Motorrad verkaufen: Tipps für einen erfolgreichen Verkauf

Die Gründe, ein gebrauchtes Motorrad zu verkaufen, können vielfältig sein: Die Maschine steht ungenutzt in der Garage, oder man hat sein neues Traumbike gefunden. Der private Handel mit Motorrädern floriert, Käufer und Verkäufer finden sich heute vorwiegend über das Internet. Online-Portale ermöglichen es, das Motorrad rasch und kostenlos zu inserieren. Beim Verkauf gilt es daher einerseits, das Vertrauen potentieller Käufer zu sichern, sich andererseits aber auch selbst vor möglichen Betrügern zu schützen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr gebrauchtes Motorrad erfolgreich verkaufen und zudem einen guten Preis erzielen.

Vorbereitung für den Verkauf

Ein Motorrad zu verkaufen ist ein kleines Projekt, bei dem eine ganze Reihe von Dingen zu beachten sind. Damit ihr den Überblick behaltet, haben wir für euch diesen Ratgeber mit vielen nützlichen Tipps erarbeitet, welcher durch den Prozess des Anbietens und Verkaufens führt. Die Entscheidung ist gefallen, die alte Maschine soll verkauft werden. Sammelt zuallererst die grundlegenden Daten und Unterlagen zusammen, auf Basis derer ihr eine Verkaufsanzeige aufgeben könnt. Versucht euch beim Zusammenstellen der Informationen immer in die Perspektive eines Käufers zu versetzen. Wenn ihr ein Motorrad kaufen wollt, was interessiert euch? Dies ist eine gute Richtschnur, um die Maschine sauber beschreiben zu können.

Zustand des Motorrads

Noch bevor Sie Ihr Bike zum Verkauf anbieten, sollten Sie es bei einem Fachhändler oder einer Prüfstelle auf Herz und Nieren testen lassen und seinen Zustand durch ein Gutachten dokumentieren. Ein weit verbreitete Befürchtung von Käufern ist es, dass das Motorrad möglicherweise verdeckte Mängel aufweist. Wann ist die nächste Hauptuntersuchung (HU) fällig? Sie können den Besuch bei der Prüfstelle auch vorziehen, um eine neue Plakette einzuholen.

Optische Aufbereitung

Neben den inneren Werten zählt beim Verkauf im Internet selbstverständlich auch die Optik. Bringen Sie Ihr Bike daher vor dem Verkauf auf Hochglanz, um es Interessenten von seiner besten Seite zu präsentieren. Dazu sollten Sie das Motorrad zunächst gründlich waschen - und zwar auch an verdeckten Stellen wie hinter Verkleidungen. Prüfen Sie darüber hinaus den Öl- und Wasserstand sowie den Reifenluftdruck, kontrollieren Sie die Bremsbeläge und den Säurestand der Batterie. Vergessen Sie zudem nicht, die Kette fachgerecht zu justieren und falls nötig zu schmieren.

Erstellung einer Verkaufsanzeige

Mit den oben genannten Informationen (und den Fotos, siehe weiter unten) ist jedes Motorrad ausreichend beschrieben, dass sich ein Interessent vorab ein umfassendes Bild machen kann. Legt am besten eine Textdatei an, in welcher ihr diese Informationen sammelt, dies beschleunigt das Schalten von Anzeigen an verschiedenen Orten im Netz oder in der offline-Welt (z.B. der Maschine, idealerweise auch den Modellcode. inkl. euch. Wenn ihr z.B. Kaum ein Motorrad verbleibt im Fabrikzustand. Habt ihr evtl. Unschön, aber muss angegeben werden: Gab es mit der Maschine Unfälle oder Umfaller? Falls ja, was wurde beschädigt und wurde es repariert? Wurde nach einem Unfall der Rahmen neu vermessen? Reifenprofiltiefe (gesetzl. Sonstige erwähnenswerte Dinge (z.B. Handbuch bzw. ggf.

Die perfekte Anzeige

Das Um und Auf im Internet sind gute Bilder, die Ihr Bike in bestes Licht rücken und so die Aufmerksamkeit potentieller Käufer wecken. Um verkaufsfördernde Fotos anzufertigen, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen und auf gute Lichtverhältnisse achten. Dunkle oder unscharfe Fotos können die Erfolgsaussichten dagegen deutlich schmälern. Diese hat man üblicherweise nicht in der Garage, sondern im Freien mit der Sonne im Rücken. Präsentieren Sie das Motorrad aus mehreren Ansichten und fertigen Sie darüber hinaus gute Detailaufnahmen an.

Zusätzlich zu den Fotos ist natürlich auch eine umfangreiche und ehrliche Beschreibung des Bikes erforderlich. Dazu zählt die Angabe von Hersteller- und Typbezeichnung, Baujahr und Kilometerstand sowie Motorleistung. Auch Ihre Preisvorstellung sollten Sie angeben. Erwähnen Sie zudem unbedingt, wann die letzte Wartung durchgeführt wurde. Sollten Verschleißteile wie etwa Reifen nicht mehr im besten Zustand sein, dann verschweigen Sie das in der Anzeige nicht. Ehrlichkeit wird von potentiellen Käufern honoriert und spätestens bei der Besichtigung kommt der Mangel ohnehin ans Licht. Geben Sie in der Anzeige auch eine Telefonnummer an, unter der mögliche Käufer Sie erreichen können.

Preisgestaltung

Durch die Transparenz des Internets ist der Spielraum bei der Preisfestsetzung gering: Durch einen zu hohen Preis schrecken Sie mögliche Käufer ab, doch auch ein zu geringer Preis kann mitunter Argwohn wecken. Den aktuellen Marktwert Ihres gebrauchten Bikes können Sie anhand gängiger Online-Portale leicht ermitteln. Beziehen Sie beim Preisvergleich aber auch die regionalen Händler vor Ort mit ein. Generell gilt, dass Sie als Privatverkäufer deutlich unter dem Händlerpreis bleiben sollten. Einen Verhandlungsspielraum von etwa 10 bis 20 Prozent können Sie bei der Preisfestsetzung mit einkalkulieren.

Oft wird der Preis initial zu hoch angesetzt. Dies liegt an einem Phänomen, welches in der Psychologie der Endowment-Effekt (dt. Besitztum-Effekt) genannt wird. Kurz gesagt lautet das Prinzip "Besitz schafft Wert", im Klartext: Etwas, das wir besitzen, schätzt der Mensch als wertvoller ein als etwas, das wir nicht besitzen. Um einen gängigen Marktpreis für das eigene Motorrad zu ermitteln, müsst ihr ein wenig vergleichen. Recherchiert eine Weile bei Händlern, in einschlägigen Verkaufsportalen oder nutzt gleich estimoto. Sucht nach einer Maschine euren Typs und Baujahrs mit vergleichbarer Laufleistung. Wenn ihr eine exotische Maschine verkauft, sucht nach vergleichbaren Motorrädern.

Egal, wieviel Geld ihr in edle Anbauteile investiert habt - die dadurch erreichte Wertsteigerung liegt weit unterhalb dem Anschaffungspreis der Komponenten. Das ist hart, habt ihr doch mit so viel Liebe und Hingabe das Motorrad individualisiert. Aber leider ist es so, dass die ausschlaggebenden Faktoren für die Preisbildung Modell, Alter, Laufleistung und allgemeiner Zustand der Maschine sind. Wenn ihr es mit dem Verkauf nicht eilig habt, könnt ihr auch erst einmal eine Anzeige mit einem höheren Preis schalten und schauen, wie der Markt reagiert. Versuchen kann man es immer. Wenn sich niemand meldet oder die Käufer deutlich weniger bezahlen möchten, könnt ihr immer noch mit dem Preis runtergehen.

Verkaufszeitpunkt

Am Ende bleibt noch die Frage offen, welcher Verkaufszeitpunkt (Frühling/Herbst) am günstigsten ist. Hier sagt der mopedfahrende Volksmund, dass man im Frühjahr höhere Preise aufrufen kann als im Herbst. Dies muss allerdings differenziert betrachtet werden. Zwar ist die Nachfrage im Frühjahr höher, gleichzeitig verkaufen aber auch viel mehr Leute ihr Motorrad. Es kommt daher eher auf die Art der Maschine und das Käufersegment an. Bei neueren Fahrzeugen besteht die Gefahr des Modellwechsels seitens des Herstellers, welcher den Preis für das aktuelle Modell dann purzeln lässt.

Besichtigung und Probefahrt

Das Inserat ist aktiviert und die ersten Kaufinteressenten melden Sich bei Ihnen. Beantworten Sie alle Nachfragen am Telefon ehrlich und gewähren Sie möglichen Käufern so einen umfassenden Einblick. Bevor der erste Interessent vor der Tür steht, sollten Sie alle nötigen Unterlagen wie etwa Fahrzeugbrief, Serviceheft, Bedienungsanleitung, TÜV-Gutachten bzw. Prüfbericht und diverse Rechnungen vorbereiten. Nehmen Sie sich für den Besichtigungstermin Zeit und bieten Sie dem Interessenten als zusätzliche Option eine Probefahrt an.

Besonders vertrauensfördernd ist es, wenn Sie dem potentiellen Käufer die Möglichkeit zu einer Probefahrt einräumen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie dabei unbedingt ein Pfand des Interessenten einbehalten, etwa seinen Personalausweis.

Kaufabwicklung

Ein Käufer ist gefunden und Sie haben sich auf den Preis geeinigt. Nun gilt es, bei der Kaufabwicklung an alle wichtigen Formalitäten zu denken. Bereiten Sie vor dem Übergabetermin alle nötigen Unterlagen wie Fahrzeugbrief, Wartungsheft, Bedienungsanleitung, TÜV-Bericht, etwaige Belege sowie die Schlüssel vor. Melden Sie das Motorrad noch vor der Abholung ab und denken Sie daran, alle Versicherungen rechtzeitig zu kündigen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie unbedingt auf einem schriftlichen Kaufvertrag bestehen. Bei der Bezahlung gilt: Am sichersten ist es, wenn Sie auf Barzahlung bestehen, bei der Annahme von Schecks sollten Sie hingegen vorsichtig sind. Überlassen Sie dem Käufer das Motorrad sowie den Fahrzeugbrief niemals, bevor Sie die gesamte Summe erhalten haben, zählen Sie das Geld nach und prüfen Sie es auf seine Echtheit.

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