Wer kennt es nicht? Man sieht jemanden mit einseitig hochgekrempeltem Hosenbein und weiß „ahhh… ein Fahrradfahrer“. Zumindest nachdem man sich das erste Mal ein Hosenbein beim Radfahren ordentlich verschmutzt hat, weil die ölige Fahrradkette leider zu nah am Bein war. Solche Schmier- & Ölflecken durch die Kette am Hosenbein sind schon sehr ärgerlich.
Noch dazu kommt aber die Gefahr, dass es auch durchaus passieren kann, dass die Fahrradkette auch mal den Hosenstoff verschluckt bzw. in die Kette zieht. Dies kann einen schlimmen Sturz zur Folge haben.
Methoden und Produkte zum Schutz der Hose
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die Hose mit der Fahrradkette in Kontakt kommt:
Hosenklammern und -bänder
Im Bereich der 80er Jahre waren Bein-Klammern aus Metall total in, um flatternde Hosenbeine zu bändigen und im Zaun zu halten. Jedoch war und ist diese Erfindung optisch nicht das absolute Highlight - ebenso die andere Variante, die Hose in den Strumpf zu stecken. Heutzutage gibt es die Nachfolger der Klammern: Es gibt Hosenbänder aus Kunststoff bzw. aus textilen Geweben, welche bei Nicht-Gebrauch sehr klein und platzsparend zusammengelegt werden können.
Wenn Bedarf ist, umschließen die Hosenbänder die Hose ohne störendes Gefühl auf großer Fläche und erfüllen hervorragend den gewünschten Zweck - im Gegensatz zu den früheren unbequemen schmalen Stahlbändern. Die Bänder gibt es in vielen verschiedenen Farben, teils mit mehreren Druckknöpfen, um so passend zum Bein und zur Hose die richtige Länge einzustellen.
Der Clou dabei - es gibt Spannbänder, welche nicht nur als Hosenschutz, sondern auch als Befestigungsmaßnahme von Gegenständen am Lenker, Rahmen oder Gepäckträger genutzt werden können.
Nachdem die praktischen Schmutzschützer lange aus der Mode gewesen sind, sorgen jetzt zwei aktuelle Trends für ihre Rückkehr: Hosenbeine werden wieder weiter und der Kettenschutz spartanischer. Sportliche Fahrräder haben oft gar keinen Kettenschutz.
Und wenn doch, dann meist nur in Form eines simplen Plastikrings, der verhindern soll, dass ein flatterndes Hosenbein zwischen Kette und Kettenblatt gerät. Wohl deshalb kehrt die Hosenklammer jetzt zurück. Meist allerdings nicht wirklich als Klammer aus Metall, sondern als Band zum Fixieren flatternder Hosenbeine.
Befestigt werden diese Bänder entweder per Klettverschluss, mit einem Selbstspanner samt integriertem Metallband oder auch, wie die gute alte Hosenklammer, durch ihr elastisches Material.
Sicherheit oder Stil?
Oft sind solche Bänder neongelb. Das ist selten schön, erhöht aber bei Tage die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit, gibt den Hosenbändern über den Schutz der Hosen hinaus eine weitere Funktion. Um im Dunklen sichtbar zu werden, reichen die meist grauen Reflexionsstreifen auf einigen Produkten aus.
Bequem und universell passend, aber ohne nennenswerte Reflexionsschicht, sind die Pants Protector von Deuter. Bei Nacht sind daher die kleinen Doowah von Zéfal besser sichtbar. Zéfal verkauft die kleinen Klettbänder im Doppelpack. Sie sind nur 2,5 Zentimeter breit und werden etwas umständlich geschlossen: Die Enden werden durch eine Lasche gezogen, umgeschlagen und sitzen dann per Klett sicher.
So sicher, dass mir nach wenigen Einsätzen das unhandliche System mit der Lasche als Vorteil erschien. Denn nicht nur Stoffhosen, sondern auch widerspenstiger Jeansstoff sitzt damit dauerhaft sicher am Bein.
Die 38 Zentimeter langen Bänder sind fast durchgängig mit Klett versehen, lassen sich an dünne Unterschenkel mit wenig Stoff ebenso binden wie an kräftige mit dickem Stoff. Unterbrochen wird das Klettband von einem etwa zwölf Zentimeter langen Reflexionsstreifen.
Wer auch im Hellen mehr Sichtbarkeit wünscht, kann die Bänder in Neongelb bestellen.
Fazit:
Sitzt sicher und bietet ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Ästhetik und Sicherheit. Deuter setzt auf Komfort: Ganze acht Zentimeter breit sind die Pants Protector, die innen mit einer weichen Stoffschicht versehen sind. An den sich verjüngenden Enden sitzen Elemente aus Klett.
Um das Bein legen und schließen genügt. Das passt bei den meisten Beinen gut, bei Kindern aber nicht mehr, denn für sehr schlanke Fesseln und dünnen Stoff sind die Klettstreifen zu kurz. Bei längeren Strecken können Hosenbeine je nach Stoffart herausrutschen, da der innere Stoff der Pants Protector sehr glatt ist.
Mit Jeans gab es keine Probleme. Der aufgedruckte Schriftzug und das kleine Logo können Scheinwerferlicht reflektieren, sind aber zu klein, um wirklich ein Plus an Sicherheit zu bieten. Deuter verkauft die Pants Protectors einzeln.
Fazit:
Bequemer Sitz, einfaches Schließen. Hierzulande ist Brooks vor allem für Ledersättel bekannt. Entsprechend werden auch die Hosenbänder der Firma aus Leder hergestellt. Die Bänder sind selbstspannend und müssen einfach nur um das Hosenbein gezogen werden. Ein eingenähtes Metallband sorgt für die nötige Spannung.
An Stoffhosen sitzen die Trouser Straps gut, an Jeans müssten sie mehr Spannung aufbringen, damit das Hosenbein eng anliegt. Der Mechanismus passt sich aber gut an unterschiedliche Beinstärken an. Bei der Fahrt sitzen sie sicher und rutschen nicht. Brooks bietet die Lederbänder in drei Farben an und verkauft sie einzeln.
Fazit:
Stilvoller geht es kaum, und bequem sind die Brooks-Bänder auch. Aber hier gilt: Wer schön sein will, kann sterben. Schon der Name sagt es: Decathlon stellt die Sicherheit in den Vordergrund und preist sein Band mit dem Argument verbesserter Sichtbarkeit bei Tag und Nacht an.
Das ist korrekt: Das 4,5 Zentimeter breite neongelbe Band leuchtet am Tag, der integrierte Reflektorstreifen in der Nacht, wenn er angestrahlt wird. Auch als Hosenschutz funktionieren die Decathlon-Bänder. Ähnlich wie die Bänder von Brooks sind sie selbstspannend und legen sich sicher um die Hosenbeine.
Wie auch bei den Trouser Straps sitzen Stoffhosen enger als Jeans, weil auch hier die Spannkraft nicht besonders stark ist. Der Hosenschutz von Vaude besteht aus einem fünf Zentimeter breiten und 43 Zentimeter langen Streifen, der an beiden Enden mit Klett versehen ist.
Außen gibt es einen breiten, komplett umlaufenden Reflexionsstreifen. Man bleibt so im Dunklen sichtbar und muss auch nicht darüber nachdenken, wohin der reflektierende Streifen zeigen soll. Allerdings: Da der Klettverschluss nur elf Zentimeter lang ist, lässt sich dieser Hosenschutz nicht besonders eng binden.
Die Hosenklammern von Decathlon folgen demselben Prinzip wie die Metallklammern der Achtzigerjahre: Sie werden um das Hosenbein gelegt und halten den Stoff mit ihrer Eigenspannung fest. Die Decathlon-Klammern sind aus neongelbem Kunststoff und zusätzlich mit einem feinen reflektierenden Streifen versehen.
So tragen sie tags und nachts zur Sichtbarkeit bei. Die Spannung der Klammer erweist sich als ausreichend für dünne und weiche Stoffe. Bei Jeans sitzt das Hosenbein nicht perfekt. Die Klammern erfüllen dennoch ihren Zweck. Da die Spannung nicht regulierbar ist, kann der Druck der Klammern nach einiger Zeit stören. Decathlon verkauft die Hosenklammer 100 paarweise.
Fazit:
Kein anderes Produkt im Testfeld lässt sich so leicht anlegen. Ich nutze diese reflektierenden Stoff- oder Gummibänder mit Klettverschluss. Ist der Klettverschluss verschlissen, was nach spätestens einem bis 2 Jahren der Fall ist, klebe ich mit normalem Haushaltskleber nur ein neues Flauschteil auf.
Das lässt sich mit etwas Kraft, nach weiteren 2 Jahren usw. wieder abreißen und erneuern. Außerdem kann ich so die Länge exakt an meinen Knöchelumfang anpassen, weil der Klettverschluss für mich an der Neuware selten an der passenden Stelle sitzt.
Die Blechklammern (Schnappband) sind mir zu unangenehm überm Knöchel, außerdem geht dort zügig die Plastikreflektorhülle kaputt und der blanke, scharfe Federstahl schaut raus. Mal so, mal so. Je nach Bedarf. Nachts und mit langer Alltagshose benutze ich diese rückleuchtenden Schnappbänder. Tagsüber wird die lange Alltagshose in die Socken gestopft.
Spezielle Rad-Hosen
Spezielle Rad-Hosen benötigen gar keine separate Schutzmöglichkeit. Mit Rad-Hosen sind übrigens nicht nur die bekannten Radler-Hosen in lang (die hautengen Lycra-Leggings) gemeint, es gibt auch alltagstaugliche Rad-Bekleidung mit Beinfreiheit an der Hose.
Vorzugsweise fahre ich aber Fahrrad mit richtigen Fahrradklamotten, die sind entweder eng genug oder sowieso kurzbeinig. Unterm Strich gibt es so viele Möglichkeiten, dass ich nicht kapiere warum sich jemand die Hose kaputt macht. Spätestens nach dem ersten Mal sollte ein Kind das kapiert haben.
Ich fahre mit Radhosen. Gepolstert. Und Hauteng.
Kettenschutz
Einerseits kann man sein Bein schützen, um nicht mit der öligen Kette in Kontakt zu kommen; andererseits ist es auch sinnvoll, direkt am Übeltäter etwas „dagegen“ zu tun: Ein Kettenschutz hilft hier hervorragend als Schutz. Dieser ist laut StVZO nicht vorgeschrieben, aber auf jeden Fall eine sehr gute Erfindung.
Mein aktuelles Fahrrad hat einen funktionierenden Kettenschutz, da sind keine weiteren Maßnahmen nötig.
Alternative zur Fahrradkette: Carbonriemen
Ebenfalls eine gute Idee ist die Alternative zur Fahrradkette: Sofern Ihr Fahrrad dafür geeignet ist, kann hier ein Carbonriemen den Platz übernehmen. In Bezug auf Schmutz braucht man sich mit einem Carbonriemen keine Gedanken machen: Da dieser ohne Schmiermittel auskommt, bleibt die Hose hier sauber. Jedoch muss dann allerdings per Getriebe an der Tretkurbel oder per Nabenschaltung geschaltet werden.
Aber auch diese Schaltungs-Varianten können das Radeln mit herkömmlicher Kette zu einer etwas saubereren Angelegenheit machen: Da die Fahrradkette immer in einer Flucht auf zwei Zahnrädern läuft, kann man sie hier in einem ggf. nachrüstbaren Kettenschutz verstecken. Somit wäre dann auch das Hosenbein hervorragend vor Öl geschützt.
Was tun bei Kettenschmiere auf der Hose?
Wenn nun doch mal Kettenschmiere an Ihr Hosenbein gekommen ist, gilt es nun die Flecken in die Flucht zu schlagen. In der chemischen Industrie gibt es eine große Auswahl an Spezialreinigern - auch gegen Fahrradketten-Schmiere.
Nicht nur Hosenbeine sind gefährdet: Schnürsenkel
Es gibt aber nicht nur Hosenbeine, welche gefährlich in der Berührung mit der Kette sind: Auch Schnürsenkel der Schuhe sind fürs Radfahren absolut gefährlich. Dies ist der Grund, warum Rennradfahrer meist auf Schuhe mit Klettverschluss zählen. Am besten ist es noch dazu, wenn die Schuhe eine gedämpfte Sohle haben.
So sind Sie nicht nur auf dem Fahrrad sicher unterwegs, sondern auch in Pausen, wenn Sie mal ohne Fahrrad unterwegs sind. Wer lieber mit normalen Schuhen und bei Schiet-Wetter auch lieber ohne Regenhose unterwegs ist, sollte auf Fahrrad-Gamaschen zurückreifen.
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