Kleinziegenfelder Tal Radweg: Eine malerische Tour durch die Fränkische Schweiz

Das Kleinziegenfelder Tal verläuft in Nord-Südrichtung von Weismain nach Kleinziegenfeld. In diesem idyllischen Tal kann man die Fränkische Schweiz noch wie vor 150 Jahren erleben. Hier gibt es auf steilen Trocken- und Halbtrockenrasenhängen noch die mittlerweile selten gewordenen Wacholderheiden, die früher das Landschaftsbild geprägt haben. Um die Ortschaften Kleinziegenfeld und Wallersberg/Weihersmühle findet man zwei ausgedehnte Wacholderheiden, die unter Naturschutz stehen.

Die Petition „Durchführung einer Machbarkeitsstudie für den Ausbau eines Radwegs zum Kleinziegenfelder Tal“ von Hans Popp war erfolgreich, wie Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner mitteilen. Mehr Sicherheit für Radler ist das Ziel. Bis wann die Untersuchung abgeschlossen werden soll.

Die Weismain und ihre Mühlen

Die Weismain ist ein knapp 15 km langes Nebenflüßchen des Mains. Ihre Quelle entspringt im Kleinziegenfelder Tal, das sie über weite Strecken mäandrierend durchzieht. In der Stadt Weismain, der der Fluss den Namen verlieh, fließt die Krassach in die Weismain. Große Bedeutung hatte die Weismain seit dem Mittelalter durch den Betrieb zahlreicher Mühlen. Zusammen mit der Krassach wurden im Flusssystem der Weismain insgesamt mindestens 22 Mühlen angetrieben; 13 davon sind noch entlang der Weismain, am Erhardsmühlbach und dem im 14.

Das Gefälle des Kleinziegenfelder Tales und die Wasserkraft der Weismain boten ideale Voraussetzung zur Anlage von Mühlen. So kann man auf dem Radweg durch das Tal, entweder der Staatsstraße 9121 folgend oder auf Nebenwegen entlang der Weismain, noch heute viele alte Mühlen - meistens aber nur von außen - bewundern. Im Flußsystem von Weismain und Krassach gab es zahlreiche Mahlmühlen, Schneidmühlen, Walkmühlen, Loh- und Papiermühlen sowie einen Waffenhammer. In ganz Oberfranken nahm ab etwa 1400 die Zahl der Mühlenbetriebe deutlich zu.

Bedeutung der Mühlen

Allgemein kann aus der Zahl der Mühlenbetriebe auf die landwirtschaftliche Produktion sowie auf eine anhaltende Nachfrage nach gewerblichen Erzeugnissen wie Schnittwaren, Papier und Walkstoffe schließen. Die seit dem Hochmittelalter entwickelten Walkmühlen dienten der Erzeugung von Walkstoffen. Dazu wurden auf Heimwebstühlen gewebte Wollstoffe durch Holzhämmer in Wasserbottichen gewalkten, also gestaucht, geklopfen und so lange verdichtet, bis ein verfilzter Stoff (Loden) entstand.

Die Wacholderheiden

Die Schaf- und Ziegenhaltung versorgte die Bauern in den Juradörfern mit Wolle, Fleisch und Milch. An den Steilhängen des Kleinziegenfelder Tales, die sonst kaum Möglichkeiten zur landwirtschaftlichen Nutzung boten, war die Beweidung durch die anspruchslosen Tiere noch immer eine Erwerbsmöglichkeit. Die ständige Beweidung bei geringer Düngung der Fläche, sowie die zeitweilig starke Sonneneinstrahlung bei geringen Niederschlägen führte zu einer zunehmenden Verkarstung der Böden. Auf den hier vorherrschenden Kalkmagerrasen gediehen daher nur Pflanzen und Gehölze, die dem ständigen Verbiss der Schafe und Ziegen gewachsen waren.

Als die Beweidung durch Schafe im 20. Jahrhundert allmählich zurück ging, konnten sich vor allem diese Pflanzen und Gehölze ausbreiten. So entstanden die Wacholderheiden, die heute zu den seltensten Biotoptypen überhaupt gehören. Viele der hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind extrem gefährdet. Deshalb benötigen diese Standorte einen hohen Pflegeaufwand, um sie vor der zunehmenden Verbuschung zu schützen. Durch den Naturpark Fränkische Schweiz / Veldensteiner Forst wird daher seit einigen Jahren ein Modellprojekt zur Fels- und Hangfreilegung durchgeführt, um die wertvollen Wacholderheiden zu erhalten. Wacholderbeeren sind übrigens auch ein typisches Gewürz der oberfränkischen Küche. Unverzichtbar sind sie beim Würzen von Sauerkraut, Einlegen von Gurken und Schinken oder auch bei verschiedenen Braten.

Historische Mühlen im Kleinziegenfelder Tal

Entdecken Sie die Vielfalt der historischen Mühlen entlang des Kleinziegenfelder Tal Radwegs:

  • Kastenmühle an der Krassach in Weismain: Sie wird schon 1445 erstmals erwähnt. Es handelt sich um eine oberschlächtige Schneidmühle, die bis ins Jahr 2000 betrieben wurde. Der heutige Bau stammt aus dem frühen 19.
  • Die Förstmühle in Weismain: Sie wurde 1595 erstmals erwähnt und früher Mittelmühle wegen der Lage am mittleren Stadttor genannt. Heute befindet sich hier ein Wohnhaus aus dem frühen 19.
  • Die Neumühle: Sie ist in der erhaltenen Bausubstanz die älteste Mühle Weismains. Erhalten ist ein Gebäude aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie ein Mühlrad.
  • Das Gebäude der Mühle in Niesten: Es stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Mühle war bis 1920 in Betrieb.
  • Das Fachwerkgebäude der Krassacher Mühle: Es stammt aus der Zeit um 1800.
  • Die Herbstmühle: Sie ist eine oberschlächtige Mühle, auch „Wunkendorfer Mühle“ genannt. Sie dient seit 1914 durch Einbau einer heute noch funktionierenden Francis-Turbine der Stromerzeugung und kann besichtigt werden.
  • Die Schammendorfer Mühle: Sie ist dagegen eine unterschlächtige Mühle. Seit dem 17. Jahrhundert diente sie als Papiermühle. Das erzeugte Papier soll hervorragende Qualität besessen haben. Das heutige Fachwerkgebäude stammt aus dem 18.
  • Auch die Waßmannsmühle: Sie ist ein Fachwerkgebäude des späten 18.
  • Die Weihersmühle: Sie wurde 1356 erstmals als Mahl- und Schneidmühle erwähnt. Das heutige Fachwerkgebäude stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert.
  • Die Schrepfersmühle: Sie wurde um 1736 als Papiermühle errichtet. 1879 endete die Papierherstellung nach dem Tod des Fabrikanten Georg Schrepfer. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte der Umbau zum Wasserwerk der Rothmannsthaler Gruppe.
  • Das Gebäude der Schwarzmühle in Kleinziegenfeld: Es wurde 1728 von Johann Weis errichtet und diente als Mahl- und Schneidmühle.
  • Das Gebäude der Stoffelsmühle in Kleinziegenfeld: Es stammt mit zwei Wasserrädern im Kern noch aus dem 16. Jahrhundert. Nach einem verheerenden Wolkenbruch 1887 musste der Mühlenbetrieb eingestellt werden. Das Anwesen wurde im 20. Jahrhundert als Wagnerei und Pumpstation genutzt.

Einkehr und Kulinarisches

Zur Einkehr auf der schönen Tour laden verschiedene Gasthäuser ein. Ein ganz besonderer Tipp ist der schon über Generationen eingesessene Gasthof Zöllner in Kleinziegenfeld. Hier ist Gastfreundschaft schon beinahe eine Familientradition. Im Gasthof Zöllner speist man in historischen Mauern. Das typisch fränkische Fachwerk ist eine ganz besondere Zierde des Hauses. Traditionell betont - damit aber absolut im Trend und keinesfalls verstaubt und langweilig zeigt sich auch die kreative Küche des Gasthofes, in der der Chef selbst Hand anlegt.

Für die hervorragende Zubereitung von Juralamm (aus dem Kleinziegenfelder Tal) wurde der Gasthof Zöllner bereits ausgezeichnet. Typisch fränkische Schmankerl wie z. B. Bratwürste mit Sauerkraut, Tafelspitz in Meerrettichsoße, frische Forelle aus dem Kleinziegenfelder Tal und vieles mehr dürfen natürlich nicht auf der Karte fehlen. Im Tal der Weismain öffnet die Schrepfersmühle eine gemütliche Gaststube mit Wohnzimmeratmosphäre für hungrige Gäste. Von der Brotzeit bis zum warmen Tellergericht finden gerade Wanderer hier das passende Angebot.

Weitere Informationen

Die Umweltstation des Landkreises Lichtenfels hat eine Broschüre zusammengestellt, die Radtouren zu den Mühlen im Kleinziegenfelder Tal und im Bärental enthält. Außerdem erfährt der Leser viel Wissenswertes über Land und Leute sowie natürlich über die Geschichten der einzelnen Mühlen.

Eine Mühlen-Radwanderung durch das Kleinziegenfelder Tal. In diesem idyllischen Tal kann man die Fränkische Schweiz noch wie vor 150 Jahren erleben. Hier gibt es noch die mittlerweile selten gewordenen Wacholderheiden, die früher das Landschaftsbild geprägt haben. Um die Ortschaften Kleinziegenfeld und Wallersberg/Weihersmühle findet man zwei große Wacholderheiden, die auch unter Naturschutz stehen.

Anreise

  • Wandern: Aus Richtung Hollfeld (26) kommend führt ein Weg mit der Markierung zum Kleinziegenfelder Tal.
  • Auto: Den Ort erreicht man bequem über die Autobahn 70.

Mountainbike-Touren

Mountainbiker sollten sich Banzer Berg, Vierzehnheiligen und Krappenberg merken. Hier gibt es Trails für jedes Niveau - nicht umsonst zählt die Region rund um Lichtenfels zu den besten Singletrail-Destinationen der Dt. Auf dich warten vielseitige Abfahrten für alle Könnerstufen auf dem Mountainbike. Mal radelst Du gemütlich durch das Maintal, mal geht es bergauf, bergab durch den Jura.

Pumptrackbahn in Bad Staffelstein

Die neue Pumptrackbahn in Bad Staffelstein verspricht Fahrvergnügen für Groß und Klein, und das auf einer der attraktivsten Anlangen Deutschlands. Pumptrackbahnen sind speziell gestaltete Rundkursstrecken. Die Fahrtechnik, die aus einem gezielten Be- und Entlasten besteht, wird „Pumping“ genannt und funktioniert mit vielen Sportgeräten. So kann ein Pumptrack z.B. Der Rundkurs mit zahlreichen Hindernissen bietet Mountainbikern und BMX-Fahrern - unabhängig von Alter und Können - jede Menge Spaß und Action.

Radtourenvorschläge

Von Burgkunstadt führt der Kleinziegenfeldertal-Radweg durch das mittelalterliche Weismain hinauf auf die Höhen des Juras. Von Schammendorf kommend wird der Namensgeber dieser Tour, das Kleinziegenfelder Ttal, bergaufwärts durchfahren. Unterhalb des „Radfahrer Claudius“, der über dem Örtchen Kleinziegenfeld auf seinem Felsen thront, schlängelt sich der Weg - vorbei an blütenreichen Wacholder-hängen - aus dem Tal hinaus.

45-75 km Radvergnügen: Bizarre Felsentäler, luftige Höhen, sprudelnde Quellen, urfrän­kische Dörfer, weite Flussauen - und natürlich mit besten Brauereien am Weg. Von Nord nach Süd, vom Obermaintal über die Weismainalb in die Frän­kische Schweiz, sozusagen der Länge nach durch die drei Land­kreise Lichten­fels, Bam­berg und Forch­heim! Eine facettenreiche Tour, an drei Quellen vorbei und zum Ursprung des großen und des kleinen Tummlers nahe der Heroldsmühle. Zahl­reiche weitere Mühlen liegen am Weg und so manches Wasserrad dreht sich noch.

Von Burgkunstadt ins reizvolle Kleinziegenfelder Tal, dann über die Höhen der nördlichen Frankenalb ins Wiesent-, ins Aufseß-, ins Leinleiter- und wieder ins Wiesenttal! Wir fahren in der ersten Streckenhälfte durch tief eingeschnittene Felstäler - wildromantisch und bizarr mit kleinen Dörfchen und Mühlen, danach geht’s auf und ab - schließ­lich die karge Albhochebene hinauf. Hinter Laibarös erreichen wir mit 507 m ü. NN den höchsten Punkt und kilometermäßig ungefähr die Hälfte der Tour. Nun geht’s im Prinzip fast nur noch bergab, wenn auch immer wieder mal mit kleineren Zacken als Gegenanstieg. Im Leinleitertal, an Heiligenstadt und Veilbronn vorbei, rollen wir recht gemütlich dahin und ab Ebermannstadt nahezu eben durch das nun breit gewordene Wiesenttal.

Die ge­samte Strecke ist gut 75 km lang, von Weismain (67,5 km) über das felsendurchsetzte Kleinziegenfelder Tal und Weihersmühle (61 km). Die Tour führt durch die 3 Land­kreise: Lichten­fels, Bam­berg und Forch­heim. Ab Ebermannstadt könnten Sie eventuell noch die letzten 13,5 km mit dem Zug durchs Wiesenttal bummeln, so dass Sie mit minimal 45 km ab Kleinziegenfeld Grund auch eine schöne erlebnisreiche Tour haben, die an den meisten High­lights vorbeiführt. Am Endbahn­hof Forch­heim bringen Sie schnelle und häufige Ver­bin­dungen in den Groß­raum Nürn­berg.

Unser Start­bahn­hof Burgkunstadt ist über Lichten­fels mit der RB 22 sehr gut zu erreichen. Die Tour kann gleich zu Beginn etwas abkürzt und gleich im felsdurchsetzten Kleinziegenfelder Tal gestartet werden. Steigen Sie ein, lassen Sie sich inspirieren und mit dem VGN ins Obermaintal bringen! Das TagesTicket Plus zum Genuss im ganzen VGN-Gebiet gilt für bis zu 6 Per­so­nen (max. 2 ab 18 Jahren) - statt Per­so­nen dürfen Fahr­räder mit.

Routenpunkte

Burgkunstadt Bf. - Weismain, Kirchplatz (7,5 km) - Waßmannsmühle (12,0 km) - Weihersmühle (13,7 km) - Schrepfersmühle (14,5 km) - Kleinziegenfeld Grund (16,2 km) - Kleinziegenfeld Weismainquelle (16,9 km) - Stadelhofen (20,5 km) - Treunitz (25,1 km) - Königsfeld Aufseßquelle (31,6 km) - Laibarös (35,8 km) - Abzweig Schleife Tummler-Heroldsmühle-Leinleiterquelle (39,4 km) - Leinleiterquelle (42,7 km) - Oberleinleiter ( 44,7 km) - Heiligenstadt (48,8 km) - Veilbronn (52,5 km) - Ebermannstadt, Abzweig Bf. (60,9 km) - Pretzfeld Bf. (63,9 km) - Kirchehrenbach Bf. (67,9 km) - Forch­heim Bf.

Im Land­kreis Lichten­fels geht’s los: Zu unserem Tourstart per Rad (aus Fahrt­rich­tung Lichten­fels ankommend) in Fahrt­rich­tung nach vorne auf die Straße zu, fahren dort nach rechts in die Bahn­hofsstraße, weiter ge­ra­de­aus im Links­bo­gen und die 2. Straße rechts über die Mainbrücke. Ca. 600 m nach der Mainbrücke, nach dem Ein­kaufs­zen­trum, biegen wir unmittelbar vor der Fa. Nach 1,1 km, in Sichtweite des Kreisverkehrs der Staatsstraße, geht’s mit Radwe­ge­zei­chen links über die kleine Brücke, danach rechts mit Radweg Weismain zwischen den Sportanlagen weiter, ab jetzt dem Radwe­ge­zei­chen folgen.

Weißmain oder Weismain?

Der Ursprung des großen Flusses Main, das ist der Weißmain, der am Ochsenkopf im Fich­tel­ge­bir­ge entspringt (siehe VGN-Radwandertipp „Sonn­tagstouren im Fich­tel­ge­bir­ge“). Der Rote Main hat seinen Ursprung ganz unspektakulär südlich von Bayreuth. Bei Kulmbach, keine 20 km östlich von hier, vereinen sich die beiden zum Main. Und der fließt vereinigt gleich hier zu unserem Tourstart zwischen Burgkunstadt und Altenkunstadt hindurch und nimmt dabei auch den kleinen Weismain auf. Alles klar!

Un­ter­wegs ein Blick nach rechts: Der hohe Berg neben uns, eigentlich ein Hochplateau, ist zwar nicht der höchste, aber der bekannteste hier und der nördlichste der Frankenalb, der Kordigast, be­ste­hend aus zwei Teilbergen, wobei der Kleine Kordigast mit 538,1 m ü. NN höher ist als der Große mit 535,7 m ü. NN. Ein beliebtes Wanderziel mit großartigen Weitblicken, besiedelt schon im 4. und 5. Jh. v. Chr.

Kurz nach dem Ortsanfang Weismain mit Radweg Weismain Mitte nach links in den Ort, nach 160 m rechts, nach einem halben Kilometer ge­ra­de­aus an der Fa. Dechant vorbei und auf die alte Stadtmauer zu. Hier im so­ge­nannten „Kastenhof“ finden Sie neben his­to­rischen Gebäuden auch in­te­res­sante Sta­ti­onen des Stadtökologischen Lehrpfades, den Beginn des stadthis­to­rischen Rund­ganges, ein WC, die Tourist-Info sowie das se­hens­werte Nordjura-Museum.

Das NordJURA-Museum

Das schmucke his­to­rische Gebäude, 1701 bis 1703 nach Plänen von Johann Leonhard Dientzenhofer errichtet, zeigt In­te­res­santes aus der Region: Entstehung der Jura-Landschaft, die Wehrhaftigkeit, das Brauwesen, Schäferei, Nutzung des Wassers für Mühlen, Fischerei, Textilhandwerk und mehr. Durch das ge­gen­über­lie­gende Steinerne Tor geht’s wieder hinaus und linksherum um die Kirche St. Martin mit dreischiffiger Halle aus dem 15. An der Hauptstraße rechts. Hier ist auch die Bushaltesstelle Kirchplatz.

Weismain ist voll von altertümlichen Fach­werk­häusern, schönen alten Holztüren, Toren und Brunnen, vielleicht nehmen Sie sich etwas Zeit und Muße zum Schauen! Nur etwas werden Sie hier nicht finden: die Weismainquelle! Wir befahren jetzt das ein­drucks­vollste Stück im Kleinziegenfelder Tal! Unten mäandriert der klare Bach, oben fahren wir und haben „Tiefblicke“ auf seine zahl­reichen kleinen Wehre.

10 Einwohner zählt dieser Ortteil von Weismain immerhin noch (Stand: 2/2018), im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war er ein bedeutender Halte- und Versorgungspunkt auf der wichtigen Ver­bin­dungs­stra­ße von Bam­berg nach Kulmbach. Seit dem 15. Jh. besitzt die Gastwirtschaft das Schankrecht, seit dem 17. Jh. auch das Braurecht. Auch heutzutage kann man sich im wiedereröffneten Gast­haus die wunderbar frischen Forellen schmecken lassen. Ein weitverzweigtes Wasseruniversum mit altem hölzernen unterschlächtigen Mühlrad, mit Brücklein, bemoosten Felsen am plätschernden Bach und natürlich Forellenteichen, lädt zum Gucken und Staunen ein. Daneben ein schöner Blick auf die mittlerweile selten gewordenen und geschützten Wacholderheiden am Hang. Der hohe Berg obendrüber, das ist der Wallersberg, mit der gleichnamigen Ortschaft, bereits in der späten Bronzezeit besiedelt.

Gut 1,6 km weiter, sind wir beim unteren Teil von Kleinziegenfeld angelangt, mit der Bus­hal­te­stel­le Kleinziegenfeld Grund und der kleinen spitztürmigen Kirche. 150 m vor uns und 20 m über uns, da ist ER, der weithin bekannte Radler Claudius oben auf dem Fels.

Die Weismainquelle

Ein paar Meter weiter vorne kommt SIE endlich, am Hang des Schlossberges: die Weismainquelle! Schauen wir ins Brunnenbecken hinein, steigen ständig Wasserbläschen an ver­schie­denen Stellen auf und hinterlassen konzentrische Kreise, von unten erzeugt! 20 Liter pro Sekunde (!) schüttet die Weismainquelle aus, nur wenige Meter daneben konnte somit schon die erste Mühle be­trie­ben werden, auch der kleine Weiher gegenüber wird von der Quelle gespeist. Ab 1915 diente sie auch der Trinkwas­ser­ver­sor­gung des deutlich höher gelegenenen Stadelhofen. Mit langen Schöpfkellen und Eimern holten hier früher die Kleinziegenfelder ihr Wasser heraus. Gefasst wurde die Quelle 1903 von Johann Hübner, der auch die Kleinziegenfelder Kirche erbaut hat. Eichenpfähle als stabiles Fundament für die Kalkstein-Quader wurden dabei in den Boden gerammt.

Wacholderhänge

Wacholderhänge sind durch die jahrhundertealte Beweidung mit Schafen entstanden, denn das steile und felsige Gelände war für den Ackerbau nicht nutzbar. Schafe fressen fast alles, aber der Wacholder ist ihnen zu dornig, den lassen sie stehen. Genauso ist der Apollofalter, den es hier noch gibt, ein Relikt aus der Eiszeit. Er liebt trockenheiße Felsköpfe, die einzige Futterpflanze seiner Raupen ist die Weiße Fetthenne, die dort wächst. Wanderschäfer sorgen nun im Frühjahr und im Herbst durch Beweidung für die Offenhaltung der Flächen, damit das extreme klimatische Umfeld für die selten gewordenen Schmetterlinge und Pflanzen, wie z. B. auch den Gefransten Enzian, der den Schafen zu bitter ist, er­hal­ten bleibt.

Es geht die Bocksleite hinauf, ca. Genau hier ist übrigens die Land­kreisgrenze: Weiter geht’s nun im Land­kreis Bam­berg. Bei einem großen grünen Tor (rechts) ge­ra­de­aus in den Plattenweg (der von links kommt). Am Dorfplatz ge­ra­de­aus (Radweg) durch die Hollfelder Straße, an der nächsten Ein­mün­dung zur Rechten „Am Sportplatz“ ge­ra­de­aus, gleich darauf rechts ab (im Links­bo­gen der Hauptstraße) und mit Radweg Treunitz unter der Autobahn hindurch. Immer ge­ra­de­aus, dem Radweg folgen, es geht durch moosbedeckten Wald. Gut 3,5 km hinter Stadelhofen an der Straße rechts und auf dieser kurvenreich nach Treunitz hinein.

Wir stoßen nach dem Gasthof zum Wiesenttal auf die noch ganz junge Wiesent. Die hätten wir hier nicht unbedingt erwartet! Es geht links ab, die Hühner gackern, der Hahn kräht laut und vernehmlich, ein kleines moosbedecktes Wasserrad dreht sich idyl­lisch im noch schmalen Flüsschen neben der eben­falls kleinen Kirche Hl. Sebastian, meist offen und Mitte des 19. Jh. im neoromanischen Stil errichtet. Nur 300 m ent­lang des Flüsschens durch das Felsendorf: Vor dem orangen Haus ver­las­sen wir das Wiesenttal schon wieder.

Wir biegen rechts ab, über das kleine Brücklein hinüber, um nach kurzen 4 km ins Paralleltal der ebensojungen Aufseß zu kommen. Oben an der Kreu­zung mit der Scheune / Garage aus grauen Steinblöcken biegen wir ohne Markierung links ab (Radwe­ge­zei­chen geht ge­ra­de­aus), unter einer kleinen Stromleitung hindurch. Der Holperweg endet, auf geteertem Weg geht’s zur Autostraße vor, diese queren (WW Kotzendorf) und nach Kotzendorf hinein. Das Flüsschen neben uns ist, unschwer zu erraten, die Aufseß.

Lebensraum für seltene Pflanzen und Insekten

Trockenwarme sonnenbeschienene Felsen kombiniert mit feuchten Wiesen im Aufseßtal werden als Lebensraum für schützenswerte Pflanzen und Insekten be­son­ders gepflegt. Um diese von der Schäferei ge­prägte his­to­rische Kulturlandschaft auf dem „blühenden“ Jura zu er­hal­ten, wird der Sulzenstein regelmäßig mit Ziegen beweidet, damit er nicht unter Buschwerk verschwindet.

Radwe­ge­zei­chen folgen, es geht vor Königsfeld zur Straße hoch, dort rechts und hinab, nach der Brücke links und auf der Hauptstraße durch den Ort, an der Aufseß ent­lang - ein richtiger Dorfbach, im Sommer wunderschön mit Blumenkästen geschmückt.

Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere

Der Abstecher auf den Jakobsberg führt uns zur weithin sichtbaren Kirche „St. Jakobus der Ältere und Katharina“ hinauf, mit einer „Welschen Haube“ auf dem Turm, mit Rokoko-Hochaltar und von ein­hei­mischen Künstlern geschaffener barocker Innerausstattung. Wie so viele Kirchen in Franken ist sie im weit zurückreichenden Ursprung eine Wehrkirche, in der die Bevölkerung Schutz und Zuflucht fand. Das lässt sich trotz vieler Epochenwechsel, An- und Umbauten noch gut nach­emp­fin­den.

Die Karstquelle ist ein Na­tur­denk­mal, die wasserreiche Aufseß sammelt in ihrem Verlauf noch Zuflüsse aus weiteren unterirdischen Karstquellen und Klüften ein. An der Kreu­zung vor dem Brauereigasthof mit Radweg Laibarös nach rechts und kurz steil hinauf, oben links, Radweg folgen und im Ab und Auf immer ge­ra­de­aus nach Laibarös, immerhin schon auf 470 m ü.

Bier und mehr

Am Ortseingang sieht man schon die markante rot-grüne Lagerhalle für das „ortsansässige“ Huppendorfer Bier. In der Braugaststätte Grasser gibt’s noch viel Selbstgemachtes: Man braut hier nicht nur ständig vier Biersorten und ein Saisonbier, brennt nicht nur Schnäpse aus den Früchten umliegender Streu­obst­wie­sen, auch eigenerzeugter Whiskey, ein Huppendorfer Single Malt, ist hier auf Nachfrage zu haben. Auch hier gibt’s heute noch eine Gastwirtschaft für die 139 Einwohner. Dazu hat sich viel Brauchtum in dem kleinen Ort er­hal­ten, vom Osterbrunnenschmücken über 2-mal Kirch­weih feiern und Johannisfeuer entzünden, wofür die Kinder im Ort von Haus zu Haus ziehen und Brennmaterial sammeln, bis hin zur Gügelwallfahrt, um des verheerenden Wolkenbruches von 1791 zu gedenken.

Die Hochebene ist reichlich uneben, überall gibt’s kleine Hänge, schön anzuschauen. 1,5 km hinter Laibarös sind wir mit 507 m ü. Jetzt geht’s fast nur noch - wenn auch mit ein paar kleineren Gegenanstiegen - haupt­säch­lich hinab, wir lassen es nun flott ins obere Leinleitertal rollen. An der Ein­mün­dung vor dem nächsten Dorf (Geisdorf) links hinab (Radwegmarkierung). 1,6 km danach - links ist ein Steinbruch, eine Fossilienfundstelle, rechts eine Parkbucht - abbremsen und spitzwinklig links abbiegen. Wir folgen zunächst immer dem geteerten Weg. Der Steinbruch am Anfang ist ein Schwammriff des ehemaligen Jura-Meeres: Ammoniten, Schwämme, Seeigel und mehr hat man hier versteinert gefunden, als zahl­reiche er­hal­tene Zeugen der Meereswelt vor ca.

Wir sind jetzt im schönsten Teil des reizvollen Leinleitertales: Wanderer haben Vorrang, bitte schieben Sie ggf.

Kleiner und Großer Tummler

Im oberen Teil des Leinleitertales gibt es zwar ein Bach­bett, aber keinen ganzjährig fließenden Bach. Die meiste Zeit des Jahres ist es ein so­ge­nanntes Trockental, denn nur nach starken Niederschlägen, vornehmlich im Winter und im Frühjahr zur Schneeschmelze, sprudeln die zwei Karstquellen des unterirdischen Karsthöhlensystems. Das Wasser schießt dann manchmal sogar in hohen Fontänen heraus. Der Große Tummler spült dabei auch Steine aus seinem Felsenloch-Höhleneingang, am langen Bach­bett davor sieht man es. Die Öffnung ist nur ca. 30 cm hoch und hat so nur sehr wenig Platz zum Hineinkriechen und Erforschen. Kurvenreich geht’s weiter, manchmal auch mit nassen Stellen. An Fischteichen vorbei nun vor zur Heroldsmühle, eine der ältesten Mühlen Frankens, schon 1355 erwähnt - und auch mit einem der größten Mühlräder Deutschlands! Weithin bekannt ist dort die Brauerei Ott. 60 m nach der Brauerei Ott ist das Radweg-Schild sehr hoch oben über der Straße aufgehängt, geht’s rechts über die Leinleiter.

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