Der ehemalige Radsport-Profi Jens Voigt ist ein Urgestein der Tour de France. Erst als Fahrer, inzwischen als Reporter auf dem Motorrad. Kaum jemand erzählt so spannend und kenntnisreich vom Radsport wie Jens Voigt. Von 5. bis 27. Juli rollt die 112. Ausgabe der Tour de France, dem berühmtesten Radrennen der Welt, wieder durch Frankreich. Beinahe-Rekordteilnehmer Voigt ist dabei und kommentiert zunächst vom Motorrad aus. Auch in der Nachbereitung der Etappen wirkt Jens Voigt im Eurosport-Studio mit.
Immer wieder kommt es auf der Frankreich-Rundfahrt zu massiven Stürzen. Auch Radsport-Ikone Jens Voigt verlor 2009 auf der rasanten Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernhard die Kontrolle und krachte mit voller Wucht auf den Asphalt.
Der Horror-Unfall von 2009
2009 erlebte Voigt als Fahrer von Saxo Bank seinen größten Schock-Moment bei der Tour. Mit einer Geschwindigkeit von rund 80 km/h stürzte er bei einer Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard und knallte mit dem Kopf auf den Asphalt, blieb blutüberströmt liegen. Gleich nach dem Sturz bot sich dem Tourarzt Gérard Porte ein schrecklicher Anblick: Voigt lag regungslos auf dem Asphalt, für "drei bis vier Minuten war er bewusstlos", sagte Porte.
Voigt hatte bis dahin den Tag mitgeprägt, er war Teil einer Ausreißergruppe, die bei Tageskilometer 40 den Anstieg hinauf zum Großen Sankt Bernhard und die anschließende Abfahrt problemlos bewältigte. Der Weg hinauf zum Kleinen Sankt Bernhard fiel Voigt dann sichtlich schwer, er fiel aus der Gruppe heraus.
Voigt kam mit einer schweren Gehirnerschütterung, Jochbein- und Kieferbrüchen sowie Schürfwunden davon. "Im Endeffekt muss man sagen: Ich bin glücklich davongekommen", so Voigt weiter.
Noch heute bekomme er Gänsehaut, wenn er sich die Szene vor Augen führe. "Wenn ich die Bilder sehe, würde ich heute unterschreiben: Der Mensch, der da liegt, ist tot! Wenn ich mich da selber liegen sehe, völlig ohne Körperspannung, sehe ich wirklich aus wie tot", sagte er der "Sport Bild". "Ich bin glücklich davongekommen".
Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau erinnert er sich an den schrecklichen Radunfall: "Damals kam der Rettungshubschrauber, und ein Kommentator im Fernsehen sagte, glaube ich, sogar, die Chancen für Jens Voigt, den nächsten Morgen zu erleben, lägen bei 50 Prozent." Ein Schockmoment - live übertragen, auch für seine Familie. "Die Kinder erlebten das am Fernseher und fragten meine Frau: 'Stirbt Papa jetzt?'. Natürlich bin ich nicht gestorben."
Radprofi Jens Voigt ist auf der 16. Etappe der Tour de France schwer gestürzt. Der 37-Jährige kam in der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard etwa 25 Kilometer vor dem Ziel nach einer Bodenwelle zu Fall. Der Berliner knallte bei hohem Tempo auf die rechte Seite und rutschte regungslos die Straße hinunter. Beinahe wäre noch ein Begleit-Motorrad über Voigt gerollt.
Reaktionen auf den Sturz
Nach Aussagen des behandelnden Arztes Dr. Gerard Porte hat Voigt bei seinem Sturz das Bewusstsein verloren. Hinter der Ziellinie sagte Riis: "Jens war im Krankenwagen wieder ansprechbar." Nach Aussagen von Porte habe Voigt hauptsächlich Gesichtsverletzungen erlitten. "Er ist schwer verletzt", sagte Voigts dänischer Teamchef Bjarne Riis.
Von seinen Fahrerkollegen bekam Voigte gleich reihenweise Genesungswünsche. Sprinter-König Thor Hushovd, der bei Voigts Hochzeit sein Trauzeuge war, fiel ein Stein vom Herzen. "Ich bin erleichtert, dass er wieder bei Bewusstsein ist. Es tut mir verdammt leid für Jens, dass so etwas passiert ist", sagte der Norweger. Jan Ullrich schloss sich dem in einem "Eurosport"-Interview an: "Ich drücke die Daumen, dass alles gut läuft."
Die Folgen des Unfalls
Doch das Erlebnis hinterließ Spuren bei dem 53-Jährigen. Körperlich wie mental. "Danach war meine Komfortzone bei 60 oder 70 zu Ende. Wenn ich nach diesem Erlebnis Abfahrten von 80 bis 100 Kilometern pro Stunde zu bewältigen hatte, fühlte ich mich sehr, sehr unwohl. Es war nicht nur die Furcht vor neuen Stürzen, die Jens Voigt begleitete. "Meine größte Angst war der Druck. Es war die Angst zu versagen, die Mannschaft hängenzulassen", gesteht er.
Der Erfolgsdruck lastete schwer, denn hinter Voigts Leistung stand weit mehr als nur sportliche Ehre. "Von mir waren Favoriten auf den Gesamtsieg oder potenzielle Trikotgewinner abhängig. Letztendlich ging es da um Millionen von Euro. Geld, von dem wiederum gute Freunde und viele Mitarbeiter im Team bezahlt wurden. Ich glaube, meine größte Angst war stets, den Anforderungen nicht gerecht zu werden."
Um sich mental zu wappnen, fand Voigt Inspiration in der Science-Fiction-Literatur. Die "Dune"-Reihe wurde zu einer wichtigen Stütze. "Ich bin ein großer Fan der 'Dune'-Romane von Frank Herbert. Eine der Aussagen darin lautet: Die Angst tötet das Bewusstsein. Es stimmt tatsächlich und gilt auch für den Profi-Radsport. Wenn du Angst hast, sitzt du steif auf deinem Arbeitsgerät. Du bremst im falschen Moment, nimmst die falsche Linie oder guckst auf den falschen Punkt der Kurve. Du machst Fehler, weil du Angst hast."
Voigts Karriereende und seine aktuelle Rolle
Jens Voigt fuhr seine letzte Tour de France im Jahr 2014. In diesem Jahr kommentiert der ehemalige Radprofi die erste Hälfte der Tour de France vom Motorrad aus. In der zweiten Hälfte des Radsportevents wirkt Voigt bei der Nachbereitung der Etappen im Eurosport-Studio mit.
Frankreich verwandelt sich in diesem Jahr erneut in ein Mekka des Profiradsports. Die Tour de France 2025 findet vom 5. Juli bis 27. Juli statt. Doch neben sportlicher Höchstleistung und heroischem Siegeswillen ist die "Grande Boucle" auch Schauplatz riskanter Abfahrten und gefährlicher Stürze.
Die halsbrecherischen Abfahrten bei der Tour de France und Co. unterteilte er in verschiedene Kategorien, je nach Geschwindigkeiten. "Ab 60 km/h verließ ich meine Komfortzone", erklärt Voigt. "Ich habe es immer die 'Knochenbrecher-Abfahrten' genannt, wo du dein Leben verlieren kannst."
Eine Stufe darunter: "Wenn du mit 45 km/h im Kreisverkehr stürzt, tut es schweineweh, aber da passiert nichts, was nicht wieder verheilt. Ein Schlüsselbeinbruch oder so etwas. Aber nichts, wo du dein Leben lang behindert bist."
| Geschwindigkeit | Risiko | Folgen |
|---|---|---|
| Ab 60 km/h | Hohes Risiko | Lebensbedrohliche Verletzungen |
| 45 km/h | Mittleres Risiko | Verletzungen, die wieder verheilen (z.B. Schlüsselbeinbruch) |
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