Kettenschutz am Motorrad: TÜV-Bestimmungen in Deutschland

Die Frage, ob ein Kettenschutz am Motorrad Pflicht ist, beschäftigt viele Motorradfahrer. Es gibt unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen, die oft zu Verwirrungen führen. Dieser Artikel soll Klarheit schaffen und die relevanten TÜV-Bestimmungen in Deutschland erläutern.

Ist ein Kettenschutz Pflicht?

Grundsätzlich ist ein Kettenschutz in Deutschland Pflicht. Dein Problem dürfte sein, dass das Motorrad mit dem Kettenschutz seine Betriebserlaubnis erhalten hat. Soll heißen, dass du den dran haben musst.

Der Kettenschutz als Bauteil wird in der StVZO nicht gesondert genannt. Es reicht die abstrakte Gefahr, die von der Kette bei fehlendem Schutz ausgehen könnte. Bei Motorrädern sind gefährliche bewegliche Teile wie Kettenantriebe und dergleichen durch geeignete Vorrichtungen (Verkleidungen z.B. Kettenkasten für Sekundärantrieb) so zu schützen, dass weder Lenker noch beförderte Personen durch unbeabsichtigtes Berühren mit einem Körperteil oder mit einem Kleidungsstück gefährdet werden.

Ein Kettenschutz schützt einerseits ganz profan vor frisch aufgetragenem Kettenöl bzw. Fett. Das fliegt immer etwas ab. In seltenen Fällen können Ketten reissen. Und natürlich könnte einen auch die umlaufende Kette erfassen. Wäre von Vorteil, wenn Dein Bein eingeklemmt sein sollte.

Ausnahmen und Sonderfälle

Es gibt jedoch auch Ausnahmen und Sonderfälle, in denen ein Kettenschutz nicht zwingend erforderlich ist:

  • Einsitzer: Damals kam die Aussage vom Prüfer....beim 1Sitzer is das net nötig. Allerdings sind hier in der Gegend schon Bekannte wegen fehlendem Kettenschutz beim Tüv durchgefallen. Zudem würde ich gerne wissen, ob der untere Kettenschutz (z. B. Mazen 30) erforderlich ist. Eine zuverlässige Quelle, dass es im Solobetrieb/ Einsitzer nicht nötig ist, habe ich nicht gefunden. ich kann es mir auch nicht vorstellen. Selbst wenn man ggfs beim TÜV nachfragt, sollte man wohl eine Rechtsgrundlage dafür haben. Sonst wirds womöglich bei der nächsten Kontrolle ein böses Erwachen geben.
  • EG-Baumusterzulassung: Der Hinterradschutz ist nicht erforderlich , wenn das Motorrad eine EG- Baumusterzulassung hat.

Die "Finne" als Frässchutz

Die sogenannte "Finne" ist ein zusätzliches Schutzelement, das sich unterhalb der Kette befindet. Finne = Frässchutz und im Falle des Falles sinnvoll. Wenn ein Kettenschutz Sinn macht, dann wie schon erwähnt unten. Denn dort wird durch die "Finne" verhindert, dass teile vom Fahrer oder andere, sich dort durch den Trum nicht ins Kettenblatt ziehen lassen.

Diese Finne ist dazu da, daß bei weiterdrehendem Motor,mit dem Bein unterdem Mopped, das Selbige nicht eingezogen und zwischen Kette und Kettenrad zerfräst wird. Habe eine solche Finne an der RenN01, ist ne Auflage vom DMSB...muss mal ein Bild raussuchen. Oben ist keine Pflicht von diesem.Im Bereich der StVO...keine Ahnung...Sinn würde der untere Schütz definitiv machen und sollte meiner Meinung nach auch zur Pflicht werden!

Konsequenzen bei fehlendem Kettenschutz

Wer ohne Kettenschutz fährt, riskiert nicht nur die Sicherheit, sondern auch rechtliche Konsequenzen. Unten ist ein Link von einer Polizeikontrolle die in Hessen stattfand. Der User fuhr auch ohne Kettenschutz. Die Maschine wurde sofort stillgelegt, weil die BTE erloschen ist und die Maschine wurde eingezogen und wird einem Gutachter vorgeführt.

Und selbst wenn dein Prüfer zufrieden ist, kann dir die Rennleitung trotzdem ne Mängelkarte schreiben. Und sollte diese Bremsleitung bzw. deren Verlegung bei einer Kontrolle auffallen, fährst du keinen Meter mehr.

Individuelle Erfahrungen und Meinungen

Die Meinungen zum Thema Kettenschutz gehen oft auseinander. Fahr zu 8 TÜV/DEKRA-Leuten und du bekommst 7 Meinungen über richtig oder Falsch oder geht noch. Was den TÜV intressiert oder nicht ist ja immer so ne Laune Sache....

Einige Motorradfahrer bevorzugen aus optischen Gründen einen minimalen oder gar keinen Kettenschutz. Ich persönlich finde es einfach optisch ansprechender, wenn man möglichst viele mechanische Bauteile an einem Motorrad erkennt, ohne sie mit Plastikteilen abzudecken. Ohne Kettenschutz sieht einfach von der Optik besser aus. Ob du gar keinen dran hast oder einen verkürzten ist Pott wie Deckel.

Es ist jedoch wichtig, sich der Risiken und rechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein, bevor man eine solche Entscheidung trifft.

Zusammenfassung

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Punkte zum Thema Kettenschutz und TÜV-Bestimmungen zusammen:

Aspekt Information
Pflicht Grundsätzlich ja, da Bestandteil der Betriebserlaubnis
Ausnahmen Einsitzer (ggf.), EG-Baumusterzulassung (Hinterradschutz)
"Finne" Zusätzlicher Frässchutz unterhalb der Kette
Konsequenzen Stilllegung, Mängelkarte, Bußgeld

Es ist ratsam, sich vor Umbauten oder Veränderungen am Kettenschutz beim TÜV oder einer anderen Prüforganisation zu informieren, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

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