Harley Davidson und die Geschichte des Automobil- und Motorsportclubs Cham

Anlässlich der 100-Jahrfeier des Automobil- und Motorsportclubs Cham (AMC) kamen trotz des heißen Wetters sehr viele Auto- und Motorbegeisterte zusammen. Der AMC hatte sich einiges einfallen lassen: Die Besucher wurden gut bewirtet, die Kinder mit Spielgeräten versorgt und dazu spielten die Geschwister Franziska und Andreas Adam aus Eschlkam auf ihren Steirischen auf.

Das Oldtimer-Treffen und die Sonderausstellung

Hauptanziehungspunkt war das große Oldtimer-Treffen auf einer Wiese mit bis zu 200 Fahrzeugen. Dazu wurde die Aktion „Rollendes Museum“ angeboten. Vor dem Sportheim-Areal hatte Beisitzer Thomas Schneider, Vorsitzender des GLAS-Automobilclubs International, die Sonderausstellung „Vom Goggomobil bis zum GLAS 3000“ organisiert. Außerdem waren dort sehenswerte Exponate von Motorrädern, aus der Welt des Bergrenn-Motorsports (Familie Scheubeck aus Waldmünchen) und des Motocross (Familie Liebenow aus dem Raum Regensburg) zu bestaunen.

Beim Oldtimer-Corso durch die Stadt beteiligte sich auch ein kleiner weißer „Goggo“. Ein Adler Junior von 1937 mit 25 PS und ein Imperial von Chrysler Jahrgang 1957 mit 325 PS, ein Indian Motorcycle und eine Harley Davidson, ein kleines Goggomobil Coupe TS 400 von 1959 und ein beachtlicher GLAS 3000 V8 von 1966, ein Audi TT 1,8t mit 500 PS für Bergrennen waren ebenfalls zu bestaunen.

Und dann war da noch ein Edsel 6,7 V8 von Ford, Baujahr 1958, 345 PS, der im Verkauf gefloppt hatte. Besitzer Robert aus Schorndorf sammelt mit Leidenschaft Oldtimer und erklärte: „Das erste ,H’ steht für Hannover, woher ich das Auto habe, das zweite gehört zur Buchstaben-Zahlenkombination und das dritte bedeutet historisches Fahrzeug.“

Die Geschichte des AMC Cham

Der AMC wurde am 2. Februar 1925 als Automobilclub Cham (AC) ins Leben gerufen, in einer Zeit, in der das Automobil gerade erst begann, das Straßenbild zu prägen. Erster Vorsitzender wurde damals der Kaufmann Fritz Klein, der bereits 1910 über den Marktplatz knatterte und für großes Aufsehen sorgte. Ziel war es, Auto- und Motorsport in der Region zu fördern und Gleichgesinnte zusammenzubringen.

Die Gründungsväter hätten sich entschlossen, in den Verband des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) einzutreten. Das Vereinsleben sei im Zweiten Weltkrieg zum Erliegen gekommen, als auch einige Mitglieder ihre Motorräder eingemauert hätten, um sie nicht zur Wehrmacht einziehen lassen zu müssen. Nach dem Krieg habe sich das Ganze wieder belebt - mit vergnüglichen Ausfahrten und gesellschaftlichen Veranstaltungen wie Faschingsbällen.

1955 habe eine große Bayerwald-Rundfahrt mit mehreren hunderten Teilnehmern stattgefunden. 1984 sei der Motorclub Zettisch gegründet worden: „Der schloss sich unserem Verein an und aus dem AC wurde der AMC.“ Auf dem dortigen Motorrad-Übungsgelände seien früher Rennen zur deutschen Meisterschaft gefahren worden. Heute organisiere der AMC auch Schulaktionen und Fahrradturniere.

Zur Feier war zudem Dr. Jutta Fischer-Neuner aus Nürnberg erschienen, Finanzvorstand des ADAC Nordbayern: „Ich finde es schön, dass es diesen Verein hier noch gibt, wenn wir erleben müssen, dass mangels Vereinslebens immer mehr sterben.“ Sie überreichte im Namen der ADAC-Vorstandschaft zum Jubiläum eine Ehrenurkunde, verbunden mit einem Scheck in Höhe von 750 Euro. Dinges wurde für seine über zehnjährige Vorstandstätigkeit der „Nürnberger Trichter“ verliehen, in den man oben Wissen schüttet und unten etwas Gutes herauskommt.

Am frühen Nachmittag begann um 14 Uhr, nachdem Stadtpfarrer Jens Bartsch die Fahrzeugsegnung durchgeführt hatte, der Oldtimer-Corso auf einer zehn Kilometer-Strecke durch Cham - allerdings mit merklich weniger Beteiligten, auch hierfür waren die hohen Temperaturen ausschlaggebend.

Die Harley-Freunde Waidhaus und Bernhard Grötsch

Der Leuchtenberger Bernhard Grötsch mit seiner 2010er Harley „Street Gilde“ mit 1800 Kubikzentimetern und 95 PS. Irgendwann wird es nach den Willen der „Harley Freunde Waidhaus B 14 Oberpfalz“ wieder möglich sein, dass sie sich den Wind und einen Hauch von Freiheit um die Nase wehen lassen können. Sie stehen in den Startlöchern und setzen sich, selbstverständlich jeder für sich, in der heimischen Garage auf ihr geliebtes Fortbewegungsmittel aus Chrom und Stahl, um das herannahende Gefühl wenigstens im Vorfeld schon mal zu spüren.

Die Begeisterung für das „Schönste auf der Welt“ und das gemeinsame Erleben beim Cruisen und Tourenfahren verbindet sie alle auf eine kameradschaftliche Weise. Die wahre Idee einer Harley ist nicht die säuselnde Fortbewegung. „Schon in den vergangenen Wintermonaten wurde das Zweirad gepflegt und gehegt“, erklärte der in Eslarn aufgewachsene und in Leuchtenberg beheimatete Bernhard Grötsch, der mittlerweile drei dieser Kultmotorräder sein Eigen nennt.

Grötsch behauptet, dass jeder vor dem Saisonstart so manche genehmigte Überraschung an sein Motorrad gebaut hat, um seine Freunde im Frühjahr bei der ersten Ausfahrt zu verblüffen. Eine Selbstverständlichkeit ist die akribische Wartung inklusive Ölwechsel und Batteriepflege. Grötsch ist Bundespolizist und im gemeinsamen deutsch-tschechischen Zentrum der Polizei- und Zollzusammenarbeit in Schwandorf beschäftigt.

Der „Roadcaptain“ koordiniert Ausflüge, große Ausfahrten wie beispielweise zum Gardasee oder an den Plattensee nach Ungarn. Er bestellt Unterkünfte, kümmert sich um das Rahmenprogramm und führt die Motorradgruppe von der Spitze aus an. Für die gestandenen Männer steht fest, dass eine Harley-Davidson nicht nur ein Fahrzeug, wesentlich mehr als ein Motorrad und ein Ausdruck von Lebensgefühl ist.

Die „Harley-Freunde Waidhaus“ sind kein Motorradclub sondern ein freundschaftlicher und zwangloser Zusammenschluss von Harley-Begeisterten, die in ihrer Freizeit dem Kult-Bike frönen. Bei den Waidhausern geben 18 Anhänger dieses edlen Looks ihrer Leidenschaft ein Gemeinschaftsgefühl. Denn mindestens so wichtig wie das Fahren ist bei jeder Harley freilich das Aussehen, das mehr als spektakulär und einem vor Neid erblassen lässt.

Das Alter der „Members“, wie die Mitglieder der Harley-Freunde genannt werden, reicht von 30 bis 69 Jahren. Es handelt sich um ein reine Männerrunde, zwei Mitglieder fahren kein Bike sondern sind lediglich vom Harleyfeeling befallen und freuen sich auf die wöchentlichen Zusammenkünfte im „Haus am Eck" in Waidhaus. Im Dezember 2014 gründeten zehn Freunde des außergewöhnlichen Gefährts die „Harley-Freunde Waidhaus“.

Wolfgang „Wolfi“ Tischler aus Neustadt/WN, der eine Street Gilde fährt, ist Vizepräsident. Die Mitglieder tragen Clubjacken mit vereinseigenem Logo auf der Rückseite, das sie als Harleyfreunde ausweist. Nicht zu vergessen ist das „Ehrenmitglied ohne Motorrad“ Anton Binder aus Waidhaus.

Harley Davidson als Bestattungsfahrzeug

Auch ihre letzte Reise können Motorradfans mit einer Harley Davidson antreten. Ein Bestattungsunternehmen bietet die Fahrt zur Beerdigung mit dem legendären Bike an. Das schwarze Sondermodell mit Beiwagen hat Platz für einen Sarg oder eine Urne. "Es geht darum, den Verstorbenen zu würdigen", sagt Wolfgang Frisch. Der 55-Jährige ist selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Eine Harley Davidson fällt auf, und das Modell von Bestatter Frisch ganz besonders: Im Beiwagen steht unter einem Panoramafenster eine Urne. Umrahmt ist sie von LED-Kerzen und einem silbernen Kreuz. Auf Wunsch können auch der Helm und die Lederjacke des Verstorbenen dazu gelegt werden. Eine erste Interessentin habe sich schon gemeldet, sagt Frisch.

Die Maschine, die Grossmann nun Frisch verkauft hat, ist extra umgebaut worden, um das Gewicht eines Sarges halten zu können. 900 Kilogramm Zuladung seien genehmigt, das genüge auch für einen Sarg in Übergröße. Fahrwerk und Bremsanlage seien verstärkt und zudem ein Rückwärtsgang eingebaut worden.

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