Guten Rutsch – Motorradsicherheit im Fokus

Motorradfahren ist ein wundervolles Hobby, birgt aber auch Risiken. Ein "guter Rutsch" im übertragenen Sinne bedeutet, sicher durch die Saison zu kommen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Motorradsicherheit, von der Fahrtechnik über die richtige Schutzkleidung bis hin zum Umgang mit schwierigen Situationen auf der Straße.

Umgang mit Unsicherheit nach einem Sturz

Ein Sturz kann das Vertrauen in die eigenen Fahrkünste und das Motorrad erschüttern. Es ist normal, danach ein ungutes Gefühl beim Fahren zu haben. Hier sind einige Tipps, um damit umzugehen:

  • Fahren, fahren, fahren: Je mehr man fährt, desto schneller verschwindet das ungute Gefühl.
  • Sicherheitstraining: Ein Sicherheitstraining im Frühjahr kann helfen, das Vertrauen wiederzugewinnen und die Fahrtechnik zu verbessern.
  • Fahrweise anpassen: Bei Regen sollte man den Schwerpunkt nicht auf Schräglage legen, sondern bedacht fahren.
  • Gute Fahrer suchen: Mit erfahrenen Fahrern mitfahren kann helfen, die eigenen Fähigkeiten einzuschätzen und zu verbessern.

Es ist wichtig, sich nicht zu überfordern und sich Zeit zu nehmen, um das Vertrauen wiederaufzubauen.

Die Rolle der Schutzkleidung

Schutzkleidung ist beim Motorradfahren unerlässlich, da sie bei einem Unfall schwere Verletzungen verhindern oder zumindest abmildern kann. Im Vergleich zu Autofahrern haben Biker keine schützende Karosserie. Daher ist es wichtig, auf die richtige Schutzkleidung zu achten. Besonders wichtig sind die Abriebfestigkeit, die Stoßdämpfung und der Tragekomfort.

Wichtige Merkmale von Motorrad-Schutzkleidung:

  • Vollumfänglicher Schutz: Die Kleidung sollte vor Abschürfungen und Aufprallen schützen.
  • Tragekomfort: Schutz hilft nur, wenn er bequem sitzt.
  • Atmungsaktivität: Schutzkleidung muss im Sommer wie Winter getragen werden können.

Motorradhandschuhe

Handschuhe verbessern den Grip und die Kontrolle über Lenkung, Bremse und Schaltung und schützen bei Unfällen. Viele Handschuhe sind mit Protektoren an den Knöcheln und Handflächen ausgestattet.

Motorradhelme

Ein Motorradhelm, der den aktuellen Normen entspricht, ist unerlässlich. Er schützt Kopf und Genick vor schweren Verletzungen und ist in Deutschland Pflicht.

Motorradjacken

Eine Motorradjacke bietet Polsterungen und Protektoren an kritischen Stellen wie Schultern, Ellbogen und Rücken. Sie schützt auch vor Wind, Regen und Kälte.

Aufprallschutzwesten

Eine Aufprallschutzweste bietet zusätzlichen Schutz für den Oberkörper bei einem Unfall. Diese Westen sind oft mit aufblasbaren Airbags ausgestattet.

Rückenprotektoren

Rückenprotektoren sind essenziell, da sie den Körper bei Unfällen vor schweren Verletzungen schützen.

Motorradhosen

Die Hose sollte mindestens an den Knien und idealerweise auch an der Hüfte gepanzert sein, um optimalen Schutz der Beine zu gewährleisten.

Motorradstiefel

Motorradstiefel schützen Fuß und Knöchel vor Verletzungen, die bei Unfällen oder Stürzen auftreten können. Sie bieten robusten Schutz gegen Aufprall und Abrieb und stabilisieren den Fuß und das Sprunggelenk.

Lederkombi vs. Textilkombi: Ein Crashtest-Vergleich

Welche Motorradbekleidung bietet den besten Schutz bei einem Sturz? Ein Crashtest von MOTORRAD hat verschiedene Leder- und Textilkombis auf ihre Schutzwirkung getestet.

Die Ergebnisse zeigen:

  • Lederkombis bieten im Allgemeinen einen besseren Schutz als Textilkombis.
  • Bei Textilkombis klaffen oft schnell große Löcher im Gewebe, unabhängig vom Preis.
  • Die Qualität der Nähte ist bei Lederkombis entscheidend für die Schutzwirkung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn es um den bestmöglichen Schutz beim Sturz auf der Straße geht, hat Leder weiterhin deutlich die Nase vorn. Textilanzüge geraten im Vergleich zum Leder trotz hochgerüsteter Hightech-Zutaten immer noch sehr schnell ins Hintertreffen.

Materiallexikon

Ein Überblick über die gängigsten Materialien für Motorradbekleidung:

  • Leder: Rindsleder ist der Standard, Känguruleder wird meist in höheren Preisregionen eingesetzt. Känguruleder bietet bei geringerer Dicke bessere Abriebwerte und ist weniger anfällig für Nässe.
  • Textil: Rund drei Viertel aller verkauften Motorradanzüge bestehen aus Kunstfasern. Polyamid, Cordura und Polyester sind gängige Materialien. Aramid wird verwendet, um das Gewebe hochtemperaturbeständig zu machen.

Fahrtechniken zur Sturzvermeidung

Neben der richtigen Ausrüstung spielt die Fahrtechnik eine entscheidende Rolle für die Sicherheit. Hier einige Tipps:

  • Blickführung: Achten Sie auf die richtige Blickführung und lassen Sie Ihr Motorrad mit etwas Gas durch die Kurven rollen.
  • Lockere Haltung: Achten Sie darauf, dass Sie locker sind. Der Rumpf sollte zusammen mit den Beinen den Oberkörper halten. Besonders beim Anbremsen vor Kurven darauf achten. Die Hände halten sich am Lenker fest. Der Bereich zwischen Hand und Oberkörper (Schulter, Ober- und Unterarm) sollte meist so locker wie möglich sein.
  • Reifenluftdruck: Für Solo-Fahrten im Bereich Stadt und Landstraße wären 2,3 bar vorne und 2,5 bar hinten ok. Für Fahrten auf der Autobahn sollte der Reifen-Fülldruck erhöht werden.
  • Hinterradbremse: Die Hinterradbremse ist nicht zu unterschätzen, aber sie sollte dosiert eingesetzt werden.
Crashtest-Ergebnisse im Überblick
Kategorie Material Preis (ca.) Fazit
Einsteiger-Textilkombi Polyamid/Cordura 260 € Hält den Sturz mit Ach und Krach weg, schnell Löcher.
Mittelklasse-Textilkombi Polyamid/Polyurethan 830 € Besser als Einsteiger, aber nicht perfekt.
Oberklasse-Textilkombi Polyamid/PTFE 1880 € Hightech-Gewebe, aber problematisch neben "normalem" Gewebe.
Einsteiger-Lederkombi Rindsleder 300 € Hält zwei Stürze aus, Textilfasern nicht tragend.
Mittelklasse-Lederkombi Rindsleder 750 € Höhere Materialstärke, Leder zeigt sich unbeeindruckt.
Oberklasse-Ledereinteiler Rinds-, Rochen-, Känguruleder 1500 € Ausschütteln, weiter geht’s, alle Nähte halten.
Renn-Ledereinteiler Känguruleder 2000 € Hervorragend, satte Schutzausrüstung.

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