Die Eroica, die berühmteste historische Radveranstaltung der Welt, zieht jedes Jahr zahlreiche Teilnehmer, Nostalgiker und Zuschauer in die italienische Toskana - genauer gesagt in das kleine Bergdorf Gaiole in Chianti.
Hügel rauf, Hügel runter, Zypressen und Weinberge am Wegesrand: Die Bilderbuch-Toskana rund um Gaiole gibt die Kulisse für eines der verrücktesten, härtesten Retro-Radrennen, die Eroica.
Ein verschlafenes Dorf im Weinbaugebiet Chianti. 2.758 Einwohner, ein Radlgeschäft. Doch einmal im Jahr, am ersten Sonntag im Oktober, wird aus Gaiole ein Woodstock für Fahrrad-Enthusiasten. Dann kommen Schaulustige und Fahrrad-Verrückte aus der ganzen Welt, um gemeinsam zu radeln.
So gesellen sich immer am ersten Oktoberwochenende zu den knapp 3000 Einwohnern mehr als doppelt so viele Menschen - mit Vintage-Rad und Retro-Trikot ausgestattet.
Was ist die Eroica?
L’Eroica heißt dieses Rad-Happening, die "Heldenhafte". Und der Name ist Programm. Wer mitfährt, muss bereit sein für Blut, Schweiß und Tränen - des Glücks.
Die strengen Statuten des Vintage-Rennens erlauben nur Stahlräder, die vor 1987 gebaut wurden. Verpönt sind die Segnungen morderner Technik, Funktionswäsche ist ebenso tabu wie Klickpedale. Die wahren "eroici" tragen Wolltrikots, Lederschuhe und Baumwollkäppis.
Ziel ist nicht zu gewinnen, schließlich gibt es keine Zeitmessung bei der Eroica. Ziel ist einmal im Leben die Strapazen gemeistert zu haben. Wer ins Ziel kommt hat gewonnen - und wird mit einer Medaille belohnt.
Schließlich führt die Eroica zum großen Teil über unbefestigte Wege, Anstiege von bis zu 20 Prozent sind eine Herausforderung für die Waden, das Gefälle für die Bremsen. Je länger das Rennen, umso anstrengender werden die Anstiege für die immer müderen Wadeln. Schieben ist dann keine Schande.
Wie ist das Event und wie fühlt es sich an, auf toskanischen Schotterstraßen zu fahren? Eindrücke von Eroica-Teilnehmern im Diamantrad-Blog.
Die Ursprünge der Eroica
Was 1997 mit gerade mal 92 "Helden" begann, ist heute das größte Nostalgie-Radrennen in Europa. Die Idee dazu hatte Giancarlo Brocci, Mediziner aus Gaiole.
Giancarlo Brocci, ein Arzt, gründete es 1997. Beim ersten Eroica-Rennen machten 92 Leute mit. Das Ziel war, die Schönheit des Radfahrens zu zeigen.
Das Lebensgefühl der goldenen 70er und 80er Jahre heraufbeschwören, die alten Werte des Rennsports feiern und gleichzeitig die strade bianche, die unbefestigten Schotterstraßen seiner Heimat, retten ( ein Teil der Startgelder fließt in deren Erhaltung), war sein Ziel.
Gleichzeitig dient das Event auch als Basis, die letzten charakteristischen Schotterstraßen der Toskana, die „strade bianche“, vor einer Asphaltierung zu schützen - was bisher auch gelungen ist.
Heute gibt es Ableger der Eroica weltweit von Afrika bis Amerika. Dank seines Erfolgs gibt es jetzt weltweit viele Eroica-Rennen.
Aufgrund des erfolgreichen Konzepts gibt es mittlerweile mehr als ein Dutzend Ableger-Veranstaltungen auf der ganzen Welt.
Die Eroica wurde schnell berühmt. Jetzt kommen Tausende aus aller Welt zu dem Rennen.
Die Regeln der Eroica
Neben dem Alter des Fahrrads (Herstellungsdatum vor 1987) und einigen Empfehlungen gibt es weitere zusätzliche Reglements der Rennleitung, die wichtigsten davon hier aufgelistet:
- Rennräder sollten über außen liegende Züge und Schalthebel, die am Unterrohr angebracht sind, verfügen.
- Für die vier längsten Strecken ist ein medizinischer Nachweis für das „kompetitive Radfahren“ notwendig, für die kürzeste reicht eine allgemeine Bescheinigung.
- Teilnehmer müssen 15 Jahre oder älter sein.
- Die Mitgliedschaft im Radsportverband U.C.I. ist für internationale Teilnehmer zwingend.
- Sollten Teilnehmer keine Vintage-Kleidung bzw. daran angelehnte Trikots und Jerseys tragen, ist eine Disqualifikation möglich. Von dieser Regelung ausgenommen sind moderne Schutzhelme, die die Rennleitung auch empfiehlt.
- Teilnehmer müssen ein Reparaturkit für unterwegs mitführen.
Zur Veranstaltung zugelassen sind nur Rennräder aus Stahl mit einem Herstellungsjahr von vor 1987.
Moderne Radlerkleidung aus Elasthan sind übrigens genauso wenig erlaubt wie technische Hilfsmittel - schließlich ist das Ziel der Eroica , das Lebensgefühl vergangener Zeiten aufleben zu lassen.
So tragen die Teilnehmer Trikots aus Wolle und Kappen aus Baumwolle statt Fahrradhelmen (obwohl diese zur Sicherheit der Teilnehmer erlaubt sind). Einige ergänzen ihr Outfit sogar mit einem stilechten Schnauzbart.
Teilnehmer müssen auch Trikots aus Wolle tragen und ein Reparaturkit dabei haben.
Wer übrigens kein passendes altes Rennrad zuhause stehen hat, findet vor Ort Möglichkeiten, ein passendes Modell zu mieten oder sogar zu kaufen. Verschiedene Stände bieten zudem auch Bekleidung zur Vervollständigung des Nostalgie-Outfits an.
Heldentum auf zwei Rädern
„Eroica“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet „heldenhaft“ - und das beschreibt sehr treffend, wie die Radfahrer die Hügel der Toskana hochstrampeln.
Und - die Helden der Eroica können, je nach Kondition, zwischen fünf verschiedene Distanzen wählen: von 46 bis 209 Kilometer, mit 709 bis 3.891 zu bewältigenden Höhenmetern.
Zur Wahl stehen fünf unterschiedliche Strecken über 46, 81, 106, 135 und 209 Kilometer. Alle haben es in sich: Die schwer zu befahrenden Schotterstraßen schlängeln sich mit bis zu 18-prozentiger Steigung durch die Landschaft. Bei der längsten Strecke sind insgesamt rund 3900 Höhenmeter zu bewältigen.
Diese Routen haben Schotterstraßen und steile Steigungen bis zu 18 Prozent. Teilnehmer müssen auch ihre Rennfähigkeiten nachweisen. Sie brauchen Bescheinigungen, die zeigen, dass sie erfahren genug sind.
Die Topografie und Beschaffenheit der Strecke macht die Rundfahrt zu einer Herausforderung, da etwa 50 % der Strecke aus den für die Toskana typischen „weißen Straßen“ (strade bianche) besteht. Dies sind Schotterstraßen, welche teilweise schwierig zu befahren sind.
So schön das toskanische Hügelpanorama auch sein mag - den Teilnehmern des Nostalgie-Radrennens macht es das Leben schwer. Vor idyllischer Kulisse kämpfen sie ums Zurücklegen jeden Meters. Die Zeit wird wie erwähnt nicht gemessen. Vielmehr geht es darum, möglichst heldengleich ins Ziel zu kommen.
Dazu zählt zum Beispiel auch, anderen Teilnehmer beim Aufpumpen eines Reifens zu helfen. An den Zwischenstationen machen die Radfahrer bei Rotwein und toskanischen Spezialitäten Rast, um sich für die kommenden Streckenabschnitte zu stärken. An den Stempelstationen entlang der Strecke gibt's Eroica-Catering: regionale Spezialitäten und Chianti.
Die Strade Bianche
Die strade bianche sind ein Highlight der Eroica. Diese Wege sind schön und herausfordernd zugleich. Sie nutzen historische Räder und tragen authentische Kleidung.
In der Hölle liegt weißer Schotter - ein Großteil der L'Eroica führt über staubige Feldwege, die berühmten "strade bianche" der Toskana. Worüber Rennradler fluchen freuen sich die Veranstalter: Denn ein Teil der Startgelder fließt in den Erhalt dieser Schotterstraßen.
Gemeinschaft und Leidenschaft
Bei der Eroica zählt das Miteinander. Der Wettbewerb steht nicht im Fokus, sondern das gemeinsame Erleben. Sie knüpfen neue Freundschaften.
Aber sowohl am Anfang wie auch jetzt gilt: Sportlicher Ehrgeiz und ein Rennen gegen die Zeit war und ist weniger wichtig als der Zusammenhalt auf der Strecke. Diese verlangt den Radlern nämlich hohes Durchhaltevermögen und gute Kondition ab.
Anmeldung und Termine
Wer mitfahren will, sollte sich rechtzeitig anmelden auf der offiziellen Eroica-Webseite, möglich ab Januar. Nicht-Mitglieder im Eroica Ciclo Club zahlen ab 68 Euro Startgeld.
Anmeldungen sind noch bis 28. Juni unter www. bicibavarese.de/giro-bavarese möglich.
Alle Interessierten können sich auf der Webseite der Eroica anmelden. Die Registrierung für einen der Teilnehmerplätze läuft normalerweise ab Januar. Übrigens: Alle Routen sind entsprechend ausgeschildert. Die 209 km lange Strecke ist mittlerweile auch ganzjährig befahrbar.
Und: nur für die Schnupper-Runde von 46 Kilometer braucht man kein ärztliches Attest. Ansonsten muss der Hausarzt bescheinigen, dass es keine körperlichen Bedenken für eine Teilnahme gibt.
Die Teilnehmerzahlen der Eroica in Gaiole von 1997-2019 - Diamantrad-Blog
Die Eroica ist mehr als nur ein Radrennen in Deutschland.
Die Eroica ist ein bekanntes Vintage Fahrradrennen, das in Gaiole, Toskana, begann.
Es ist die Kombination aus Herausforderung, Gemeinschaft und Leidenschaft, die das Eroica besonders macht.
Eroica ist mehr als ein Rennen. Es ist eine Zeitreise in die Radsportgeschichte und feiert die reiche Fahrradkultur der Toskana. Dieses Vintage-Rennen verbindet Sport, Kultur und Tradition auf einzigartige Weise.
Manchmal gibt es Momente, die uns stoppen lassen. Sie bringen uns dazu, die Vergangenheit mit neuen Augen zu sehen. Dies passiert bei dem Eroica-Vintageradrennen. Es ist ein historisches Radsportevent in der wunderschönen Toskana. Jedes Jahr treffen sich Tausende von Radfahrern im Oktober in Gaiole. Sie lieben alte Stahlrennräder und Retro-Trikots. Dieses Vintageradrennen ehrt die Anfangszeiten des Radsports. Damals waren Entschlossenheit und Abenteuer wichtig. Nur Räder, die vor 1987 gebaut wurden, dürfen mitmachen. Moderne Kleidung ist nicht erlaubt. So bleibt der Spirit alter Zeiten erhalten.
Eroica-Ableger
Weltweit gibt es neben dem Original "Eroica di Gaiole" (2024 am 5. und 6. Oktober; Meldestart am 13. 12.) mittlerweile 17 Ableger des legendären Retro-Rennens, wie etwa in den Dolomiten, in England, Deutschland, Holland, Spanien, in Montagu (Südafrika), Paso Robles (Kalifornien) oder am Mount Fuji (Japan).
Heute gibt es Ableger der Eroica weltweit von Afrika bis Amerika. Dank seines Erfolgs gibt es jetzt weltweit viele Eroica-Rennen.
Recht neu ist die Serie "Nova Eroica", sechs Gravel-Rennen auch für moderne Räder, in der Chianti- und der Prosecco-Region, im Nationalpark Gran Sasso, in der Schweiz, Kalifornien und Südafrika.
Es gibt zahlreiche Eroica-Ableger. Folgende Rennen sind neben der Tour in Gaiole geplant bzw. haben bereits stattgefunden:
- Eroica Japan - 12. & 13. April 2025
- Eroica Montalcino, Italien - 25. Mai 2025
- Eroica Valkenburg, Niederlande - 6. Juni 2025
- Eroica Germania, Deutschland - 23. August 2025
- Eroica Dolomiti, Italien - 6. September 2025
Weitere Radrennen in Italien
Wenn Sie sich nicht „heldenhaft” genug fühlen, die 209 km mit einem Höhenunterschied von über 3.700 m auf vorwiegend hügeligem Terrain und Schotterstraßen zu bewältigen, keine Angst, die L’Eroica wird über diverse Streckenlängen ausgetragen: eine Spazierfahrt über 46 km Länge, um die „heroische“ Atmosphäre einzuatmen; das „Einfallstor“ zum Mythos der L’Eroica über eine Distanz von 75 km; die Chianti-Classic-Tour und die mittellange Strecke von 130 bzw. 135 km Länge.
Schauplatz jener Schlacht, die die Grenzen der Toskana neu absteckte, scheint der mittelalterliche Ort Anghiari einem Gemälde entsprungen zu sein: auf einer Hügelkuppe thronend, mit Häusern aus Stein, einem Glockenturm, der wie ein Wachposten über das Tal blickt, auf und ab führenden Straßen und Weinbergen, wohin das Auge sieht. Hier ist die L’Intrepida zu Hause, die drei Streckenvarianten aufweist: die klassische über 42 km, die Langstrecke über 85 km und der Intrepido über 120 km Länge.
Was die L’Intrepida so außergewöhnlich macht, sind nicht die Teilnehmerzahl und die Radsportgrößen, die sich zu diesem Event einfinden, sondern die landschaftliche Schönheit, die Qualität der Verpflegung und die historische Bedeutung der Orte, die dabei passiert werden: von der Ebene, wo am 29.
Wenn wir Tortelli, Wurstwaren und Lambrusco sagen, was fällt Ihnen dann ein? Uns die einladende und gastfreundliche Stadt Parma, die das Zentrum der Poebene bildet, und nur wenige Kilometer entfernt, in Montechiarugolo, befindet sich der Startplatz der La Polverosa.
Zu Ehren von Francesco Moser und seiner Familie, die seit den fünfziger Jahren bis heute Radsportgeschichte geschrieben hat, möchte die internationale Radrundfahrt La Moserissima das Ausüben von Rennrad-Oldtimer-Fahrten wie auch die zahllosen Attraktionen der Stadt Trento und ihrer Umgebung fördern. De facto sind die Strecken mit der Unterstützung von Francesco Moser entworfen worden und verlaufen durch das Etschtal, an deren Ufern sich ein dichtes Netz von Radwegen und malerischen Schotterstraßen entlangwindet und die es erlauben, die in die üppige Naturlandschaft eingebetteten charakteristischen Orte und Weiler zu erkunden. Natürlich mangelt es entlang des Streckenverlaufs nicht an Erfrischungsständen, an denen „historische” Getränke und gebietstypische Erzeugnisse gereicht werden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch genügt es, die magischen Worte „Fausto Coppi” auszusprechen, um in der kollektiven Vorstellungswelt vieler Zweiradfans eine ganze Radsportepoche und die denkwürdige Rivalität mit Gino Bartali heraufzubeschwören. Dies ist der richtige Moment, um einen Sprung in die Geschichte zu wagen. Wo? Auf den Straßen der Brüder Coppi und damit durch die Weingärten von Barbera und Cortese. Die erste Hälfte der Strecke verläuft etwas lockerer, fährt das Museo dei Campionissimi in Novi Ligure, Stadt des Costante Girardengo, und danach die Stadt Tortona an, gefolgt von den Steigungen von Berzano, Sarezzano und Rampina-Passo Coppi - ein Schotteraufstieg, der zum Symbol dieser Radrundfahrt geworden ist, da er jene Freude am Radsport vermittelt, wie man sie in früheren Zeiten zu verspüren mochte.
In einer außerordentlich reizvollen Stadt, wo die Zeit stillzustehen scheint, defilieren Fahrräder aus unterschiedlichen, aber zeitlosen Epochen, in denen die Geschichte des Sports geschrieben wurde, und nicht nur das. Faszination, Tradition und Modernität finden sich in der „L’Imperiale” gelungen vereint. Ein Schauspiel von seltener Schönheit in einer Stadt wie Rom mit ihrer tausendjährigen Geschichte, ihrem Kunstreichtum, historischen Stätten, Zentrum der Christenheit und Hauptstadt Italiens: Abfahrt am Forum Romanum über die Appia Antica, einst Jagdgrund für die Champions im Giro del Lazio, dem Klassiker unter den Radsportevents, und anschließend Porta San Sebastiano, Parco della Caffarella.
Als Heimat des Prosecco mit DOCG-Gütesiegel vereinen die Hügel der Alta Marca Trevigiana die Stätten der Kunst mit jenen der weinkundlichen Kultur und des „Savoir vivre“ - hier, wo der Duft des Weines die Touristen und Radsportfans durch Weinberge, kleine Dörfer und Zeugnisse aus dem Mittelalter begleitet. De facto ist die Strecke in eine wunderschöne Hügellandschaft eingebettet, die durch die Vielzahl an Weingärten in den Gemeinden Refrontolo und San Pietro di Feletto besticht, wo ausgezeichnete Proseccos und Rotweine angebaut werden. Selbstverständlich mangelt es nicht an einigen Kultstätten des Radsports wie Colle Umberto, wo Ottavio Bottecchia geboren wurde, oder Dörfern von rarer Schönheit wie Cison del Valmarino, das zu einem der schönsten Italiens gehört.
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