Kettenöl Fahrrad Shimano Test: Welches ist das Beste?

Mit einer geölten Kette macht das Radfahren mehr Spaß. Eine gut geschmierte Kette ist eine wichtige Voraussetzung, damit das Radfahren dauerhaft Spaß macht.

Testsieger und Empfehlungen

Testsieger bei den Tropfölen wurde bei der GTÜ mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ das F100 Kettenöl von Dr. Wack, gefolgt vom ebenfalls sehr empfehlenswerten Dynamic Kettenschmierstoff, der in der Kategorie Tropföle zusätzlich als Preis-Leistungssieger ausgezeichnet wurde. Als empfehlenswert stuften die Tester die punktgleichen Finish Line Kettenöl synthetisch und Rohloff Spezial Kettenschmierstoff ein sowie dahinter Muc-Off Hydro Dynamic Chain Lube und Woodman’s finest Bicycle Care Mango-Syrup Chainlube.

Die Hitliste der Kettensprays nennt drei sehr empfehlenswerte Produkte: Platz 1 für Brunox Top-Kett mit der höchsten Gesamtpunktzahl im Test. Platz 2 erreichte das Motorex Oil of Switzerland Wet Protect Performance Lube, das zugleich den Preis-Leistungssieger bei den Kettensprays stellt. Dritter auf dem Siegertreppchen wurde Ballistol BikeCer Keramik-Kettenöl.

Testkriterien und Methoden

Unter anderem ging es um die Frage: Wie beeinflussen die Öle Verschleiß und Schmierung der Kette? Die Antwort lieferte ein Laborversuch mit dem „Cross-Cylinder-Tester“, einer Entwicklung des „Kompetenzzentrums Tribologie“ der Hochschule Mannheim. Das Gerät setzt einen mit den Testölen benetzten Metall-Prüfring einer definierten Reibungsbelastung aus. Ermittelt wird die Verschleißfläche, die unter einem 200-fach vergrößernden Mikroskop genau vermessen werden kann.

Gute Kettenschmiermittel sollten zudem gegen Rost wirken. Dazu wurden mit dem Testöl beaufschlagte Metallplättchen für 24 Stunden in eine fünfprozentige Salzlösung getaucht und dann die Korrosion der Plättchen beurteilt.

Auch die Prüfung der Schmutzanhaftung erfolgte mit Hilfe von ölbenetzten Testplättchen. Je weniger Testsand an ihnen haften blieb, desto besser.

Neben der umfangreichen Wirkungsprüfung der Kettenschmiermittel ging es aber auch um Fragen der Anwendung. Wie informativ ist die Bedienungsanleitung, wie gut sind die Gebinde zu handhaben und zu dosieren?

Grundsätzlich stellten die GTÜ-Tester fest: Sprays zur Schmierung von Fahrradketten liefern durch die Bank bessere Ergebnisse in Sachen Kriechfähigkeit. Sie sind auch bequemer anzuwenden als Tropföle. Andererseits sind sie nicht so sparsam und präzise aufzutragen.

Bio-Kettenöle im Trend

Der Bio-Trend macht auch vor Schmierstoffen für Fahrradketten nicht halt. Die gute Nachricht: In Sachen Leichtlauf, Korrosions- und Verschleißschutz können Bio-Öle mit konventionellen Schmierstoffen konkurrieren. Trotzdem sollte man Etikett und gegebenenfalls das Datenblatt der Bio-Öle genau lesen: Nicht alle sind per se umweltfreundlich.

Als biologisch leicht abbaubar - und das ist die Grundvoraussetzung, die ein modernes Bio-Schmiermittel erfüllen muss - gelten Produkte, die spätestens nach 28 Tagen zu mindestens 60 Prozent abgebaut sind. Die Prüfnorm OECD 301 ist dabei auch wesentliche Grundlage für die Vergabe anerkannter Umweltzeichen wie des EU-Ecolabels oder des Blauen Engels. Nicht alle Produkte im Test entsprechen diesen Anforderungen.

Die übrigen Kandidaten in unserem Test setzen auf umweltfreundliche Rohstoffe bei der Zusammensetzung und verwenden zum Teil auch Recycling-Materialien für Tropffläschchen und Etiketten - ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das wichtigste Argument aber, in Zukunft auf Bio-Schmierstoffe zu setzen, sind die Ergebnisse unseres aufwendigen Tests: Die besten Bio-Produkte schmieren nämlich mindestens so gut wie die Gewinner aus unserem früheren Vergleich in TOUR 12/2020.

Was ist Bio?

Der Begriff “Bio” ist nicht geschützt. Damit gekennzeichnete Produkte sind daher nicht zwangsläufig umweltfreundlich.

Das sagt die Norm OECD 301 (A-F): Ein Schmierstoff ist für die Umwelt weniger gefährlich, wenn er sich bei Kontamination des Erdreichs in kurzer Zeit biologisch abbaut. Dafür muss der Schmierstoff durch Oxidation mit Sauerstoff unter Mithilfe von Wasser und Bakterien zu CO2, Wasser und Biomasse umgewandelt werden. Gemäß OECD 301 (A-F) muss der Schmierstoff innerhalb von 28 Tagen zu mindestens 60 Prozent abgebaut sein, um als leicht biologisch abbaubar zu gelten.

Die unterschiedlichen Basisöle

Bei den Grundölen unterscheidet man Mineralöle, synthetische Öle und Pflanzenöle. Wobei synthetische Öle sowohl auf Mineralölbasis als auch auf Pflanzenbasis erzeugt werden können. Synthetische Öle fossilen Ursprungs sind nach heutigem Stand der Technik nicht leicht biologisch abbaubar, Mineralöle per se nicht. Trotzdem werden z. B. Weißöle unter dem Begriff “Bio” vermarktet. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung eines Schmierstoffes können auch Endkunden das jeweilige Sicherheitsdatenblatt des Herstellers einsehen.

Umweltfreundlich

Um das Siegel “Bio” zu verdienen, sollte ein Schmiermittel natürlich nach OECD 301 biologisch leicht abbaubar sein. Zudem sollte es keine Farb- und Duftstoffe enthalten und ungefährlich für die Natur sein. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sollten Verpackung und Label aus einem Rezyklat bestehen, also aus recyceltem Kunststoff. Nachfüllgebinde oder Nachfüllstationen bei Fahrradhändlern tragen ebenso zum Schutz der Umwelt und zur Vermeidung von Plastikmüll bei.

Ein Tropfen Öl kann 600 bis 1000 Liter Wasser verunreinigen. Die Fahrradkette sollte daher immer - egal mit welchem Öl - so sparsam wie möglich geölt werden.

Interview mit Stefan Mitterer von Oelcheck GmbH

TOUR: Sind Bio-Öle völlig unbedenklich für die Umwelt?

Stefan Mitterer: Nein. Die offiziellen Tests zur Abbaubarkeit sollen keinen Freischein darstellen. In Fällen wie Schlauchplatzern an Maschinen oder Verlustschmierungen wie bei Ketten sind diese in der Umwelt besser abbaubar, sollten dennoch nicht in größerer Menge ins Erdreich oder Wasser gelangen. Sollte es passieren, werden durchaus Gegenmaßnahmen wie Ausheben des Erdreichs durchgeführt. Aktuell werden Überlegungen in der Industrie angestellt, die Tests zur Abbaubarkeit von Schmierstoffen weiter zu verbessern.

TOUR: Sind Attribute wie “kennzeichnungsfrei” oder “frei von Gefahrstoffen” Merkmale eines Bio-Produkts?

Stefan Mitterer: Nein, frei von Gefahrstoffen bedeutet nicht automatisch unbedenklich für die Umwelt. Auch biologisch abbaubar bedeutet nicht gleich unbedenklich für die Umwelt oder Lebewesen. Kennzeichnungsfrei heißt lediglich, dass toxikologische Untersuchungen einen gewissen Schwellenwert nicht überschritten haben und deshalb kein Gefahrensymbol auf dem Produkt erforderlich ist.

TOUR: Manche Öle bestehen nachweislich zu einem großen Teil aus Weißöl und werden trotzdem als Bio deklariert.

Stefan Mitterer: Da der Begriff in diesem Zusammenhang nicht geschützt ist, sollte anhand des Etiketts oder Datenblattes geprüft werden, ob die Auslobung als Bio mit einem entsprechenden Test oder Erfüllung eines offiziellen Standards einhergeht. Ansonsten kann man lediglich marketingtechnische Gründe nicht ausschließen.

TOUR: Wie ist die biologische Abbaubarkeit der Polyalphaolefine (PAO) einzuschätzen?

Stefan Mitterer: Es gibt Schmierstoffe, welche PAO-basiert sind und Abbaubarkeitstests erfüllen. Doch das ist nicht gleichbedeutend damit, dass sie unbedenklich für die Umwelt sind.

TOUR: Im Test schneiden viele der Bio-Produkte sehr gut ab. Gibt es auch Nachteile gegenüber mineralischen Ölen?

Stefan Mitterer: Je nach Aufbau können sogenannte Bio-Schmiermittel eher zum Verharzen führen und sind in der Industrie oftmals teurer als klassische Mineralöle. Aufgrund des Aufbaus Richtung Umweltverträglichkeit sind die Öle tendenziell anfälliger für Abbaureaktionen. Diese können auch an der Kette ablaufen und dann zum Verharzen führen. Aber, wie in der Frage erwähnt, bieten die Bio-Schmierstoffe oft auch technische Vorteile.

Fahrrad-Kettenöl: Mineralisch vs. ökologisch

Vergleicht man die besten Kettenöle aus dem aktuellen und unserem vergangenen Test in TOUR 12/20, wird klar: Es gibt keinen vernünftigen Grund mehr, zum Schmieren der Kette auf Mineralölprodukte zu setzen.

Im Kettenöltest in TOUR 12/2020 konnte sich Tunap mit dem Kettenöl Ultimate den Testsieg sichern. Das Schmiermittel überzeugte mit minimal unruhigem Verlauf bei der Schmierfähigkeitskurve und einem hervorragend niedrigen Reibwert. Auch der Korrosionsschutz lag auf sehr hohem Niveau. Lediglich bei der Kriechfähigkeit ließ Tunap Punkte liegen. Aufgrund der zähen Konsistenz und des langen Tropfverschlusses war das Tunap-Öl prima dosierbar und sammelte viele Punkte - TOUR-Testnote 2,0.

Der aktuelle Testsieger Antidot schneidet beim Reibungskoeffizienten minimal besser ab als Tunap. Atlantic erzielt ebenfalls einen hervorragenden Wert, jedoch fällt der wichtigere Verschleißschutz deutlich geringer aus. Sieben von 15 Ölen im Test erzielen beim Reibwert ausgezeichnete Ergebnisse. Im vergangenen Test schafften nur zwei Produkte den Schwellenwert von 1,0. Mit gutem Korrosionsschutz und optimaler Handhabung überzeugen die Bio-Öle von Antidot und Dr. Wack auf ganzer Linie. Muc Off, Rohloff und Toniq füllen ebenfalls hervorragende, umweltschonende Schmiermittel ab.

Bio-Kettenöle im Test - Die einzelnen Produkte und Testergebnisse im Detail

Im Folgenden werden einige der getesteten Bio-Kettenöle mit ihren jeweiligen Bewertungen und Testergebnissen detailliert vorgestellt:

  • Antidot Kettenöl: Vorbildliche Schmierfähigkeit und passabler Korrosionsschutz, angenehme Viskosität, aber geringe Kriechfähigkeit. Fein dosierbar durch sämige Konsistenz. Die handliche, feste Flasche drückt sich etwas schwer. Kappe mit Kindersicherung. Keine Nachfülloption und relativ teuer.
  • Atlantic Bio Kettenöl: Mäßiger Verschleißschutz und geringer Korrosionsschutz, bei geringen Kräften solide und anhaltende Schmierleistung. Handliche Flasche mit feiner Tülle, leicht zu drücken und sauber punktuell aufbringbar. Etwas klebrig. Inzwischen mit recycelter Verpackung erhältlich.
  • Danico Biotech Ketten Kaiser: Schmierstoff auf Basis von Sonnenblumenöl. Bei Reibung und Verschleiß im Mittelfeld, überzeugend beim Korrosionsschutz. Hohe Viskosität mit mäßigem Kriechverhalten. Sehr fein aufzutragen und dabei nicht zu klebrig. Verpackung mit geringem Recycel-Anteil, beim Händler nachfüllbar.
  • Dr. Wack F100 Bio Kettenöl: Durchgehend solider Reibwert und sehr guter Verschleißschutz. Schützt noch gut vor Korrosion, kriecht aber nur mäßig. Eine der besten Tropfflaschen im Vergleich, zudem zum großen Teil aus Recycling-Material. Dank mittlerer Viskosität auch ohne Tropfen leicht und sauber aufzutragen.
  • Dynamic Bio Allround Lube: Bei der Schmierfähigkeit nur im hinteren Bereich, auch der Verschleiß ist eher hoch. Dafür schützt das Öl zuverlässig vor Korrosion. Kriecht trotz geringer Viskosität nur mäßig. Tropft schon beim Kippen leicht aus der Flasche, aufgrund der dünnflüssigen Konsistenz weniger sauber dosierbar.
  • Hanseline Bio MTB Oil: Sehr guter Reibwert, doch die unruhige Messkurve deutet auf unharmonische Schmier-Performance hin. Mäßiger Verschleißschutz, dafür top Korrosionsschutz. Muss lange geschüttelt werden, damit sich die Graphen-Partikel verteilen. Dünnflüssig und schwer dosierbar. Sehr preiswert.
  • Motorex Chainlube Allround: Im Schnitt einer der höchsten Reibwerte, dafür mit ruhigem Lauf. Verschleiß und Korrosion sind mäßig. Laut Etikett OECD-301-konform, doch das Grundöl ist umstritten. Daher nicht ganz unbedenklich. Sehr dünnflüssig und trotz dosierbarer Spitze nur schwer sauber aufzutragen. Wenig klebrig.
  • Muc-Off Wet Weather Lube: Geringer Reibwert, aber etwas unruhiger Kurvenverlauf. Daher auch beim Verschleißschutz kein Top-Wert. Korrosionsschutz auf hohem Niveau. Handliche Flasche, lange Tülle und ausreichend hohe Viskosität, dadurch gut zu dosieren. Mit Duft- und Farbstoffen versetzt - nicht ideal für ein Bio-Produkt.

Shimano Kettenöl

Das Shimano Kettenöl war das erste wirkliche Kettenöl, dass ich benutzt habe. Das Kettenöl kann mich auf voller Linie überzeugen. Nach dem Auftragen läuft die Kette wirklich leiser und leichter, wodurch die angegebene Wirkung wirklich stimmt und das Öl funktioniert. Durch die sehr kleine Öffnung der Tube lässt sich das Öl einfach auf der Kette verteilen und dosieren. Ich habe für mich herausgefunden das eine Schmierung ausreicht, weil die Kette meiner Meinung nach ansonsten zu viel Öl aufgenommen hat und der Staub/ Dreck angezogen wurde. Ich benutzte das Öl das ganze Jahr über und weiß nicht wieso man es nicht bei Nässe benutzten sollte.

Weitere Testkriterien und Produkte

Öle, Wachse, Trockenschmierstoffe - Schmiermitel gibt es weit mehr als Glieder an der Fahrradkette. Die Hersteller bieten schon nahezu für jede erdenkliche Wetterlage den passenden Schmierstoff. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Entweder setzt man weiterhin auf das klassische Kettenöl, das sich vielleicht schon über Jahre bewährt hat oder man orientiert sich an den Ergebnissen aus unserem Test.

Im Testfeld finden sich die unterschiedlichsten Lösungen für die perfekte Schmierung der Fahrradkette. Klassische Kettenöle zum kleinen Preis finden sich ebenso im Test, wie der teure Kettengleitstoff von Dry Fluid. Trockenpartikel und Gleitpolymere sollen hier für maximale Schmierfähigkeit sorgen und die Lebensdauer der Kette verlängern.

Unser aufwändiger Labortest gibt Aufschluss über die tatsächlichen Qualitäten der Schmierstoffe. So können sie einfacher die verschiedenen Produkte miteinander vergleichen und das beste Schmiermittel für Ihren Einsatz herausfiltern.

Schmierfähigkeit (Brugger-Test)

Die Schmierfähigkeit (nach Brugger) wurde mit dem Testgerät Triboproof T100 bestimmt. Ein zylindrischer Prüfkörper wird dabei mit einer gleich bleibenden Last von 400 Newton auf einen rotierenden Zylinder gedrückt, der mit dem Schmiermittel benetzt ist - und zwar um 90 Grad versetzt, sodass die Kontaktfläche zunächst nur einen Punkt ergibt. Es tritt folgendes Phänomen auf: Der rotierende Zylinder gräbt sich in den Prüfkörper und hinterlässt eine Verschleißfläche in Form einer Ellipse. Sobald die Flächenpressung einen bestimmten Wert unterschreitet, ab dem das Schmiermittel einen Schmierfilm bilden kann, beruhigt sich das System, und der Verschleiß nimmt trotz sich berührender Oberflächenspitzen schlagartig ab. Durch Vermessung der Ellipsenfläche wird der sogenannte Brugger-Wert in N/mm² bestimmt, mit welchem der Schmierstoff belastbar ist. Dieses Verfahren zur Schmierstoffprüfung ist in der Industrie anerkannt und in der DIN 51347 festgehalten.

Bei der Schmierfähigkeit zeigt keine Produktkategorie deutliche Vorteile. Es scheint eher, als würden bestimmte Hersteller besonders belastbare Schmierstoffe herstellen. Dynamic, Motorex und F100 sowie der Dry Fluid Kettengleitstoff liefern hier besonders gut Werte ab.

Kriechfähigkeit

Für den Test werden jeweils zwei Glasplatten gründlich entfettet und so übereinandergelegt, dass die untere Platte einen Zentimeter vorsteht. Das Schmiermittel wird am Plattenvorstoß zweimal aufgetragen und kriecht durch Kapillarkräfte zwischen die beiden Glasplatten. Nach 15 Minuten wird die benetzte Fläche an der oberen Platte markiert und auf Millimeterpapier übertragen. Das Millimeterpapier wird an der Markierung abgeschnitten und gewogen. Die daraus berechnete benetzte Fläche in cm² gilt als Maß für die Kriechfähigkeit.

Hier haben, bis auf wenige Ausnahmen, dünnflüssige Mittel wie Wachse und Trockenschmierstoffe sowie die meisten Sprays die Nase vorn. Ihre Kriechfähigkeit erkaufen sich viele dieser Produkte allerdings durch den Zusatz von Lösungsmitteln. Das heißt: ein Teil des Flascheninhalts verdampft direkt nach dem Aufbringen.

Schmutzanhaftung

Gleichmäßig polierte Bleche wurden mit den Kandidaten benetzt, 30 Minuten senkrecht stehend abgelüftet und anschließend mit Quarzsand bestreut. Vor und nach dem Besanden wurden die Bleche mit einer Feinwaage gewogen, die Differenz ist ein Maß für die Schmutzhaftung.

Wer besonderen Wert auf eine saubere Kette legt, sollte sich bei den Wachsen und Trockenschmierstoffen umsehen. Bis auf wenige Ausnahmen sind hier die Produkte klar im Vorteil, die nach dem Verdampfen des Lösungsmittels einen trockenen Film auf der Kette hinterlassen.

Die Test-Kategorien im Vergleich

Im Vergleich der verschiedenen Testkategorien zeigt sich: das perfekte Schmiermittel gibt es nicht. Bei jedem Produkt muss man mehr oder weniger große Abstriche in mindestens einem Kriterium eingehen. Die beiden Produkte von Dynamic und Motorex und das PTFE Spray von Hanseline kommen dem Optimum jedoch schon sehr nahe.

Testergebnisse ausgewählter Schmiermittel

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Schmiermitteln mit ihren jeweiligen Bewertungen in verschiedenen Kategorien:

  • Dynamic Trockenschmierstoff (BIKE-Tipp: Testsieger): Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (10/10), Handhabung (8/10) - BIKE-Urteil: SUPER
  • Motorex Dry Power (BIKE-Tipp: Preis/Leistung): Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (10/10), Handhabung (6/10) - BIKE-Urteil: SUPER
  • Dynamic Kettenschmierstoff: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (8/10), Kriechfähigkeit (8/10), Handhabung (8/10) - BIKE-Urteil: SUPER
  • Hanseline PTFE-Spray: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (6/10), Handhabung (6/10) - BIKE-Urteil: SUPER
  • Motorex Wet Protect: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (6/10), Kriechfähigkeit (10/10), Handhabung (6/10) - BIKE-Urteil: SUPER
  • Finish Line Keramik Wachs: Schmierfähigkeit (8/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (8/10), Handhabung (8/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • Dry Fluid High End Kettengleitstoff: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (4/10), Kriechfähigkeit (8/10), Handhabung (10/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • Rohloff Oil of Rohloff: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (8/10), Kriechfähigkeit (4/10), Handhabung (10/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • F100 Trocken Schmierstoff: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (8/10), Kriechfähigkeit (4/10), Handhabung (6/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • Shimano PTFE Lube: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (6/10), Kriechfähigkeit (4/10), Handhabung (10/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • Muc-Off C3 Ceramic Lube: Schmierfähigkeit (8/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (4/10), Handhabung (10/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • F100 Kettenöl: Schmierfähigkeit (10/10), Schmutzanhaftung (4/10), Kriechfähigkeit (4/10), Handhabung (10/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • Ballistol BikeCer: Schmierfähigkeit (6/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (8/10), Handhabung (6/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT
  • Brunox Top-Kett: Schmierfähigkeit (6/10), Schmutzanhaftung (10/10), Kriechfähigkeit (8/10), Handhabung (6/10) - BIKE-Urteil: SEHR GUT

BIKE BILD Kettenöl Test 2022

Gut geölte Fahrrad-Ketten verschleißen langsamer und setzen keinen Rost an. Wir haben elf Kettenöle für Ganzjahrespendler im Labor getestet, um herauszufinden, welche Schmierstoffe die besten sind.

Die Kettenöle im Überblick

Kettenöl Preis pro 100 Milliliter Note
Antidot Kettenöl 17,90 Euro sehr gut
Brunox Top-Kett 11,72 Euro gut
Dr. Wack F100 Kettenöl 17,98 Euro gut
Dynamic All Round Lube 9,40 Euro befriedigend
Finish Line Cross Country Kettenöl 6,66 Euro gut
Hanseline MTB Kettenöl 4,40 Euro befriedigend
Muc-Off Kettenöl für Nässe 9,13 Euro befriedigend
Shimano Wet Lube 7,96 Euro gut
SKS Lube your chain 17,32 Euro gut
WD-40 Bike Kettenöl Wet 10,49 Euro sehr gut
Zéfal Extra Wet Chain lube 8,29 Euro gut

So hat BIKE BILD das Kettenöl getestet

Die Schmierfähigkeit und der Reibverschleißschutz wurden mithilfe einer hochwertigen Schwingungs-Reibverschleiß(SRV)-Maschine im Labor von Bremer & Leguil (Antidot) in DIN-Norm-Anlehnung untersucht. Hierbei bearbeitet eine Kugel zwei Stunden lang eine mit Öl bedeckte Scheibe. Der anschließend gemessene Verschleiß geht zu 40 Prozent in das Testergebnis ein.

Um den mit 25 Prozent gewichteten Korrosionsschutz zu testen, verwendete das Labor genormte, mit Öl bedeckte Graugussspäne, die auf Filterpapier gelegt wurden. Mit Wasser beträufelt waren so Rostflecken in unterschiedlicher Stärke zu sehen.

Für die Bestimmung der mit 15 Prozent gewichteten Schmutzresistenz wurden in Öl getränkte, abgetropfte Kettenabschnitte mit Quarzsand bestreut und mit einer Feinwaage gewogen. Je leichter die Kette war, desto besser schnitt das Öl ab.

Die Handhabung wurde von den Testern subjektiv bewertet und ging ebenfalls zu 15 Prozent ein. Dabei war uns wichtig, dass das Öl problemlos gleichmäßig aufgetragen werden konnte.

aktive Radfahren Ausgabe 4/2018

Ohne eine gut geölte Kette läuft am Mountainbike buchstäblich nichts. Aber ist das teuerste Öl auch das beste? Wir haben 16 Kettenöle in Labor und Praxis getestet.

Unterschied Kettenöl für nasse und trockene Bedingungen

Nass-Kettenöle sind für den Einsatz bei schlechtem Wetter optimal. Ein dickeres Grundöl ist mit Haftvermittlern versehen. Die Kette wird mit einem Schutzmantel umgeben. Nachteil: Auch Schmutz haftet besser an der Kette.

Öl für trockenes Wetter (nicht zu verwechseln mit Trockenschmiermittel) ist dünner, dringt besser in die Laschen und Glieder ein. Es ist weniger sichtbar, wäscht sich aber auch schnell wieder ab.

Bewertungsmatrix: Die besten Kettenöle im Test

Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl für jedes Öl errechnet und somit die Endnote bestimmt. Zum Endergebnis trägt die Schmierfähigkeitsprüfung zu 60 Prozent bei, der Reinheitstest zu 15 Prozent und die Handhabung zu 25 Prozent. Anhand der Punkte kannst du erkennen, wie weit entfernt das Produkt von der nächsten Note liegt.

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