Indian ist eine der ältesten Motorradmarken der USA und hat sich seit 2016 im Flat Track Racing einen Namen gemacht. Die Marke bietet eine breite Palette von Modellen an, von Cruisern über Bagger bis hin zu Naked Bikes. Dieser Artikel fasst verschiedene Tests und Fahrberichte zusammen, um einen umfassenden Überblick über die Erfahrungen mit Indian Motorrädern zu geben.
Indian FTR 1200 S im Test
Die Indian FTR 1200 S wird als Flat Track Racer bezeichnet und bietet mit 123 PS und 1200 Kubik eine beeindruckende Leistung. Das S-Modell verfügt über einen Touchscreen, ein voll einstellbares Fahrwerk, drei Fahrmodi sowie eine schräglagenabhängige Traktions- und Stabilitätskontrolle. Trotz ihres Gewichts von 231 kg wirkt die FTR 1200 S bei Langsamfahrt nicht schwerfällig. Der V2-Motor ist bereits ab niedrigen Drehzahlen leistungswillig und bietet mehr als genug Kraft, um das Vorderrad anzuheben.
Die Maximalgeschwindigkeit ist mit 193 km/h erstaunlich gering, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil ist. Der Geradeauslauf ist tadellos, ebenso das Kurvenverhalten. Die speziell entwickelten Reifen von Dunlop verstärken den Sandbahn-Look, sind aber möglicherweise nicht die beste Wahl für Straßen mit hohem Grip. Lange Reisen sind aufgrund des kleinen 13-Liter-Tanks und des fehlenden Windschutzes eher ungeeignet.
Fazit: Die Indian FTR 1200 S ist eine Scrambler-ähnliche Maschine mit beeindruckender Durchzugskraft und Street Credibility.
Vergleich: Harley Sport Glide vs. Indian Chief Bobber
Viele Fahrer stehen vor der Wahl zwischen einer Harley Sport Glide und einer Indian Chief Bobber. Beide Modelle haben ihre Vorzüge. Die Harley ist für längere Ausfahrten gut ausgerüstet und bietet Stauraum in den Koffern sowie eine einfache Dämpfereinstellung. Die Indian Chief punktet mit Ride Command, das ein separates Navi überflüssig machen soll, und einem beeindruckenden Sound mit Jekill & Hyde Auspuffanlage. Allerdings gibt es Berichte, dass die Navigation mit Ride Command zu wünschen übrig lässt.
Einige Fahrer bevorzugen Indian, weil es keine Harley ist und schätzen die Sitzposition, die verstellbare Scheibe, die Sitz- und Griffheizung sowie die LED-Beleuchtung der Roadmaster. Andere wiederum bemängeln, dass die Möglichkeiten zum Customizing bei Harley größer sind und Indian technisch uptodate ist.
Letztendlich ist die Wahl zwischen Harley und Indian Geschmackssache und hängt von den persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Eine Probefahrt kann bei der Entscheidungsfindung helfen.
Indian Sport Chief Fahrbericht
Die Indian Sport Chief ist ein Power-Cruiser mit einem luftgekühlten 1,9 Liter V2 Motor. Sie erinnert optisch stark an die Harley Davidson Low Rider S. Die Sitzposition ist durch den hochgelegten Lenker ein wenig gebückt, und die niedrige Sitzhöhe von 686 mm vermittelt das Gefühl, auf der Straße zu sitzen.
Das Cockpit wird durch ein rundes 4" Farb-Display dominiert, das als Touchscreen bedient wird und eine vollständige Vollkarten-Navigation bietet, die auch ohne Smartphone-Anbindung funktioniert. Die Serienausstattung umfasst einen Tempomaten, drei Fahrmodi, USB- und 12 Volt-Anschluss, eine Zylinderabschaltung, Keyless Ride und einen Bordcomputer.
Der Motor liefert 162 Newtonmeter bereits bei 3.200 Umdrehungen. Die Bremsen, eine Brembo M4.32 Anlage an einer 320er Doppelscheibe, packen beherzt zu. Das Fahrwerk ist lediglich in der Federvorspannung hinten einstellbar, bietet aber dennoch ausreichend Komfort.
Fazit: Die Indian Sport Chief ist ein lässiger Power-Cruiser, der mit Esprit und Individualität glänzt und eine interessante Alternative zur Harley Davidson Low Rider S darstellt.
Indian Scout 101 im Test
Die Indian Scout 101 wird von einem wassergekühlten 1250ccm V2-Motor angetrieben, der 111 PS und 110 Newtonmeter Drehmoment liefert. Besonders auffällig ist die Drehfreudigkeit des Motors. Er marschiert schon im unteren Drehzahlbereich kräftig los und steigert sich kontinuierlich. Die drei Fahrmodi (Rain, Standard, Sport) bieten zusätzliche Flexibilität.
Das Fahrwerk ist mit einer voll einstellbaren Upside-Down-Gabel und zwei voll einstellbaren hinteren Stereo-Federbeinen ausgestattet. Das Handling ist bemerkenswert agil, selbst mit dem großen Vorderrad und der chopperartigen Sitzposition. Die Bremsanlage arbeitet auf höchstem Niveau mit radial montierten Brembo-Bremsen und einer 320-mm-Doppelscheibe vorne.
Die elektronische Ausstattung umfasst Traktionskontrolle und ABS. Optisch bleibt die Scout 101 der traditionellen Scout-Linie treu, wurde aber grundlegend überarbeitet. Einzig der große Auspuff wirkt optisch etwas dominant.
Fazit: Die Indian Scout 101 ist ein großartiges Motorrad, das beeindruckende Leistung, hervorragendes Handling und moderne Technik bietet.
Indian Chief Dark Horse Erfahrungen
Die Indian Chief Dark Horse bietet mit knapp 1900 Kubik und 162 Nm ein ständiges Grinsen ins Gesicht. Sie hat drei Fahrmodi: Touring, Standard und Sport. Die Gasannahme ist im Sportmodus sehr direkt. Viele Fahrer schätzen die Indian Chief Dark Horse und würden Harley-Davidson nur als letzte Alternative in Betracht ziehen.
Indian Chieftain & Challenger, Roadmaster & Pursuit (2025)
Im Februar 2025 wurden vier Indian-Modelle mit dem neuen wassergekühlten 112 Kubik Inch großen V-Twin getestet. Dieser 1.834 Kubikzentimeter Hubraum umfassende Zweizylinder bietet eine beeindruckende Leistung bis jenseits der 6.000/min. Die Laufkultur und Kraftentfaltung sind großartig. Lediglich deutliche Vibrationen über 6.000/min können dem Twin vorgeworfen werden.
Der Motor leistet 126 PS und 181,4 Newtonmeter Drehmoment bei 3.800/min. Indian hat mit dem PowerPlus-Motor ernst gemacht und bietet nun auch Sechs-Achsen-IMU und Abstandsradar mit Totwinkelwarner von Bosch. Dazu kommt ein bildgewaltiger TFT-Touchscreen.
Die beiden Tourer (Roadmaster und Pursuit) bieten serienmäßig Griffheizung und eine heizbare Sitzbank sowie ein per Knopfdruck in der Vorspannung anpassbares Federbein am Heck. Die Bagger-Modelle (Chieftain und Challenger) haben diese Features nicht und die Frontverkleidung ist bei der Chieftain und Roadmaster an der Gabel aufgehängt, bei der Challenger und Pursuit dagegen rahmenfest verbaut.
Die PowerPlus-Bikes bieten ein prima Handling und großen Komfort. Die Ergonomie ist hervorragend und die Bremsanlage gut zu dosieren. Die Metzeler Cruistec Reifen agieren gut auf den Gussfelgen.
Vergleichstest: Indian Challenger Dark Horse, BMW R18 B und Harley-Davidson Road Glide ST
Dieser Vergleichstest untersucht die Bagger-Modelle von Indian, BMW und Harley-Davidson. Die Indian Challenger Dark Horse ist mit einem 1768 cm3 großen PowerPlus-Twin ausgestattet, der 121 PS und 178 Nm liefert. BMW Motorrad setzt auf den größten Boxermotor in der Geschichte des Unternehmens - 1802 cm3, 91 PS und 158 Nm. Harley-Davidson toppt hubraummäßig alles mit seinem Milwaukee Eight 117 V-Twin: 1923 cm3, 105 PS und 168 Nm.
Die Sitzhöhe ist bei der Indian mit 672 Millimetern am geringsten. Indian setzt als einzige Maschine in diesem Vergleich auf lange Haxen, die auf großzügig bemessenen Trittbrettern ruhen. BMW Motorrad geht mit seiner BMW R 18 B einen eigenen Weg: Durch die mächtigen Boxerzylinder bleibt dem Fahrer nur die klassische Sitzposition.
Den Technikvergleich entscheidet BMW Motorrad für sich. Die R 18 B gehört zu den ganz wenigen Motorrädern, die bereits mit Abstandsradar geordert werden können. Indian berechnet für seinen adaptiven "Pathfinder" LED-Scheinwerfer inklusive Kurvenlichtfunktion extra. Harley-Davidson spendiert "Grand American Touring"-Modellen wie der Road Glide ST serienmäßig ein kurvenoptimiertes ABS samt Antriebsschlupfregelung.
Fahrzeugdaten im Vergleich
| Merkmal | BMW R 18 B | Indian Challenger Dark Horse | Harley-Davidson Road Glide ST |
|---|---|---|---|
| Motor, Bauart/Zylinder | Boxer/2 | PowerPlus/V2 | Milwaukee Eight 117/V2 |
| Hubraum | 1802 cm³ | 1768 cm³ | 1923 cm³ |
| kW (PS) bei U/min | 67 (91)/4750 | 90 (121)/5500 | 77 (105)/5450 |
| Nm bei U/min | 158/3000 | 178/3800 | 168/3500 |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 177 km/h | 175 km/h |
| Antrieb | Kardan | Riemen | Riemen |
| Bremsen vorn/hinten | 2x 300-mm-Scheibe/300 mm | 2x 320-mm-Scheibe/298 mm | 2x 300-mm-Scheibe/300 mm |
| Reifen vorn/hinten | 120/70 R 19 / 180/65 B 16 | 130/60 B 19 / 180/60 R 16 | 130/60 B 19 / 180/55 B 18 |
| Gewicht | 398 kg | 377 kg | 382 kg |
| Sitzhöhe | 72 cm | 67,2 cm | 71,5 cm |
| Preis (exkl. Auslieferung) | 27.760 Euro | 31.940 Euro | 33.195 Euro |
Fazit: Die harmonische Indian beeindruckt am stärksten, die BMW ist nahezu perfekt und die Harley kernig.
Indian Scout Bobber
Die Indian Scout Bobber ist eine Hommage an die sportlichen Umbauten der späten 1940er-Jahre. Mit reduziertem Design, kraftvollem Antrieb und sportlichem Charakter sorgt sie für puristischen Fahrspaß. Die zahlreichen schwarz lackierten Teile wie Tacho, Räder, Scheinwerfergehäuse und Doppelauspuffanlage bewirken den minimalistischen Look.
Der von der Schweizer Firma Swissauto entwickelte Motor ist ein wassergekühlter 1.133 ccm V2 mit 95 PS und 97 Nm Drehmoment. Das Fahrwerk basiert auf einem vorderen und einem hinteren Alu-Gussteil, welche oberhalb des Motors mit zwei Stahlrohren miteinander verschraubt sind.
Die Ergonomie passt für kleinere Piloten im bequemen Solosattel in lediglich 649 Millimetern Höhe richtig gut. Rund vier Zentimeter weiter hinten positionierte Fußrasten und ein neuer Tracker-Lenker bewirken eine insgesamt sportlichere und fahraktivere Sitzposition als auf dem Basismodell. Der tiefe Schwerpunkt erleichtert das Manövrieren im Stand und begünstigt Handling und Agilität im Verkehr.
Fazit: Die Indian Scout Bobber bietet ein gutes und sicheres Fahrgefühl, einen kultivierten und vibrationsarmen Motor und lässt sich einfach und zielgenau steuern.
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