Harley Davidson Chopper Umbau – Eine Anleitung

Der Traum vom selbst kreierten Custombike ist weit verbreitet. Individuell gestylte Maschinen sind schwer in Mode, doch professionelle Umbauten sind oft nicht nur richtig gut, sondern häufig auch richtig teuer. Da der Zubehörmarkt und besonders der Internethandel viele Bauteile liefern kann, wächst bei manchen Bikern der verständliche Wunsch, selbst Hand anzulegen, um dem Bike eine ganz persönliche Note zu verleihen.

Viele Biker träumen davon, ihre Harley Davidson in einen beeindruckenden Chopper zu verwandeln. Hierbei geht es darum, die Form (Gabellänge/Winkel/Radabstand zum Rahmen, Rahmenform an sich, länglicher schmaler Tank, Sitzhöhe etc) auf der Basis eines anderen (günstigen) Serienbikes möglichst ähnlich nachzubauen. Originalteile wie Lenker, Tank, Sitz, Schutzbleche und Verkleidungen kommen weg, stattdessen ein kleiner flacher Sitz, ein neuer gestrechter flacher Custom Tank, ein Dragbar Lenker, Bobber Schutzblech hinten etc.

Die Basis für den Umbau

Egal ob Honda, Suzuki, Yamaha, Dnepr Ural, Chang Jiang etc. Als Basis für einen solchen Umbau eignen sich verschiedene Motorradmodelle. Zur Zeit liebäugel ich mit der Honda Shadow VT 600, weil sie m.m.n. einen ähnlichen Rahmen/Gabel/Winkel/Abstand hat.

Einige weitere Vorschläge für geeignete Basisfahrzeuge sind:

  • Suzi LS650
  • Enfield Bullet
  • Yamaha Virago
  • Honda CM 400 T
  • Yamaha XV750SE

Wichtig ist, dass der Rahmen für den geplanten Umbau geeignet ist.

Der Umbau zum Chopper

Solositz und Austragung des Sozius

Beim Umbau eines Motorrads zum Chopper oder Bobber steht oft die individuelle Gestaltung und Ästhetik im Vordergrund. Eine häufige Änderung ist der Umbau auf einen Solositz, um dem Motorrad den charakteristischen Look zu verleihen. Wenn der originale Soziussitz entfernt wird und das Motorrad auf einen Solositz umgebaut wird, entfällt die Möglichkeit, einen Beifahrer mitzunehmen. In diesem Fall muss der Soziussitz offiziell aus den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil I) ausgetragen werden. Dies ist notwendig, um sicherzustellen, dass das Motorrad nur noch als Einsitzer zugelassen ist.

Die Austragung des Soziussitzes muss durch eine anerkannte Prüfstelle wie den TÜV, die DEKRA oder eine ähnliche Einrichtung überprüft und bestätigt werden. Die Prüfer kontrollieren, ob der Umbau fachgerecht durchgeführt wurde und keine sicherheitsrelevanten Aspekte beeinträchtigt sind.

Kotflügel (Fender)

Egal welches Projekt Sie verfolgen, ob Chopper, Bobber, Cafe Racer, Cruiser, Highnecker, Starrahmen, Tracker, Scrambler, Brat Style, Dragster, Bagger, Chicano Style usw. Flat oder rund? Flatfender bedeutet, dass der Fender auf der Oberfläche gerade ist, D Profil, ähnlich eines Autoreifens. Einen Kotflügel mitschwingend zu montieren, bedeutet, dass dieser direkt an der Schwinge befestigt wird, dazu werden z.B. Struts zur Stabilisierung genutzt. Aber auch bei dieser Art der Befestigung muss ein Abstand zum Reifen eingehalten werden, da sich der Reifen bei höherer Geschwindigkeit aufbläht, oder auch Steine zwischen Fender und Reifen geraten können.

Die meisten Customizer nutzen hierzu einen Gummischlauch der z. B. mit Klebestreifen am Reifen mittig fixiert wird. Darauf kann dann der Fender gelegt und die Befestigung angepasst werden. Bei der starren Montage, wird der Fender nicht an der Schwinge, sondern direkt am Rahmen, so wie bei den meisten aus der Fabrik gelieferten Motorradmodellen montiert. Diese Art der Montage wird bei vielen Cafe Racern genutzt, oder bei Custombikes mit Sitzbank. Bei dieser Befestigungsart des Kotflügels wird der Fender zwischen die Rahmenrohre über den Reifen montiert.

Elektrik

Bei der Elektrik gibt es verschiedene Optionen, wie z.B. die Verwendung einer M-Unit oder einer F-Box. Die m-Unit is daher eigentlich die Wahl Nummer eins. Bekommst garantiert auch bei dir irgendwo unter, fallen ja haufen Stecker weg. Bei Baujahr 90 hast in der Harley ja außer Zündung, Beleuchtung, Hupe und Anlasser nix verbaut. Demzufolge is das verkabeln ja nur strippen vom Verbraucher kommend verlegen und ANklemmen. Is so schwer wie Lego bauen. Auch die Leitungen im Lenker müssen fachmännisch verlegt und angeschlossen werden. Die sollen in den lenker!!!! ergo muss ich die Endstücke NACH dem verlegen aufkrimpen... oder wie auch immer das heisst.ich hab weder Werkzeug noch Ahnung. also muss ich zumindest diesen part vom Fachmann, sprich einer Werkstatt machen lassen.muss ja auch funktionieren... denn nix ist schlimmer wie eine bremse die im gefahrenfall versagt.

Armaturen

Moin moin .....Lenker Armaturen: benötigen keinen TüV oder ABE ... NUR ganz wichtig ist, das die Bremspumpe den gleichen Durchmesser (Leistung) hat, der Umbau von Schalter auf Taster ist ja keine Modifikation. Bei den Armaturen iss wichtig, das Die ein Schauglass für die Flüssigkeit haben, sonst nix TÜV.

Rechtliche Aspekte

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) verbietet den Betrieb eines Motorrads, wenn wesentliche Veränderungen bezüglich der Motorabstimmung (Leistungssteigerung/Abgas- bzw. Geräuschverhalten) oder sicherheitsrelevanter Baugruppen (Bremsanlage, Fahrwerk, Rahmen, Lenkung, Bereifung etc.) vorgenommen werden. Genehmigt werden solche Umbaumaßnahmen nur bei Vorlage entsprechender Prüfzeugnisse bzw. Bescheinigungen und bei sachgerechter Montage.

Am einfachsten ist es, wenn die Komponente über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine KBA-Nummer (für Kraftfahrt-Bundesamt) verfügt, denn dann wurde sie schon geprüft. Vergleichbar ist ein E-Prüfzeichen, das eine entsprechende Prüfung auf europäischer Ebene bescheinigt. Ein TÜV-Besuch ist dann nicht erforderlich.

Komplizierter wird es bei sogenannten Teilegutachten. In diesem Falle muss ein Prüfingenieur den korrekten Anbau und die einwandfreie Funktion im Rahmen ­einer Änderungsabnahme prüfen und per Anbaubescheinigung bestätigen.

Vorbesprechung vor Einzelabnahme

Bei größeren Umbauten kommt man an einer Einzelabnahme nicht vorbei: Um unnötigen Ärger zu vermeiden, empfiehlt es sich, Kontakt zu einem kompetenten, auf die Abnahme von Motorrädern spezialisierten Mitarbeiter bei den Prüfstellen (in Westdeutschland der TÜV, in Ostdeutschland die DEKRA) aufzunehmen und im Vorfeld bereits abzuklären, was möglich ist und was man besser unterlassen sollte.

Wichtige Bestimmungen

  • Scheinwerfer, Blinker, Rücklicht, Beleuchtung: Nur lichttechnische Einrichtungen mit Prüfzeichen montieren.
  • Lenker, Hebel, Griffe, Spiegel: Müssen geprüft sein (ABE oder Teilegutachten).
  • Sitzbank: Bei Änderung der Sitzplätze ist eine Eintragung erforderlich.
  • Rad, Felgen, Radabdeckung: Gutachten erforderlich, "ausreichende" Abdeckung ist zwingend.
  • Auspuff und Ansaugtrakt: Die Betriebserlaubnis erlischt, wenn sich das Geräuschverhalten verschlechtert.
  • Fahrwerk: Arbeiten am Rahmen sind untersagt.
  • Bremsen: Beim Tausch von Scheiben und Belägen auf Gutachten und Kennzeichnung achten.

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