Die Geschichte von Harley-Davidson und der Rahmenkauf

Die Geschichte von Harley-Davidson begann 1903 in Milwaukee, Wisconsin, als die Davidson-Brüder Walter und Arthur zusammen mit William "Bill" Harley ihr erstes Motorrad fertigstellten. In einem Hinterhof zimmerten sie eine Bretterbude zusammen, pinselten "Harley-Davidson Motor Co." auf die Tür und begannen mit der Produktion nach Feierabend und am Wochenende.

In diesem ersten Jahr verließen bereits drei Harley-Davidson Motorräder die winzige "Fabrik". Sie hörten auf den Namen SILENT GREY FELLOW und waren grau lackiert. Der Motor hatte einen Zylinder mit 400 cm³ Hubraum, knapp drei PS, ein atmosphärisch gesteuertes Einlassventil und Riemenantrieb. Von Beginn an wartete der SILENT GREY FELLOW mit einer außerordentlich hohen Zuverlässigkeit auf, was in einem Land mit endlosen Distanzen auf einsamen Straßen von großer Bedeutung war.

1905 zog die Firma in ein zweigeschossiges Holzgebäude um. Bill Harley konstruierte eine Springergabel als Vorderradfederung, und die Maschine erhielt einen Spannriemen-Mechanismus, der wie eine Kupplung wirkte. Zwei Jahre später wurde die "Harley-Davidson Motor Company Incorporated" ins Handelsregister eingetragen. Die Jahresproduktion stieg auf 150 Motorräder.

Im Jahr 1909 verließ das Modell "61" die erneut vergrößerte Fabrik. Das Modell "61", benannt nach seinem Hubraum von 61 cubic inch, war das erste Harley-Davidson Motorrad mit dem bis heute typischen 45°-V2-Motor. Im Jahr 1913 wurde die erste Auslandsniederlassung in Großbritannien eröffnet. Harley-Davidson engagierte sich von nun an auch im Motorsport.

1920 galt Harley-Davidson mit 28.980 verkauften Motorrädern und mehr als 2.000 Mitarbeitern als amerikanischer Marktführer und größter Motorradhersteller der Welt. Die Firma exportierte in 67 Länder. In den Zwanziger Jahren stürzte der wachsende Wohlstand der Bevölkerung die gesamte Motorradbranche in die Krise. Am Ende der Zwanziger Jahre beutelte die Weltwirtschaftskrise alle Industrienationen, aber Harley-Davidson überlebte.

Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Werk fast 100.000 Militärmaschinen. Nach dem Krieg brachte Harley-Davidson 1957 die Sportster auf den Markt. 1983 entstand die Harley Owners Group (H.O.G.), und ein Jahr später brachte Harley-Davidson den EVOLUTION Motor zur Serienreife.

Ein Aspekt, der für Liebhaber von Custom-Bikes von Bedeutung ist, ist die Verwendung von Starrrahmen. Starre Rahmen wurden innerhalb der Company nur bis 1958 gefertigt und weil sie für die Summer der Old School Begeisterten die Krönung eines Choppers darstellen, sind sie entsprechend begehrt.

Bei all den Gesprächen, die ich in der Folge meiner Rahmensuche führte, wurde immer deutlicher, dass ich die Möglichkeit, einen alten Rahmen bei einem kommerziellen Händler zu erstehen, bereits aufgrund der Kosten aus meinem Aufgabenheft streichen konnte. Bei dem Gros der Angebote, die sich dort fanden, handelte es sich um Zubehörrahmen. Einige von zweifelhafter Herkunft und die meisten ohne Papiere. Da es sich zudem meist um Festpreis Angebote und Auktionen handelte, befanden sich die Preisvorstellungen der Verkäufer in der Regel jenseits von gut und böse, sprich meiner Zahlungsfähigkeit und auch Zahlungswillen.

Um nicht der Versuchung der Angebotsflut zu erliegen, suchte ich so gezielt wie möglich nach Gegenständen, von denen ich glaubte sie besitzen zu müssen. Hatte ich zu Beginn meiner Suche noch HARLEY-DAVIDSON RAHMEN in das Suchfeld eingegeben, beschränkte ich mich sehr schnell darauf nur noch STARRRAHMEN einzutippen.

Mit einigen der Verkäufer, deren Angebot aus welchem Grund auch immer schleppend anlief, nahm ich Kontakt auf und immer waren ihre Angaben so dürftig und wenig Vertrauen erweckend, dass ich die Überlegung ernsthaft zu bieten bereits im Ansatz wieder verwarf. Eine Anzeige von vielen.

Obwohl es sich bei dem Rahmen keinesfalls um ein Originalrahmen der Company und auch nicht um das Baujahr 1951 handeln dürfte, sprach die Kopie des Fahrzeugbriefs eine andere Sprache. Da ich einen Chopper aufbauen wollte und nicht an der Restauration einer alten Maschine im Originalzustand interessiert war, konnte es mir egal sein, was der Rahmen war, solange es mit den Papieren keine Schwierigkeiten gab.

Also rief ich die Seite mit dem Rahmen auf, gab als neue Gebotsobergrenze 2551,- Euro ein und überließ es dem Schicksal ob ich den Zuschlag bekommen sollte oder die Suche weitergehen würde.

Für schlappe 2286,- Euro sollte der Rahmen in meinen Besitz übergehen und wenn ich auch nur eine der anderen Auktionen gewonnen hätte, dann hätte ich ein ernsthaftes Problem finanzieller Natur. Etwa zwei Wochen später benachrichtigte mich der Besitzer des Rahmens das er aus dem Urlaub zurück sei und der Rahmen nun abgeholt werden könne. Er stand mit einer Decke abgedeckt neben dem neuen Aufbauprojekt des Besitzers in dessen Kellerwerkstatt.

Es schien sich bei dem Verkäufer nicht gerade um einen Mann zu handeln der viele Worte verlor. Ich dachte, dass es wenig Sinn machen würde die Originalität des Rahmens in Frage zu stellen, also ließ ich es und beschränkte mich darauf die Nummern auf Rahmen und Brief zu vergleichen und ihm das Geld zu geben.

Ohne besonderen Zusammenhang teile er mir unvermittelt mit, dass er einen Händler gefragt habe, was der Rahmen seiner Einschätzung nach wert sei. Ich hatte das Gefühl, dass es ihm nicht leicht zu fallen schien sich von seinem Rahmen trennen zu müssen. Mit dem Menschen der hinter dem Dokument in meiner Hand stand schien es sich ähnlich zu verhalten, oberflächlich betrachtet ein ganz normaler Kraftfahrzeugbrief. Mit allen notwendigen Unterschriften und Stempeln versehen, um ihn gültig und rechtskräftig zu machen.

Wie dieser Rahmen bewies, schien jedoch nicht jeder an diesen Ängsten und Zweifeln zu scheitern und so hatte er seinen Weg nach Deutschland gefunden und war allen möglichen Widerständen zum Trotz mit einem deutschen Fahrzeugbrief ausgestattet worden.

Natürlich hatte er, wenn der Laden voll war, die ganze Palette lockerer Sprüche drauf, wie man sie offensichtlich von einem echten Harley Schrauber erwartete. Original? Teilweise Original? Zubehörrahmen? Letztendlich konnte es mir egal sein. Das war zunächst alles was ich hören wollte.

Seit Jahren brachte ich Teile die ich beschichten lassen wollte zu einem Beschichter nach Düsseldorf. Rolf, der den Laden gemeinsam mit Frau und Sohn schmiss, hat selbst lange Zeit eine Harley bewegt. Ich kannte Biker für die die Kunststoffbeschichtung das größte war und ebenso viele, die dem guten alten Lack die Stange hielten.

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