Hercules E-Bike Test: Ein umfassender Überblick

Nach einer fast 100-jährigen Firmengeschichte brachte Hercules bereits 1985 sein erstes E-Bike auf den Markt.

Hercules Futura SL I-9

Viele Generationen später setzen die Kölner bei ihrem Futura SL I-9 neben bereits preisgekrönter Designsprache sehr gezielt auf Leichtbau. Auch das Cockpit kommt mit kompakter Purion-Remote reduziert-übersichtlich daher und strahlt mit tief angebrachtem und leicht zum Fahrer hin gekröpftem Lenker sportliche Charakterzüge aus. Eine Suntour-Federgabel verleiht dem edlen Chassis mit 63 mm Hub willkommene Dämpfung auf Trekkinggeläuf.

Mit hauseigener Lichtanlage, 25 kg schulterndem Gepäckträger und stabilen Alu-Spritzschützern taugt das Futura neben Tagesausflügen auch für Alltags- oder Pendelfahrten. Der Aufstieg gelingt einfach, die Anfahrt dank sensibel ansprechendem SX-Motor sehr ­harmonisch. Als Teil des rund laufenden Antriebsgespanns überzeugt die Cues-Schaltung mit sauberen Gangwechseln und passender Übersetzung für moderate Anstiege.

Hier entfaltet der SX im Boost-Modus auch ausreichend (und gut hörbar) Power, um nichts von der angenehmen Fahrdynamik einzubüßen. Bemerkenswert ruhig flitzt es sich bergab - leichte Flatterneigung bei Vollbeladung ist erst jenseits der 30 km/h wahrnehmbar. Gut zupackend erweist sich die Bremsanlage. Sehr gripstark und effizient abrollend die Schwalbe-Pneus.

Erfahrungen im Rahmen der Aktion "Stadtradeln"

Im Rahmen der Aktion “Stadtradeln” hat das Team der e-motion Zentrale nicht nur Bäume gepflanzt, sondern auch verschiedene e-Bikes unter dem Aspekt des alltäglichen Gebrauchs testen können. Timo, Vanessa und Tina waren während des dreiwöchigen Aktionszeitraums auf jeweils einem anderen Hercules e-Bike unterwegs.

Hercules NOS SUV 2.1 (Timo)

„Vor etwa vier Jahren saß ich das erste Mal auf einem e-Bike.”, stellt Timo fest. „Im Rahmen eines Wochenendtrips, lieh mir ein Freund sein sportliches Bike, ein e-Mountainbike. Als sehr unerfahrener e-Biker konnte ich es nicht wirklich vollends im Gelände testen und die vielen Möglichkeiten in all ihren Facetten auskosten.

Trotzdem gefiel mir bereits damals das unterstützende Fahrgefühl und die Art und Weise, wie ich mit dem Fahrzeug die Gegend erkunden konnte. Durch die Möglichkeit eines 14-tägigen Tests des NOS SUV 2.1 von Hercules konnte ich nun, vier Jahre später, meine ersten Erfahrungen mit e-Bikes weiter vertiefen. Im Rahmen der Aktion “Stadtradeln” konnte ich das SUV-Bike vor allem im täglichen Gebrauch testen und beim Pendeln zur Arbeit erleben.

Der erste optische Eindruck gefiel mir sehr gut. Gleich bei der ersten Fahrt war ich vom Shimano Steps EP8 Motor und der Beschleunigungskraft begeistert. Der Shimano-Motor war sehr direkt und beschleunigte das SUV-Bike schnell. Aufgrund der breiten, dicken Schwalbe Johnny Watts Performance Bereifung und der RockShox 35 Gold Federgabel mit 130 mm Federweg war das Fahrgefühl sehr komfortabel. Erschütterungen können so einfach abgefedert werden.

„Erstmals konnte ich durch das Testbike den ca. 11 Kilometer langen Weg zur Arbeit mit einem e-Bike pendeln. Ich war überrascht, wie schnell ich die Strecke mit diesem Bike bewältigen konnte. Im Vergleich zum Auto habe ich nur ca. 10-12 Minuten länger gebraucht, war dabei aber an der frischen Luft und konnte mich sportlich betätigen.

Optisch hat mich das Bike überzeugt und es war für viele Menschen in meinem Umfeld und Passant:innen ein Hingucker. Der kraftvolle Shimano Motor mit einer super Übersetzung und Beschleunigung hat mir jederzeit ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Gerade für so ein großes SUV Bike ist dieser Aspekt für mich sehr wichtig.

Das Hercules NOS SUV 2.1 kann ich, speziell für komfortorientierte Fahrer:innen, die auf Feldwegen und grobem Gelände häufiger unterwegs sind, empfehlen.

Hercules Pasero Comp I-F5 (Vanessa)

Im Zuge des Stadtradelns in Pulheim hat Vanessa für die e-motion Zentrale das Hercules Pasero Comp I-F5 getestet. „Im Vorfeld hatte ich bisher kaum Erfahrungen mit e-Bikes sammeln können und bin lediglich ab und zu kleinere Strecken gefahren. Das Stadtradeln hat mich schließlich auf den Sattel gebracht, sodass aus den bisher kleineren Strecken auch längere Touren geworden sind.

Mein erster Eindruck des sportlichen Pasero? Ich fand es direkt sehr ansprechend und es hat auf jeden Fall den klassischen Look eines typischen Citybikes. Die Rahmengröße war sehr passend und auch der Sattel war sehr angenehm, was mir vor allem bei ausgedehnten Touren sehr gelegen kam.

Vor allem aber die Reichweite des Akkus hat mich überzeugt. Mit 750 Wh kommt man schon richtig weit und muss sich keine Sorgen machen, irgendwo “liegenzubleiben”. Die Unterstützung und auch die Beschleunigung des BROSE Drive S Mag Plus Motors waren für mich genau richtig. Auch die Shimano Nexus 5-Gang Nabenschaltung konnte mich überzeugen, zumindest hat in meinem gemäßigten Bikeeinsatz kein Gang gefehlt.

Mein Fazit zu der ersten Testphase? Wer ein “spritziges” Citybike haben möchte und das noch mit Komfort, dem kann ich das Hercules Pasero Comp sehr empfehlen.

Hercules Rob Fold (Tina)

Tina konnte beim Stadtradeln ihre allerersten e-Bike Erfahrungen mit dem Hercules Rob Fold sammeln. „Mein täglicher Arbeitsweg beträgt ca. 10 Kilometer über befestigte Wege, den ich mit dem Hercules Rob Fold ausgesprochen gut bewältigen konnte. Der erste optische Eindruck war ziemlich ansprechend.

Bis dato hatte ich mir unter einem Klapprad etwas ganz anderes vorgestellt, es sieht jedoch schick und auch etwas futuristisch aus. Da das e-Bike etwas schwerer und die Bereifung auch etwas breiter ist, waren selbst etwas längere Strecken erstaunlich angenehm zu fahren - und davon gab es schließlich viele, da wir im Zuge des Stadtradelns möglichst viele Kilometer sammeln wollten.

Überzeugt hat mich tatsächlich vor allem auch die Leistung des Akkus, die für meine Einsätze völlig ausreichend war und die Beschleunigung des Bosch Motors. Das Einfalten ist ziemlich easy, auch für Leute, die noch keine Erfahrungen mit einem Klapprad haben.

Leider ist das Bike etwas schwerer, was aber im Grunde kein großer Nachteil ist, da dadurch der Komfort viel mehr gewährleistet wird und die Strecken auch über unbefestigte Wege ein sicheres Fahren ermöglichen. Mein Fazit zu der ersten Testphase? Das Hercules Rob Fold ist ein perfektes e-Bike für Pendler und für den aktiven Urlaub.

Hercules NOS FS SUV 4.2

Einen robusten Alleskönner will der deutsche Hersteller Hercules mit seinem jüngsten SUV E-Bike auf die Räder stellen. Bei der Beschreibung seines neuesten SUV E-Bikes wirft Hercules mit starken Schlagwörtern nur so um sich. Das Hercules NOS FS SUV 4.2 soll herausragende Qualität mit innovativer Technologie und unvergleichlichem Fahrspaß vereinen. Ein ganz schön hoher Anspruch.

Hercules bezeichnet eine ganze Reihe seiner E-Bikes als SUV. Vollgefedert, und damit nach unserer Definition zur Gattung der SUVs gehörend, sind allerdings nur 5, die allesamt zur NOS FS-Serie zählen. Unser Testbike, das Hercules NOS FS SUV 4.2, ist mit 5.999 € die zweitteuerste Variante - in unserem Vergleichstest aber eines der günstigeren Bikes und neben dem getesteten Diamantrahmen-Modell auch als Tiefeinsteiger zu haben. Ebenso wie die Modelle Hercules NOS FS SUV 4.1 für 6.499 € und Hercules NOS FS SUV 4.3 für 5.499 €.

Wer bei Hercules ein E-SUV als Tiefeinsteiger fahren will, bekommt automatisch für den Bosch Performance Line CX-Antrieb der 5. Generation. Denn damit sind alle Bikes der NOS FS 4er-Serie ausgestattet.

Besonderheiten des Hercules NOS FS SUV 4.2

Ein SUV E-Bike ist ein Bike für fast alles. Und wer ein Hansdampf in allen Gassen sein will, braucht viele Talente. Die soll das Hercules NOS FS SUV 4.2 mitbringen - zumindest wenn es nach dem Hersteller geht. Aber der Reihe nach. Das Hercules SUV E-Bike kommt mit einer klaren Linienführung in zeitlosem Schwarz daher. In der klassischen Diamantrahmen-Form macht es einen sehr stabilen, ja fast wuchtigen Eindruck, der durch die dicken Schweißnähten noch untermauert wird.

Bei den Details offenbart das Hercules NOS FS SUV 4.2 Stärken und Schwächen. So ist etwa die Motorabdeckung etwas unsauber gefertigt, wodurch eine Ecke des Kunststoffs fast bis zum Kettenblatt ragt. Hinzu kommt ein recht kurzes vorderes Schutzblech. Das verhindert zwar Dreck- und Wasserüberschuss, wer aber auch seine Schuhe sicher vor Gischt schützen will, ist beim Riese & Müller Delite5 beispielsweise besser aufgehoben.

Optisch schön gelöst ist hingegen die Kabelführung durch den Steuersatz. So wirkt das Cockpit einfach aufgeräumter. Der Nachteil: Das Wechseln von Zügen und Leitungen wird dadurch erheblich erschwert. Richtig gut finden wir das Bosch Purion 200, das Remote und Display in einer kompakten Einheit kombiniert. Und es schafft Platz auf dem winkelverstellbaren Vorbau für eine SP Connect-Halterung, die ein Smartphone oder GPS-Gerät aufnehmen kann, auf Wunsch sogar zusammen mit einer Powerbank.

Der gut erreichbare Ladeport sitzt unten am Sitzrohr auf der Nichtantriebsseite und wird von einem soliden Hartplastikdeckel geschützt. Weniger solide ist der Drehknopf ausgefallen, der das Akkucover sichert. Direkt beim ersten Öffnungsversuch haben wir ihn abgebrochen. Bis zu 25 kg Zuladung verträgt der Gepäckträger, der mit dem MonkeyLoad-System kompatibel ist. Entsprechende Taschen und Körbe lassen sich sehr bequem und meist einhändig auf dem Gepäckträger durch Einrasten befestigen.

Zum Abnehmen muss lediglich ein Knopf am Zubehör gezogen werden, der die Arretierung wieder löst. Und wem das noch nicht reicht, der findet am Steuerrohr Anschraubpunkte für einen Frontgepäckträger, der weitere 5 kg verträgt. Klasse! Bei voller Beladung sollte man aber stets das zulässige Gesamtgewicht von 150 kg im Auge behalten. Da bleiben für den Fahrer in voller Montur nur 90 kg über. Mit einem Anhänger wird es dann hinsichtlich des zulässigen Gesamtgewichts noch enger.

Licht und Sicherheit

Hercules wirbt beim NOS FS 4.2 unter anderem mit dem hellen Frontscheinwerfer mit 100 Lux Lichtleistung und Fernlicht dass per dedizierten Button rechts am Lenker aktiviert wird. Für die Sicherheit ein sehr wichtiger Faktor. Ebenso wie das immer öfter verbaute eBike ABS von Bosch. Das gibt es aber bei der NOS FS-Serie von Hercules nur im Topmodell - zusammen mit einer 11-fach-Schaltung und einer 150-Lux-Frontlampe.

Ob das nicht der bessere Deal ist? Die 10-fach-CUES-Schaltung von Shimano ist für ein SUV E-Bike aus unserer Sicht völlig ausreichend und sorgt im Verschleißfall für geringere Kosten. Ein noch helleres Licht ist zwar begrüßenswert, aber nicht unbedingt erforderlich, zumal unser Testbike dahingehend sehr gut bestückt ist.

Auch die Rückleuchte hat Hercules nicht nur optisch ansprechend als LED-Streifen ausgeführt. Es ist aus seitlichen Blickwinkeln sehr gut erkennbar und erhöht damit deutlich die Sichtbarkeit. Der Verzicht auf ABS aber schmerzt, ist der Sicherheitsgewinn im Alltag doch enorm. Nasses Laub, Schotterwege oder die Notbremsung im Stadtverkehr - überall dort verhindert das ABS Stürze und Verletzungen.

Für einen gewissen Diebstahlschutz kann das Bosch ConnectModule sorgen, das jedoch erst nachgerüstet werden muss. Ein echtes Schloss ersetzt es natürlich nicht, dennoch ist das Modul eine lohnende Investition - vor allem, wenn man sein Bike regelmäßig in der Stadt abstellt. Dank GPS-Tracking über die Flow+ App von Bosch behält man den Standort jederzeit im Blick.

Fahrverhalten und Einsatzbereich

Was kann das Hercules NOS FS SUV 4.2 E-SUV? Das optisch große Bike fühlt sich auch im Sitzen groß an. Doch die Dropper Post mit 150 mm Hub erleichtert das Aufsitzen spürbar. Der recht lange Reach und der breite Lenker führen zu einer eher sportlichen Sitzposition, die aber moderater ausfällt als bei Haibike und Mondraker. Der winkelverstellbare Vorbau entschärft die Geometrie bei Bedarf mit wenigen Handgriffen, was aber nichts am mit 69° recht steilen Lenkwinkel ändert. Dadurch sitzt man gut über dem Vorderrad positioniert.

In steilem Gelände bergab begrenzt diese Position allerdings Fahrspaß und Handling. In dieser Disziplin haben die anderen sportlichen Vertreter von Haibike, Specialized, Mondraker und Moustache klar die Nase vorn. Doch das Hercules NOS FS SUV 4.2 will in erster Linie nicht das sportive Spaß-Bike sein, sondern vielmehr ein Generalist. Dazu passt dann auch das direkte, aber noch nicht nervöse Fahrverhalten ebenso gut wie das straffe SR Suntour-Fahrwerk, das viel Rückmeldung über den Untergrund gibt.

Zwar fährt sich das Hercules-Bike nicht wie eine Sänfte, dafür bleibt das Fahrverhalten auch in beladenem Zustand erstaunlich stabil. Super zum Einkaufen oder für längere Touren mit Gepäck. Überhaupt erweist sich das Hercules-Bike als wahrer Allrounder: fahrstabil und durchzugsstark beim Pendeln, straff, aber komfortabel auf der Biergarten-Tour, stabil und belastbar beim Einkauf oder dem Zeltausflug mit Gepäck.

Wer auf der Suche nach einem vielseitig einsetzbaren SUV E-Bike ist, wird beim Hercules NOS FS SUV 4.2 fündig. Das Bike eignet sich sehr gut zum Transportieren von Einkäufen oder Gepäck und fühlt sich auf allen Untergründen wohl. Auch zum Pendeln ist das Hercules SUV E-Bike ein super Begleiter, nicht zuletzt aufgrund seines moderaten Gewichts.

Sehr komfort-orientierte Fahrer werden indes mit dem eher straff abgestimmten und auf der sportiven Seite angesiedelten Bike nicht ganz glücklich werden. Die sind etwa beim CENTURION Lhasa R2000 besser aufgehoben. Vielseitigkeit steht beim Hercules NOS FS SUV 4.2 ganz oben im Pflichtenheft - und das erfüllt es überzeugend. Winkelverstellbarer Vorbau, Fernlicht, hohe Fahrstabilität und bis zu 30 kg Zuladung machen es zu einem sicheren Begleiter im Alltag und auf Abenteuern.

Technische Daten des Hercules NOS FS SUV 4.2

Größe 42 44 47 50
Gewicht 29,62 kg
Zul.

Hercules Nos 1.1

Das Hercules ist neben dem RRaymon Hardray E 6.0 (Yamaha PW-X2) eine von zwei Ausnahmen: Die Entwickler entschieden sich beim Nos 1.1 für den Brose Drive S Mag. Das Aggregat ist zwar nicht mehr ganz neu, aber mit seinem bärigen Drehmoment von 90 Nm nach wie vor konkurrenzfähig.

Technische Daten und Ausstattung des Hercules Nos 1.1

  • Motor: Brose Drive S Mag, 90 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 750 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Federweg: 120 mm
  • Laufradgröße: 27,5 Zoll
  • Rahmengrößen: 41, 44, 49, 54 cm (Testgröße 49 cm)
  • Preis: 3599 Euro
  • Gewicht: 24,85 kg (EMTB-Messung)

Der Brose-Antrieb ist bekannt für kernigen Durchzug bei niedriger Trittfrequenz. Schon bei geringem Fahrer-Input schiebt der Drive S Mag kräftig an, das hilft auf langen Anstiegen über so manche Rampe. Trotz seiner enormen Kraft fühlt sich Broses Top-Antrieb sehr natürlich und geschmeidig an, zudem ist er recht leise. Manko: Der Drive S Mag ist mit 3,07 Kilo etwas schwerer als etwa Bosch CX.

Mit Energie versorgt wird das Brose-Aggregat vom Supercore 750 Akku des Zulieferers FIT. Die Batterie gibt 750 Wh ab, ist mit 3954 Gramm verhältnismäßig leicht, garantiert eine gute Reichweite und lässt sich praktisch und schnell nach unten aus dem Unterrohr des Nos 1.1 entnehmen. Die Fit Remote LCD vereint Bedieneinheit und Display in einer Vorrichtung. Das Design ist schlicht, Ergonomie, Haptik und Lesbarkeit des Displays sind gut.

Weniger gut gefallen haben uns der externe Speedsensor mit außenliegender Kabelführung: Die Konstruktion ist defektanfällig.

Geometrie des Hercules Nos 1.1

Als einziger Hersteller in unserem Vergleichstest von neun E-Hardtails zwischen 3000 und 3800 Euro setzt Hercules auf die kleineren 27,5-Zoll-Räder an der Front und im Heck. Auffällig sind der kurze Radstand, das mit 300 Millimeter sehr tiefe Tretlager, und der mit 67,5 Grad steile Lenkwinkel. Auch der Reach fällt mit mit 431 Millimeter recht kurz aus - damit ist das Hercules gewiss nicht auf Highspeed-Abfahrten ausgelegt, sondern dafür geschaffen, um sich im Stadtbetrieb und auf überfüllten Radwegen durch den Verkehr zu winden.

Fahrverhalten und Fazit

Mit dem kraftvollen Drive S Mag von Brose und der 750-Wh-Supercore-Baterie von Fit schafft Hercules Nos 1.1 eine reichweitenstarke Basis für lange Touren. Die Sitzposition ist ausgewogen, der Selle Royal Vivo-Sattel und die Flügelgriffe versprechen Komfort. Und mit kräftigen Bremsen, gut dämpfenden 2,6er Nobby Nic und ordentlicher Gabel ist das nötigste Rüstzeug an Board.

Im Traileinsatz zeichnet sich das Hercules durch einen verspielten und wendigen Charakter aus: Radstand und Kettenstreben sind kurz, und auch die 27,5-Zoll-Laufräder tragen zum agilen Fahrverhalten bei. Das tiefe Tretlager verleiht dem Bike viel Stabilität im Traileinsatz, dank breitem Cockpit hat der Pilot gute Kontrolle. Für schnelle Abfahrten ist das Nos 1.1 aber zu nervös.

Bergauf kommt das Hercules etwas früher an seine Grenzen als mancher Konkurrent. Das kurze Bike will sich in steilen Anstiegen etwas früher aufbäumen. Hercules stellt mit dem Nos 1.1 ein quirliges E-Hardtail auf die 27,5-Zoll-Räder. Motor und Akku garantieren eine starke Reichweite, die Sitzposition ist ausgewogen - langen Touren steht nichts im Weg.

Hercules Nos FS SUV 2.2

In unserer aktuellen SUV e-Bike Testreihe hatte der Belchenradler Christof wieder die Gelegenheit, einen weiteren interessanten Kandidaten zur Probe zu fahren: Das Hercules Nos FS SUV 2.2.

Design und Ausstattung

Das Nos FS SUV 2.2 wirkt im direkten Vergleich mindestens eine Stufe sportlicher und potenter. Es ist von der Rahmengeometrie her ein echtes e-Mountainbike Fully (FS steht für Full Suspension) mit zusätzlicher straßentauglicher Vollausstattung. Außerdem verfügt das FS mit 150 mm vorne und hinten über mehr Federweg als das 120 mm Nos Hardtail.

Beim Motor setzt Hercules auf den Shimano EP8. Als Display besitzt das Hercules SUV ein einfaches, monochromes Shimano E6100 Display. Mir persönlich hätte das kleine, sportliche Shimano e-MTB Display (E8000) noch besser gefallen. Pendlerinnen und Pendler, die das e-SUV das ganze Jahr über bei Wind und Wetter bewegen, müssen sich naturgemäß auf etwas mehr Verschleiß und Wartungsarbeiten einstellen als bei einem Riemenantrieb.

Auch bei der Wahl der Bremsanlage bedient sich Hercules am e-MTB Regal. Hercules geht beim NOS FS 2.2 keine Kompromisse ein und setzt auf bewährte Elemente von Rock Shox.

Fahrverhalten und Einsatzbereich

Und tatsächlich rollt das Nos FS SUV extrem komfortabel auf Straße und sehr gutmütig auf unbefestigten Wald- und Forstwegen. Wurzeln, Steine und Stufen schluckt das Fahrwerk mühelos beim leichten Trail-Einsatz. Das Nos FS SUV 2.2 bietet naturgemäß ein sehr breites Einsatzgebiet. Es eignet sich für den täglichen Weg zur Arbeit, als reines Fortbewegungsmittel und für Erledigungen im urbanen Raum aber genauso für Ausflüge und Entdeckungstouren in die Natur, bis hin zum leichten, gelegentlichen Trail-Einsatz.

Fazit zum Hercules Nos FS SUV 2.2

Das Hercules Nos FS SUV 2.2 ist für alle die sich für ein e-SUV interessieren definitiv eine nähere Betrachtung wert. Angesprochen werden tendenziell sportliche Fahrerinnen und Fahrer mit Tendenz zum e-MTB, die aber auch auf eine hohe Alltagstauglichkeit Wert legen. Als kleinen Nachteil sehe ich, dass Hercules keine Auswahlmöglichkeiten oder Konfigurationsoptionen innerhalb der Modellreihe anbietet.

Hercules Robert/a Deluxe I-F8

Die HERCULES GmbH, das renommierte Unternehmen im Fahrradsektor, freut sich über die Auszeichnung ihres E-Bike Modells Robert/a Deluxe I-F8 der Stiftung Warentest. Fahrverhalten, wobei das Roberta beim Punkt „Fahrstabilität mit Gepäck“ sogar den Testsieger überflügelte. HERCULES überzeugt mit erstklassiger Qualität, hervorragenden Fahreigenschaften und einer idealen Ausstattung. Über eine gefederte Sattelstütze und ein Rahmenschloss verfügte auch manches teurere Rad im Test nicht.

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