So stellen Sie Ihre Shimano-Kettenschaltung richtig ein

Das Einstellen der Kettenschaltung am Fahrrad ist keine komplizierte Angelegenheit. Diese Anleitung setzt voraus, dass die Schaltung bereits am Fahrrad montiert ist und die Schaltzüge sowie Außenhüllen unbeschädigt sind. Beschädigte oder verrostete Außenhüllen können die Bewegung des Schaltzugs behindern und die Einstellung des Schaltwerks wirkungslos machen.

Die Grundlagen der Schaltwerkseinstellung

Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet. Am Schaltwerk selbst können drei Aspekte justiert werden: oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung. Über die Anschläge wird die Maximalauslenkung der Schaltung eingestellt.

Umschlingung der Kette

Als Umschlingung wird der Winkel bezeichnet, den die Kette die Kassette umschlingt. Normalerweise ist dieser wichtig, um die Umschlingung der kleinen Ritzel richtig einzustellen, bei den 12-fach Antrieben ist er allerdings fest vorgegeben. An den Shimano Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll. Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.

Die richtige Einstellung der Anschläge

Mit den Anschlägen wird verhindert, dass die Kette über das größte oder kleinste Ritzel hinaus kann und in die Speichen gerät oder den Rahmen beschädigt. Bei falscher Einstellung der Anschläge kann es auch passieren, dass die Kette beispielsweise nicht in den größten oder kleinsten Gang wechselt und im Gang davor hängen bleibt.

Es gibt zwei Anschlagsschrauben, eine für jedes Ende der Range. Bei Shimano sind diese mit einem L und einem H gekennzeichnet, was für Low- und High-Speed steht. Low begrenzt also den Anschlag zum größten Ritzel mit der meisten Zähne Zahl (für langsame Geschwindigkeiten) und High ist für das kleinste Ritzel mit der niedrigsten Zähne Zahl (für hohe Geschwindigkeiten) zuständig.

Die Anschläge sollten so eingestellt werden, dass die Kette leicht auf das entsprechende Ritzel wechselt, ohne darüber hinaus Schalten zu können. Besonders die Einstellung des H-Anschlags ist wichtig, denn sie kann bei falscher Einstellung die Seilspannung beeinflussen.

Einstellung High-Speed Anschlag

Um die Einstellung des H-Anschlags zu prüfen, Schalte auf das kleinste Ritzel und löse den Schaltzug vom Schaltwerk, um den Einfluss der Seilspannung zu eliminieren. Jetzt sollte die Kette genau mittig unter dem kleinsten Ritzel laufen. Wenn du das Schaltwerk per Hand nach oben drückst und wieder loslässt, sollte die Kette problemlos und schnell auf das kleinste Ritzel schalten. Mit dem Hineindrehen des Anschlags sitzt das Schaltwerk weiter innen und umgekehrt.

Einstellung Low-Speed Anschlag

Bei der Einstellung des Low-Speed Anschlags ist wichtig, dass die Kette auf keinen Fall über das größte Ritzel hinaus schalten kann. Schaltest du also alle Gänge bis zum größten Ritzel hinauf, darf sich der Schalthebel auf dem größten Ritzel nicht oder nur noch minimal drücken lassen und das Schaltwerk sollte sich nicht mehr in Richtung Speichen bewegen. Ist der Anschlag zu weit innen eingestellt, schaltet die Kette nicht oder nur schwer auf das größte Ritzel.

Einstellung der Seilspannung

Mit der Seilspannung wird die Position des Schaltwerks unter allen Ritzeln kontrolliert. Das heißt, wenn die Kette die Kassette nicht nach oben steigen möchte, braucht das Schaltwerk etwas mehr Seilspannung und du musst die Einstellschraube herausdrehen.

Die richtige Kettenspannung ist wichtig für ein sicheres Fahren und ein rechtzeitiges Anhalten mit der Rücktrittbremse. Ist die Fahrradkette nicht ausreichend gespannt, verzögert sich der Vortrieb und die Bremsleistung. Dies kann deine Fahrsicherheit beeinträchtigen. Ist die Kette zu locker, treffen die Kettenglieder nicht richtig auf die Zähne der Ritzel. Die Kette, Ritzel und Kettenblätter nutzen sich stärker ab. Erst wenn die Kette mehrfach abgesprungen ist, oder ein Rattern am hinteren Ritzel zu hören ist, ist einem bewusst, dass etwas mit der Kette nicht stimmt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung des Schaltwerks

  1. Vorbereitung: Schalten Sie auf das große Kettenblatt vorne und das kleinste Ritzel hinten. Bei einem Einfach-Antrieb können Sie die Hinweise bezüglich Kettenblatt vernachlässigen. Lösen Sie dann den Schaltzug mit einem Inbusschlüssel.

  2. Unterer Endanschlag (H): Stellen Sie sicher, dass die Schaltwerksröllchen exakt parallel in einer Linie mit dem kleinsten Ritzel stehen. Verwenden Sie die mit H gekennzeichnete Schraube, um den unteren Endanschlag zu justieren.

  3. Oberer Endanschlag (L): Schalten Sie vorne auf das kleinste Kettenblatt. Drücken Sie das Schaltwerk mit den Fingern in Richtung großes Ritzel und kontrollieren Sie, ob die Schaltwerksröllchen in einer Linie mit dem größten Ritzel stehen. Passen Sie gegebenenfalls mit der L-Schraube den oberen Endanschlag an.

  4. Winkeleinstellung (B-Schraube): Bei Zwölffach-Antrieben oder mit Hilfsmitteln zur Abstandseinstellung, justieren Sie die Höhe des oberen Schaltröllchens mit der B-Schraube. Der Abstand zwischen dem größten Ritzel und dem Schaltröllchen sollte etwa 1 bis 1,5 Kettenglieder betragen. Shimano bietet hierfür Hilfslinien auf dem Schaltwerkskäfig.

  5. Zugspannung: Schalten Sie auf das große Kettenblatt und drehen Sie die Einstellschraube für die Zugspannung am Schalthebel fast ganz hinein.

  6. Feinjustierung: Schalten Sie auf das mittlere Kettenblatt und schalten Sie die Gänge einzeln durch. Erhöhen Sie die Zugspannung, wenn die Kette nicht sofort auf das nächsthöhere Ritzel springt, oder verringern Sie sie, wenn die Kette nicht direkt auf das nächstkleinere Ritzel wechselt.

  7. Probefahrt: Führen Sie eine Probefahrt durch, um die Einstellungen zu überprüfen.

So stellen Sie Ihren Umwerfer ein

  1. Höhe des Umwerfers: Der Umwerfer hat die richtige Höhe, wenn zwischen Leitblech und den Zähnen des großen Kettenblatts ca. 1 bis 3 Millimeter Platz ist.

  2. Unterer Endanschlag: Schalten Sie auf das größte Ritzel und das kleinste Kettenblatt. Lösen Sie den Schaltzug und verstellen Sie die Lage des Leitblechs mit der L-Schraube. Der Endanschlag ist korrekt eingestellt, wenn die Kette das Leitblech gerade so nicht mehr berührt.

  3. Schaltzug montieren: Montieren Sie den Schaltzug wieder am Umwerfer.

  4. Oberer Endanschlag: Schalten Sie auf das größte Kettenblatt und das kleinste Ritzel. Stellen Sie die Endanschläge eher etwas enger ein, um ein Abspringen der Kette zu verhindern.

  5. Zugspannung: Schalten Sie auf das mittlere Blatt und auf das größte Ritzel und passen Sie die Zugspannung an.

  6. Probefahrt: Machen Sie eine kleine Probefahrt.

Wann und warum sollte ich meine Fahrradkette spannen?

Wenn du beim Anfahren oder bei höherer Belastung ein Knacken hörst, ist es Zeit, die Fahrradkette zu spannen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Kette während der Fahrt abspringt und das Hinterrad blockiert, sich die Kette verbiegt oder im schlimmsten Fall reißt. Spätestens wenn die Kette durchhängt oder bereits abgesprungen ist, sollte sie nachgespannt werden.

Auch wenn das Fahrrad mit einer schlaffen Kette auf den ersten Blick einwandfrei fährt, läuft der untere Teil der Kette nicht gleichmäßig in die Zähne des hinteren Zahnrades, was zu erhöhtem Verschleiß führt.

Welche Indikatoren sind wichtig und wann sollte ich meine Kette prüfen?

Um Verschleiß zu vermeiden und die Fahrsicherheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Kettenspannung regelmäßig zu überprüfen. Der beste Zeitpunkt für eine Kettenkontrolle ist zwischen den Jahreszeiten, da sich das Material durch den Temperaturwechsel von der Ausdehnung ändert. Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung sollte die Kettenspannung so eingestellt sein, dass sich die Kette bei mittlerem Fingerdruck um 1,5 bis 2 cm bewegt.

Kette spannen bei Nabenschaltung und Rücktrittbremse

Du kannst in diesen Fällen die Kette spannen, indem du das Hinterrad löst und gleichmäßig nach hinten ziehst.

Mit den folgenden Hilfsmitteln und Fahrradwerkzeugen kannst du deine Kettenspannung richtig einzustellen:

  • Maulschlüssel in der Größe 15 mm oder größer
  • Schraubenzieher und kleiner Maulschlüssel in Größe 10 mm
  • Inbus- oder Sechskant-Schlüssel bei Fahrrädern mit Scheibenbremse
  • Montageständer

Anleitung zur Kettenspannung bei Nabenschaltungen und Rücktrittbremse

  1. Schalte in den ersten Gang, damit möglichst wenig Zug auf der Gangschaltung ist.
  2. Nachdem du das Fahrrad in den Montageständer eingespannt hast, kannst du das Hinterrad lösen und die Kette straffen.
  3. Ist allerdings eine Rücktrittbremse verbaut, löse den Bremshebel, damit dieser frei beweglich ist.
  4. Bei bestimmten Nabenschaltungen liegt die Gangschaltung genau auf der Mutter der Hinterachse. In diesen Fällen musst du diese Mutter erst freilegen, bevor du sie lösen kannst.

Mit den vier aufgelisteten Arbeitsschritten lässt sich deine Kette im Handumdrehen spannen.

  1. Schritt 1: Abdeckung der Gangschaltung lösen
  2. Schritt 2: Bremshebel der Rücktrittbremse am Hinterbau lösen
  3. Schritt 3: Schrauben der Hinterachse lockern und am Hinterrad ziehen, um Kette zu spannen
  4. Schritt 4: Hinterradschrauben festziehen und Bremshebel am Rahmen wieder festziehen

Kette spannen bei Nabenschaltung und Scheibenbremsen

Wenn dein Fahrrad eine Nabenschaltung und Scheibenbremsen hat, kannst du die Kette auch spannen. Das sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, ist aber auch kein Hexenwerk, denn das Prinzip ist das gleiche.

  1. Schritt 1: Anschraubpunkte prüfen - feststellen, welche die gesamte Einheit bewegen und lösen.
  2. Schritt 2: Das Laufrad mit der kompletten Bremseinheit vorsichtig nach hinten ziehen und die Kette spannen.
  3. Schritt 3: Laufrad ausrichten und Schrauben leicht anziehen.

Schritt 1: Lösen der Anschraubpunkte der Hinterachsen Einheit mit Bremssattel

Der Unterschied besteht darin, dass sich das Verhältnis von Bremssattel (am Rahmen) und Bremsscheibe (am Laufrad) verändert, wenn das Rad nicht gleichmäßig nach hinten bewegt wird. Aus diesem Grund ist der Bremssattel am gleichen Teil wie das Ausfallende oder die Achsaufhängung montiert. Löse nur die Schrauben, die die beiden Einheiten mit Bremssattel und Ausfallenden an Rahmen fixieren.

Schritt 2: Spannschrauben der Ausfallenden anziehen

Stelle dich hinter das Fahrrad und drehe beide Spannungschrauben an den Ausfallenden mit dem 4er Inbusschlüssel. Beide Schrauben sollten mit den gleichen Umdrehungen angezogen werden, bis die Kette gespannt ist. Achte darauf, dass das gesamte Laufrad mit dem Rahmen und den Kettenstreben in einer Flucht ist. Mit dem Rein- und Rausdrehen der Spannschraube auf der Seite an der die Kette nicht ist, kann das Laufrad ausgerichtet werden.

Schritt 3: Kette gespannt halten und Schrauben anziehen

Wenn das Laufrad nach bestem Gefühl ausgerichtet und die Kette gespannt ist, ziehe die Schrauben der jeweiligen Aufnahmeeinheiten an den Ausfallenden abwechselnd an, bis diese wieder fest sind.

Fahrradkette spannen mit Kettenspanner

Bei einer ganz normalen Kettenschaltung ist ein Federmechanismus im Schaltkäfig verbaut, welchen den Schaltarm immer nach hinten zieht. Somit wird die Kette immer auf Spannung gehalten unabhängig davon, wie groß bzw. klein das Ritzel oder Kettenblatt des eingelegten Ganges ist.

Der Kettenspanner wird am Rahmen am hinteren Bereich des vorderen Kettenblatts montiert und zieht die untenliegende Kette näher an das Kettenblatt heran. Durch den Federmechanismus des Kettenspanners bleibt die Kette weiter gespannt, auch wenn sie im Laufe der Zeit durch Temperatur oder Verschleiß etwas länger wird.

Kompatibilität der Komponenten

Um die Schaltung bestmöglich einstellen zu können, müssen alle Teile des Antriebs und der Schaltung zueinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Essenziell sind hier aber die Schaltstufen: ein 12-fach Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden.

Wichtig: Shimano- und SRAM-Bauteile können NICHT gemixt werden.

Pflege und Schmierung

Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine gründliche Reinigung ist daher obligatorisch. Für geschmeidige Schaltvorgänge muss die Kette sauber und gut geschmiert sein. Die Gelenke des Schaltwerks müssen leichtgängig sein. Grundsätzlich sollen alle Komponenten, die mit im Spiel sind, vor dem Einstellen der Schaltung sauber und natürlich technisch einwandfrei sein. Die Hauptursache für schlecht funktionierende Schaltungen ist zu viel Reibung. Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile müssen sauber und geschmiert sein.

Problem Mögliche Ursachen Lösung
Kette springt beim Schalten Falsche Einstellung der Endanschläge, Verschmutzte Kette, Verschleiß Endanschläge justieren, Kette reinigen und schmieren, Kette ersetzen
Schaltung schwergängig Verschmutzte oder verrostete Schaltzüge, Mangelnde Schmierung Schaltzüge reinigen oder ersetzen, Schmierung verbessern
Kette rattert Falsche Kettenspannung, Verschleiß der Kassette oder Kette Kettenspannung prüfen und anpassen, Kassette oder Kette ersetzen

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