Tipps für Jedermann Mountainbike Rennen

Früher oder später stellt sich die Frage: Warum nicht mal bei einem Radrennen starten? Die Emotionen und Erlebnisse, die dich erwarten - Aufregung, Adrenalin, Stolz - wirst du so schnell nicht vergessen. Egal ob du in der ersten Gruppe ins Ziel kommst, mit einer Runde Rückstand oder im Besenwagen. Viele neigen sogar dazu, die eigene Fitness zu unterschätzen.

Was für Radrennen gibt es überhaupt?

Es gibt verschiedene Arten von Radrennen, die sich in Organisation, Teilnahmebedingungen und Schwierigkeitsgrad unterscheiden:

  • Lizenzrennen: Ehrenamtlich von Radsportvereinen ausgerichtete Radrennen, meist auf Rundkursen, die für den Verkehr gesperrt sind. Zur Teilnahme brauchst du eine Rennlizenz.
  • Hobbyrennen: Finden oft am gleichen Tag und auf dem gleichen Kurs wie Lizenzrennen statt. Teilnehmer brauchen keine Rennlizenz.
  • Jedermann-/Jedefrau-Rennen: In der Regel große, von Eventagenturen organisierte Straßenrennen auf attraktiven, für den Verkehr gesperrten Strecken. Eine Rennlizenz braucht es hier nicht, es dürfen aber auch Lizenzfahrer teilnehmen - bis zu einer gewissen Leistungsklasse.

Wie bereite ich mich richtig vor?

Für die allermeisten dürfte es bei der ersten Rennteilnahme nicht um Platzierungen gehen, sondern darum, ohne größere Probleme ins Ziel zu kommen. Und natürlich darum, Erfahrungen zu sammeln. Dafür solltest du zunächst das Anforderungsprofil "deines" Rennens kennen. Ist es ein kurvenreiches Rundstreckenrennen mit vielen Antritten? Ein schneller, flacher Parcours, der dir Tempohärte abverlangt? Oder ein hügeliger Kurs mit hoher Belastung bergauf und ruhigeren Phasen bergab? Davon ausgehend solltest du dein Training anpassen und im Vorfeld gezielt einige zur Rennanforderung passende Intervalle absolvieren.

Du kennst Radsportler:innen, die schon bei Rennen gestartet sind? Frag sie nach Tipps und Tricks - oder trainiere gemeinsam mit ihnen.

Ich habe Angst vor einem Sturz - was kann ich tun?

Stürze kommen vor und lassen sich leider nicht immer vermeiden. Gründe dafür gibt’s viele: Fahrfehler, schlechte oder nasse Straßen, ein plötzlich auftauchendes Hindernis… Vor deinem ersten Rennstart solltest du idealerweise wenigstens einmal mit anderen zusammen Rennrad gefahren sein und die wichtigsten Handzeichen kennen. Dann hast du die Dynamik in einer Gruppe bereits erlebt. Und auch den Windschatten, den Mitfahrer spenden. Solltest du stürzen: falls möglich, Kopf und Schultern einziehen, Katzenbuckel machen und seitlich abrollen, anstatt frontal mit dem Gesicht oder Schlüsselbein zu bremsen.

Niemals ohne Helm: Das Tragen eines Sturzhelms ist bei Radrennen obligatorisch.

Wann und was muss ich vor dem Rennen essen?

Aufgrund der hohen Belastung bei einem Radrennen sind volle Glykogenspeicher essenziell. Daher solltest du schon zwei bis drei Tage vor dem Event deine Kohlenhydratzufuhr in Form von Nudeln, Reis oder Müsli erhöhen. Dazu solltest du ausreichend trinken, denn Glykogen kann nur in Verbindung mit Wasser auch in deinen Muskeln eingelagert werden. Am Renntag solltest du drei bis vier Stunden vor dem Start eine leicht verdauliche, kohlenhydratbetonte Mahlzeit mit wenig Ballaststoffen zu dir nehmen - zum Beispiel weißen Reis oder Toastbrot mit Honig oder Marmelade. Finger weg hingegen von fetthaltigen Speisen wie Nutella oder Eiern mit Speck!

Kurz vor dem Rennen hilft ein kleiner Snack, z.B. eine Banane oder ein Energieriegel. Danach kannst du dich belohnen, z.B. mit Gummibärchen. Das wusste schon Weltmeister Peter Sagan...

Wann muss ich da sein, und sollte ich mich warmfahren?

Parkplatzsuche, Startnummer abholen und befestigen, umziehen, Rad zusammenbauen und checken, Streckeninspektion - vor einem Radrennen gibt’s einiges zu tun. Geschieht das alles unter Zeitdruck, bist du schon vorher gestresst. Deshalb besser eine oder anderthalb Stunden vor dem Start da sein. Wie intensiv du dich warmfährst, hängt von dem Rennen ab - und deinen Ambitionen. Wenn du vom ersten Meter an vorn mitfahren möchtest, es sich um ein Rundstrecken- oder Cyclocross-Rennen handelt oder gleich zu Beginn ein Anstieg wartet, solltest du dich vorher zwanzig Minuten warmfahren und dabei auch mal den Puls hochjagen. Möchtest du der größten Hektik beim Start aus dem Weg gehen oder gibt es eine neutralisierte Einrollphase, kannst du dich auch unterwegs auf "Betriebstemperatur" bringen.

Zu spät dran sein, sollte man nicht, damit vorm Rennen keine Hektik aufkommt.

Muss ich mir eine Rennstrategie zurechtlegen?

Selbst wenn du nicht auf eine gute Platzierung abzielst, solltest du dir vorab einige Gedanken über das Rennen machen. Tipp: Strecke und Höhenprofil anschauen, Gefahrenstellen kennen und wissen, ob Bekannte mitfahren, an denen du dich orientieren kannst. Natürlich solltest du einen Blick in den Wetterbericht werfen und deine Ausrüstung entsprechend wählen. Faustregel: lieber zu warm als zu kalt anziehen, dabei aber in Rechnung stellen, dass dir im Rennen meist wärmer wird als bei einer normalen Ausfahrt. Abhängig von Streckenlänge, Topografie und Wetteraussichten eine Windweste und Verpflegung mitnehmen.

Handelt es sich um eine längere Runde, gehören auch Reifenheber, Ersatzschlauch, Pumpe und Minitool ans Rad. Denn: Kannst du ein Rennen nicht finishen, nur weil du 500 Gramm Gewicht sparen wolltest, wird dich das lange ärgern.

Startnummer abholen und befestigen, umziehen, Rad zusammenbauen und checken... vor einem Radrennen ist einiges zu tun.

Wie fahre ich während des Rennens?

Die erste Frage, die du dir stellen solltest: Wo fahre ich los? Reihe dich bei der Startaufstellung nicht in falscher Bescheidenheit ganz hinten ein, sonst findest du dich schnell in einer abgehängten Gruppe wieder. Vorn schwimmst du womöglich länger im Hauptfeld mit, als du dir selbst zugetraut hättest. Und: Durch Kurven fährt man im vorderen Teil des Pelotons schneller und sicherer, hinten musst du härter antreten und gegebenenfalls Stürzen ausweichen und "Löcher zufahren".

Im Windschatten zu fahren, spart viel Kraft - egal ob im Hauptfeld, in der Ausreißergruppe oder im Gruppetto.

Ansonsten gilt bei einem Rennen für Neulinge ebenso wie für alte Hasen: gerade Fahrlinie ohne Schlenker einhalten, keine plötzlichen Bremsmanöver, vor dem Ausscheren/Anhalten rundum absichern, per Handzeichen oder Zurufe mit den anderen kommunizieren, Hinweise nach hinten weitergeben, keine engen Überholmanöver, kein "Reinstechen in nicht vorhandene Löcher", die rechte Fahrbahnhälfte nutzen, bei Abfahrten die Finger an den Bremsen lassen. Anstatt dich regelwidrig aerodynamisch aufs Oberrohr zu legen, solltest du aufmerksam fahren und Gefahren antizipieren. Unsicher fahrende Mitstreiter überholst du am besten und lässt sie hinter dir.

Sei dir vor allem der Verantwortung bewusst, die du für dich, aber auch für die gesamte Gruppe trägst. Denn wenn du stürzt, reißt du andere mit. Stichwort: Dominoeffekt...

Muss ich unterwegs essen und trinken?

Je nach Rennlänge, ja, unbedingt. Schon bei einer Renndauer von einer Stunde lohnt es sich, spätestens nach 30 Minuten "nachzutanken". Als Faustregel kann gelten: alle 30 Minuten einen Riegel oder ein Gel. Erfahrungsgemäß lassen sich Gels und Kohlenhydrat oder Elektrolytdrinks in der Rennhektik leichter, schneller und sicherer konsumieren. Vertraue dabei nur auf Bewährtes, um deinen Magen-Darm-Trakt nicht zu überfordern.

Ausreichende Verpflegung und womöglich ein Gel mit Koffein helfen übrigens, die Konzentration oben zu halten - wichtig auch mit Blick auf deine Sicherheit.

Wie fahre ich kraftsparend, wann lohnt es sich, "all-in" zu gehen?

Grundsätzlich solltest du den Windschatten anderer Fahrerinnen und Fahrer nutzen, um Kräfte zu sparen. Das bedeutet, dass es kurzzeitig auch mal sinnvoll sein kann, in den roten Bereich zu gehen, um in einer Gruppe zu bleiben. Etwa an kleineren Hügeln: Ist die Kuppe fast erreicht, bleib dran - auf der anschließenden Abfahrt sinkt die Intensität, im Windschatten rollst du dann weiterhin mit. Ist ein Anstieg noch lang oder das Tempo einer Gruppe bereits im Flachen zu hoch, lass sie ziehen. Von hinten kommt früher oder später meist eine passendere Gruppe.

Im Rennen läufst du häufig Gefahr, im Eifer des Gefechts zu schnell loszupreschen, um zum Ende hin "einzugehen". Versuch deshalb immer abzuschätzen, wie lange du das geforderte Tempo halten kannst, oder nutze, wenn möglich und vorhanden, einen Leistungsmesser zum Pacing. Ein kühler Kopf kann dir helfen, so manchen Heißsporn später wieder einzusammeln…

Oft werden das Rennergebnis und die gefahrene Zeit über einen Chip erfasst. Dieser befindet sich nicht selten in der Rahmenstartnummer - entsprechend stabil sollte diese montiert sein.

Gibt es Fotos?

Ja, bei Jedermann-/Jedefrau-Rennen gibt es in der Regel einen professionellen Fotoservice, der auf der Strecke fotografiert und anhand der Startnummern ganz individuell Schnappschüsse zuordnet und zum Verkauf anbietet. Bei kleineren Rennen gibt es immer häufiger private Fotografen, auf deren Bildern du dich zwar selbstständig aufspüren musst, die du dann aber oft ebenfalls für Social Media oder fürs Familienalbum verwenden darfst.

Zielsprint oder locker reinrollen?

Solltest du in der Spitzengruppe um den Sieg mitfahren, erübrigt sich diese Frage. Weiter hinten wird’s komplizierter. Einerseits fährst du ein Rennen und es macht Spaß, sich mit anderen zu messen - egal ob es ums Siegertreppchen oder Platz 287 geht. Andererseits werden deine Mitstreiter zu Recht böse, wenn du wegen einer irrelevanten Platzierung womöglich einen Massensturz auslöst. Die Gefahr dafür ist weiter hinten im Feld größer, da erfahrungsgemäß nicht alle bis zur Ziellinie voll durchziehen und so große Geschwindigkeitsunterschiede entstehen.

Grundsätzlich gilt bei jedem Sprint: geradeaus fahren, keinesfalls der eventuell überholenden Konkurrenz am Straßenrand "die Tür zumachen", beide Hände am Lenker lassen. Sicherheit und Fairplay gehen immer vor!

Was mache ich direkt nach dem Rennen?

Zunächst mal runter von der Strecke, um allen, die nach dir kommen, nicht im Weg zu stehen. Wenn du es professionell angehst, nimmst du einen Recovery-Drink. Wichtiger ist es, abhängig von der Witterung, warme und trockene Bekleidung drüberzuziehen. Und dann genieße einfach den restlichen Tag: Du kannst mit Gleichgesinnten fachsimpeln, Erlebnisse austauschen, Bekanntschaften schließen - und vielleicht hat jemand noch einen heißen Tipp für dein nächstes Rennen…

Mountainbike Marathon-Rennen Tipps

Es ist nicht so draufgängerisch wie Freeride, nicht so cool wie Enduro, und nicht ganz so schnell wie Cross-Country: Marathon-Rennen sind trotzdem was für echte Kerle, die wirklich jeden Bestandteil des Mountainbike-Sports lieben. Aufwärts, abwärts, auf der Straße, durch den Wald, über Hindernisse hinweg - hier wird dir wirklich alles geboten, was das Offroad-Herz begehrt. Am Ende zählt nur eines: Ankommen. Am besten als erster. Um das zu schaffen, brauchst du viel Training, Ausdauer, Talent und natürlich unsere 5 besten Tipps für Marathon-Rennen.

Wer bis dato noch nichts vom Mountainbike Marathon-Spaß gehört hat und richtig Lust bekommen hat, hier ganz kurz ein paar Eckdaten: Marathon-Rennen sind im Grunde häufig verlängerte Cross-Country-Rennen, die zwischen 60 - 160 km lang sein können. Terrain und Streckenablauf sind immer unterschiedlich und äußerst abwechslungsreich. Technisch anspruchsvolle Abfahrten können einen genauso erwarten wie flowige Singletracks und steile Anstiege. Je nach Event geht ein solcher MTB-Marathon zwischen 4 und 24 Stunden.

1. Training, Training, Training

Marathon ist nicht gleich Marathon, vor allem wenn man zwischen Road und MTB unterscheidet. Das sollte eigentlich jedem klar sein, doch der Unterschied ist so enorm, dass wir hier noch mal kurz drauf eingehen wollen. Wenn du also zur Vorbereitung eher auf Training auf der Straße setzen möchtest, solltest du diese Umstände in Betracht ziehen. Es bringt nicht viel, einfach nur Kilometer an Kilometer zu reihen und dabei sich an seine Trainingspartner zu hängen. Stattdessen sollten die Berge und Anstiege der Umgebung dein Ziel sein, um deinen Puls ordentlich hochzutreiben. Vergiss nicht, dass eine Stunde auf der Straße in etwa 30 Minuten bei einem MTB-Marathon entsprechen, was die zurückgelegten Kilometer angeht.

Schon Monate vor dem Event spulte er jeweils 15-17 Stunden, 300-400 km und 4.000-6.000 Höhenmeter pro Woche ab, aufgeteilt in jeweils 4 Runden auf der Straße und zwei MTB-Fahrten. Das Langzeittraining brachte ihm nach eigenen Aussagen mindestens genauso viel wie die letzten Vorbereitungen wenige Wochen vor dem Event.

2. Arbeite an deiner Fahrtechnik

Wie bereits eingangs beschrieben bestehen Marathon-Rennen nicht aus purer Ausdauerarbeit. Wer beim Cardio glänzt und tageweise auf dem Bike durchhalten könnte hat trotzdem kaum eine Chance, wenn er bei den technischen Passagen zu viel Zeit liegen lässt. Wer also seine Schwächen in der MTB-Fahrtechnik sieht, sollte einen guten Teil seines Marathon-Trainings auf Trails verbringen und das Kurvenfahren genauso üben wie technisch anspruchsvolle Anstiege und Abfahrten. Hier würde es sich natürlich anbieten, auf der Rennstrecke selber einige Runden zu drehen, um ein Gefühl für den Untergrund und den Verlauf der Route zu bekommen.

Auch wenn kein Marathon-Rennen gleich ist, können wir dir versprechen, dass jeder Kurs zahlreiche technische Abschnitte besitzt und somit einen großen Fokus auf MTB-Fahrtechnik und Bike-Handling legt. Deswegen ist es wichtig, dass du mit deinem Mountainbike sowohl in Kurven als auch auf rauem Untergrund die volle Kontrolle behältst. Verzichte auf zu starkes Bremsen und versuche deinen Speed in der Kurve so konstant wie möglich zu halten, um stabil und schnell voranzukommen. Wenn du zu sehr vom Gas gehst, geht dir am Kurvenausgang die Luft aus und du investierst zusätzlich Kraft, um wieder auf Geschwindigkeit zu kommen.

Um das besser hinzukriegen, ist vorausschauendes Fahren der Schlüssel. Dein Bike fährt immer dahin, wo du auch hinschaust, also lass die Strecke vor dir nie aus den Augen oder der Baum auf den du gerade zusteuert wird dein (Renn-)Ende sein.

3. Bereite dich auf die Strecke vor

Eigentlich ein No-Brainer für alle, die ein MTB-Rennen wirklich ernst nehmen möchten. Informiere dich über die Strecke, den Verlauf und das Terrain. Wenn sie aus vielen Singletrack-Abschnitten besteht, solltest du dich natürlich zur Vorbereitung vor allem auf Singletracks aufhalten und so viel Erfahrung und Sicherheit sammeln wie möglich. Macht Sinn, oder? Und wenn du bei der Höhenmeter-Zahl ins Staunen gerätst - Kinnlade hochklappen und ab auf den nächsten Berg. Was auch immer dir der Kurs abverlangt - du solltest vorbereitet sein.

Man muss Anstiege auch mit 70 Kilometern in den Beinen bezwingen können, nicht nur kurz nach dem Start.

4. Achte auf deine Ernährung

Unabhängig von der Platzierung und Zeit ist die richtige Nahrungsaufnahme entscheidend für jedes Marathon-Rennen. Egal ob Energiegels, flüssige Kalorien, Energieriegel, Früchte oder sonstige Kalorienspender. Denke an die Menge an Kalorien für einen normalen Arbeitstag und verdopple sie, um während des Rennens nicht vom Fleisch zu fallen.

Ein Ernährungsplan ist das, was du brauchst, um dein Energielevel und damit auch deine Gewinnchancen hoch halten zu können. Wenn du mit genügend Nährstoffen versorgt bist verbessert sich deine Konzentration und Laune, zwei essentielle Faktoren für ein langes Marathon-Rennen.

Zu wissen, was dein Verdauungssystem verkraften kann ist deswegen genauso wichtig wie die richtige Verpflegung. Wer will schon sich monatelang auf ein Rennen vorbereiten und sich dann die ganze Zeit mit Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Bauchkrämpfen zu kämpfen haben, nur weil man zu viele Kohlenhydrate geschluckt hat.

Marathon-Rennen sind prädestiniert für schmerzvolle Krampfattacken in den Waden. Nährstoffmangel ist der Hauptgrund dafür, und je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt. Über Körperschweiß gehen wichtige Vorräte an Natrium und Elektrolyten verloren, was bei einem mehrstündigen Rennen durchaus das vorzeitige Aus bedeuten kann.

5. Hol alles aus deinem Bike heraus

Eigentlich auch kein Geheimtipp: Wer sich für ein MTB-Marathon anmeldet, sollte sicherstellen, dass das eigene Bike den Anforderungen eines solchen Rennes gewachsen ist.

Die letzten Tage vor dem Rennen

In der letzten Woche vor dem Wettkampf solltest Du den Trainingsumfang herunterfahren, damit Du frisch und ausgeruht am Start stehst. Also eher kürzere Einheiten fahren, die nicht länger als eineinhalb bis drei Stunden dauern - je nach Leistungsniveau. Je näher der Wettkampf rückt, desto weniger wird trainiert und die „gewonnene“ Zeit in Regeneration investiert.

Im Idealfall solltest Du in den Tagen vor dem Rennen auf ausreichend Schlaf von mehr als sieben Stunden kommen. Zudem sollte zwei bis drei Tage vor dem Wettkampf die letzte „echte“ Trainingseinheit stattfinden.

Eine lockere Trainingseinheit kurz vor der Abreise solltest Du zum finalen Materialcheck nutzen. Gangschaltung und Bremsen überprüfen, ggf.

Der Tag vor dem Rennen eignet sich hervorragend, um alles für den großen Tag vorzubereiten. Nachdem Du die Startunterlagen abgeholt hast, checkst Du die Wettervorhersage für den Renntag. Das sollte sein: Neben der Rennbekleidung - eine Windweste ist auch bei schönstem Wetter in den Bergen ein Muss - Ersatzschlauch, Reifenheber, Ventilverlängerung inkl.

Danach hast Du noch Zeit, die Strecke zu checken und Dir folgende Fragen zu beantworten: Wo und wie lang sowie steil sind die Anstiege? Wo befinden sich die Verpflegungsstationen und Gefahrenstellen auf der Rennstrecke?

Ernährung im Rennen

Drei bis vier Tage vor dem Rennen kohlenhydratreicher essen als sonst. Das bedeutet jetzt aber nicht Kuchen, Süßigkeiten und Chips vor dem Fernseher zu snacken, sondern die Sättigungsbeilagen anders zu „gewichten“ - mehr Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot. Anstatt Mineralwasser, darfst Du jetzt auch Fruchtsaftschorlen oder einen Smoothie trinken.

Am Morgen des Renntages solltest Du idealerweise zwei bis drei Stunden vor dem Start frühstücken. Porridge und selbstgemachtes Müsli bieten Dir komplexe Kohlenhydrate, die Deinen Blutzuckerspiegel nicht zu stark ansteigen lassen und von denen Du später noch profitierst.

Dein Proviant für unterwegs hast Du am besten schon am Vorabend zusammengestellt. Mein Tipp: eine Flasche mit einem kohlenhydrathaltigen Getränk (Iso) und eine Flasche mit Wasser. Dazu Riegel und Gels, die Du kennst und verträgst.

Im Rennen solltest Du 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aufnehmen und ungefähr einen dreiviertel bis einen Liter trinken. Ganz wichtig: Entweder Wasser zusammen mit Riegel und Gel aufnehmen oder aber ein kohlenhydratreiches Getränk trinken. Aber bitte nie Kohlenhydrate aus unterschiedlichen Quellen aufnehmen, da es sonst vorkommen kann, dass die Relation zwischen Kohlenhydraten und Flüssigkeit ungünstig wird. Der Nahrungsbrei hat dann eine schlechte Konsistenz, ist zu „zäh“ und Dein Magen-Darm-Trakt kann die Energie nicht aufnehmen.

Im Rennen selbst halte ich es so: Ich beginne nach einer halben bis dreiviertel Stunde zu essen sowie zu trinken; und dann regelmäßig. Idealerweise lässt sich auf der Ebene bzw. bei geringeren Intensitäten gut ein Riegel essen und zusammen mit Wasser herunterspülen.

Krafteinteilung im Rennen

Es ist von Vorteil, sich vorher eine taktische Marschroute zurechtzulegen und ein eigenes realistisches Ziel zu formulieren. Hier sollten Rookies und Einsteiger eher tiefer stapeln und sich hinterher über das Geleistete freuen. Um daher nicht gleich alle Körner zu verballern, solltest Du Dich überwiegend im GA1- und GA2- Bereich aufhalten; sprich unterhalb der anaeroben Schwelle.

Tendenziell geht es aber im Rennen darum, Energie zu sparen und erst gegen Rennende, beispielsweise in der letzten Stunde, noch mal alles rauszuhauen, was Du hast. Kurze Anstiege können natürlich knapp über der Schwelle gefahren werden, das gilt allerdings wirklich nur für kurze Anstiege mit einer Fahrzeit von weniger als zehn Minuten. Lange Anstiege, wie bei einem Alpenmarathon, solltest Du auch wieder unter beziehungsweise an der Schwelle fahren. Hier ist es hilfreich, wenn Du Dir „Watt-Korridore“ oder Pulszonen vorgibst, in dem Du die Anstiege fahren möchtest.

Wenn Du im Feld gut mitschwimmen kannst, halte Dich im ersten Drittel auf.

Mountainbike Rennen 2024 in Deutschland

Wir haben die aktuell bereits veröffentlichten Jedermannrennen aufgelistet, die 2024 in Deutschland stattfinden und mit dem Mountainbike gefahren werden können. Neben den Distanzen sind hier auch die für Mountainbike-Rennen typischen Höhenmeter angegeben, um das Profil des Rennens einschätzen zu können.

Rennen Distanz Höhenmeter
[Rennen 1] 142 km 2500 hm
[Rennen 2] 102 km 800 hm

Jedermann-Rennen sind ein guter Einstieg vor dem Einstieg in den Fahrradsport. Unabhängig von Verbänden und Zugehörigkeit, kann das persönliche Können unter Beweis gestellt werden. Bei solchen Rennen lernt man oftmals viele spannende Persönlichkeiten kennen, mit denen man durchaus von Jedermann-Rennen zu Jedermann-Rennen ziehen kann. Oft gibt es auch gesonderte Startergruppen für E-MTB Fahrer.

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