Die Wahl des richtigen Hydrauliköls für Fahrradbremsen ist entscheidend für die Leistung und Sicherheit Ihres Fahrrads. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Arten von Bremsflüssigkeiten und Mineralölen, die in hydraulischen Scheibenbremsen von Mountainbikes, Rennrädern, Gravelbikes und anderen Fahrrädern verwendet werden.
Verschiedene Bremsflüssigkeiten und Mineralöle
Es gibt zwei Haupttypen von Bremsölen für Fahrräder: Mineralöl und DOT (Glykolbasis). Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten.
- Mineralöl: Sehr haltbar, greift Kunststoffe und Lacke in der Regel nicht an, Hautkontakt ist weniger kritisch.
- DOT: Temperaturstabiler, standardisiert, muss regelmäßig erneuert werden, da es hygroskopisch ist.
Druck und Hitze: Was eine Bremsflüssigkeit können sollte
Eine Bremsflüssigkeit (auch: Bremsmedium) hat die Aufgabe, Kraft zu übertragen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass sich das Bremsmedium nicht komprimieren lässt. Mineralöl und DOT unterscheiden sich darin nicht nennenswert. Entscheidend ist, dass sich keine Luft im System befindet, denn sie ist komprimierbar. Durch sorgfältiges Entlüften stellst Du einen stabilen Druckpunkt sicher.
Da zwischen Deinen Bremsbelägen und Deiner Bremsscheibe große Hitze entstehen kann, die zu einem Teil auch die Flüssigkeit im Bremssattel erreicht, sollte das Bremsmedium temperaturstabil sein - also einen hohen Siedepunkt haben. Im Normalbetrieb wirst Du hier kaum Unterschiede feststellen. Sowohl Mineralöl- als auch DOT-Bremsen können ziemlich viel ab, wenn sie gut gewartet sind.
Mineralöl
Die spezifischen Eigenschaften von Mineralöl in Bremsen können im Detail zwischen den Herstellern variieren, da sie nicht genormt sind. Generell sind Mineralöle sehr haltbar und können oft jahrelang in einer Bremse ihren Dienst verrichten. Sie greifen Kunststoffe und Lacke in der Regel nicht an und auch Hautkontakt ist weniger kritisch als mit DOT. Dennoch solltest Du Hautkontakt vermeiden und das Mineralöl direkt wegwischen oder abwaschen, wenn Du etwas gekleckert hast.
Mineralöl ist nicht hygroskopisch, das heißt, es vermischt sich nicht mit Wasser. Das sorgt sowohl für eine lange Haltbarkeit in der Bremse als auch in einer angefangenen Mineralöl-Flasche in der Werkstatt. Sollte doch etwas Feuchtigkeit den Weg ins System finden, mischt es sich nicht mit dem Mineralöl und hat daher keine Auswirkungen auf dessen Siedepunkt. Erst wenn sich Wasser im Bremssattel ansammelt (da es schwerer als Öl ist, findet es mit der Zeit den Weg nach unten), kann es bei Hitzeentwicklung zu kochen beginnen und Probleme verursachen.
DOT
Unter DOT werden Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis zusammengefasst - genauer DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1. Sie stammen aus der Automobil- und Motorradwelt, wo dafür Minimalanforderungen standardisiert sind. Die jeweiligen Ausführungen unterscheiden sich im Siedepunkt und der Viskosität. Am Fahrrad wird meist DOT 4 oder 5.1 verwendet, da sie temperaturstabiler sind als DOT 3.
DOT sollte in Fahrradbremsen regelmäßig erneuert werden, da es hygroskopisch ist und Wasser zieht - auch durch mikroskopisch kleine Ritzen und Poren im System. DOT vermischt sich mit Wasser und dadurch sinkt der Siedepunkt des Gesamtsystems. Die Hygroskopie hat aber auch einen Vorteil: Es kann sich nirgends pures Wasser mit seinem deutlich niedrigeren Siedepunkt sammeln. Wenn Du die vom Hersteller empfohlenen Wartungsintervalle einhältst, sollte der Siedepunkt der minimal verwässerten Bremsflüssigkeit im grünen Bereich bleiben.
Beim Arbeiten mit DOT solltest Du darauf achten, dass es aggressiv gegenüber Lacken, manchen Kunststoffen und der Haut ist. Beachte, dass DOT auch in einer angefangenen Flasche Feuchtigkeit aus der Umgebung zieht. Es ist also auch in der Werkstatt stehend nur begrenzt haltbar. Neben DOT 5.1 gibt es auch noch DOT 5. Es ist silikonbasiert und hat anderen Eigenschaften, auf die wir nicht weiter eingehen wollen, da es am Fahrrad unüblich ist.
Bitte nicht mischen!
Mineralöl und DOT dürfen auf keinen Fall gemischt werden. Zudem musst Du die Bremse immer mit dem spezifischen Bremsmedium befüllen, also DOT-Bremsen immer mit DOT und Mineralöl-Bremsen immer mit Mineralöl. Die Dichtungen in Bremshebeln und -sätteln bestehen aus Gummi, das speziell für das jeweilige Bremsmedium ausgewählt wurde. Sie könnten sonst versagen und Deine ganze Bremse unbrauchbar machen. Auch bei Mineralölen verschiedener Hersteller ist Vorsicht geboten, da sie unterschiedliche Zusätze (Additive) beimischen. DOT 3, 4 und 5.1 kannst Du grundsätzlich mischen, die Eigenschaften verändern sich dabei aber. Das silikonbasierte DOT 5 solltest Du nicht beimischen.
Alternative: Mechanische Scheibenbremsen
Von vielen belächelt, aber für manche Bikes dennoch beliebt: Mechanische Scheibenbremsen funktionieren mit einem Bowdenzug statt mit Bremsflüssigkeit. Während hydraulische Bremsen bei Bremsleistung und Dosierbarkeit klar vorn liegen, haben mechanische Bremsen andere Vorteile: Sie müssen nie entlüftet werden und sind mit einfachem Werkzeug auch unterwegs zu warten. Das kann auf Reisen in abgelegenen Gegenden sehr praktisch sein. Wenn Dir einfache Wartung wichtiger ist als maximale Power und Dosierbarkeit, dann sind mechanische Bremsen eine Überlegung wert.
Auswahl des richtigen Bremsenöls
Bei der Auswahl des richtigen Bremsenöls sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
- Herstellerangaben: Beachten Sie immer die Empfehlungen des Herstellers.
- Bremsentyp: Wählen Sie ein Öl, das speziell für Ihren Bremsentyp entwickelt wurde (z. B. Scheibenbremsen).
- Kompatibilität: Nicht alle Öle sind mit allen Bremsentypen kompatibel.
Im Allgemeinen ist es am besten, sich an die Empfehlungen des Herstellers zu halten, wenn Sie Fahrrad Bremsen Öl kaufen. Diese Empfehlungen sind in der Regel sehr genau und helfen Ihnen dabei, das beste Öl für Ihr Rad zu finden. Wenn Sie sich jedoch unsicher sind, können Sie auch immer einen Fachmann fragen.
Reinigung und Wartung der Bremsen
Quietschende Fahrradbremse :Wenn’s am Fahrrad knirscht, hilft ja eigentlich immer ein Tropen Öl - oder? Achtung: Bei Bremsen gibt es Einiges zu beachten! Warum Öl und Bremsen am Fahrrad keine gute Kombi sind, erklären wir hier.
Der erste Schritt bei quietschenden Bremsen ist eine gründliche Reinigung. Spüle Schmutz mit Wasser und einem umweltschonenenden Spülmittel speziell für Fahrräder und E-Bikes ab. Da kann man nichts falsch machen.
Was kann man gegen quietschende Felgenbremsen tun? Außerdem - und hier kommt Öl ins Spiel - kannst du die beweglichen Teile der Felgenbremse, die Gelenke, vorsichtig ölen. Wichtig: Kein Öl an die Bremsbacken kommen lassen. Am besten dazu einen Lappen über Reifen und Felge legen und dann vorsichtig mit einem handelsüblichen Öl (z.b. WD40) die beweglichen Teile fetten.
Was kann man gegen quietschende Scheibenbremsen tun?
- Neues Fahrrad: Ist das Fahrrad ganz neu und frisch aus dem Laden, ist eine quietschende Bremse nicht ungewöhnlich. Hier solltest du sie einmal ordentlich einbremsen, indem du mehrmals hintereinander stark bremst. Hilft das nicht, müssen die Beläge getauscht werden. Es gibt unterschiedlich gehärtete Bremsbeläge, dies muss dann berücksichtigt werden.
- Gebrauchtes Fahrrad: Auch hier solltest du dich als erstes an die Reinigung machen. Eine oberflächliche Reinigung funktioniert genau wie bei der Felgenbremse - mit Wasser und Spülmittel Schmutz abspülen. ISt die Bremse danach immer noch laut, geht's an die Tiefenreinigung. Die ist bei Scheibenbremsen aufwändig - besser von Fachleuten machen lassen.
Achtung! Wer selbst an seinen Fahrradbremsen herumschraubt, sollte wissen, was er oder sie tut! Ohne ausreichende Erfahrung lieber auf Nummer sicher gehen und das Rad zu den Profis in die Werkstatt bringen.
Öl auf die Bremse: Auf keinen Fall!Kommen wir zum Knackpunkt unserer Ausgangsfrage. Während bei anderen Quietsch- und Schleifgeräuschen am Fahrrad Öl durchaus helfen kann, ist es bei den Bremsen ein absolutes No Go! Im Gegenteil, mit Öl kannst du deine Bremsen ganz schnell unbrauchbar machen.
Gelangt nämlich Öl auf die Bremsscheibe oder die Bremsbeläge, hat die Bremse keinen Grip mehr. Die Bremskraft ist dahin. Im schlimmsten Fall ist der Schaden sogar irreparabel und du brauchst eine neue Bremse.
Bestseller im Bereich Fahrrad Bremsen Öl
Hier ist eine Liste der Bestseller in der Kategorie "Fahrrad Bremsen Öl", die Ihnen bei der Auswahl des richtigen Produkts helfen kann:
- CHUMXINY Bremsen Entlüftungsset für SHIMANO, TEKTRO Hydraulische Scheibenbremsen, Entlüftungskit Enthält Hochleistungs-Mineralbremsflüssigkeit (120ml)
- Borgen Entlüftungsset für Shimano Scheibenbremsen - Entlüftungskit mit Anleitung für Deore, Dura Ace, Saint, XT uvm. inkl.
- Service Kit inkl.100ml Shimano Mineral ÖL Befüllbecher Trichter M5 Messing Trichteranschluss für Shimano MTB ,City , Ebike Bremsen M7 Messing Trichteranschluss für Shimano Rennrad / Gravel STI Schalt/Bremshebel M6 Becher Anschluss Für Shimano ähnliche Bremsen Tektro Surron Nutt etc
- Tuning Bikes Entlüftungskit für Shimano Scheibenbremsen - Komplettes Set inkl.
- Kompatibel - Unser Shimano Entlüftungskit ist perfekt zur mehrfachen Anwendung und mit nahezu allen Bremssystemen kompatibel - egal, ob MTB Mountainbike, Trekking-, City- oder E-Bike
- 100% Kompatibel - Unser Mineralöl ist problemlos kompatibel mit allen Shimano Bremsen und mit deren alten Bremsflüssigkeit mischbarDeutscher Hersteller - Das Mineralöl selbst stammt direkt vom deutschen Shimano-Vertrieb und wird auch in Deutschland für uns abgefüllt
- 【Entlüftungsset für SHIMANO】 Das Entlüftungsset ist für Shimano geeignet, wie Deore, XT, XTR, SLX, ZEE, Saint, ULTEGRA usw.
Prüfung der Bremsscheiben
Um an der Bremsanlage arbeiten zu können, müssen natürlich die Laufräder vom Rad abmontiert werden. Vorher aber kannst Du noch prüfen, ob die Bremsscheiben gerade oder eventuell verzogen sind. Eine verzogene Scheibe erkennst Du daran, dass sie bei Rotation im Bremssattel seitlich “taumelt“. Ein leichter Verzug ist zu verschmerzen und kann mit einem Richtwerkzeug begradigt werden. Dieser Verzug kann im Fahrbetrieb teils auffallen - Du spürst während des Bremsens ein leichtes, frequentes Pulsieren. Wenn Dich das nicht sonderlich stört, kann die Scheibe ruhig so weitergefahren werden. Ist die Scheibe stark verzogen, so dass der Bremssattel nicht mehr schleiffrei einstellbar ist, kann es sein, dass sie nicht mehr zu begradigen ist und ausgetauscht werden muss.
Nun wird noch die Reibfläche der Scheiben geprüft. Diese unterliegt natürlich, genau wie die Beläge, einem gewissen Verschleiß, auch wenn dieser aufgrund der Härte des Stahls deutlich langsamer fortschreitet als bei den Bremsbelägen. Nimmst Du Dir die Scheibe vor, kannst Du mit dem Fingernagel am Übergang zwischen Reibfläche und Trägerarmen oft eine „Stufe“ spüren. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Reibfläche bereits dünner geworden ist. Mit dem Messschieber kannst Du die genaue Dicke messen. Ist sie nahe der Verschleißgrenze oder gar darunter, muss sie getauscht werden. Diese Verschleißgrenze ist auf der Scheibe aufgedruckt.
Wenn die Scheibe rot- bis bläuliche Verfärbungen aufweist, ist dies ein Indiz dafür, dass sie mindestens einmal auf einer Abfahrt sehr heiß geworden ist. Das darf aber durchaus sein und ist kein Grund zum Austausch - es sei denn, die Scheibe sieht komplett „verglüht“ aus. Schau Dir auch die Reibfläche genauer an: Siehst Du dort eingebrannte Fragmente der Beläge, hat sich Material dieser gelöst und mit der Scheibe unter Hitzeeinwirkung „verbunden“. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge an ihre Belastungsgrenze gekommen sind. Falls Du organische Beläge nutzt, wäre der Umstieg auf Sintermetall-Beläge ratsam, da diese mehr Hitze vertragen.
Um nichts auszulassen, empfiehlt es sich, noch die Verschraubung der Scheiben an den Naben zu prüfen, idealerweise mit dem Drehmomentschlüssel. Die Drehmomentwerte sind jeweils auf der Scheibe bzw. auf dem Center Lock-Verschlussring aufgedruckt. Findest Du keine Angabe auf der 6-Loch-Scheibe, sind 6-7Nm ein guter Anhaltspunkt. Bei Center Lock ist ein Wert von 40Nm vorgesehen.
Sind die Bremsscheiben verölt oder stark verdreckt, müssen sie gereinigt werden. Hierzu nimmst Du einen herkömmlichen Bremsenreiniger , der auf einen Öl- und fettfreien Lappen gesprüht wird. Damit werden beide Seiten der Bremsfläche gründlich abgewischt. Anschließend empfehlen wir, noch einmal mit einem in Wasser getränkten Lappen nachzuwischen, denn Bremsenreiniger hinterlässt Rückstände auf der Scheibe, die den Reibwert verringern und somit temporär die Bremsleistung verschlechtern.
Verwandte Beiträge:
- Hydrauliköl in Fahrradbremsen nachfüllen – Die ultimative Schritt-für-Schritt-Anleitung für perfekte Bremsperformance!
- Hydraulikschaltung Motorrad: Reparatur, Wartung & Kaufberatung
- Shimano Scheibenbremse Hydrauliköl: Füllen & Entlüften
- E-Bike Hinterrad Ausbauen leicht gemacht: Schritt-für-Schritt Anleitung für Steckachse
- Halstuch Motorrad: Die Top Arten und Unverzichtbare Verwendungstipps für Biker
Kommentar schreiben