Motorrad erfolgreich verkaufen: Tipps und Tricks

Ein Motorrad zu verkaufen kann ein kleines Projekt sein, bei dem es einiges zu beachten gilt. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir für Sie diesen Ratgeber mit vielen nützlichen Tipps erarbeitet, welcher durch den Prozess des Anbietens und Verkaufens führt.

Vorbereitung ist das A und O

Die Entscheidung ist gefallen, die alte Maschine soll verkauft werden. Sammeln Sie zuallererst die grundlegenden Daten und Unterlagen zusammen, auf Basis derer Sie eine Verkaufsanzeige aufgeben können. Versuchen Sie sich beim Zusammenstellen der Informationen immer in die Perspektive eines Käufers zu versetzen. Wenn Sie ein Motorrad kaufen wollen, was interessiert Sie? Dies ist eine gute Richtschnur, um die Maschine sauber beschreiben zu können. Legen Sie am besten eine Textdatei an, in welcher Sie diese Informationen sammeln, dies beschleunigt das Schalten von Anzeigen an verschiedenen Orten im Netz oder in der offline-Welt (z.B.

Wichtige Informationen und Unterlagen

  • Hersteller, Modell und Modellcode der Maschine.
  • Erstzulassung
  • Kilometerstand
  • Anzahl der Vorbesitzer
  • Technische Daten (Leistung, Hubraum etc.)
  • Zustand der Reifen (Profiltiefe)
  • Fälligkeit der nächsten HU
  • Wurde nach einem Unfall der Rahmen neu vermessen?
  • Sämtliche Umbauten und Veränderungen am Fahrzeug.
  • Unschön, aber muss angegeben werden: Gab es mit der Maschine Unfälle oder Umfaller? Falls ja, was wurde beschädigt und wurde es repariert?
  • Sonstige erwähnenswerte Dinge (z.B.

Mit den oben genannten Informationen ist jedes Motorrad ausreichend beschrieben, dass sich ein Interessent vorab ein umfassendes Bild machen kann. Handbuch bzw. ggf.

Die Aufbereitung der Maschine

Nachdem Sie nun die "verwaltungstechnischen" Vorbereitungen getroffen haben, können Sie sich dem Motorrad an sich widmen und es für den Verkauf vorbereiten. Zuallererst steht hier die Aufbereitung der Maschine. Damit ist gemeint, dass sie gründlich gereinigt und idealerweise auch poliert werden sollte. Denken Sie daran: Ein potentieller Käufer muss beim Anblick der Maschine einen "Wow"-Moment haben. Dieser entsteht nur, wenn das Motorrad in makellosem Zustand ist.

Auch technisch muss die Maschine einwandfrei funktionieren: Prüfen Sie daher nochmal die Bremsen, Beleuchtung, Hupe und sämtliche sonstigen Funktionen wie z.B. eine Griffheizung. Schließlich kommt die Gretchenfrage nach einer fälligen HU und der nächsten Inspektion. Wenn die nächste HU der Maschine in weniger als sechs Monaten ansteht, lohnt es sich darüber nachzudenken, diese noch durchführen zu lassen.

Abgesehen von der HU müssen Sie auch überlegen, ob es sich noch lohnt, in die Maschine Geld für Reparaturen zu stecken. Schon kleine Dellen und Lackschäden auszubessern kann eine vergleichsweise hohe Rechnung verursachen. Hier müssen Sie das Alter der Maschine in Betracht ziehen und prüfen, welche Preise für Maschinen in vergleichbarem Zustand erzielt werden. Eine Fachwerkstatt kann Ihnen unkompliziert eine Schätzung geben für die zu erwartenden Kosten.

Glänzt das gute Stück dann in voller Pracht, müssen als letzten Vorbereitungsschritt noch aussagekräftige Fotos erstellt werden. Dazu benötigen Sie keine spezielle Kamera, ein handelsübliches Smartphone reicht völlig aus. Auch hier gilt: Wenn Sie ein wenig Zeit investiert und sorgfältig fotografiert, werden sich mehr Interessenten für die Maschine melden.

Die Preisgestaltung

Motorrad verkaufen ? Mit diesem Schritt tun sich die meisten Verkäufer am schwersten. Meist wird der Preis initial zu hoch angesetzt. Dies liegt an einem Phänomen, welches in der Psychologie der Endowment-Effekt (dt. Besitztum-Effekt) genannt wird. Kurz gesagt lautet das Prinzip "Besitz schafft Wert", im Klartext: Etwas, das wir besitzen, schätzt der Mensch als wertvoller ein als etwas, das wir nicht besitzen.

Um einen gängigen Marktpreis für das eigene Motorrad zu ermitteln, müssen Sie ein wenig vergleichen. Recherchieren Sie eine Weile bei Händlern, in einschlägigen Verkaufsportalen oder nutzen Sie gleich estimoto. Suchen Sie nach einer Maschine euren Typs und Baujahrs mit vergleichbarer Laufleistung. Wenn Sie eine exotische Maschine verkaufen, sucht nach vergleichbaren Motorrädern.

In diesem Zusammenhang müssen Sie leider eine bittere Pille schlucken. Egal, wieviel Geld Sie in edle Anbauteile investiert haben - die dadurch erreichte Wertsteigerung liegt weit unterhalb dem Anschaffungspreis der Komponenten. Das ist hart, haben Sie doch mit so viel Liebe und Hingabe das Motorrad individualisiert. Aber leider ist es so, dass die ausschlaggebenden Faktoren für die Preisbildung Modell, Alter, Laufleistung und allgemeiner Zustand der Maschine sind.

Wenn Sie es mit dem Verkauf nicht eilig haben, können Sie auch erst einmal eine Anzeige mit einem höheren Preis schalten und schauen, wie der Markt reagiert. Versuchen kann man es immer. Wenn sich niemand meldet oder die Käufer deutlich weniger bezahlen möchten, können Sie immer noch mit dem Preis runtergehen.

Am Ende bleibt noch die Frage offen, welcher Verkaufszeitpunkt (Frühling/Herbst) am günstigsten ist. Hier sagt der mopedfahrende Volksmund, dass man im Frühjahr höhere Preise aufrufen kann als im Herbst. Dies muss allerdings differenziert betrachtet werden. Zwar ist die Nachfrage im Frühjahr höher, gleichzeitig verkaufen aber auch viel mehr Leute ihr Motorrad. Es kommt daher eher auf die Art der Maschine und das Käufersegment an.

Supersportler werden tendenziell eher von jüngeren Fahrern gesucht, die zu Beginn der Saison die Verkaufsportale und Händler stürmen. Tourer werden tendenziell von einer älteren Käuferschicht gesucht, welche geduldiger ist und daher auch mal ein wenig warten kann, um die besten Angebote wahrzunehmen. Bei neueren Fahrzeugen besteht die Gefahr des Modellwechsels seitens des Herstellers, welcher den Preis für das aktuelle Modell dann purzeln lässt.

Der Kontakt zum Interessenten

Ist die Anzeige erst einmal online, können Sie sich zurücklehnen und warten. Haben Sie Geduld, es kann ein wenig dauern, bis sich jemand meldet. Wenn sich ein Interessent dann bei Ihnen meldet, geht mit gesundem Menschenverstand an die Sache heran. Anonyme SMS-Nachrichten mit unpersönlichen Texten ("Was ist der letzte Preis?") sind ein Indiz für unseriöse Angebote oder Betrugsmaschen.

Für einen Erstkontakt bietet sich ein Telefonat an. Schlagt dem Interessenten daher vor, ihn anzurufen (sofern er den Kontakt schriftlich aufgenommen hat). Im direkten Gespräch lassen sich Informationen leichter austauschen und ihr vermeidet Missverständnisse. Hinzu kommt, dass es eine vertrauensbildende Maßnahme darstellt und ihr es so leichter habt, eventuelle Betrugsmaschen zu erkennen.

Es wird vorkommen, dass sich ein Interessent meldet, der ein Gebot unterhalb eurer Schmerzgrenze abgibt. Hier haben wir noch einen wichtigen Tipp für euch: Wenn das passiert, so lehnt das Angebot in einer Art ab, welche es möglich macht, ggf. später darauf zurückzukommen. Solltet ihr mit dem Preis nach einiger Zeit runtergehen wollen bzw.

Überlegen Sie sich vorher, wie lange Sie dem Verkauf Zeit geben möchten. Geduldig zu sein ist gut, aber irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem jeder von den ständigen Anfragen genervt ist, die nicht zum Abschluss führen. Wägt also ab, wieviel Zeit und Aufwand Sie bereit sind in den Verkauf zu investieren. Für einen unkomplizierten und schnellen Verkauf Ihres Motorrades können Sie z.B. auch Portale a la "Wir kaufen dein Motorrad" nutzen.

Die Probefahrt

Ist ein Besichtigungstermin vereinbart, wird der Interessent für eine Probefahrt vorbeikommen. Jetzt kann sich der potentielle Käufer mit eigenen Augen ein Bild vom Zustand der Maschine machen, d.h. jetzt zahlt es sich aus, dass Sie das Motorrad wie oben beschrieben gründlich gereinigt und poliert haben.

Vor einer Probefahrt sollten Sie eine Probefahrt-Vereinbarung unterzeichnen und sich zumindest grob über den Preis einig sein (sonst macht die Fahrt ja keinen Sinn). Für die Vereinbarung muss der Interessent seinen Personalausweis und Führerschein vorlegen. Auch wenn das auf manche Menschen kleinlich wirken mag (unter Bikern geht es ja eher locker zu...) - Sie lassen einen mehr oder weniger Fremden mit Ihrem Motorrad fahren. Ohne handfeste Daten wie einen Lichtbildausweis und die Führerscheinnummer darf da gar nichts gehen.

Außerdem ist in einer Probefahrtvereinbarung geregelt, dass der Fahrer das Risiko übernimmt und für evtl. Schäden oder Strafzettel aufkommt. Eine Probefahrt sollte max. 30-40 Minuten dauern. Geben Sie nicht ortskundigen Fahrern Tipps, welche Route sie nehmen können (eine Probefahrt von einer Ampel zur nächsten ist nicht besonders aussagekräftig...).

Der Kaufvertrag

Fast geschafft! Dem Interessenten gefällt die Maschine und Sie sind sich auch über den Preis einig geworden, herzlichen Glückwunsch! Nun muss ein gültiger Kaufvertrag aufgesetzt werden. In diesem muss festgehalten werden, wer die Vertragspartner sind (Name, Anschrift, Geburtsdatum, Personalausweisnr.) und was zu welchem Preis verkauft wird. Amtl. Datum und Uhrzeit (!) der Übergabe. Sonstige Vereinbarungen, z.B., ob eine Gewährleistung seitens des Verkäufers gegeben wird.

Sie können sich übrigens eine Menge Arbeit sparen, indem Sie einen vorgefertigten Kaufvertrag verwenden. Diesen kann man entweder im Schreibwarenhandel erwerben, oder Sie laden ihn z.B. hier herunter.

Wichtige Punkte im Kaufvertrag

  • Namen und Adressen von Käufer und Verkäufer
  • Fahrzeugidentifikationsnummer
  • Kaufpreis
  • Datum und Uhrzeit der Übergabe
  • Angaben zu Unfallschäden oder Mängeln
  • Zusatzausstattung und Zubehör
  • Ausschluss der Sachmängelhaftung (bei Privatverkauf)

Die Abmeldung

Ist der Kaufvertrag unterzeichnet (Käufer wie Verkäufer erhalten je ein Exemplar) und der Kaufpreis bezahlt, bleibt Ihnen nur noch die Abmeldung der Maschine bei der Versicherung. Bei den meisten Versicherungen genügt es, eine Kopie des Kaufvertrages einzusenden. Die Abmeldung beim Straßenverkehrsamt erfolgt automatisch, wenn der Käufer die Maschine auf sich zulässt. Sollte er dies aus irgendeinem Grund nicht in der nächsten Zeit vorhaben (z.B. weil er einen längeren Umbau plant), so müssen Sie vereinbaren, dass der Käufer die Maschine selbständig abmeldet. Andernfalls zahlt ihr weiterhin die KFZ-Steuer, denn rein formal ist die Maschine ja noch zugelassen.

Grundsätzlich ist die Abmeldung Vertrauenssache. Sollte es dennoch Probleme geben, können Sie mit dem Kaufvertrag zum Straßenverkehrsamt gehen und eine Zwangsabmeldung durchführen. Abmeldung des Motorrads kann entweder vor Ort in der Zulassungsstelle oder auch online erfolgen.

Der Online-Verkauf

Der Handel mit Motorrädern hat in den letzten Jahren enorm an Fahrt aufgenommen. Dabei bietet sich vor allem im Internet eine hervorragende Gelegenheit sein Motorrad schnell und unkompliziert zu verkaufen. Der Handel mit Motorrädern im Online-Bereich floriert. Verschiedene Plattformen im World Wide Web dienen Käufern und Verkäufern als wichtige Schnittstelle. Doch gilt es bei einem Motorradverkauf im Internet auf ein paar wichtige Dinge zu achten. Denn, um mit seiner Annonce unter den zahlreichen Inseraten im Online-Bereich herauszustechen, gilt einige essenzielle Faktoren zu berücksichtigen.

Tipps für eine erfolgreiche Online-Anzeige

  • Ansprechende Bilder: Machen Sie hochwertige Fotos bei Tageslicht aus verschiedenen Perspektiven.
  • Ehrliche Beschreibung: Geben Sie alle relevanten Informationen wie Hersteller, Modell, Kilometerstand und Zustand an.
  • Realistische Preisvorstellung: Informieren Sie sich über den Marktwert Ihres Motorrads.
  • Transparenz: Erwähnen Sie eventuelle Mängel oder Reparaturen offen.

Alternativen zum Privatverkauf

Neben dem Verkauf im Internet gibt auch noch die Möglichkeit sich direkt an einen Händler zu wenden. Hier kann das Motorrad schnell und einfach verkauft werden, wenngleich auch nicht immer der höchste Verkaufspreis erzielt werden kann. Um ein Motorrad zu einem guten Preis verkaufen zu können, gilt es auf die richtige Vorbereitung zu setzen. Wer viel Zeit sparen will und auf ein Inserat im Internet verzichten möchte, sollte sich direkt an einen Händler wenden. Auch dieser lässt sich unkompliziert im Internet erreichen.

Hier stehen Motorradbesitzer mehrere Plattformen im Internet zur Verfügung, die sich nicht nur auf den Autoankauf spezialisiert haben, sondern auch Motorräder ankaufen. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Marke oder welches Modell es sich handelt - die meisten Händler kaufen jedes Motorrad an. Auf Wunsch lässt sich das Motorrad sogar von der heimischen Garage abholen.

Motorrad-Plattformen wie Motowert.de bieten Verkäufern entscheidende Vorteile gegenüber dem traditionellen Verkauf an einen benachbarten Motorradhändler. Dank eines enormen Händlernetzwerks, das aus einer Vielzahl von seriösen und spezialisierten Käufern besteht, profitieren Verkäufer von einem Wettbewerb unter den Händlern. Diese stehen in direkter Konkurrenz zueinander und versuchen, sich mit immer höheren Ankaufspreisen zu überbieten. Ein weiterer Vorteil ist die Geschwindigkeit und Effizienz des Verkaufsprozesses. Vom Inserat bis zur Abholung und Bezahlung vergehen in der Regel keine sieben Tage. Damit entfällt die oft langwierige Wartezeit, die bei traditionellen Verkaufsmethoden üblich ist.

Checkliste für den Motorradverkauf

Um den Verkaufsprozess zu erleichtern, hier eine kurze Checkliste:

  1. Vorbereitung: Daten und Unterlagen zusammenstellen, Maschine aufbereiten.
  2. Preisgestaltung: Marktwert ermitteln und realistischen Preis festlegen.
  3. Anzeige: Ansprechende Fotos und ehrliche Beschreibung erstellen.
  4. Kontakt: Seriöse Interessenten erkennen und Probefahrt vereinbaren.
  5. Kaufvertrag: Schriftlichen Vertrag aufsetzen und alle wichtigen Punkte festhalten.
  6. Abmeldung: Maschine bei Versicherung und Straßenverkehrsamt abmelden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0