Isarursprung Radtour ab Scharnitz: Ein umfassender Guide

Der Isarradweg lockt uns und wir möchten einen der bayrischsten Flüsse mit dem Fahrrad erkunden. Dafür machen wir uns auf den Weg zum Isarursprung, dem Quellgebiet der Isar im Karwendel. Der Isarursprung liegt im Karwendel bei Scharnitz in Tirol. Er offenbart sich als ein bezauberndes Naturereignis. Der Mythos Isar - hat seinen Ursprung im Karwendelgebirge.

Anreise nach Scharnitz

Von München fahren wir mit dem Zug, in etwas weniger als zwei Stunden, nach Mittenwald. Ohne Umsteigen können wir so mit der Regionalbahn durchfahren. Eine andere Möglichkeit wäre der Zielbahnhof Scharnitz, allerdings muss man dafür den Zug in Garmisch-Partenkirchen wechseln. Auch von österreichischer Seite kann man Scharnitz, in etwa einer Stunde, gut mit dem Zug von Innsbruck aus erreichen.

Parkmöglichkeiten in Scharnitz und Mittenwald

  • Parkplatz Länd in Scharnitz (kostenpflichtig)
  • "P1" - Parkplatz am Bahnhof in Mittenwald (kostenpflichtig)
  • Parkplatz "P1" am Bahnhof in Mittenwald (kostenpflichtig)
  • Parkplatz "P2" am Dekan-Karl-Platz in Mittenwald (kostenpflichtig)

Öffentliche Verkehrsmittel

  • Bahnhof Scharnitz (DB/ÖBB München - Garmisch-Partenkirchen - Innsbruck)

Start in Scharnitz

In Mittenwald angekommen, bemerken wir gleich am Bahnhof wie viele Radfahrer unterwegs sind. Viele, wie wir, kommen mit ihrem eigenen Fahrrad, andere leihen sich direkt vor Ort Fahrräder aus. Mehrere Fahrradverleiher bieten diese Möglichkeit rund um den Bahnhof. Und egal ob Tourenbike, Mountainbike, mit oder ohne E-Unterstützung, hier findet jeder das für ihn passende Fahrrad.

Scharnitz liegt 964 m über dem Meeresspiegel zwischen Mittenwald und Seefeld, wie ein Nest eingebettet in die Alpenwelt am Fuße des Karwendel- und Wettersteingebirges am Flusslauf der Isar. Mit seinem Beinamen "Tor zum Karwendel" ist Scharnitz als Ausgangspunkt für kleinere und größere Wanderungen in die romantischen, wildreichen Karwendeltäler bekannt geworden.

Die Radtour zum Isarursprung

Nach einem kleinen Frühstück in der Innenstadt Mittenwalds machen wir uns auf den Weg zum Ursprung der Isar im Karwendel. Die Fahrt zur ‚Quelle‘ sparen wir uns hier, da wir die Strecke in der Folge beschreiben. Es sei jedoch angemerkt, dass bereits die Hinfahrt ungewöhnlich schöne Ausblicke auf die Isar parat hält und man für den Genuss dieser und den unvermeidlichen Fotostopps für die etwa 20 km von Mittenwald bis zum Isarursprung etwas mehr Zeit einplanen sollte.

Aufgesattelt, mit voller Trinkflasche und dem Fotoapparat griffbereit geht es vom Parkplatz direkt an der Isar los, in Richtung Hinterautal. Der Isarursprung ist von Anfang an sehr gut ausgeschildert. Die ersten Meter verläuft diese Tour über Teerstraßen, bis ans Ortsende von Scharnitz. Kurz vor dem Ferienhaus „Alpenchalet“ beginnt die erste und einzige steilere Passage dieser Tour.

Keine Angst, wenn du die Isar zu diesem Zeitpunkt aus den Augen verloren hast. Du befindest Dich lediglich ein paar Meter über ihr. Mit voller Wucht schießt Sie dort unten durch die enge Schlucht. Gespeist wird Sie hier von einigen kleinen Bächen und Wasserfällen, die vor allem im Frühsommer imposant sind.

Die Route zum Ursprung der Isar führt nach diesem ersten Aussichtspunkt weiterhin oberhalb der Isar, daher solltest du bei der ersten kleinen Abzweigung auch unbedingt auf dem oberen Weg bleiben. Der dich nach ein paar Kurven durch ein kleines Flussbett hinab zur Isar bringt. Der Fahrtwind, der mir bei der kurzen Abfahrt entgegen kommt trocknet meine nassen Füße direkt wieder. Perfekt, denn ab hier folgt die Route der Isar bis zum Ursprung auf Augenhöhe.

Bemerkenswert ist, dass uns trotz vieler anderer Radler, spätestens mit dem Verlassen der Gemeinde Scharnitz, eine ganz besondere Stimmung, eine besondere Ruhe umgibt. Angekommen am Isarursprung stellen wir unsere Fahrräder zunächst ab und machen uns zu Fuß auf einen Rundweg ins Quellgebiet der Isar. Hier wird auf Tafeln erklärt, woher das Wasser kommt, das dieses Rinnsal speist. Hier ist die junge Isar wohl das erste Mal als eigenständiger Bach auszumachen. Je nach Witterung führt sie bereits mehr oder weniger Wasser.

Wir haben für uns ein Holzrohr zum wahren Beginn erklärt, aus dem das klare, frische etwa 5°C kalte Wasser in einen ersten kleinen Bach sprudelt. Angenehm erfrischend ist es und wir füllen unsere Wasserflaschen auf, zumal dem hier ‚rechtdrehenden‘ Wasser besondere Wirkung und heilende Kräfte nachgesagt werden.

Wir könnten an diesem wild-romantischen Ort noch lange bleiben, zumal ein wunderschöner Ratsplatz mit Tischen und Bänken zum Verweilen einlädt. Doch ruft uns der Isarradweg zu, dass wir uns langsam auf den Weg machen sollen. Die kommenden etwa zwölf Kilometer im Hinterautal bis Scharnitz sind ein einziger Genuss.

Und auch wenn wir auf dem Weg ja bereits entgegengesetzt zum Ursprung der Isar geradelt sind, benötigen wir für diese meist leicht bergab laufende Strecke fast 1 ½ Stunden. Mal fährt man direkt neben der Isar, die bereit hier Kilometer für Kilometer größer und wilder wird, mal schaut man von oben auf die Isar, auf das Tal, dass der Fluss hier über Jahrtausende in den Talboden des Karwendels gefräst hat.

Kühe, die auf den wenigen, kleinen Weideflächen grasen, zahlreiche Vogelarten, Schmetterlinge, Reptilien und einer wunderbaren Blumenwelt begleiten uns und ergänzen die spannenden Landschaftseindrücke. Immer wieder kommen links und rechts neue Zuflüsse hinzu und vergrößern die Isar sehr schnell zu dem einzigen noch existierenden Wildfluss Bayerns.

Der Isarursprung: Ein magischer Ort

Ich habe mein Radl an den Zaun gesperrt und bin zu Fuß durch das große Holzgatter, in Richtung Isarquellen losgegangen. Unzählige wunderschön angelegte Pfade führen durch diesen kleinen Park, mitten in den Bergen. Ohne die Schilder, die den Weg Richtung Quelle ausschreiben, hätte ich mich wohl in einem der kleinen Pfade verlaufen.

Nach gemütlichen 5 Minuten gelange ich aber an die Isar Quelle 2. Die sich nur durch ein Holzschild erahnen lässt. Zuviel Wasser ströhmt bereits von Isar Quelle 1 daher. Ein paar Meter durch den Park, über eine schöne kleine Brücke muss ich noch nehmen. Dann stehe ich direkt vor der Isar Quelle. Hier rinnt das Wasser aus vielen Stellen einfach so aus dem Boden heraus. Wunderschön einmal hier zu sein. Was für einen weiten Weg das Wasser, welches gerade vor mir aus dem Boden kommt, nun vor sich hat.

Die Isarquelle und ihre Besonderheiten

Der offizielle Isarursprung ist keine einzelne Quelle, sondern wie auch beim Lech sind es einige Quellen, die zusammen den Ursprung der Isar bilden. Im Falle der Isar sind es die Quellen im Hinterautal - östlich von Scharnitz. Der Isarursprung befindet sich zwischen der Kastenalm und und der Gleirschhöhe. Das liegt mitten im Karwendelgebirge, rund 12 Kilometer von Scharnitz entfernt. Hier oben nimmt die Isar ihren Lauf, um von Tirol hinter Scharnitz nach Bayern zu fliessen.

Hinter einem Holzgatter betrete ich eine Art „wilden Park“ im Karwendel. Auf einem breiten gekiesten Weg gehe ich in das Isarquellgebiet. Links und rechts säumen Latschen den Weg. An einigen Ecken gluckert es. Dann wieder der Blick auf ein glasklares Wasserbecken. Daneben eine Bank zum Rasten. Und so schlängelt sich der Weg bis zum großen Rastplatz mit einem Ahornbaum. Hier steht auch eine Bank samt Tisch. Ein schöner Platz!

Daneben fließt die junge Isar, aus einem Holzrohr plätschert das 4-6 Grad kalte Wasser. Da das Wasser hier rechtsdrehend ist, kommen viele Menschen um Wasserflaschen zu füllen. Rechtsdrehendes Wasser ist sehr selten, ihm wird eine besondere Qualität und Heilwirkung zugeschrieben.

Einkehr in der Kastenalm

Im direkten Bereich der Isarquellen gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Aber wenige Kilometer weiter, Richtung Talschluss kommt die Kastenalm. Die passt perfekt mit in diese Tour, ohne weitere nennenswerte Höhenmeter zurückzulegen gelangt man mit dem Rad fast bis an den gemütlichen Almgarten. Die letzten Meter um die Kuhweide musst du jedoch zu Fuß gehen.

Ich gönne mir eine Brotzeit und eine frische Buttermilch. Das schmeckt mitten in den Bergen doch am besten! Nach der kleinen Stärkung gehe ich zurück zum Rad und rolle ganz gemütlich nach Scharnitz zurück. Die knappen 400 hm der Tour sammelst du ja schon auf dem Hinweg. Zurück geht es dafür fast nur bergab.

Alternative Routen und Tipps

Ab dem Isarhorn ist es möglich rechterhand der Isar über die Forststraßen bis nach Wallgau zu fahren. Ab Wallgau ist der Weg rechterhand der Isar bis Vorderriss teils sehr steinig mit Gefahrenstellen und nur für geübte Mountainbiker geeignet.

Planen Sie bei Möglichkeit diese Etappe nicht auf Sonn- und Feiertage, da hier auf der Mautstraße von Wallgau bis Vorderriss sehr viel Ausflugsverkehr ist und die Bundesstraße nach Fall über keinen straßenbegleitenden Radweg verfügt.

Für alle, die gerne Radfahren und Wandern, bietet sich die Möglichkeit an von der Kastenalm noch weiter in Richtung Hallerangeralm zu wandern. Der Aufstieg dauert etwa 2,5 Stunden und belohnt Wanderer mit dem Blick zum Lafatscher und einer gemütlichen Einkehr auf der Alm.

Wichtige Informationen

Beste Jahreszeit

Von ca. Mitte Mai bis Oktober befahrbar (witterungsabhängig)

Notfälle

Im Notfall verständigen Sie bitte die nächstgelegene Rettungsleitstelle. Die Begehung bzw. die Befahrung aller beschriebenen Touren der Alpenwelt Karwendel erfolgt auf eigene Gefahr. Die Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte kann nicht garantiert werden.

Zusammenfassung

Der Weg von Scharnitz hinaus zum Ursprung der Isar. Vorbei an wunderschönen Felsformationen, hunderten Stoamandln und kleinen Holzbrücken ist für eine Radtour gerade zu geeignet. Zu Fuß wäre mir die Strecke zu anspruchslos und zu weit.

Der Isarradweg ist ideal für alle, die eine mehrtägige Tour mit abwechslungsreicher Natur, charmanten Orten und moderaten sportlichen Herausforderungen suchen. Mit dem E-Bike ist die Strecke auch für Einsteiger*innen gut machbar. Der Isarradweg verbindet Natur, Kultur und sportliche Bewegung auf perfekte Weise. Er ist gut ausgeschildert, abwechslungsreich und sowohl mit klassischem Tourenrad als auch mit E-Bike bestens zu bewältigen.

Karte der Tour

[Hier könnte eine Karte der Tour eingebunden werden]

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