Harley-Davidson Rückrufaktionen: Ein Überblick

Harley-Davidson sieht sich regelmäßig mit Rückrufaktionen konfrontiert, um die Sicherheit und Qualität ihrer Motorräder zu gewährleisten. Diese Rückrufe betreffen verschiedene Modelle und Baujahre und werden oft von Behörden wie der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) in den USA oder dem KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) in Deutschland überwacht.

Massiver Rückruf von Softail-Modellen

Ein umfangreicher Rückruf betrifft über 82.000 Softail-Modelle. Allein in den USA sind 82.117 Softail-Modelle von Harley-Davidson der Baujahre 2018 bis 2024 betroffen. Das Problem liegt in der Befestigungslasche des Federvorspannungsreglers am Heck, die brechen kann. Sollte das passieren, kann der Regler am Hinterreifen schleifen und diesen beschädigen. Im schlimmsten Fall verliert der Hinterreifen während der Fahrt plötzlich Luftdruck, was gefährlich werden kann.

Betroffene Softail-Modelle:

  • FLDE (2018-2019)
  • FLHC (2018-2021)
  • FLHCS (2018-2024)
  • FLHCS ANV (2018, 2023)
  • FXLRS (2020-2024)
  • FXLRST (2022-2024)
  • FXRST (2022)

In den USA wurden die Halter der betroffenen Fahrzeuge bereits informiert und gebeten, ihr Motorrad zum Harley-Davidson-Händler zu bringen. Dort wird das Problem durch den Anbau einer neuen, verstärkten Halterung behoben, für die Kunden selbstverständlich kostenfrei.

Rückruf wegen Bremslichtproblemen

Ein weiterer Rückruf betrifft 199.349 Motorräder aus den Baujahren 2018 bis 2022. Betroffen sind 167.795 Touring-Modelle inklusive der CVO-Varianten, die zwischen dem 2. Juli 2019 und dem 23. Juni 2022 produziert wurden. Bei diesen Modellen reicht laut NHTSA ein Update der Software der Bremslichtsteuerung zum Beheben des Problems. Parallel stehen 31.554 Modelle der Trike-Reihe im Rückruf, aus dem gleichen Grund und mit der gleichen Lösung. Zusätzlich erhalten die Trikes einen neuen Bremslichtschalter. Die betroffenen Trikes produzierte Harley-Davidson zwischen dem 6. Juli 2018 und dem 23. Juni 2022.

Einige Fahrzeuge wurden bereits im letzten Jahr zurückgerufen - auch in Deutschland. Wenn der Grund des Rückrufs eintritt, dann leuchtet die Bremsleuchte nach Ende des Bremsvorgangs weiter. Dadurch können, so das amerikanische Verkehrssicherheitsministerium (NHTSA), Fahrer folgender Fahrzeuge abgelenkt werden, was ein Unfallrisiko mit sich bringt. Ein Update der Software soll helfen.

Da alle genannten Modelle einzig im Werk in York, Pennsylvania gebaut werden, sind ebenfalls Modelle in Europa von diesem Rückruf betroffen.

Rückruf für Street Glide, Road Glide & CVO

Harley-Davidson ruft in den USA 41.637 Motorräder der Baureihen Street Glide und Road Glide zurück. Grund ist ein möglicher Schaden am Kabelbaum, der zum Ausfall der Elektrik führen kann.Um diese Erfahrung nicht den vermeintlichen 41.637 Kunden der 2024er-Harleys zuzumuten, startet Harley-Davidson einen Rückruf für folgende Modelle: Road Glide, Street Glide sowie für die entsprechenden CVO-Versionen, die Super-CVO und die CVO Road Glide ST.

Alle müssen wegen des gleichen Grunds in die Werkstatt: Der stromführende Ausgang des Gleichrichters zur Batterie kann unter Umständen am Kurbelgehäuse reiben, sich mit der Zeit blank scheuern und so das Auslösen der Hauptsicherungen (60A) verursachen. Das würde das Unterbrechen des gesamten Stromkreislaufs des Motorrads unmittelbar zur Folge haben: Die Harley ginge einfach aus und wäre nicht mehr zu starten.

Der Rückruf der 41.637 Motorräder deckt den gesamten Modelljahrgang 2024 der genannten Modelle ab. Bauzeiträume zwischen Oktober und November 2023 bis Juli 2024 grenzen die betroffenen Exemplare weiter ein. Seit Ende Juli 2024 wird ein zusätzlicher Halter verbaut, der das Problem verhindern soll.

Im vorliegenden Schreiben von Harley-Davidson an die Käufer in den USA prognostiziert der Hersteller eine Zeit zwischen 20 und 70 Minuten für die Inspektion des Kabels, die Installation des zusätzlichen Halters und den Austausch des Kabels, wenn es bereits Schäden aufweist. In keinem Fall kosten die Maßnahmen den Kunden Geld.

Weitere Rückrufaktionen und wichtige Hinweise

Harley-Davidson hat eine Rückrufaktion für die Modelle CVO STREET GLIDE und CVO ROAD GLIDE des Baujahres 2023 gestartet. Das Problem liegt in der ungenügenden Befestigung der hinteren Bremsleitung, die zum Kontakt mit der Abgasanlage führen kann. Dadurch besteht das Risiko einer Beschädigung der Leitung, was wiederum eine beeinträchtigte Bremsleistung zur Folge haben könnte.

Als Abhilfemaßnahme tauschen die Werkstätten die Befestigungsklammer der hinteren Bremsleitung gegen eine verbesserte Version, bekannt als „P-Klammer“, aus. Betroffene Fahrzeuge wurden im Zeitraum vom 11. April bis zum 6. Oktober 2023 produziert.

Fahrzeugbesitzer sollten umgehend Kontakt mit dem Hersteller oder einer Vertragswerkstatt aufnehmen. Für detaillierte Auskünfte und Informationen zu möglichen Rückrufaktionen für Ihr eigenes Fahrzeug steht eine Service-Hotline des Herstellers zur Verfügung.

Harley-Davidson ruft die Softail Modelle ST1 aus den Modelljahren vom 24.01.2017, bis zum 07.08.2023 zurück. Die Sicherheitswarnung sollte ernst genommen werden, es besteht laut KBA Beschreibung eine Verletzungsgefahr. Die Befestigung des hinteren Stoßdämpfers kann brechen, was dazu führen kann, dass er den hinteren Reifen berührt.

Auf der Harley-Davidson US Seite gibt es eine Möglichkeit, direkt mit der FIN (Fahrgestell Nr.) Nummer zu prüfen, ob es eine Rückrufaktion gibt. Es gibt keine Garantie für die Richtigkeit der Angaben, wer hier nichts zu seiner Maschine findet, kann nicht davon ausgehen, das es keinen Rückruf zu seinem Model gibt.

Zusätzliche Rückrufe

  • Tour Paks: Betrifft Harley-Davidson muss an einigen Tour Paks die Reflektoren umrüsten.
  • Street Modelle: Harley-Davidson hat 43.908 seiner Street-Motorräder wegen eines Bremsproblems zurückgerufen.
  • Software Fehler: Wegen einem Software Fehler in dem Traction Control Systems, besteht die Möglichkeit, das es beim Eingriff der Software zu einer falschen Fahrkorrektur führen könnte.

Es ist ratsam, regelmäßig die FIN-Nummer des Motorrads zu überprüfen und sich bei einem autorisierten Harley-Davidson-Händler über mögliche Rückrufaktionen zu informieren.

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