Helmarten für Moped und Roller: Ein umfassender Leitfaden

Wer auf der Suche nach einem neuen Helm ist, sollte sich nicht übereilen. Es kann nicht schaden, sich zuerst anzuschauen, welche Helmsorten es zu kaufen gibt. Bist du dir noch nicht sicher, welche Arten von Helmen am besten geeignet sind? Hier findest du alle Informationen über die verschiedenen Helmstile aus dem Sortiment.

Natürlich ist es Pflicht, auf einem (Cross-)Motorrad einen Helm zu tragen. Das ist nicht nur viel sicherer, es hilft auch dem Fahrer. So hast du mit einem Helm mit Visier weniger Probleme mit der grellen Sonne oder Regen. Hast du einen etwas luxuriöseren Helm, kannst du auch Bluetooth einbauen. Auch für E-Bikes, die schneller als 25 km/h fahren, wie das Speed Pedelec, gilt seit 2017 eine Helmpflicht. Diese Maßnahmen wurden zur Sicherheit ergriffen. Es passieren jedes Jahr Unfälle, einige sogar mit tödlichem Ausgang. Mit einem Helm ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Sturz Kopf-, Nacken- oder Hirnverletzungen zu erleiden, deutlich geringer.

Welcher Helmtyp passt zu dir?

Wenn du bestimmen möchtest, welcher Helmstil am besten zu dir passt, musst du dir zuerst ein paar Fragen stellen. Zum Beispiel, wofür du den Helm verwenden möchtest. Möchtest du mit dem Motorrad durch den Wald fahren oder? Außerdem ist die Farbwahl wichtig, um zu bestimmen, in welchem Stil du auf deinem Zweirad unterwegs sein wirst.

Wähle bei einer Fahrradtour einen Helm, der dazu passt. Fährst du ein motorisiertes Fahrzeug, hast du mehr Auswahl. Möchtest du einen trendigen Helm für ruhige Rollertouren? Für sportliche Motorradtouren kannst du dich für den Integralhelm entscheiden. Gehst du auf eine Tour? Dann passt ein Integralhelm gut zu dir!

Die verschiedenen Helmarten im Überblick

Motorradhelme werden in verschiedenen Bauarten angeboten. Hier ist ein Überblick über die gängigsten Helmtypen:

Integralhelm (Full Face Helmet)

Der Integralhelm ist die verbreitetste Helmform und löste in den Siebzigerjahren den offenen Helm als Standard ab. Es ist eine klassische Bauform mit festem Kinnbügel, bei der der Kopf immer vollständig umschlossen ist. Der Vorteil davon ist, dass dein Kopf vollständig geschützt ist. Außerdem werden die Außengeräusche gedämpft.

Vorteile: Beste Sicherheit, weil aus einem Guss, Fahrtwindgeräusche sind daher am leichtesten gering zu halten.
Nachteile: Kann ein beengtes Tragegefühl vermitteln, Auf- und Absetzen bisweilen mühsam, vor allem für Brillenträger

Der Integralhelm ist vielseitig einsetzbar. Es gibt verschiedene Unterkategorien vom Roller-Helm, über den Tourenhelm, den Sport Helm, bis hin zum Rennsport-Helm. Sprich, je nachdem für welches Modell Du Dich entscheidest, kannst Du einen Integralhelm auf Deinem Roller, deiner Tourer, Deinem Sportler oder Supersportler auf der Rennstrecke benutzen.

Ausstattungsvarianten:

  • Brillenkanal
  • Sonnenblende
  • Verschluss: Doppel-D oder Ratsche
  • Klappfunktion: Nein
  • Visier: Ja, ja nach Modell verstellbar oder permanent
  • Belüftung

Klapphelm (Flip Up Helmet)

Der Klapphelm ist eine beliebte Helmform, vor allem bei Tourenfahrern. Es ist ein Integralhelm mit hochklappbarem Kinnteil. Dadurch sieht er aus wie eine Kombination aus einem Jethelm und einem Integralhelm.

Vorteile: Einfach praktisch, vor allem für Brillenträger. Nach Unfall von Laien leichter abzunehmen.
Nachteile: Oft schwerer als ein nicht klappbarer Integralhelm, beim Kinnaufprall je nach Qualität des Verschlusses mit leichten Einschränkungen in der Schutzwirkung

Die Klappfunktion ermöglicht Dir ein besonders komfortables Auf-und Absetzen Deines Motorradhelmes. Wenn Du Brillenträger bist, kann das ein großer Vorteil für Dich sein. Je nach Homologation (ECE-Prüfzeichen J und P) darfst Du Deinen Klapphelm im auch im Aufgeklappten Zustand fahren. Gerade im Sommer ist das ein Vorteil, wenn Du beispielsweise im Stadtverkehr unterwegs bist. Die Schutzfunktion ist annähernd die gleiche wie bei einem Integralhelm.

Ein Klapp-Helm eignet sich vor allem wenn Du Tourenfahrer oder Cruiser bist. Für schnelles Fahren (bis auf sehr wenige Ausnahmen) oder gar auf der Rennstrecke ist diese Helmart nicht geeignet.

Ausstattungsvarianten:

  • Brillenkanal: Bei einigen Modellen
  • Sonnenblende: Bei den meisten Modellen
  • Verschluss: Meistens Ratsche
  • Klappfunktion: ja
  • Visier: Ja
  • Belüftung: Ja, ja nach Modell verstellbar oder permanent

Jethelm (Open Face Helmet)

Jethelme sind offene Helme ohne Kinnteil. Sie galten jahrelang als unmodern, waren verdrängt vom gestiegenen Sicherheitsbewusstsein. Jetzt erlebt der Jethelm eine Renaissance; Classic- und Retro-Fans stehen drauf. Besonders stilecht trägt man einen Jethelm mit Brille, praktischer ist er mit Visier. Ein Jethelm zeichnet sich dadurch aus, dass er kein Kinnteil hat. Der Vorteil davon ist, dass es im Sommer schön frisch ist, im Winter jedoch ein Nachteil.

Vorteile: Der Jethelm bietet ein subjektiv "freieres" Fahrgefühl, ein intensiveres Fahrerlebnis schon bei niedriger Geschwindigkeit, mehr Luft, großes Sichtfeld, relativ niedriges Gewicht.
Nachteile: Größtes Manko eines Jethelms ist der fehlende Kinn- und Gesichtsschutz. Hinzu kommt, dass sie - gerade mit Motorradbrille - schon mal recht laut sein können.

Am beliebtesten sind Jethelme ohne Visier oder mit innenliegender Sonnenblende bei Chopper-Fahrern. Das liegt an der einzigartigen Optik der Helme. Alles andere ist nicht stilecht. Bei Roller-Fahrern sind Jet-Helme mit Visier sehr beliebt.

Ausstattungsvarianten:

  • Brillenkanal: Bei einigen Modellen
  • Sonnenblende: Bei einigen Modellen
  • Verschluss: Meistens Ratsche
  • Klappfunktion: nein
  • Visier: Bei einigen Modellen
  • Belüftung: Bei einigen Modellen

Enduro- bzw. Motocrosshelm

Der Helm aus dem Offroad-Sport. Wird gerne auch von Endurofahrern eingesetzt und ist stilecht auf allen Motorrädern mit Geländeambitionen.

Vorteile: Hervorragende Belüftung, unverzichtbar bei Anstrengungen im Gelände. In Dreck, Staub und Schlamm der Lösung mit Visier überlegen.
Nachteile: Schlechter Schutz bei Regen und Kälte, Gesicht wird nass. Häufig hohes Geräuschniveau. Umständlich anzuziehen. Bei hohem Tempo erhöhter Druck auf die Nackenmuskulatur durch schlechte Aerodynamik

Enduro-Tourenhelm

Eine Kreuzung aus Integral- und Crosshelm. Vom Crosshelm hat er die Form und den großen Schirm, vom Integralhelm das Visier. Die Gattung ist recht jung und hat mit den großen Reiseenduros ihren Siegeszug angetreten. Daher ist die Auswahl inzwischen auch hier recht groß.

Vorteile: Luftig, großes Sichtfeld, Blendschutz durch Schirm, im Gelände und bei Hitze wahlweise auch mit Endurobrille fahrbar.
Nachteile: Durch Schirm und Form oft spürbar lauter als ein vergleichbarer Integralhelm, gegen das gerne mal etwas höhere Gewicht hilft in oberen Preisklassen Karbon

Enduro-Tourenhelm als Klapphelm

Die neueste Variante auf dem Helmsektor. Eine Kombination aus klappbarem Integralhelm mit Kinnbügelform und Schirm wie beim Endurohelm

Vorteile: Für alle Eventualitäten gerüstet.
Nachteile: Recht schwer, durch Schirm und viele Belüftungen lauter als ein vergleichbarer Integralhelm, durch den Schirm Einschränkungen bei der Aerodynamik

Wichtige Tipps für den Helmkauf

Mit dem richtigen Motorradhelm tun Sie viel für Ihre Sicherheit. Daher ist er kein Zubehör, das man mal eben im Vorbeigehen kauft. Diese Aspekte sollten Sie auf der Suche nach dem idealen Helm beachten:

  • Planen Sie für den Kauf unbedingt genügend Zeit ein.
  • Suchen Sie Fachhändler auf, die möglichst viele Helmmarken im Angebot haben.
  • Die ungefähr passende Helmgröße ermitteln Sie, indem Sie Ihren Kopfumfang im Bereich der Stirn, über den Ohren und am Hinterkopf messen.
  • Der Kopfumfang in Zentimetern entspricht üblicherweise der numerischen Helmgröße.
  • Ihr Helm muss am ganzen Kopf fest sitzen, ohne zu drücken.
  • Sie erkennen den richtigen Sitz daran, dass sich die Kopfhaut an der Stirn beim Drehen des Helms mitverschiebt.

Materialien und Schutzwirkung

Woraus ein Helm besteht, unterscheidet sich je nach Helmtyp. Ein Fahrradhelm muss weniger harte Stöße aushalten können als ein Motorradhelm. Daher werden Motorradhelme aus den robusten Materialien Polycarbonat, Glasfaser oder Carbon hergestellt. Polycarbonat-Helme halten etwa fünf Jahre. Die meisten Fahrradhelme bestehen aus EPS-Schaum. Im Inneren des Helms sind weitere Technologien eingebaut, um Kopfverletzungen zu verhindern.

Motorradhelme schützen doppelt. Die Außenschale verteilt, unabhängig vom Material, eine punktuelle Krafteinwirkung durch hohe elastische Verformungsenergie und soll das Eindringen spitzer oder kantiger Gegenstände verhindern. Die eigentliche Dämpfung übernimmt das Innenmaterial zwischen Außenschale und Futter. Das wird in der Regel aus besonderen EPS-Hartschaummaterialen der Styropor-Familie hergestellt, die Aufprall-Energie absorbieren.

Helmpflicht in Deutschland

In Deutschland besteht seit 1976 Helmpflicht für Motorradfahrer, seit 1978 auch für Moped- sowie Mokickfahrer. Selbst Mofafahrer müssen seit 1985 einen Helm tragen. Seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.

Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen. Die aktuelle Version ist die Norm ECE-R 22.06, mit der seit Juni 2022 geprüft wird. Seit Juni 2023 dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Lebensdauer und Pflege von Helmen

Achtung: Hat ein Helm einen Schlag abbekommen? Dann suche sofort nach einem neuen Helm. Ein Helm muss gut auf deinen Kopf passen. Das bedeutet, dass er nicht zu eng, aber auch nicht zu locker sitzen darf, denn dann bist du nicht ausreichend geschützt. Wenn ein Helm zu eng sitzt, ist das nicht nur unbequem, sondern kann auch Kopfschmerzen verursachen. Das kannst du ganz einfach herausfinden, indem du den Umfang deines Kopfes misst. Das machst du mit einem Maßband, das du 2,5 cm über deinen Augenbrauen platzierst.

Moderne, hochwertige Helme altern deutlich langsamer als Helme früherer Baujahre. Bei regelmäßiger Verwendung des Helms gelten im Allgemeinen fünf Jahre als angemessene Nutzungsdauer.

Im Laufe der Zeit härtet z.B. die Innenschale aus Styropor aus, so dass sie Stöße nicht mehr so wie erforderlich verarbeiten kann. Natürlich findest Du in unserem Shop ebenfalls Motorradhelme für Damen und Kinder. Nebenbei eine riesige Auswahl cooler Motorradhelme Marken.

Zusammenfassung

Die Wahl des richtigen Helms für dein Moped oder deinen Roller ist entscheidend für deine Sicherheit. Berücksichtige bei der Auswahl den Helmtyp, die Passform, das Material und die Einhaltung der Sicherheitsstandards. Achte darauf, dass der Helm gut sitzt und regelmäßig auf Beschädigungen überprüft wird. Ein gut gewählter und gepflegter Helm kann im Falle eines Unfalls Leben retten.

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