Die Wahl der richtigen Zündkerzen ist für die Leistung und Zuverlässigkeit eines Motorrads von entscheidender Bedeutung. Iridium-Zündkerzen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch sind sie wirklich besser als Standardkerzen? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von Iridium-Zündkerzen im Motorradbereich.
Was sind Iridium-Zündkerzen?
Seit der Erfindung von Zündkerzen hat sich die Technik natürlich weiterentwickelt, auch wenn das Grundprinzip noch immer das gleiche wie vor 130 Jahren ist. Aber vor allem die Materialien wurden verfeinert und einer der edelsten Stoffe, der heutzutage in Zündkerzen zum Einsatz kommt, ist Iridium. Zündkerzen mit Elektroden aus dem seltenen Edelmetall bieten einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Zündkerzen, die häufig aus Nickel bestehen.
Iridium ist mit einem Schmelzpunkt von 2466 °C schon grundsätzlich robuster und hitzebeständiger als Nickel (Schmelzpunkt: 1455 °C). Das verringert die Elektroden Erosion und verbessert die Haltbarkeit der Zündkerze. Die Iridium IX Zündkerze von NGK soll zum Beispiel doppelt so lange halten, wie eine Standard-Zündkerze.
Vorteile von Iridium-Zündkerzen
- Längere Lebensdauer: Der Vorteil von Iridiumkerzen ist, dass sie der Funkenerosion besser wiederstehen und daher haltbarer sind. BMW Motorrad gibt für die Standardzündkerzen ein Wechselintervall von 20.000 km vor. Dem Aussehen und Verhalten nach packen die Iridium nach meiner Erfahrung das Doppelte ziemlich sicher. Deren "Gesichter" sehen aber nach 20 Mm deutlich schlechter aus als die der Iridium nach wesentlich mehr Kilometern.
- Besserer Motorlauf: Habe NKG Iridium drin. Etwas runderer Motorlauf. Iridium von NGK hatte ich bei meiner 850er und jetzt in meiner 1150er. Der Motor läuft etwas "runder".
- Optimierte Zündung: Durch die Verwendung von Iridium kann diese extrem dünn gehalten werden, wodurch sie bereits bei geringen Zündspannungen energiereiche Funken zur Entflammung des Kraftstoff-Luft-Gemischs im Brennraum liefert. Diese Eigenschaft soll die Zündung optimieren, Fehlzündungen und Aussetzer verringern oder verhindern und somit für einen saubereren Motor- lauf sorgen. Außerdem versprechen die Hersteller eine spontane Gasannahme, ein besonders gutes Freibrennverhalten (kein Verrußen der Kerze).
- Kraftstoffverbrauch: Theoretisch braucht sie das nicht: Wenn wir annehmen, dass die Iridium-Zündkerze eine effizientere Verbrennung ermöglicht (was die Hersteller anpreisen), wird weniger Sprit benötigt um eine Geschwindigkeit von bspw. 50km/h zu erreichen und zu halten. Bei Volllast macht das natürlich keinen Unterschied.
Nachteile von Iridium-Zündkerzen
- Höherer Preis: NGK und gut ist. Iridium kostet viel mehr und bringt wenig Vorteile. Ist nur Geld verbrannt. Der höhere Preis muss natürlich akzeptiert werden- war aber früher genauso bei den z.B.
- Nicht immer spürbare Vorteile: Ich habe seit dem letzten Service, also seit ca. 6tkm auch Iridium Kerzen drin. Ich merke keinen Unterschied, weder beim Verbrauch noch beim Motorlauf. Merke keinen Unterschied bezüglich Motorlauf.
- Potenzielle Probleme bei falscher Anwendung: Was sie nicht vertragen haben ist Blei, das es damals in manchem Sprit noch gab.
Weitere wichtige Aspekte
Ohne Zündkerzen geht im Motor nichts. Sie sorgen für den springenden Funken, der das Benzin-Luft-Gemisch entzündet. Zündkerzen müssen bei der richtigen Temperatur arbeiten, um optimal zu funktionieren. Der Idealbereich liegt zwischen 450 und 850 °C. Der Wärmewert einer Zündkerze ist immer auf den jeweiligen Motor abgestimmt. Dieser wird in Zahlen angegeben und ist im Zündkerzen-Code zu finden.
Zündkerzen zeigen uns wenn etwas nicht stimmt. Links eine verrußte ZK nach zu kaltem Einsatz. Rechts eine geschmolzene ZK nach einem viel zu heißem Motor. Im Extremfall schmilzt die Zündkerze, dann ist sogar ein schwerer Motorschaden möglich. Schraubt man die Zündkerze raus und begutachtet die Spitze, ist rund um die Elektrode im Idealfall ein leicht brauner Belag zu sehen.
Zündkerzen sind in den Zylinderkopf geschraubt und sollten hier nur mit dem richtigen Drehmoment festgezogen werden. Um sicherzugehen, dass auch das richtige Drehmoment angewendet wird, nutzt man am besten einen Drehmomentschlüssel. Wie viel Nm genau notwendig sind, steht im Betriebshandbuch des Motorrads oder auf der Herstellerseite von NGK.
Testergebnisse zum Kraftstoffverbrauch
MOTORRAD hat in Ausgabe 2/2006 darüber berichtet. Letzter Schrei sind Iridium-Kerzen. Natürlich besteht nicht die gesamte Zündkerze aus dieser Platinlegierung, sondern lediglich die besonders beanspruchte Mittelelektrode.
MOTORRAD hat den Reifenverschleißtest im Frühjahr über 4600 Kilometer (siehe MOTORRAD 12/2006) dazu genutzt, die Kraftstoffspar-These zu überprüfen. Um Unterschiede herauszubekommen, wurden drei der sechs Test-Buell vom Typ XB12S mit Standardkerzen und die anderen drei mit Iridium-Kerzen ausgestattet. Da während des Tests die Motorräder innerhalb des Sechser-Konvois ständig durchgewechselt wurden, ergaben sich in der Endabrechnung über die Gesamtdistanz gesehen absolut gleiche Bedingungen für jedes Motorrad.
Die Differenz beträgt gerade mal 0,5 Prozent. Um die bei der Zweizylinder-Buell entstandenen Mehrkosten von rund 15 Euro pro Iridium-Kerze zu kompensieren, müssten Motorradbesitzer bei einem Spritpreis von 1,30 Euro/Liter also rein rechnerisch rund 75000 Kilometer damit fahren.
| Zündkerzentyp | Kraftstoffersparnis |
|---|---|
| Iridium-Kerzen | 0,5% |
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