Die Heidelberger Hütte ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Ziel für Alpenüberquerer. Doch auch für Tagesausflügler bietet die Hütte spannende Mountainbike-Touren. Die Strecke von Ischgl bis zur Heidelberger Hütte ist problemlos befahrbar, sowohl technisch als auch konditionell verhältnismäßig einfach auf breiten Fahrwegen. Lediglich von der Heidelberger Hütte hinauf zum Fimberpass ist teilweise schieben/tragen angesagt.
Anfahrt und Startpunkt
Über das Inntal fahren wir zunächst nach Tirol und folgen der Autobahn A 12 auf Höhe Innsbruck weiter nach Westen in Richtung Landeck. Die folgende Arlbergschnellstraße S 16 verlassen wir auf Höhe der Ausfahrt Pians. Wir starten am Großparkplatz der Silvrettabahn in Zentrumsnähe (ca. kostenloser Großparkplatz Silvrettabahn).
Anschließend führt die Strecke durch den Ort, an der Kirche vorbei aufwärts ins Fimbatal, das von Ischgl nach Süden zieht. Wir überqueren die Bundesstraße am Kreisverkehr und fahren gemütlich in den Ortskern ein. Nachdem wir die Talstation der Silvrettabahn passiert haben, biegen wir links ab und orientieren uns Richtung Kirche. Stets den Wegweisern folgend, gelangen wir so durch das dicht bebaute Ortsgebiet und finden uns kurzerhand am Fuße der geteerten Auffahrtsrampe ins Fimbatal wieder. Etwa zweieinhalb Kilometer geht es anschließend steil hinauf. Hier nur nicht hetzen lassen, es ist zwischendurch schon sehr steil aber dank des geteerten Untergrunds durchwegs fahrbar. Wir folgen dem Hauptfahrweg taleinwärts.
Die Tour zur Heidelberger Hütte
Begleitet von Beschneiungsanlagen, Skiliften und anderen Attraktionen für Jung und Alt gelangen wir nach weiteren drei Kilometern zum Berghotel Bodenalpe (1848m). Für eine Einkehr ist es noch zu früh, deshalb fahren wir weiter bis zur Sesselbahn Gampenalpe. Hinter einem Weidegatter endet mit der Teerstraße schließlich auch das touristisch erschlossene Wintersportgebiet. Etwa einen Kilometer halten wir uns auf dem Fahrweg und erfreuen uns des Ausblicks, der inzwischen tief hinein in die hochalpine Bergwelt reicht. Ab jetzt heißt es geradewegs bis zum Talschluss.
Bei leichter Steigung durchfahren wir das idyllische Hochtal, blicken auf die angrenzenden Gipfel und können hier und da in der Ferne bereits die Heidelberger Hütte entdecken. Wir erblicken Murmeltiere in unmittelbarer Nähe zum Weg, treffen auf unzählige Weiderinder die uns auch mal die Weiterfahrt versperren und genießen die klare, unverfälschte Bergluft. Circa fünf Kilometer kurbeln wir durch diese einzigartig schöne Landschaft, durchqueren den ein oder anderen glasklaren Gebirgsbach der über den Weg plätschert und passieren dabei auch noch die Grenze zur Schweiz. Eine offizielle Grenzmarkierung haben wir wohl übersehen...
Aus weiter Ferne konnten wir sie schon sehen, nun endlich liegt sie vor uns - die bewirtete Heidelberger Hütte (2264m) der DAV Sektion Heidelberg. Hier endet die reguläre Mountainbike-Tour für Tagesausflügler.
Optionale Weiterfahrt zum Fimberpass
Wer allerdings noch Reserven hat, ein bisschen Transalp-Feeling schnuppern oder gar noch ein paar Trailtiefenmeter genießen möchte, für den geht es jetzt erst richtig los! Neben der Hütte führt der Weg kurzerhand hinunter zum Fimbabach bis zu einer kleinen Brücke. Hunderte von Mountainbiker wagen jährlich das Abenteuer Alpencross entlang der klassischen Nord-Süd-Route über den Fimberpass ins Schweizer Engadin. Unmittelbar hinter der Brücke warten bereits die ersten Stufen auf uns.
Es heißt also gleich zu Beginn schon: schieben! Vereinzelte Flachstücke zwischendurch können wir zwar fahren, zumeist sind die dreihundertfünfzig Höhenmeter auf knapp zweieinhalb Kilometer Strecke jedoch schiebend zu bewältigen. Kurz bevor man die Passhöhe erreicht, nehmen wir die Mountainbikes nochmal huckepack um eine steile Rampe zu erklimmen. Hat man diesen letzten, steilen und wenig komfortablen Abschnitt jedoch einmal überwunden ist es nicht mehr weit und man steht oben auf dem Fimberpass (2608m), dem Übergang ins Engadin.
Fimberpass-Trail
Die Abfahrt vom Fimberpass erfolgt auf den ersten 3,9 km (600 hm) durchweg auf einem Singletrail. Der Trail hat eine grandiose Sicht auf die umliegenden Berge, und meist kann man von oben kommend schon weit auf den vorausliegenden Trailabschnitt schauen. Die Schwierigkeit liegt bei etwa S2-Niveau, doch sind öfters kurze schwierigere Abschnitte enthalten, so dass durchgehend hohe Aufmerksamkeit erforderlich ist.
Wichtige Hinweise und Tipps
- E-Bike Empfehlung: Ein E-Bike macht die Tour zum absoluten Genuss-Ausflug.
- Silvrettabahn: Um auf der Tour mit nur einem Akku klarzukommen, lässt man sich am besten mit der Silvrettabahn auf die 2307 Meter hoch gelegene Idalpe heben.
- B'sinna Runde: Es ist sehr lohnend die, von Hüttenwirt Loisl gestaltete, "B´sinna" - Runde um den Hüttenfels zu machen.
- Helm: Helm ist natürlich obligatorisch.
- Staatsgrenze: Interessant ist, dass die Staatsgrenze im Fimbatal nicht der Wasserscheide folgt, sondern willkürlich anmutend auf der Linie zwischen dem Piz Valgronda im Osten und der Gamspleisspitze im Westen verläuft.
Zusammenfassung der Tourdaten
Hier ist eine tabellarische Zusammenfassung der wichtigsten Daten für die Heidelberger Hütte Tour:
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Distanz | 32 km |
| Bergauf | 585 hm |
| Bergab | 1490 hm |
| Fahrzeit | ca. 3 h |
| Fahrtechnik | mittel |
| Kondition | mittel |
| Akku (E-MTB) | 1 x 500 Wh |
Verwandte Beiträge:
- Mountainbike Tour zur Priener Hütte: Route & Infos
- Mountainbike Tour zur Lenggrieser Hütte: Beste Routen & Tipps
- Innsbrucker Hütte Mountainbike Touren: Entdecke das ultimative Biker-Paradies!
- Radtouren um Bamberg: Die schönsten Strecken & Insider-Tipps
- Radtour von Waren nach Malchow: Das ultimative Abenteuer durch die malerische Mecklenburgische Seenplatte!
Kommentar schreiben