Dreirad-Roller erweisen sich als großartige Alternative zu Autos, um den täglichen Weg zur Arbeit zu erledigen. Insbesondere, da die meisten dieser Fahrzeuge inzwischen - zumindest in Österreich und Deutschland - auch mit dem B-Führerschein und ohne jeglichem Zusatz gefahren werden dürfen. Zwar wiegen sie meist mehr als ihre zweirädrigen Pendants, doch dank der doppelten Bereifung in der Front bieten sie ein Plus an Sicherheit auf schlechten, beziehungsweise rutschigen Straßen.
Piaggio Ape: Ein zeitloser Mythos
Ape wurde der Öffentlichkeit am 23. September 1948 vorgestellt. Es steht also der 70. Geburtstag für dieses besonders sympathische Fahrzeug bevor, das auf der ganzen Welt bekannt und vielseitig wie kein anderes ist. Aber Ape ist ein unvermutet zeitgenössisches Produkt, das die Neugier und die Zuneigung zahlreicher Personen auf sich zieht, die dies in Veranstaltungen, Projekten, Blogs, auf Internet-Seiten und vielem mehr kundtun.
Kein Nutzfahrzeug auf der ganzen Welt hat eine mit Ape vergleichbare Geschichte: Deshalb haben wird beschlossen, Ihnen diese ganz genau zu erzählen!
Technische Details der Piaggio Ape
Der Lastenroller Piaggio Ape ist seit 1947 ein italienisches Kultfahrzeug. Das auf der Vespa basierende Rollermobil wurde 2024 in Europa eingestellt, lebt aber in Indien und Afrika weiter.
Das Modell Ape 50 wird durch einen Einzylinder-Zweitakt-Benzinmotor angetrieben. Bei der Ape 50 entfällt das für Zweitakt-Motoren typische manuelle Mischen des Kraftstoffs aus Benzin und Öl. Dafür besitzt der Motor einen separaten Öltank und eine Ölpumpe. Mittels der Pumpe wird die notwendige Menge Öl in den Benzintank gepumpt. Der Rückwärtsgang wird über einen Hebel im Boden eingelegt.
Die Abmessungen des Piaggio Ape unterscheiden sich in Hinblick auf Modell und Aufbau sehr deutlich. Der Ape 50 Kasten ist mit einer Länge von 2,50 Metern das kleinste Modell. Bei der Höhe liegt er mit 1,37 Metern im Mittelfeld. Die maximale Zuladung beträgt beim Ape 50 bis zu 170 Kilogramm. Das Modell Ape Classic 400 ist mit bis zu 750 Kilogramm Nutzlast hingegen ein echter Leistungsträger. Die Größe der Ladefläche der Ape 50 Pritsche beträgt 1,35 Meter in der Länge und 1,26 Meter in der Breite.
Bei der Ape 50 Kasten ist die Ladefläche mit 1,19 Metern etwas kürzer. Die Breite beträgt auch hier 1,26 Meter und die Höhe 0,97 Meter. Damit beträgt das Kofferraumvolumen der Ape 50 Pritsche rund 1.450 Liter. Alle Modelle sind ideal für die Stadt und ihre engen Gassen und Straßen und die perfekte Alternative für Motorräder und Vespas.
Piaggio Ape: Varianten und Preise
Seit Ende 2024 werden keine neuen Piaggio Ape mehr in Europa verkauft. Die letzten verfügbaren Modelle waren die Piaggio Ape 50 sowie die Piaggio Ape Classic 400. Beide Modelle sind mit Pritschen- und Kastenaufbau erhältlich. Daneben gab es nur auf Bestellung eine Variante ohne Aufbau. Diese konnte vom Käufer mit eigenen Aufbauten zu Werbezwecken versehen werden. Die Piaggio Ape 50 war auch als Offroadvariante mit dem Namenszusatz Cross lieferbar. Das Ape Modell besitzt einen Überrollbügel sowie eine größere Bodenfreiheit für Fahrten ins Gelände. 2007 gab es das Sondermodell Calessino, das als Lifestyle-Fahrzeug konzipiert war.
Da die Produktion in Europa eingestellt wurde, sind nur noch Gebrauchtwagen verfügbar. Gebrauchtwagenpreise der Ape Classic 400 und der Ape 50 besitzen eine große Preisspanne. Preise können sich von 2.500 bis 12.000 Euro für Modelle mit dem gleichen Baujahr bewegen.
Design und Sicherheit
Das Exterieur der Ape ist rein auf Zweckmäßigkeit ausgelegt und orientiert sich am Design der ersten Ape Modelle aus den 40er Jahren. Die letzten Modelle verfügten über moderne LED-Scheinwerfer für bessere Sicht und längere Haltbarkeit. Die Rundumsicht bei der Ape Pritsche ist gut, bei der Ape Kasten allerdings schlecht.
Bei der Sicherheit schneiden alle Piaggio Ape Modelle schlecht ab. Da sie im Grunde Motorroller sind, besitzen sie keinerlei Knautschzone bei Unfällen.
Alternativen zur Piaggio Ape
Es gibt nur wenige Alternativen zu den Kabinenrollern von Piaggio. Dazu zählen Autorikschas des indischen Herstellers Bajaj und seit 2022 der Microlino der Schweizer Micro Mobility Systems AG. Neu hinzugekommen ist der Fiat TRIS, ein vollelektrisches Dreirad, das als direkter Nachfolger der Ape konzipiert wurde. Der Fiat TRIS besitzt einen 48-Volt-Elektromotor mit 9 kW (12 PS), eine Reichweite von 90 Kilometern und kann 540 Kilogramm Nutzlast transportieren. Der in Marokko gebaute TRIS ist vorerst nur für Afrika und den Nahen Osten geplant, ein Europastart wird aber erwogen. Der Preis soll deutlich unter 10.000 Euro liegen.
Piaggio MP3: Der Begründer der Dreirad-Roller
Der Begründer und ewige Klassiker der Dreirad-Roller: Der Piaggio MP3. Mit der neuen Exclusive Version hat Piaggio deutlich nachgelegt und in Sachen Ausstattung das Non plus ultra in dieser Fahrzeugklasse geschaffen: Rückfahrkamera und Retourgang haben wir auf noch keinem anderen Roller gesehen! Zudem überzeugt er mit seinem großartigen Wind- und Wetterschutz, sowie einem riesen Staufach unter der Sitzbank. Über die Jahre gab es verschiedenste Baureihen in mehreren Motorstärken, doch das Highlight ist bestimmt der aktuelle 530er Motor.
Piaggio MP3 400 hpe
Piaggio erweitert die MP3-Familie um ein neues Modell mit 400 Kubik. Das neue Dreirad mit Neigetechnik schiebt sich zwischen die 300er und die 500er.
Jetzt stocken die Italiener ihr Angebot um eine neue Version mit 399 Kubikzentimeter-Viertakteinzylinder auf, die sich zwischen den Bestandsmodellen MP3 300 hps und MP3 500 hpe Sport Advanced einsortiert und die alte 350er-Version ersetzt. Der neue MP3 400 hpe ist in einer Basis- und einer Sport-Version zu haben.
Auch leistungsmäßig sortiert sich der Euro 5-400er mit 35,4 PS und 37,7 Nm Drehmoment zwischen 26 PS starken 300er und dem 44 PS starken 500er ein und liegt so genau auf Augenhöhe mit dem Peugeot Metropolis und dessen neuer Ausstattungsvarianten.
Die dreirädrige Grundauslegung und die Neigetechnik teilen sich alle drei Modelle, optische Zwillinge sind der 400er und der 500er. Im Frontschild stecken LED-Tagfahrleuchten, die Rauchglasscheibe mit integrierten Handschützern bietet viel Windschutz. Das beleuchtete Staufach unter der elektrisch verriegelten Sitzbank nimmt zwei Integralhelme auf. Im Staufach über den Armaturen findet sich ein e USB-Ladesteckdose. Das Mia-Kommunikationssystem, das Smartphones per Bluetooth ins Bordsystem integriert, gehört beim 400er zur Serienausstattung. Zur Ausstattung aller MP3-Modelle gehören ABS und eine Traktionskontrolle.
Der Piaggio MP3 400 hpe ist in zwei Farbvarianten erhältlich: Nero Lucido und Grigio Materia, jeweils in Kombination mit einer schwarzen Sitzbank und grau lackierten Felgen. Gleich vier Farbvarianten sind für den Piaggio MP3 400 hpe Sport verfügbar: Nero Meteora, Bianco Luna, Argento Cometa und Blu Zaffiro.
Peugeot Metropolis 400
Die Idee, sich an Autofahrer zu richten, macht wohl kauf ein Dreirad-Roller besser als der Peugeot Metropolis. Bereits in der Optik ist das zu erkennen: Lichtelemente und Armaturen ähneln jenen der Peugeot Autosparte stark. In Sachen Stauraum kann er zudem punkten: Dank einer praktischen Durchreiche vom Heck bis unter den Fahrersitz können auch längere Gegenstände transportiert werden. Während der Fahrt überzeugt der kräftige Motor und das gute Gefühl für die Vorderräder. Angeboten wird er in verschiedenen Varianten.
Yamaha Tricity 300
Yamaha hat im Jahr 2020 mit dem Tricity 300 den Schritt unternommen, nun auch in der 300er Klasse der Dreirad-Roller aufzutreten. Hierbei setzt Yamaha beim Tricity 300 ebenfalls auf das Leaning Multi Wheel-Neigetechnik, ein Anti-Kipp-System, welches das Fahrzeug beim Halten an Ampeln stabil aufrecht hält.
Yamaha Niken GT: Ein kontroverses Design
Die Yamaha Niken GT ist ein Motorrad mit drei Rädern und kontroversem Design. Sie hat auch einen neuen Motor und weitere Verbesserungen bekommen.
Es ist zum Verzweifeln: Da entwickeln findige japanische Ingenieure in jahrelanger Arbeit ein grandioses Motorrad mit drei Rädern und so gut wie niemand will es kaufen. Gerade mal 3000 Stück haben die Japaner seit Mitte 2018 weltweit absetzen können, wovon 551 Stück in Deutschland zugelassen worden sind.
Der, ob der vorne wohnenden Neigetechnik extrem massige Vorbau lässt selbst Wohlmeinende tief schlucken und hörbar atmen. Insbesondere die Kombination mit einem schlanken Heck, das "typisch Motorrad" ist, stellt einen argen Kontrast dar.
Fahrleistungen und Fahrsicherheit
Die dreirädrige Kurvenkünstlerin pfeilt ultrastabil um Biegungen jedes Radius‘. Egal ob der Untergrund super grippt oder aber nass-krank, dreck-krank oder sonstwie bösartig erscheint: Situationen, in denen sich die Arme von Motorradfahrern gerne unbewusst versteifen, kümmern einen auf der Niken nicht. Sie bügelt über all das hinweg, als wäre nichts.
Schon eher erstaunt, wie viel mehr zwei Räder verzeihen beziehungsweise möglich machen. In unbekanntem Terrain mächtige Schräglagen um die 40 Grad abreiten? Let’s grins. In Schräglage bremsen? Was soll’s. Ähnlich viel Fahrspaß bei unfassbar hoher Fahrsicherheit unter wechselnden, unbeständigen Fahrbahnbedingungen kann kein reguläres Motorrad bieten.
Die Kombination aus 270 Kilogramm Leergewicht und 85 kW/115 PS Motorleistung führt zu einer Fahrdynamik, die so gut wie jeden Pkw mit weniger als 400 PS schwächlich erscheinen lässt. Und dazu kommen die für Autofahrer ungewohnten Schräglagen, die Windkräfte am Helm und weitere motorradtypische Begleiterscheinungen.
Verbesserungen der 2023er-Generation
Die weiteren Änderungen der 2023er-Generation betreffen nicht das Konzept, sondern alleine dessen Umsetzung. So gibt es eine Modifikation des Stahlrahmens mit dem Ziel einer leichten Massenverschiebung. Dazu wird der Motor um fünf Grad stärker nach vorne geneigt, was neue Aufhängungspunkte erforderlich machte. Auch gibt es eine neue Abstimmung der Schwinge.
Das Triebwerk entspricht weitgehend dem aktuell in der Tracer 9 verwendeten Aggregat. Es bietet gegenüber der Ur-Niken bei 42 ccm mehr Hubraum deutlich mehr Kraft. Das ist angesichts des beträchtlichen Fahrzeuggewichts sehr willkommen. Dass der Ansaugtrakt leiser arbeitet und die Auspuffanlage überarbeitet worden ist, empfinden wir ebenfalls positiv.
Zu notieren sind zudem ein jetzt gut funktionierender Quickshifter für kupplungsloses Schalten, ein neues, 7 Zoll großes TFT-Display samt endlich passendem Bedienkonzept, neue Lenkerarmaturen und eine deutlich voluminösere Plexiglasscheibe zugunsten eines verbesserten Windschutzes. Sehr angenehm empfinden wir die neu gestaltete Komfort-Sitzbank. Auch ein Tempomat ist serienmäßig.
Ausstattung der Niken GT
Die Ausstattung der Niken GT ist üppig: Selbst die beiden 30-Liter-Seitenkoffer, zwei Steckdosen und eine Griffheizung sind serienmäßig. Unterm Strich bleiben nur wenige Wünsche offen, beispielsweise die nach automatisch rückstellenden Blinkern oder einem schlüssellosen Startsystem. Auch würde eine Verriegelungsmöglichkeit der Vorderräder manches Rangiermanöver erleichtern.
Technische Daten im Überblick
| Modell | Motor | Leistung | Höchstgeschwindigkeit | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| Piaggio MP3 400 hpe | 399 ccm Viertakt-Einzylinder | 35,4 PS | N/A | N/A |
| Yamaha Niken GT | Tracer 9 Aggregat | 115 PS | 190 km/h | 270 kg |
| Piaggio Ape 50 | Einzylinder-Zweitakt-Benzinmotor | N/A | 25 km/h (gedrosselt) | N/A |
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