Wollen Sie mit einem Motorrad im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sein, muss neben einer Zulassung und einem Versicherungsschutz auch ein entsprechendes Motorradkennzeichen vorhanden sein. Wie beim PKW oder LKW sind die Kennzeichen genormte EU-Nummernschilder, die hinten am Motorrad anzubringen sind. Die rechtliche Grundlage bezüglich der richtigen Anbringung sowie zum Aussehen bildet unter anderem § 10 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Grundsätzliche gelten die hier definierten Regelungen auch für Motorräder, also auch fürs Motorradkennzeichen.
Welches Kennzeichen ist für ein Motorrad zulässig?
An einem Motorrad muss ein amtliches Kennzeichen angebracht sein. Bei Neuzulassungen handelt es sich hierbei um ein EU-Kennzeichen. Anders als beim PKW oder LKW kann am Motorrad ein kleineres Kennzeichen angebracht werden.
Anbringung des Kennzeichens
Hierin besteht bereits der erste Unterschied zum PKW, denn es ist nur ein Kennzeichen vorgeschrieben. Vorn am Motorrad ist die Montage weder vorgeschrieben noch vorgesehen. Darüber hinaus ist spezifisch für Motorräder definiert, dass bei einem solchen hinteren Kennzeichen eine Beleuchtung vorhanden sein muss. Diese ist so anzulegen, dass das Motorradkennzeichen auf 20 m erkennbar ist.
Größe und Aussehen von Motorradkennzeichen
Nicht nur bezüglich der Anbringung gibt es Regelungen, sondern auch zum Aussehen von Motorradkennzeichen. Seit 2011 können sich beim Motorrad Kennzeichen in der Größe unterscheiden. Denn es sind nun Breiten von 180, 200 oder 220 mm möglich. Ältere Kennzeichen können noch bis zu 280 mm breit sein. Die Höhe ist bei 200 mm geblieben. Die älteren Varianten können nach der Änderung der Vorschriften in ein kleines Motorradkennzeichen umgetauscht werden.
Allerdings ist zu beachten, dass bei der schmalsten Version von 180 mm Breite neben den zwei Buchstaben nur noch zwei Ziffern stehen können und diese bei mehr Zeichen nicht anwendbar sind. Hier sind Kennzeichen mit 220 mm Breite notwendig. Hat das alte Motorradkennzeichen sechs Stellen hinterm Ortskürzel, erhalten Fahrzeughalter eine neue, kürzere Kombination, da die alten nicht auf die schmalen neuen Kennzeichenvarianten passen. Fürs Motorrad muss ein neues Kennzeichen also 5-stellig sein.
Weitere Bestimmungen zur Montage
Neben den Vorschriften aus § 10 FZV sind für die richtige Montage vom Motorradkennzeichen weitere Bestimmungen von Bedeutung. Hier spielt unter anderem die Richtlinie 2009/62/EG eine Rolle. Hier sind unter anderem Vorschriften zu finden, die beim Motorrad bzw. Ein Abknicken in der Mitte ist bei der Montage immer zu vermeiden, da dies die Lesbarkeit beeinträchtigt und das Motorradkennzeichen somit nicht mehr den Vorschriften entspricht.
Hier kann am Motorrad dann ein Kennzeichenhalter von Vorteil sein, wenn dieser sich anpassen lässt. Regelungen zu einem solchen sind gesetzlich allerdings nicht festgelegt. Zudem muss die Montage so erfolgen, dass das Motorradkennzeichen nicht verloren gehen kann. Wichtig ist auch, dass am Motorrad das Kennzeichen nicht als Reflektor fungiert und somit nicht foliert oder verglast sein darf.
Was kostet ein neues Motorradkennzeichen?
Die Kosten fürs Motorradkennzeichen variieren regional. Wie beim Auto ist es beim Motorrad möglich, das Kennzeichen sowohl online zu erstehen als auch sich seinen Wunsch fürs Motorradkennzeichen reservieren zu lassen. Kaufen können Sie das Nummernschild dann entweder in einem entsprechenden Geschäft oder im Onlineshop. Letztere Variante ist in der Regel kostengünstiger.
Sie geben die Buchstaben-Ziffern-Kombination, die Ihnen die Zulassungsstelle zugewiesen hat bzw. die Sie reserviert haben, meist über ein Portal ein und lassen sich das fertige Schild nach Hause schicken. Auch beim Motorrad verursacht ein Kennzeichen Kosten. Neben den Anmeldegebühren ist auch das Erstellen des Nummernschildes mit Ausgaben verbunden. Die Zulassungsgebühren sind nicht bundeseinheitlich geregelt und können sich regional unterscheiden. Die Zuteilung eines neuen Kennzeichens kostet durchschnittlich etwa 26 bis 30 Euro.
Das Reservieren eines Wunschkennzeichens kostet allerdings überall 12,80 Euro. Die Kosten für das Motorradkennzeichen an sich sind vom jeweiligen Anbieter abhängig.
FAQ: Kennzeichen anbringen
Ob ein Fahrzeughalter nach dem Autokauf bei einem neu zugelassenen Fahrzeug das Kennzeichen anbringen oder bei einem umgemeldeten Kfz das Nummernschild wechseln möchte, ihm wird durch § 12 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) genau vorgeschrieben, welche Vorschriften er dabei zu befolgen hat. Auch wenn sich dieser Paragraph direkt auf die üblichen Nummernschilder „mit schwarzer Beschriftung auf weißem schwarz gerandetem Grund“ bezieht, so gelten seine Vorschriften auch für besondere Kennzeichen und für rote Händlerkennzeichen, die ausschließlich für Prüfungsfahrten, Probefahrten und Überführungsfahrten zugelassen sind.
- Worauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Kennzeichen anbringen? Unter anderem darf das Kennzeichen laut der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) durch nichts verdeckt oder beschmutzt sein. Darüber hinaus muss das hintere Nummernschild mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein.
- Welche Möglichkeiten gibt es bei der Kennzeichenanbringung? Die gängigste Methode ist wohl die Verwendung einer Kennzeichenhalterung, in die Sie das Nummernschild einfach einsetzen und mit einem Klick befestigen können. Doch auch magnetische Schilder oder Kennzeichen mit Klettbändern sind eine Option. Zu guter Letzt können Sie auch auf die altmodische Art und Weise zurückgreifen, indem Sie Löcher in das Schild bohren und es mit Schrauben am Kfz anbringen.
Welche Vorschriften gelten für Kennzeichen?
Jeder Fahrzeughalter muss sein Kennzeichen sichtbar anbringen. Das bedeutet, es ist genau definiert, wie Fahrzeughalter ein Kennzeichen abringen müssen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Sichtbarkeit eines Kfz-Kennzeichens unter allen Umständen gewährleistet sein muss. So dürfen nach korrekter Kennzeichenbefestigung keine Umwelteinflüsse das Kennzeichen so verdecken, dass es nicht mehr lesbar ist.
Das bedeutet, es darf durch nichts verdreckt oder dauerhaft verschmutzt sein - außerdem muss es reflektieren, darf aber nicht spiegeln. Jedes Nummernschild muss vollständig dem Normblatt DIN 64069 entsprechen. Darin sind die Größenvorgaben für alle Kennzeichenvarianten genau festgelegt. Zudem muss die Zulassungsbehörde jedes zugeteilte Kennzeichen mit einer Stempelplakette versehen.
Es wird weiterhin vorgeschrieben, dass der Halter eines Kraftfahrzeugs auf der Vorder- und Hinterseite des betreffenden Gefährts ein Kennzeichen anbringen muss. Die Autonummer auf der Hinterseite muss zudem mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein. Diese darf Licht „nicht unmittelbar nach hinten austreten lassen“, muss aber dafür garantieren, dass das Kennzeichen bis auf 20 Meter Entfernung noch erkennbar ist.
Auch Höhe und Winkel einer Kennzeichenbefestigung wird in § 12 FZV festgelegt. Die vordere Autonummer darf in einem „Vertikalwinkel von 30 Grad gegen die Fahrtrichtung geneigt sein“, dabei muss sich der untere Rand des Schilds mindestens 200 mm über der Fahrbahn befinden. Bei der Mitführung eines Anhängers muss auch dieser ein Nummernschild aufweisen, das der Halter für Zugfahrzeuge benutzen darf.
Verdeckt wiederum Fracht auf dem Anhänger die Kennzeichnung, schreibt der Gesetzgeber am Ladungsträger eine Wiederholung vor. Bei allen Fahrzeugen, bei denen die Kennzeichenbefestigung nicht den Vorschriften entspricht, darf dem Gesetzgeber folgend keine Inbetriebnahme im öffentlichen Straßenverkehr erfolgen.
Wie lässt sich ein Kennzeichen befestigen?
Wie sich zeigt, sind zahlreiche Aspekte beim Einsatz von Nummernschildern genau geregelt. Einzig die Art und Weise, wie Halter ein Kennzeichen anbringen sollen, ist im Gesetzt nicht genau festgeschrieben. So muss es lediglich fest sein. Daher bieten sich jedem Kfz-Besitzer verschiedene Möglichkeiten.
Ein Kennzeichen befestigen, ohne dafür Schrauben zu benutzen, stellt heutzutage kein Problem mehr dar. Ein Verzicht auf dieses Zubehör kann aus ästhetischen Gründen erfolgen. Doch für viele hat sich der Nummernschildhalter bewährt. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Ein Kennzeichenhalter hat den Vorteil, dass nach erstmaliger Montage Halter einzelne Kennzeichen leicht anbringen und leicht austauschen können. Zudem benötigen Sie beim Nummernschild keine extra Schrauben. Wenn sich der Halter eines Kfz gegen den Kennzeichenhalter entscheidet, kann er auch die klassische Methode verwenden, ein Nummernschild anzubringen.
Dabei werden Löcher in das Schild gebohrt, nachdem der Abstand der Bohrpunkte genau festgelegt wurde. Diese Festlegung muss besonders gewissenhaft erfolgen, damit das Kennzeichen später gerade und fest am Auto sitzt. Bezüglich der Schrauben für das Kennzeichen hat hier jeder Interessent die Wahl zwischen Angeboten von verschiedenen Herstellern. Handwerkliches Knowhow ist für diese Methode nötig.
Vorteil: Autonummern sind auf diese Weise sicher am Fahrzeug befestigt.
Nachteil: Das Auswechseln eines Schilds ist recht zeitintensiv.
Mittlerweile ist es auch möglich, ein Nummernschild zu befestigen, ohne zum Bohrer greifen zu müssen. Dafür gibt es beispielsweise magnetische Schilder. Sogar Kennzeichen mit Klettbändern sind nicht unüblich. Entsprechend werden Schilder aus Kunststoff schon in der Herstellung mit einem textilen Flausch auf der Rückseite versehen. Fahrer können diese Kennzeichen mit speziellen Verschlüssen dann einfach am Auto montieren.
Es muss eine Außentemperatur von über 15 °C herrschen, wenn ein Fahrzeugbesitzer ein Nummernschild mit Klettband anbringen möchte - nur dann verbinden sich die Pads richtig mit der Oberfläche.
Vorteil: Kennzeichen lassen sich schnell wechseln.
Nachteil: Schilder können je nach Material durch häufiges Wechseln verbiegen.
Für eine Kfz-Kennzeichen-Befestigung bieten sich also jedem Fahrzeughalter viele Möglichkeiten. Allerdings sollten Sie im Vorfeld bei der Zulassungsstelle erkundigen, ob die Anbringung vorschriftsgemäß ist. So sind zum Beispiel Kennzeichen zum Kleben meist nicht erlaubt.
Kurze Kennzeichenhalter
Kurze Kennzeichenhalter zählen zu den beliebtesten Umbauten im Motorradbereich - und das aus gutem Grund: Sie verleihen dem Bike ein schlankeres Heck, unterstreichen den sportlichen Charakter und werten die Gesamtoptik deutlich auf. Statt der oft sperrigen Originalhalter sorgt er für ein schlankes, sportliches Design, das perfekt zu Naked Bikes und sportlichen Modellen passt.
Kurze Kennzeichenhalter sind bei der KTM Duke 125 besonders beliebt. Sie betonen das sportliche Design und lassen das Heck deutlich aufgeräumter wirken. Auch die KTM Duke 390 profitiert deutlich von einem kurzen Kennzeichenhalter. Bei der BMW F 900 R sorgt ein kurzer Kennzeichenhalter für eine markante Heckansicht und ein klares, sportliches Erscheinungsbild. Für die BMW S 1000 R ist ein kurzer Kennzeichenhalter nahezu ein Muss. Er passt perfekt zum aggressiven Naked-Bike-Design und bringt das kraftvolle Heck richtig zur Geltung.
Beim Kauf eines kurzen Kennzeichenhalters solltest du unbedingt darauf achten, dass er den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Viele kurze Kennzeichenhalter benötigen eine TÜV-Eintragung oder müssen über eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) verfügen.
Kurze Kennzeichenhalter sind eine beliebte und einfache Möglichkeit, das Heck eines Motorrads aufzuwerten. Sie verleihen dem Bike eine sportlichere Optik, sorgen für ein aufgeräumtes Design und lassen viele Modelle deutlich moderner wirken. Kurze Kennzeichenhalter sorgen für ein schlankeres, sportlicheres Heck und verbessern die Gesamtoptik des Motorrads deutlich.
Viele Halterungen sind als Plug-and-Play-Lösung konzipiert und lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick in 15-30 Minuten montieren. Ja - viele kurze Kennzeichenhalter sind modellspezifisch entwickelt und passen exakt zur jeweiligen Heckgeometrie.
Kennzeichen im "Schmutzwurfbereich"
Kennzeichen und Kennzeichenbeleuchtung im "Schmutzwurfbereich" des Hinterrads - somit ist die Lesbarkeit nicht gewährleistet. Daran wird es scheitern... Der Winkel des Kennzeichens darf maximal 5 Grad nach hinten geneigt sein - das würde theoretisch gehen. Wenn die Lesbarkeit nicht mehr gegeben ist kann man bei der Anbauweise von Vorsatz ausgehen - dann Kennzeichenmissbrauch = Straftat...
Seitliche Anbringung des Kennzeichens
Das Kennzeichen darf man seitlich anbringen. Bei jedem Motorrad, auch wenn es am Heck möglich wäre. Weiß aber nicht auswendig wie genau das aussehen muss. Das sieht unglaublich beschissen aus!
Nun regelt der § 10 Ausgestaltung und Anbringung der Kennzeichen der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) die Anbringung. Da gibt es dann noch die Frage, wie weit nach links oder rechts darf ich ein Kennzeichen setzen. In der oben genannten EG-Richtlinie ist davon die rede, dass das Kennzeichen zwischen der durch die linke und rechte Fahrzeugbegrenzung erzeugte Ebene angebracht sein muss. Diese Ebenen werden in der Regel durch den Lenker erzeugt. Die meisten seitlichen Kennzeichenhalter passen da rein (besonders interessant für Chopperfahrer). Nur auch dafür hat sich der deutsche TÜV eine Gegenregel ausgedacht.
Kennzeichenabdeckung
Ich suche eine Kennzeichenhülle oder Abdeckung die ich bevor ich in den Wald fahre oder sonst wo lang wo ich es lieber nicht machen sollte über das Kennzeichen ziehe. Alles andere finde ich absolut zum Kot....!!
Bußgeldtabelle zu § 12 FZV
Welche Sanktionen sind möglich, wenn das Kennzeichen falsch angebracht wurde oder sogar gänzlich fehlt? Dies verrät Ihnen diese Tabelle.
Abdeckplane und Kennzeichen
Grundsätzlich muss jedes Fahrzeug, was im öffentlichen Raum steht, zugelassen, versichert und vom Tüv abgenommen sein.
§ 23 Abs. 1 StVO führt dazu aus:
„(1) Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet. Ferner ist dafür zu sorgen, dass die vorgeschriebenen Kennzeichen stets gut lesbar sind. Vorgeschriebene Beleuchtungseinrichtungen müssen an Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern auch am Tage vorhanden und betriebsbereit sein.“
Es droht hier in der Regel lediglich ein Verwarngeld i. H. v. 5 EUR bis 20 EUR.
Höhe und Neigung des Kennzeichens
- Ein Kennzeichen muss bei belastetem Fahrzeug min. 300 mm mit der Unterkante von der Fahrbahn entfernt sein, jedoch mit der Oberkante nicht mehr als 1200 mm.
- Es darf eine Neigung von max. 30 Grad aufweisen.
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