Julia Schäfer: Mountainbike-Leidenschaft, Werkstatt-Tipps und Trail-Abenteuer

Schrauben als Quelle des Glücks - zumindest, wenn’s gut läuft in der Werkstatt und spontane Wutausbrüche ausbleiben, wegen ungeeigneter Werkzeuge, nicht standardkonformer Anbauteile oder Hirn- und Fingerkrämpfe verursachender Kleinarbeit. Damit es tatsächlich flutscht beim Schrauben und der Glückshormonspiegel sich auf einem permanenten Hoch einpendelt - wie auf einem flowigen Singletrail - muss das Umfeld stimmen.

Die perfekte Werkstatt: Ein Muss für jeden Mountainbike-Enthusiasten

Rocky-Mountain-Team-Fahrerin Julia Schäfer sagt: “Was im Bikepark ein frisch geshapter Anlieger-Trail ist, ist beim Werkeln in heimischen Wänden eine aufgeräumte Werkstatt mit funktionellen Werkzeugen, die, ohne lange zu suchen, griffbereit sind.” Platz für die eigene Werkstatt ist mit etwas Phantasie in der kleinsten Bude. Mancher Biker transportiert seine Werkstatt gar im Bully oder Wohnmobil. Mehr Raum ist im Zweifel natürlich besser. Noch wichtiger aber sind die richtige Ausstattung und Ordnung.

Wer ist nicht schon beim Versuch, die Bremse zu entlüften, die Schaltung einzustellen oder einen innenverlegten Schaltzug zu wechseln, schier verzweifelt, weil das entscheidende Werkzeug unauffindbar war? Oft liegen Fluch und Segen beim Selbstschrauben dichter zusammen als die Kolben einer verklemmten Scheibenbremse.

Schrauber-Sessions sind für Team-Fahrerin und Mutter Julia Schäfer ein perfektes Mittel, um nach anstrengenden Tagen zur Ruhe zu kommen. Für viele Biker sind Do-It-Yourself-Reparaturen auch nicht ausschließlich Quell der Genugtuung, sondern schlichtweg wirtschaftliche Notwendigkeit. Ein Großteil der Biker kommt also nicht umhin, als Nebeneffekt des Schnäppchenrauschs selbst Hand anzulegen. Damit aus dem Muss ein Vergnügen wird, gilt es, ein paar Regeln zu beachten:

Die Ausstattung: Was in keiner Werkstatt fehlen darf

Herzstücke der Heimwerkstatt sind eine stabile Werkbank mit Schraubstock und im Idealfall eine Werkzeugwand, an der die wichtigsten Tools übersichtlich und jederzeit griffbereit sortiert sind. Reiniger, Schmierstoffe und Ersatzteile lassen sich im Unterschränkchen der Werkbank lagern - oder in Regalen und Boxen. Eine clevere Lösung sind Rollkontainer, die sich variabel arrangieren lassen.

Spartipp: Eine gebrauchte Werkbank, zum Beispiel aus einer Firmenauflösung, kostet nur einen Bruchteil einer neuen. Ist die Arbeitsfläche ramponiert, lässt sie sich meist recht einfach durch eine neue aus dem Baumarkt ersetzen. Oder man baut sich die Werkbank ganz einfach selbst. “Mindestens genauso wichtig wie die Werkbank ist ein stabiler Montageständer, um das Bike beim Schrauben sicher in Idealposition zu fixieren”, weiß Julia Schäfer.

Platz für diese zusammenklappbaren Bike-Butler ist in jedem Kellerabteil und jeder Abstellkammer. Ideal sind freilich Räumlichkeiten mit rund sechs bis zehn Qua­dratmetern. Am besten mit Fenster, um beim Arbeiten mit Reinigern und Schmiermitteln auch mal durchlüften zu können. Wer seine Schrauber-Sessions abends oder im Keller nicht gerade bei schummrigem Kerzenlicht zelebrieren will, benötigt natürlich einen Stromanschluss.

Der lohnt sich auch für elektrische Werkzeuge oder zusätzliche Scheinwerfer, die ausreichend Licht ins Dunkel der Technik bringen. In ungeheizten Kellerräumen empfiehlt sich für den Winter ein Heizlüfter oder Heizstrahler. In der Luxusvariante hat der Werkraum auch noch ein Waschbecken oder zumindest einen Wasseranschluss. Eine mobile Sound-Anlage macht die eigene Werkstatt endgültig zur Oase fürs Abschalten vom Alltag. Fast noch wichtiger: WLAN-Empfang, um Anleitungen und die neuesten Schrauber-Hacks googeln zu können.

Dann steht ultimativen Schrauberstunden nichts mehr im Wege. Im Vergleich zum Termin in der Werkstatt des nächsten Bikeshops sparen Sie so nicht nur jede Menge Geld, sondern tun auch der Seele etwas Gutes.

Schluss mit Chaos in der Schrauber-Werkstatt

Ordnung sei das halbe Leben, predigen Großeltern gerne. Zumindest in der heimischen Bike-Werkstatt ist sie der Schlüssel zu erfolgreichen Schrauber-Sessions.

Kein Platz, kein System, keine Ordnung. Das Werkzeug wild über einem wackligen Schreibtisch verteilt, die Bikes zu unüberwindbaren Barrieren im Raum verkeilt. Nicht selten ist das die Realität im heimischen Bike-Keller. Um sich und sein Werkzeug zu sortieren, gibt es zwei Lösungen: Entweder geht man bei Freunden mit Putz- und Ordnungsfetisch in die Lehre und lässt sich bei der Werkstatteinrichtung assistieren. Oder man wird selbst kreativ und sieht sich nach Ordnungshilfen und -systemen um, die es zuhauf im Baumarkt gibt. Hier ein paar Anregungen:

  • Ausrangiertes Mobiliar aus dem Büro oder Kinderzimmer lässt sich prima zweitverwerten. Mit einer verstärkten Platte sind Schreibtische schnell zur Werkbank umfunktioniert. Bei Platzmangel sind Klapplösungen, wie die Pedro’s Workbench, eine Alternative.
  • Span- oder Sperrholzplatten sind günstig und funktionell - perfekt für eine Werkzeugwand. Einfach passende Nägel zum Aufhängen der Tools einschlagen. Im Gegensatz zum Werkzeugkoffer hat man die wichtigsten Werkzeuge so schnell zur Hand, ganz ohne zu kramen.
  • Haken dran - so lassen sich die Bikes platzsparend an der Wand befestigen.
  • Große Kunststoffboxen sind nicht teuer und bieten eine Menge Stauraum für Schläuche, Reifen und größere Ersatzteile.
  • Einfache Regale sind nicht nur etwas für Leseratten. Fläschchen und Dosen mit Schmiermittel, Ölen, Bike-Reinigern und Co. stehen hier stets griffbereit.

Bike-Check zu Hause

Im Eifer einer Schrauberorgie darf es schon mal wild zugehen. Doch hinterher ist Aufräumen angesagt - wie einst im Kinderzimmer.

  • Bike reinigen: Schrauben am verschlammten Bike macht keinen Spaß. Gönne dem guten Stück vorher eine Dusche und eine Behandlung mit dem Putzlappen.
  • Reifen-Check: Sind die Reifen spröde, fehlen gar Noppen im Profil - dann nichts wie runter und neue drauf. Luftdruck und Dichtmilch prüfen.
  • Kette prüfen: Rost und Schmutz haben an der Kette nichts verloren. Die Kette mehrmals durch einen Lappen laufen lassen, etwas Öl dazu. Kettenlänge mit Verschleißlehre überprüfen.
  • Bremstest: Reichen die Bremsbeläge noch für die nächste Tour oder das nächste Rennen? Im Zweifel lieber vorher wechseln. Packen die Bremsen trotzdem nicht richtig zu, oder haben sie keinen klaren Druckpunkt? Ab in die Werkstatt. Denn Bremsen sind hoch sicherheitsrelevante Bauteile.
  • Schaltung einstellen: Flutschen die Gänge butterweich und präzise? Falls nicht, lässt sich mit den Stellschrauben am Schaltgriff und am Schaltwerk die Performance schnell optimieren. Schrauben locker? Lockere Schrauben können böse Folgen haben. Unbedingt checken: alle Schrauben an Lenker und Vorbau.
  • Gabel und Dämpfer: Eine Dämpferpumpe gehört in jede Bike-Werkstatt. Mit ihr lassen sich Federgabel und Dämpfer individuell anpassen. Funktioniert die Federung trotzdem träge, hilft ein Ölwechsel oder der Service beim Profi.

Julia Schäfer: Zwischen Rennstrecke und Familienleben

Rocky Mountain Profi-Bikerin Julia Schäfer hört gerne Musik - gerade bei der Arbeit.

Julia Schaefer (geb. Hofmann) ist eine von wenigen deutschsprachigen Frauen, die regelmäßig an internationalen Mountainbike-Meisterschaften wie der Enduro World Series teilgenommen hat. Als Profi-Mountainbikerin hat sie die halbe Welt bereist und unzählige Rennen absolviert, die sie zum Teil an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gebracht haben. Mittlerweile ist die gebürtige Lichtenfelserin zweifache Mutter und hat ihre Prioritäten dem neuen Lebensabschnitt angepasst. Eines hat sich jedoch nicht geändert, und zwar ihre Einstellung, stets dem eigenen Herzen zu folgen und sich dabei selbst treu zu bleiben.

Es gibt sie, diese Momente, die das Leben in neue Bahnen lenken und Entscheidungen herbeiführen, die sich gut und vor allem richtig anfühlen. Derartige Schlüsselerlebnisse kennt Julia Schaefer nur zu gut - zum Beispiel, als sie mit 19 Jahren nicht nur ihre Liebe zum Radsport entdeckt, sondern auch gleich lernen will, aus Einzelteilen ein Downhill Bike zusammenzuschrauben. Denn dies führt zu regelmäßigem Kontakt mit einem Lichtenfelser Fahrradgeschäft und schließlich den ersten Fotoshootings für eine angesehene Mountainbike-Marke. Neben Events, die sie daraufhin begleitet und Reisen, die sie organisiert, folgen hochkarätige Sponsorenanfragen und die Teilnahme an unzähligen internationalen Rennen.

Apropos Rennen: Julia Schaefer nimmt in den ersten Jahren vor allem an Enduro-Wettbewerben teil. Dabei gilt es, mit eigener Kraft die Berge zu erklimmen und gezeitete Strecken, die fast ausschließlich bergab führen, so schnell wie möglich zu bewältigen. Doch wie die Fränkin verrät, habe sie im Grunde nie einen „Rennkopf“ gehabt: „Ich war tatsächlich bei jedem Rennen recht nervös und bin oft zur Seite gefahren und habe die anderen vorbeipreschen lassen.“

Dass Stürze bei dieser Disziplin keine Seltenheit sind, erfährt Julia Schaefer mehr als einmal am eigenen Körper. Und sie erlebt auch hier wieder Aha-Momente, die ihren weiteren Lebensweg prägen sollen.„Nachdem ich mir in Schottland bei einem Wettbewerb einen Rippenbruch zugezogen habe, bin ich kurz darauf die Megavalanche in den französischen Alpen gefahren - ein Downhill-Rennen mit 20 Kilometern Strecke und einem Höhenunterschied von 2.600 Metern. Dabei habe ich mir das Handgelenk gebrochen und festgestellt, dass unter Druck Rennen fahren einfach nichts für mich ist.

Viel lieber wollte ich technische, steile Trails mit vielen Spitzkehren zum Spaß fahren und habe das ab diesem Zeitpunkt dann auch getan“, erinnert sich die Mountainbikerin. Seitdem ist sie nicht mehr schwer gestützt und hat gelernt, sich selbst richtig einzuschätzen. „Natürlich haut dich jeder Sturz immer etwas zurück, aber es ist wichtig, danach zu überlegen, woran es lag und warum es passiert ist. Manchmal stand mir schlichtweg mein eigener Ehrgeiz im Weg und ich war nicht locker genug - aber genau diese Lockerheit ist es, worauf es beim Mountainbiken ankommt.“

(K)eine reine Männersache

Ob Downhill oder Enduro, gerade zu Beginn ihrer Karriere ist die Lichtenfelserin als Frau im Mountainbikesport eher eine Seltenheit gewesen. Den Umstand, sich in einem männerdominierten Umfeld zu bewegen, kennt sie bereits: Als sie sich zur Schreinerin hat ausbilden lassen, war sie das einzige Mädchen in ihrer Berufsschulklasse und musste sich ab und an auch blöde Sprüche gefallen lassen. „Das ist vor allem dann vorgekommen, wenn ich besser als meine Mitschüler abgeschnitten habe“, erklärt sie. „Es hat mich zwar geprägt, aber davon habe ich mich ehrlich gesagt nicht aufhalten lassen, ganz im Gegenteil.“

So ist sie ihren beruflichen Weg konsequent weitergegangen, hat erfolgreich fachspezifische Weiterbildungen absolviert, die Hochschulreife für gestalterische Berufe erworben, Innenarchitektur studiert und dabei ihr Faible für Grafikdesign entdeckt, was sie seitdem beruflich weiterhin begleitet.

Als Inspirations- und Motivationsquelle dienen ihr - wie könnte es auch anders sein - die Berge. „Es gibt nichts Schöneres, als bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang auf einem Berg zu stehen, den ich zuvor erklommen habe. Ich finde, man braucht im Leben immer Ziele und einen Fokus, um voranzukommen“, betont Julia Schaefer. So hat sie sich zum Beispiel vorgenommen, im nächsten Jahr wieder das Fitness-Level zu erreichen, das sie vor der Geburt ihrer Kinder hatte.

Dann möchte sie nochmals auf den Roque de los Muchachos auf La Palma - mit 2.426 Metern der höchste Berg der Insel, der über 14 Kilometer reine Single Trail Strecke am Stück bietet. „Es motiviert mich, zu testen, was ich wieder erreichen kann und ich möchte nochmal an einem Tag mit eigener Kraft die insgesamt 3.000 hm hoch auf den Berg fahren und dann den 14 Kilometer langen Trail ohne Pause ins Tal, wie ich es vor vier Jahren schon getan habe.“

Glück im Großen und Kleinen

Ob Kanada, Mexiko, Frankreich oder Marokko - bevor Julia Schaefer Mutter wurde, war sie rund 300 Tage im Jahr unterwegs. Nicht nur Wettbewerbe, sondern auch Jobs haben die Fränkin in die schönsten Bergregionen der Erde geführt, wo sie unter anderem auch als Mountainbike-Guide aktiv war. Darüber hinaus hat sie Fahrtechnik Camps organisiert und ist dabei voll in ihrem Beruf aufgegangen, wie sie erklärt: „Ich habe als Jugendliche schon Reitunterricht gegeben und gemerkt, dass es mir Freude macht, mein Wissen zu vermitteln. Nun habe ich das Glück, mit dem Radfahren mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben und und dabei auch meine Leidenschaft fürs Reisen voll ausleben zu können.“

Seit dreieinhalb Jahren haben sich die Prioritäten der Profi-Mountainbikerin verschoben: Statt Enduro-Rennen zu fahren und um die Welt zu reisen, baut sie nun Zäune und pflanzt Bäume auf dem Gelände eines Campingplatzes im Chiemgau, den sie zusammen mit ihrem Mann Daniel Schaefer führt. „Ich genieße das Glück gerade im Kleinen und habe einen neuen Lebensabschnitt begonnen, bei dem meine Familie ganz im Mittelpunkt steht“, berichtet Julia Schaefer und ergänzt: „Das Schöne ist, dass meine Kinder alles gerne mitmachen und ich sie deshalb auch überall mit hinnehme, sei es bei Camps oder Eröffnungen von Bikeparks. Meine Eltern habe ich dann natürlich auch im Gepäck und bin sehr dankbar für die Unterstützung.“

In Zukunft wird man Julia Schaefer weiterhin auf ihrem Mountainbike antreffen - wie intensiv, lässt sie derzeit noch offen. Auch Heimatbesuche und die damit verbundenen Ausfahrten auf den Trails am Krappenberg und im Banzer Wald stehen nach wie vor regelmäßig auf dem Programm. Auf die Frage, wie sie in einigen Jahren damit umgehen wird, wenn ihre Kinder denselben Weg wie sie einschlagen, antwortet sie mit einem Augenzwinkern: „Das würde mir schon ein bisschen schwerfallen. Aber meine Mutter hat immer gesagt, dass sie uns das Leben geschenkt hat und wir damit machen dürfen, was wir möchten.

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JULIA SCHAEFER: MTB FREERIDE

  • Name: Julia Schaefer (Hofmann)
  • Sportart(en): MTB Freeride
  • Jahrgang: 1984
  • Heimat (oder Aufgewachsen in/Wohnort): Aufgewachsen in Lichtenfels wohnhaft in Tittmoning im schönen Chiemgau
  • Ausbildung: Schreinerin, Gestalterin im Handwerk und Innenarchitektin
  • Beruf(ung): Multifunktionelle Mountainbikende Mechaniker Mama
  • Im Maloja-Team seit: 2021
  • Maloja ist für mich … sehr gute Freunde!
  • Schöne Momente (statt Erfolge): Wenn ich es rechtzeitig auf den Gipfel schaffe und der erste Sonnenstrahl über die Berggipfel spitzt und mir ins Gesicht scheint!
  • Lieblingswort? Fröhlich
  • Ich würde sofort...mit auf den Berg
  • Was hast Du aus dem Leistungssport fürs Leben gelernt? Manchmal ist weniger mehr
  • Das hätt's nicht gebraucht/hätte ich mir sparen können: Da fällt mir nix ein, hat mich doch alles weitergebracht
  • Ich lache über...mich selbst, wenn mal wieder Knoten im Hirn aufgehen!
  • Homepage: www.sunnyrideoflife.de
  • Text: Julia Schäfer-Hofmann

Top 5 Trails von Julia Schäfer

Julia, gibt es ein Land, in dem du noch nicht warst, aber unbedingt noch mit dem Bike hinwillst? Oh ja. Peru! Ich bin ja absoluter Mexiko-Fan, aber mir wurde schon mehrfach versichert, dass die Trails in Peru noch beeindruckender wären.

Mexiko, Bali, Hawaii, USA, Kanada, Türkei - die Liste der Länder die Julia und Daniel Schaefer mit ihren Mountainbikes bereist haben, ist noch um einiges. Jahre voller Adrenalin, Action und außergewöhnlichen Erlebnissen liegen hinter ihnen. Dann völliges Kontrastprogramm: Das Paar übernahm den Betrieb des Campingplatzes am idyllisch und ruhig gelegenen Leitgeringer See bei Tittmoning.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt Daniel Schaefer, wie er sein Hobby auf zwei Rädern zum Beruf machen konnte und warum Marokko für ihn so ein besonderes Land ist - obwohl er Mexiko viel schöner findet. Ein Tipp: Die Liebe ist Schuld.

I am a passionate Mountainbiker and I am fortunate to be working with several companies in the content marketing sector that share the same vision for the sport that I do. I love creating in my workshop; tinkering on old cars, motorbikes and even making sure that my bikes are all in great shape...this is what makes me happy. When I was younger I spent more of my evenings working on old cars than in discotheques and by day I'd be out in the fresh air. I took carpentry as my profession, which led to Interior Design and here I discovered my fascination with graphic design. In my search for constant adventure, I travel a lot in my old cars, mostly with the Land Rover. And if I am in the Landy, then I don't have to look for adventure, the adventure finds me...it's always exciting when and how I arrive.

Trail 1: God Speed, Williams Lake, Kanada

In Williams Lake, in Kanadas Norden, wartet der “God Speed Trail” am Dessous Mountain. Jeder Mountainbiker kennt Whistler oder hat wenigstens davon gehört. Ein absoluter Geheimtipp dagegen ist der Norden Kanadas, genauer gesagt die Region rund um den Williams Lake.

Dort wartet ein Trail namens „God Speed“ - und sein Name ist wirklich Programm. Fünf Kilometer lang schlängelt sich der Pfad die steilen Flanken des Dessous Mountain hinunter und stoppt erst wieder am Ufer des Fraser Rivers. Von steilen, rasanten Passagen über lose staubige Kurven bis hin zu technischen Spitzkehren ist auf der Abfahrt alles dabei und auf den letzten Tiefenmetern geben die Bäume sogar noch eine fantastische Aussicht über das Fraser-Tal frei.

Trail 2: Torridon Classic, Schottland, Highlands

Torridon: Schottlands Trailcenter sind Pflicht, aber die wilden Trails in den Highlands darf man auch nicht verpassen. Hier sagen sich Fuchs und Schaf gute Nacht. Sehr viel mehr im Nirgendwo kann man nicht sein, als in den Highlands in Schottland.

Ein „must do“ hier oben ist der Torridon Classic bei dem gleichnamigen Dorf Torridon. Einen Tag Zeit, eventuell gute Regenkleidung und jede Menge Power in den Beinen braucht man für den Trail, aber jeder Höhenmeter macht sich bezahlt, denn die traumhafte Abfahrt, die unglaubliche Landschaft und die Burger und Chips im Torridon Hotel am Ende sind der Anstrengung Lohn.

Trail 3: Fast Line, Kanaren, La Palma

La Palma war lange Zeit Julias zweite Heimat. Die Wintermonate verbrachte sie hier einige Jahre als Guide. Steil, technisch, ausgesetzt, Spitzkehren und oft kaum zu bremsen. Wer das alles genauso liebt wie ich, der darf den Trail „Fast Line“ auf La Palma nicht verpassen.

Oben zieren den Trail wundervolle weite Kurven, bedeckt von langen Piniennadeln, die einem hier herrlich den Grip unter den Reifen klauen. Lange wartet der Trail nicht bis es richtig los geht, denn schon nach den ersten 100 Metern bricht er sehr steil in die Vertikale und schlängelt sich dabei wie eine Achterbahn eine Bergrinne hinunter.

Doch Richtung Santa Cruz kommt’s noch dicker, denn wie bei einem Computerspiel heißt es nun: next level! Der Trail wird zusehends technischer und steiler. Ausgesetzte Spitzkehren sind bald mit Stufen und Kakteen dekoriert, sodass die Körperspannung nie nachlassen darf - am Ende hat man sich Bier und Tapas dann wirklich redlich verdient.

Trail 4: Flying Carpet, Marokko, Atlas-Gebirge

35 Kilometer durch die staubigen Flanken des Hohen Atlas: Marokkos Trails sind auch ein Rausch durch die Farben. Es ist wie Fliegen hier im Hohen Atlasgebirge, nicht weit von der Stadt Marrakesch entfernt.

Faszinierend, dass es scheinbar Vierbeiner sind, die hier die Trails in Schuss halten. Hier eine Anliegerkurve, da ein kleiner natürlicher Sprung, dort eine technische Sektion und alles in einer atemberaubenden Landschaft. Jeder Trail ist auf seine Weise ganz besonders. Doch der mit Abstand beste und landschaftlich beeindruckendste Trail ist der, den die Einheimischen den „Fliegenden Teppich“ nennen.

Dieser 35 Kilometer lange Singletrail schlängelt sich zwischen steilen, mit Sträuchern bewachsenen Hängen durch eine Landschaft voller Farben, die ich noch in keinem Land zuvor so gesehen habe. Oben am Einstieg ist der Boden felsig und ähnelt einer riesigen Sandsteinplatte. Der Grip der Reifen ist perfekt, es rollt sich wie auf einer Murmelbahn durch die roten Hügel. Danach folgen Wellen über schwarzen Boden, die fast schon einem Pumptrack ähneln.

Trail 5: Cieneguilla, Mexiko, Oaxaca

Startet im Dschungel und mündet nach sechs Kilometern überraschend in eine Steppe: der Cieneguilla-Trail in Mexiko. Mexico - da habe ich mein Herz verloren! Noch nie habe ich eine Gegend gesehen, wo so unglaublich viele und so unglaublich gute Trails so dicht beieinander liegen.

Schwer zu sagen, welcher nun „der Eine“ ist, aber wenn ich mich entscheiden muss, dann ist es der Cieneguilla bei Oaxaca. Auf diesem Trail haben die Locals das erste Enduro-Rennen ausgerichtet. Er startet in einem dschungelartigen Wald, die Reifen greifen in fluffigen Erdboden, Hindernisse sind so gut wie keine in Sicht. Flowig geht’s in ein Tal, das besonders in der Abendsonne eine faszinierende Stimmung ausstrahlt.

Doch dann steuert man auch schon auf die ersten technischen Finessen zu: Felsbrocken, die in der roten, lehmigen Erde kleben. Wobei nach sechs Kilometern Fahrt auch die Landschaft von Dschungel in Steppe wechselt. Und nach dem Ride dürfen die home made Tacos mit selbstgebranntem Mescal bei einer einheimischen Familie nicht fehlen!

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