Kellys Bike Testberichte: Innovation und Leistung aus der Slowakei

Der slowakische Fahrradhersteller Kellys baut schon seit 32 Jahren Bikes jeder Art. Kellys will sportliche Gravity-Fahrer ansprechen.

Kellys Theos: Eine neue Ära der E-Bikes

Nun wollte Kellys etwas Neues erschaffen: Ein Full-Power E-Bike, das so viel wiegt wie manche Fully aus der Light-Assist-Klasse. Dafür mussten die Ingenieure bei Kellys den Rahmen und die Batterie neu entwickeln und bei mehreren Komponenten zur leichteren Variante greifen. Dadurch schafft der Hersteller aber, ein erstaunlich leichtes E-MTB mit wirklich großem Akku und voller E-Bike-Power auf die Beine zu stellen.

Das Herzstück: Der Re-Charge K1-Akku

Das Herzstück des neuen Kellys Theos F100 ist der neu entwickelte Re-Charge K1-Akku. Eine Batterie mit 825 Wattstunden und nur 3,9 Kilogramm gab es bis dato noch nicht. Solche Werte konnten die Entwickler von Kellys durch eine sehr hohe Energiedichte pro Kilogramm erreichen. Mit 211 Wh/kg soll es die höchste Dichte auf dem Markt sein. Den E-Bike-Akku kann man zur Entnahme nach unten herausziehen.

In Sachen Motor setzt Kellys auf die bewährten 85 Newtonmeter des neuen Shimano EP801.

Rahmen, Geometrie und Hinterbau

Mit 20,6 Kilogramm soll das Kellys das leichteste Full-Power E-Bike sein. Das niedrige Gewicht gelingt Kellys durch die Neuentwicklung des Rahmens der Theos-Serie, mit einer neuen Carbon-Aramid-Verbundsstruktur. Der neue Rahmen der Slowaken soll somit leichter sein und gleichzeitig mehr Steifigkeit bieten. Die Herstellung erfolgt in Europa, wo Kellys mit Spezialisten im Automobil-Bereich zusammenarbeitet und konstruiert.

Beim Hinterbau-System setzt Kellys auf ihre Think Link Virtual-Pivot-Plattform mit einer asymmetrischen Dämpferanlenkung.

Geometrie

Im neuen Theos F100 steckt eine 150 Millimeter Gabel, kombiniert mit einem 140 Millimeter Dämpfer. Auch setzt Kellys bei diesem E-MTB auf ein Mullet-Setup mit 29 Zoll-Vorder- und 27,5 Zoll-Hinterrad. Somit soll sich das Power-Gerät besser durch enge Kurven manövrieren und ist insgesamt verspielter fahren lassen. Allerdings: Für ein 27,5-Zoll Hinterrad fallen die Kettenstreben mit 460 Millimeter ziemlich lang aus.

Hinterbau

Beim Hinterbau-Konzept setzt Kellys auf die hauseigene Think Link Virtual-Pivot-Plattform mit asymmetrischer Dämpferanlenkung. Das System soll sehr sensibel ansprechen und gleichzeitig brems- und antriebsneutral sein, sowie Pedalrückschlag vermeiden. Der virtuelle Drehpunkt des Think Links-Hinterbau befindet sich in der Mitte des Tretlagers, wodurch die Kettenlinie während des gesamten Federwegs konstant gehalten werden soll.

Ausstattung des Kellys Theos F100

Im Theos F100 steckt eine Rockshox Lyrik Ultimate mit 150 Millimeter Federweg, gepaart mit einem Rockshox Super Deluxe Select+ Dämpfer mit 140 Millimeter Federweg. Befeuert wird das E-Mountainbike von Shimanos neuem EP801 Motor mit 85 Newtonmeter Drehmoment. Seine Energie bekommt dieser vom bereits beschriebenen Kellys Re-Charge K1-Akku mit 825 Wattstunden. Geschaltet wird mit der Shimano Deore XT Di2. Diese schaltet auf Wunsch auch konventionell, bietet mit Free- und Autoshift aber einige spannende Zusatzfunktionen. Gestoppt wird das Carbon-Gerät von einer Shimano XTR-Bremse mit 203 Millimeter Bremsscheiben vorne wie hinten.

Zwar soll das Theos unter die Kategorie Enduro fallen, doch mit einem Schwalbe Nobby Nic in der SpeedGrip Mischung vorne und hinten, liegt man hier eher im Bereich Trailbike/All Mountain Bike.

Kaufen kann man das Kellys Theos F100 für 12.999 Euro beim Händler des Vertrauens.

Das Kellys THEOS F90 im Detail

Das Kellys THEOS F90 ist das Topmodell der Linie und kommt wie die komplette THEOS-Plattform mit gemischten Laufradgrößen von 29” an der Front und 27,5” am Heck. Für 8.999 € wechselt es den Besitzer. Seine Ausstattung kann sich sehen lassen: Das Fahrwerk besteht aus einem Mix aus FOX 38 Factory-Federgabel mit 180 mm Hub und RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer, der 170 mm Federweg am Heck freigibt.

Die hochwertige GRIP2-Kartusche an der Federgabel lässt eine Einstellung von High- und Lowspeed-Zug- und -Druckstufe zu. Am Luftdämpfer kann man die Lowspeed-Zug- und -Druckstufe verstellen und ein zweistufiger Hebel ermöglicht einen Lockout für den Uphill, der den Hinterbau verhärtet.

Ebenfalls aus dem Hause FOX stammt die Transfer Factory-Sattelstütze mit 150 mm Hub. Für präzise Schaltvorgänge sorgt das elektrische Shimano XT-Di2-Schaltwerk mit einer 11-46T-Kassette - hier greift Kellys auf die etwas günstigere SLX-Variante mit 11 Gängen zurück.

Verzögert wird mit der standfesten Shimano XT-Vierkolbenbremse, die mit 203 mm großen ICE-TECH-Bremsscheiben arbeitet. Die Bremspower wird durch die grob profilierten Schwalbe Magic Mary 2,4” an der Front und Hans Dampf 2,6” am Heck auf den Boden übertragen.

Beide kommen in der Super Trail-Karkasse, zusätzlich bietet der Vorderreifen mit ADDIX Soft eine weichere Gummimischung für mehr Grip. Am Heck setzt Kellys auf eine härtere Mischung, für weniger Verschleiß und Rollwiderstand. Zuverlässig verzögert wird mit der Shimano XT-Vierkolbenbremse.

Technische Daten des Kellys Theos F90

Ausstattung Details
Motor Shimano EP8 85 Nm
Akku KELLYS Re-Charge K1 725 Wh
Display Shimano SC-E7000
Federgabel FOX 38 Factory GRIP2 180 mm
Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate 170 mm
Sattelstütze FOX Transfer Factory 150 mm
Bremsen Shimano XT8120 200/200 mm
Schaltung Shimano XT Di2 1x11
Vorbau Race Face Aeffect R35 50 mm
Lenker Race Face Aeffect R35 780 mm
Laufradsatz DT Swiss H1700 Hybrid 29"/27,5"
Reifen Schwalbe Magic Mary/Hans Dampf 2,6"/2,4"
Größe M, L
Gewicht 23,24 kg

Die Modellpalette von Kellys umfasst insgesamt drei Varianten. Wir hatten das Topmodell THEOS F90 im Test. Wer nach einer günstigeren Alternative sucht, wird beim THEOS F70 für 7.299 € oder beim F50 für 5.499 € fündig.

Fazit: Agiles Handling und Tourenkomfort

Das Kellys THEOS Theos F90 punktet mit einer angenehmen Sitzposition, die auch ausgedehnte Trail-Touren zulässt. Geht es bergab, glänzt es mit agilem Handling und bringt dennoch viel Laufruhe mit. Durch die gute Gewichtsverteilung hat man in Kurven ausreichend Grip. Das Team von Kellys hat aus dem Feather-Material einen optischen Hingucker geformt.

Innovation "Made in Europe"

Eine Lehre der letzen Jahre ist, das kurze Produktionswege Gold wert sind, „Made in Europe“ ist auch und gerade in der Bike-Industrie das Motto der Stunde. In der Slowakei erkannten das die beiden Brüder Peter und Brano Divine schon vor 25 Jahren!

Die Geschichte von Kellys begann, als die beiden beschlossen, eigene Fahrräder zu bauen. Heute werden Kellys Bikes aus der Slowakei in mehr als 35 Länder der Erde exportiert! Bekannt sind die eBikes für die hochwertige Verarbeitung und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

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