Das "Hotel der Rätsel" in Rimini empfängt seine Gäste freundlich, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine dunkle Vergangenheit. Hier, in der Residence Le Rose, fand man am 14. Februar 2004 den leblosen Körper von Marco Pantani, dem gefeierten Radsportler.
Viele Rätsel darum, was sich in den Stunden vorher dort ereignet hat, sind bis heute nicht gelöst. Das schnelle Urteil der Gerichtsmediziner damals lautete: Suizid durch eine Überdosis Kokain. Das Radsportidol Pantani, gestorben wie ein Junkie.
Die Legende lebt weiter
In Cesenatico, Pantanis Heimatstadt, erinnert ein Denkmal an den "großen Champion", der mit seinen "unvergesslichen Heldentaten beim Giro d'Italia und der Tour de France Millionen Fans zum Träumen gebracht hat".
Mit Passanten am pittoresken Kanal im Ortszentrum Cesenaticos kommt man schnell über Pantani ins Gespräch. "Er ist immer noch so beliebt, weil er auch in seinen größten Zeiten nie hochnäsig und für alle ansprechbar war", erzählt Daniele Balestri, der Pantanis Triumphe als junger Fan erlebt hat. Das ganze Land habe ihn geliebt für seine anarchische Art des Radfahrens, für seine mutigen Attacken am Berg, die sich kein anderer getraut habe.
Noch heute sind Radsportklubs in Italien nach Pantani benannt, Denkmäler für ihn stehen auch in Fondi in der Nähe von Rom und in der Maremma in der Toskana.
Das Pantani-Museum in Cesenatico
Im Museum am Bahnhof Cesenatico wartet Serena Boschetti und führt durch die Räume. Das erste Fahrrad, auf dem der kleine Marco für die Radsportgemeinschaft "Fausto Coppi Cesenatico" die ersten Siege einfuhr. Erinnerungen an die ersten legendären Siege auf den Bergetappen der Tour de France und des Giro d’Italia. Das Rosa Trikot des Giro und das Gelbe Trikot der Tour, die beiden großen Rundfahrten, die Pantani 1998 als bislang letzter Radsportler innerhalb eines Jahres gewann. Und mehr als ein halbes Dutzend der Bandanas Pantanis, der zusammengeknoteten Kopftücher.
Als Sonnenschutz hat er sie sich über seine Glatze gezogen, es trug ihm den Spitzennamen "il pirata", der Pirat, ein.
Zweifel am Suizid und Dopingvorwürfe
Serena Boschetti ist die Nichte Pantanis. Sie glaubt nicht, dass ihr Onkel sich selbst getötet hat und bestreitet, dass Pantani gedopt war. Für ihren Onkel sei "eine Welt zusammengebrochen", als er im Giro 1999 in Madonna di Campiglio wegen eines zu hohen Hämatokrit-Wertes aus dem Rennen musste - zwei Tage vor dem Ende der Rundfahrt, als Führender im Gesamtklassement, mit fünf Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz.
"Die Staatsanwälte in Forlì haben 2014 erklärt, die Proben seien manipuliert worden", erklärt Boschetti. B-Proben habe es damals noch nicht gegeben und so führte ein gemessener Hämatokrit-Wert von 52 Prozent (Grenzwert waren 50 Prozent) zum Ausschluss Pantanis: "An diesem Tag ist er in eine große Krise gestürzt, weil plötzlich niemand mehr an ihn geglaubt hat", sagt Boschetti. Davon habe sich ihr Onkel nie mehr erholt.
Die Familie Pantanis und seine Fans vertreten bis heute die These, der Ausschluss vom Giro 1999 sei ein Komplott gewesen. Unter anderem, weil ein Test, den Pantani in einem anerkannten Labor am Nachmittag desselben Tages machte, einen Hämatokrit-Wert deutlich unterhalb des Grenzwertes ergab.
Die Gegenseite: Doping als Fakt
Marco Travaglio schüttelt darüber den Kopf. "Von wegen Komplott", sagt Italiens bekanntester Investigativjournalist. Pantani sei ein Dopingsünder gewesen und als er beim Dopen erwischt wurde, seien Legenden geknüpft worden. Es sei gerichtsfest, dass Pantani Blutdoping betrieben hat, meint Travaglio. Vor der Operation im Krankenhaus seien Bluttests gemacht worden. Dabei sei ein Hämatokrit-Wert von 60,1 Prozent festgestellt worden.
"Blut, dickflüssig wie Marmelade", sagt Travaglio, zu erklären nur mit Blutdoping durch EPO. Er könne menschlich nachvollziehen, dass die Familie Pantanis sich das Bild eines "sauberen Helden" wünsche, meint Travaglio, aber die Fakten sagten anderes.
Ein dunkles Kapitel des Radsports
Marco Ceniti, der für die "Gazzetta dello Sport" arbeitet, hat zum 20. Todestag ein Buch veröffentlicht, in dem er in Romanform die Lebensgeschichte Pantanis erzählt. Es seien damals in der Tat "dunkle Jahre für den Radsport" gewesen, meint auch Ceniti. Bis zum Jahr 2000 sei EPO nicht nachweisbar gewesen, daher seien vermutlich alle "auf diese Art und Weise gefahren".
Was Pantani zerstört habe, sagt Ceniti, sei die Tatsache, dass er in den Medien lange als "einzig fauler Apfel" behandelt wurde. Der Giro- und Toursieger musste sich in Italien sieben Prozessen stellen, nie ist er verurteilt worden.
Der Tod Pantanis in der Hotel-Residenz in Rimini ist für Ceniti ein "dunkles, immer noch ungeklärtes Kapitel". Der gefallene Radstar habe sich damals schon im Drogentunnel befunden, meint Ceniti: "Marco hat gedacht: Ich bin stark, ich habe die Berge besiegt und dann kann ich auch das Kokain kontrollieren."
Ceniti bezweifelt allerdings, dass Pantani sich mit einer Überdosis Kokain getötet hat. Sein Vorwurf: Die Polizei habe damals im höchsten Maße schlampig gearbeitet. Sehr schnell habe sie sich auf die These "Suizid durch Überdosis" festgelegt und beispielsweise keine Fingerabdrücke im Zimmer genommen.
Neue Ermittlungen und ihre Ergebnisse
Pantanis Familie hat vor einigen Monaten eine weitere Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft Rimini angestrengt, um zu beweisen, dass es vor zwanzig Jahren kein Suizid, kein Drogenunfall, sondern Mord war. Die Mutter Pantanis vertritt die These, die extrem hohe Menge an Kokain sei ihrem Sohn eingeflößt worden.
Vergangene Woche aber berichteten mehrere italienische Zeitungen, auch die aktuellen Untersuchungen hätten keine neuen Erkenntnisse darüber gebracht, was im Hotel an der Strandstraße in Rimini vor 20 Jahren geschehen ist. Die Ermittlungen würden in Kürze eingestellt. Die Justiz gehe weiter davon aus, dass Italiens berühmtester Radfahrer durch eine Überdosis Kokain gestorben ist.
Rekonstruktionen des Tathergangs sind zwanzig Jahre danach nicht mehr möglich.
Italienisches Radrennen im Kreuzworträtsel
Eine Lösung zur Frage „italienisches Radrennen“ ist GIRO. Kurz und knackig: Mit nur 4 Buchstaben ist die Lösung (GIRO) kürzer als die meisten in der Sparte Italienische Personen und Geografie.
| Begriff | Lösung | Buchstabenanzahl |
|---|---|---|
| Italienisches Radrennen | GIRO | 4 |
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