes bis 5000 Euro nach den Kriterien Fahren, Antriebssystem und Motor, Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung sowie auf Schadstoffe getestet. Ergebnis: Sechsmal "gut", zweimal "befriedigend".

Was macht ein gutes E-Mountainbike aus?

Das richtige Bike zu finden, bedarf einer klaren Vorstellung darüber, was man damit machen möchte. Nur die ideale Größe des Bikes inkl. der optimalen Einstellung der Dämpferelemente bietet ultimativen Fahrspaß. Dies muss beim Fachhändler erfolgen. Oftmals bietet dieser ein "Bikefitting" an, das dann mit dem Kauf verrechnet wird.

Wichtige Aspekte beim Kauf

  • Ergonomie und Handling: Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Ergonomie und Handling gelegt werden, gefolgt von der Handhabung der Bedieneinheit und deren Informationsumfang.
  • Sicherheitsausrüstung: Neben einem Helm sorgen weitere Sicherheitsausrüstungen wie Knie- und Ellenbogenschützer für guten Unfallschutz auf Trails. Je nach Beschaffenheit des Trails können auch Rumpfprotektoren oder ein Vollvisierhelm sinnvoll sein.
  • Sichtbarkeit: Zur besseren Erkennung für andere sollte bunte oder auffällige Kleidung gewählt werden und zur akustischen Warnung eine Klingel am Fahrrad angebracht werden. Für eine klare Sicht ist eine Schutzbrille zu empfehlen, um die Augen vor Insekten, Schmutz und Staub zu schützen.
  • Fahrkönnen: Nie die eigenen Fähigkeiten überschätzen. Gerade das Bremsen birgt ein hohes Unfallpotential - Sowohl im Downhill als auch im Trail oder bei Action ist zu starkes Bremsen ein Hauptgrund für Unfälle. Nehmen Sie Trainingsprogramme wahr, die dabei helfen, die eigenen und die physikalischen Grenzen zu verstehen und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.
  • Tourenvorbereitung: Touren sollten gut vorbereitet sein. Zur Grundausstattung gehört ein kleines Erste-Hilfe-Set, ein Flickzeug sowie ein Ersatzschlauch inklusive Montagematerial, um für eine Panne gerüstet zu sein. Für Notfälle sollte ein vollgeladenes Handy oder eine Powerbank mitgeführt werden.

Ein E-Mountainbike ist ein Sportgerät, das der Übung bedarf. Der ADAC empfiehlt, vor dem Kauf nicht nur eine ausgiebige Probefahrt, sondern auch ein "Bikefitting" beim Fachhändler zu machen: Dort wird die Größe richtig angepasst und die Dämpfung optimal eingestellt.

Spar-Tipps

Da die Fullys relativ teuer und die Preise seit Testbeginn sogar um rund zehn Prozent gestiegen sind, noch zwei Spartipps: Eventuell auf einen Carbon-Rahmen beim Bike verzichten, denn der ist teuer, bringt aber nur wenig Gewichtsvorteil. Und in der Gangschaltung sind Stahlritzel günstiger als Aluritzel - und dazu noch verschleißärmer.

Alltagstauglichkeit

Abseits vom Trail lassen sich die vollgefederten E-Mountainbikes durchaus alltagstauglich bewegen, sofern die Sattelstütze so eingestellt ist, dass man entspannt sitzen kann. Andernfalls ist der dauernde Druck auf die Handgelenke zu groß. Ganz wichtig: Für den Einsatz im Straßenverkehr benötigen diese Bikes auf jeden Fall auch Licht, Reflektoren und eine Klingel.

E-Mountainbike-Systemvergleich: Fullys und Hardtails

Im Gegensatz zu Hardtail-Mountainbikes, die nur vorne gefedert sind, besitzen Fullys zusätzlich zur Federgabel noch eine Dämpfung zwischen Hinterradaufhängung und Rahmen. Damit bringen die E-Bike Fullys mehr Komfort und Fahrqualität, gerade auf holprigen Gelände, wie in den Bergen oder durch Wälder. Da viele Modelle eine Lockout-Funktion haben, die die Dämpfung abschaltet, sind Fullys durchaus auch straßentauglich. Schließlich bedeutet jegliche Art von Dämpfung mehr Kraftaufwand beim Radeln.

Einen Nachteil haben die Fullys jedoch: Sie sind preislich höher angesiedelt, als Hardtails oder gänzlich ungefederte E-Bikes wie etwa Urban-E-Bikes.

Empfehlenswerte E-Bike Fullys

Hier ein Überblick über einige empfehlenswerte E-Bike Fullys:

  • Cube Stereo Hybrid 140 HPC SLX 750 2024: Ein leistungsstarkes E-Bike Fully, ideal für längere Touren und bergige Strecken.
  • Fischer Montis 6.0i Fully: Ein solides E-Fully und ein gutes Angebot für preisbewusste Fahrer.
  • Giant Stance E+ 0 Pro 2023: Ein leistungsstarkes und ausdauerndes E-Fully für alle, die gute Leistung und Ausstattung zu einem fairen Preis suchen.
  • Bulls Sonic EVO AM 2: Vielseitig, zeichnet sich durch den Premium-E-Bike-Motor von Bosch und damit eine kraftvolle Motorleistung aus.
  • Scott Patron eRide 900 Carbon: Ein beeindruckendes, allerdings auch recht kostspieliges E-Fully.

Preisspanne und Ausstattung

Für ein gutes, sicheres E-Bike Fully, das auch in den Bergen zuverlässig funktioniert, sollten Sie zwischen 3.000 und 4.500 Euro einplanen. In dieser Preisklasse finden Sie Modelle mit hochwertigen Komponenten, wie leistungsstarken Motoren und langlebigen Batterien. Diese E-Fullys bieten eine gute Balance zwischen Preis und Qualität und sind für anspruchsvolle Geländefahrten geeignet.

Wenn Sie bereit sind, mehr zu investieren, können Sie auch Modelle jenseits von 4.500 Euro in Betracht ziehen. Diese bieten oft noch bessere Ausstattung, wie leichtere Rahmen aus Aluminium oder Carbon, sehr gute Bedienelemente, sowie fortschrittliche Federungssysteme. Solche E-Fullys sind ideal für intensive Nutzung in bergigem Gelände und bieten höchsten Komfort und Sicherheit.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Beim Kauf eines Fully-E-Bikes, also eines vollgefederten E-Mountainbikes, gibt’s einige zentrale Punkte, auf die Sie achten sollten - je nachdem, ob Sie eher Touren, Trails oder alpines Gelände fahren.

Motor und Akku

  • Motorleistung: In der Regel 250 W - wichtig ist vor allem das Drehmoment (ab 75 Nm ideal für Berge und Trails).
  • Motorhersteller: Bosch, Shimano, Brose und Yamaha sind gängig. Bosch (z. B. Performance Line CX) ist aktuell am weitesten verbreitet.
  • Akku-Kapazität: 625-750 Wh sind heute Standard für Touren. Für lange Strecken oder viele Höhenmeter besser 750 Wh oder DualBattery (bis 1.250 Wh).

Einsatzbereich und Geometrie

  • Trail / All-Mountain: 140-160 mm Federweg, ausgewogene Geometrie - ideal für Touren und technische Trails.
  • Enduro: 160-180 mm Federweg, flacher Lenkwinkel - für harte Trails und alpines Gelände.
  • Touren & Komfort: Etwas aufrechtere Sitzposition, gute Balance zwischen Komfort und Leistung.

Fahrwerk (Federung)

  • Fully = Federgabel + Dämpfer: Für Komfort und Kontrolle im Gelände.
  • Setup wichtig: Hochwertige Gabeln (z. B. RockShox, Fox) mit Einstellmöglichkeiten sind vorteilhaft.
  • Federweg passend zum Einsatzgebiet wählen.

Schaltung und Bremsen

  • Schaltung: 11- oder 12-fach ist Standard. Shimano XT oder SRAM GX sind robust und präzise.
  • Bremsen: Vierkolben-Scheibenbremsen mit großen Scheiben (200 mm) sind bei E-MTBs Pflicht, gerade bergab mit Gewicht + Tempo.

Rahmen und Ausstattung

  • Rahmenmaterial: Alu ist robuster & günstiger, Carbon spart Gewicht (wichtig v. a. bei sportlichem Einsatz).
  • Reifen & Laufräder: Breite, griffige Reifen (2,4"-2,6") mit gutem Pannenschutz. Tubeless ist ein Plus.
  • Dropper Post: Versenkbare Sattelstütze erleichtert technische Abfahrten - heute fast immer serienmäßig.

Bedienung & Konnektivität

  • Display oder Remote: Klar ablesbares Display oder minimalistisches Remote je nach Vorliebe.
  • Apps und Konnektivität: Bosch (Flow App), Shimano (E-Tube) usw. bieten viele Tuning- und Analysefunktionen.

Preis und Service

  • Budget: Gute Fullys starten ab ca. 3000 Euro.

E-MTB Kategorien

Die E-Bike-Modelle eignen sich je nach Bauform für die verschiedenen Einsatzzwecke unterschiedlich gut. So muss ein E-Mountainbike, mit dem Sie über Stock und Stein fahren, natürlich andere Herausforderungen bewältigen als ein Trekking-Bike, das nur befestigte Wege kennt.

Die maßgeblichen Kategorien sind:

  • Trekking-E-Bike: Komfort und Reichweite stehen im Vordergrund.
  • E-Mountainbike: Robustheit und gute Federung für sportliche Fahrten.
  • City-E-Bike: Komfort und Zubehör für die Stadt.
  • SUV/Allroad-E-Bike: Vereint die Vorzüge aller Typen.
  • Crossover-E-Bike: Mischung aus Trekking- und Mountainbike.
  • E-Lastenrad: Für den Transport von Lasten.

Preisspanne von E-MTBs

Die Preisspanne von E-MTBs ist riesig. Sie reicht in etwa von 1000 Euro bis 16.000 Euro. Da fragt man sich als Anfänger schon, wie viel kostet eigentlich ein gutes E-MTB?

Zuerst klären wir, wodurch sich teure E-MTBs von günstigen unterscheiden. Der E-MTB Motor und Akku gehört dabei gar nicht zu den größten Preistreibern. Denn es gibt günstige und Highend E-MTBs mit denselben Bosch-Motoren und Akkus.

Preistreiber bei E-MTBs

  • Motor und Akku: Die teuren E-MTB-Antriebe sind leichter, stärker und besitzen größere Akkus.
  • Rahmenmaterial: Carbon-Rahmen findet man erst in E-MTBs ab 4000 Euro. Günstigere E-Mountainbikes besitzen Rahmen aus Aluminium.
  • Ausstattung: Komponenten wie Schaltung, Fahrwerk oder Bremsen. Je teurer ein E-MTB ist, desto hochwertigere Komponenten werden verbaut.

Empfehlungen für günstige E-MTBs

Für gute E-MTBs musst du mehr als 2000 Euro ausgeben! Unter dieser Preisgrenze sollte man meistens die Finger von neuen E-MTBs lassen. Sinnvoll ausgestattete, gute E-MTB Fullys für den sportlichen Geländeeinsatz starten bei etwa 3300 Euro. Wer die neuesten Motoren, große Akkus und E-Mountainbikes bei gleichzeitig weniger Gewicht will, landet schnell bei 4000 Euro und mehr.

E-MTB Hardtails unter 3000 Euro

  • Radon Jealous Hybrid 8.0 und 9.0: Gute Ausstattung für den sportlichen Einsatz im Gelände.
  • Canyon Grand Canyon:On 7.0, 8.0 und 9.0: Top ausgestattetes E-Bike Hardtail mit moderner sportlicher Geometrie.
  • Bulls Copperhead Evo 1 und 2: Solide E-Hardtails mit Bosch Performance CX-Motor.
  • Cube Reaction Hybrid Pro 500: Gute Ausstattung und großer Akku für lange Reichweiten.

ADAC Empfehlungen an die Hersteller

  • Die Bedienung der Bremsen sollte möglichst mit der "Einfingertechnik" möglich sein.
  • Die absenkbare Sattelstütze muss auch in schwierigen Situationen mit dem Daumen von der Lenkergriffposition unkompliziert und sicher erfolgen können.
  • Das e-MTB ist ein Sportgerät und bedarf Übung. Zum Kauf sollte ein z.B. kostenvergünstigtes Techniktraining selbstverpflichtend durch den Hersteller mit angeboten werden.
  • Die Schalthebel sollten, um Schäden der Antriebsübertragung (Kette, Ritzel) zu vermeiden, möglichst in der "Eingangrastung" erfolgen, d.h. beim Drücken des Schalthebels wird nur ein Gang geschaltet.
  • Eindeutige Hinweise zum zulässigen Gesamtgewicht bzw. Systemgewicht müssen am e-MTB gut sichtbar sein.

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