Für viele ist es schwer zu verstehen, warum manche Menschen eine Abneigung gegen Gesellschaftsspiele haben. Immerhin stehen diese ja offenbar für so etwas wie Sozialkompetenz und Gewinner-Mentalität. Doch je öfter ich durch diese hartnäckigen Einladungen dazu gezwungen bin, meine „Ich will nicht mitspielen“-Rede zu halten, desto mehr Menschen in meinem Umfeld bekennen sich dankbar ebenfalls zu ihrer Gesellschaftsspiel-Abneigung.
Da brutal Nein zu sagen, wenn die anderen schon verkrampft lächeln und nicken, ist schwer. Immerhin will ich ja auch nicht der Buhmann des Abends sein. Und selbst wenn ich mich dazu durchringe, herrscht danach erst mal betretenes Schweigen. Als ob wir, sobald die Idee aufkommt, ein Spiel zu spielen, nicht mehr wüssten, was wir sonst mit unserer gemeinsamen Zeit anfangen sollen.
Es ist ja auch nicht so, dass ich per se einen abartigen Hass gegen Spiele aller Art hege. Nur haben mir diese in Schachteln verpackte Ärgernisse schon den einen oder anderen lockeren Abend versaut, an dem ich am liebsten bis spät in der Nacht mit meinen Freunden gequatscht hätte.
Der Horror beginnt schon bei UNO
Die Misere fängt schon bei so etwas Banalem wie UNO an. Obwohl fast jede*r die Regeln kennt, muss man am Anfang klären, ob man die extreme, Freundschaften zerstörende UNO-Variante spielt oder doch die herkömmliche. Entscheidet man sich für extremes Karten-aufeinander-Werfen, kommt natürlich jede*r mit seinen*ihren eigenen Regeln daher. Allerdings besteht die Chance, sich bei Altbewährtem nebenher noch ansatzweise miteinander unterhalten zu können.
Viel gesprächskillender sind neue Spiele, die nur eine*r in der Runde kennt. Oder schlimmer: keine*r! Dann lesen erst mal alle angestrengt die Spielanleitung, bewegen die Lippen dabei zuckend, als würden sie sich durch „Krieg und Frieden“ kämpfen. Nur um dann im Kollektiv zu beschließen: „Probieren wir’s doch einfach mal. Offene Runde!“
Im Gegenteil: Die wollen gewinnen, komme was wolle. Und sobald sie merken, dass Leute wie ich sich die Regeln nicht gemerkt haben oder bei der Pantomime in „Activity“ nicht bereit sind, in Sachen schauspielerischer Raffinesse bis zum Kindheitstrauma zurückzugreifen, werden sie z’wider. Das geht sogar so weit, dass sie, wie eine Freundin von mir neulich, mit der Hand über das Spielbrett von „Zug um Zug“ fahren und alle aufgestellten Spielzüge durcheinanderbringen, nur um der drohenden Schmach der Niederlage zu entgehen. Spätestens dann ist das gemütliche Beisammensein zu einem Horrorabend mittlerer Stufe ausgeartet.
Trinkspiele: Die Hofnarren-Klasse der Zwangsbespaßung
Und dann gibt es da noch die Hofnarren-Klasse unter der Zwangsbespaßung: Trinkspiele! Bei jedem Gelage, jeder Homeparty gibt es mindestens einen, der leicht lallend in die Runde röhrt: „Spiel’ ma ein Trinkspiel, Leute!“ Als müssten wir uns unseren Alkoholkonsum mit sinnlosen Spielen verdienen.
Ein neuer Killer für Dead by Daylight wurde angeteasert. Der Entitus aus Dead by Daylight zieht wieder einen neuen Killer in sein Reich. Ein neuer Trailer der Entwickler zeigt nur wenig Informationen, aber die genügen echten Horrorfans bereits.
Der Youtuber TydeTyme hat sich die Zeit genommen und die verschiedenen SAW-Filme sowie den Trailer genau analysiert. Er geht nicht davon aus, dass wir eine Puppe auf einem Dreirad zu sehen bekommen - denn das wäre irgendwie albern. TydeTyme geht davon aus, dass wir den Killer in roter Robe mit Schweinemaske bekommen, der schon im ersten Teil von SAW die Entführungen durchführt.
Was die Fähigkeiten des Killers angeht, gibt es noch keine Informationen. Es wäre allerdings cool, wenn die Überlebenden eine Art Rätsel lösen müssten, bevor die Zeit ausläuft - das wird sicher in den nächsten Tagen enthüllt.
Die Faszination des Gruselns
Niemand würde sich selbst von einem Kettensägenmörder durch den finsteren Wald jagen lassen oder freiwillig mit einer blassen, auf einem Dreirad sitzenden Gruselpuppe Spiele spielen. Jemand anderen dabei zu beobachten, während man selbst auf der sicheren Couch sitzt, klingt für die meisten jedoch spannend und nach einem guten Filmeabend.
Der Grund, warum uns Horrorfilme, True-Crime-Podcasts und Geisterbahnen so viel Spaß machen, ist denkbar einfach: Wir sind vom eigentlichen Geschehen distanziert. Zwar kann uns der aufjaulende „Zombie“ in der Geisterbahn einen ordentlichen Schrecken einjagen, doch wir wissen, dass uns eigentlich nichts passieren kann. Wir können die Show also in aller Ruhe genießen und uns durch sie unterhalten fühlen.
„Früher gab es öffentliche Hinrichtungen oder Folter. Das waren Massenveranstaltungen, auch noch in unserer christlich geprägten Religion“, sagt Psychologe Gerd Reimann in einem Interview mit t-online.
Der Nutzen von Horror
Im Notfall kann uns das Schauen von Horrorfilmen sogar nützlich werden. „Obwohl die meisten Menschen mit der Absicht in einen Gruselfilm gehen, unterhalten zu werden, anstatt etwas zu lernen, bieten Gruselgeschichten reichlich Lernmöglichkeiten. Die Fiktion ermöglicht es dem Publikum, ohne großen Aufwand eine imaginäre Version der Welt zu erkunden“, erklärt ein Forschungsteam um Coltan Scrivner von der University of Chicago.
So können wir durch das Schauen der Filme zum Beispiel lernen, wie wir uns bei einer Apokalypse am besten verhalten sollten, oder dass wir uns beim Erkunden eines verlassenen Hauses besser nicht aufteilen sollten. Die Leidenschaft für Horrorfilme scheint manchen Menschen sogar durch die Coronapandemie geholfen zu haben.
Scrivner und sein Team fanden heraus, dass Menschen, die regelmäßig Horrorfilme schauten, sich von Lockdowns, Infektionshöchstständen und Co deutlich weniger belastet fühlten als der Durchschnitt. Die Horrorliebhaber schliefen besser und wiesen auch weniger depressive Symptome auf.
Die psychologischen Auswirkungen des Gruselns
Überraschender ist da Folgendes: Umfragen zufolge sind besonders stark ängstliche und neurotische Menschen häufiger Horrorfans als andere. Forschende vermuten, dass ihnen ihr gruseliges Hobby dabei hilft, Ängste abzubauen.
„Je häufiger man sich bedrohlichen Reizen aussetzt, desto mehr gewöhnt man sich daran - und sieht diese nicht mehr als Gefahr an“, erklärt Peter Zwanzger von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in München im Interview mit Prosieben.
Unser Körper versucht uns beim Anblick des Unheimlichen auf Kampf oder Flucht vorzubereiten, damit wir uns im schlimmsten Fall effektiv verteidigen oder schnell aus dem Staub machen können. Durch diese Alarmreaktion steigt unser Adrenalinpegel, was sich zum Beispiel durch einen schnelleren Herzschlag oder schwitzige Hände bemerkbar macht.
Weil wir uns so sehr auf diese Alarmreaktion konzentrieren, können wir für ein paar Minuten dem Alltagsstress entfliehen. Ist die unheimliche Situation überstanden, schüttet unser Körper sogar noch Glückshormone wie Endorphine und Dopamin aus und wir entspannen.
Dazu kommt es allerdings nur, wenn wir uns in der Situation auch wirklich sicher fühlen und uns nicht zu sehr gruseln.
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