Klickpedale Mountainbike: Vor- und Nachteile

Klickpedale ermöglichen eine enge Verbindung zwischen dir und deinem Bike. Dazu gibt es spezielle Schuhplatten (Cleats), die du an Bike-Schuhe schraubst. Während Klickpedale für Personen, die ihr Bike eher für Alltags-Zwecke nutzen, nicht so wichtig sind, bringen sie für Sportler einige Vorteile.

Vorteile von Klickpedalen

  • Erhöhung des Vortriebs: Klickpedale können deinen Vortrieb erhöhen, da du deine Kraft in jeder Phase der Pedalumdrehung effektiv aufs Rad übertragen kannst: Du drückst das Pedal nicht nur herunter, du ziehst es auch wieder hoch.
  • Effektivere Kraftübertragung: Besonders bei steifen Sohlen ist die Kraftübertragung effektiver.
  • Sichere Verbindung: Ein Abrutschen vom Pedal ist nicht möglich.
  • Optimale Fußposition: Der Fuß befindet sich immer in der Mitte des Pedals.
  • Besseres Handling: Das Handling des Fahrrads wird verbessert.

Nicht umsonst sind auch die Profis bei der Tour de France oder dem Giro d' Italia mit Klickpedalen unterwegs.

Verschiedene Klickpedal-Systeme

Um Klickpedale zu nutzen brauchst du die passenden Cleats und Bike-Schuhe. Es gibt verschiedene Systeme, die untereinander nicht immer kompatibel sind. Pedalsysteme für Mountainbike, Trekkingrad und E-Bike haben meist eine Zwei-Loch-Gewinde, das SPD-System von Shimano ist eines der bekanntesten.

Shimano SPD

Shimano SPD-Pedale (Shimano Pedaling Dynamics) erleichtern die Kraftübertragung bereits seit 30 Jahren und sind für Mountainbikes, Gravelbikes und Trekkingräder geeignet. Die Kontaktfläche zwischen Pedal und Cleat ist etwas kleiner als die spezifischer Rennradpedale.

Shimano SPD-SL

Mit SPD-SL (Shimano Pedaling Dynamics super light) hat Shimano leichte Klickpedale im Angebot, die speziell für die Anforderungen von Rennradfahrern entwickelt wurden. Der Hauptunterschied zum SPD-System ist, dass die Trittfläche deutlich größer ist.

Look

Nachdem Look 1984 mit dem ersten Klickpedal Pionierarbeit geleistet hatte, machte Bernard Hinault mit ihnen nur ein Jahr später das Rennen bei der Tour de France. Nachdem auch 1986 Greg LeMond und Bernard Hinault mit Look-Pedalen den ersten und zweiten Platz abräumen konnten, erfreuten sie sich insbesondere unter Rennradfahrern und Triathleten schnell größter Beliebtheit. Heute versorgt Look alle Bereiche - vom Rennrad, Gravel- und Mountainbike über Urban- und Trekkingbike bis hin zum E-Bike.

Speedplay

Seit die ersten Speedplay-Pedale 1989 auf den Markt kamen, begeistern sie mit ihrer unverkennbaren Form eines Lollis viele Rennrad- und mittlerweile auch Mountainbikefahrer. Das primäre Designziel von Speedplay ist, Klickpedale zu entwickeln, die benutzerfreundlich sind. Die Rennradpedale arbeiten zwar mit dem Vier-Loch-System, bei einigen Varianten wie den Zero-Pedalen ist aber eine Adapterplatte dabei, mit der man die Cleats auch auf Schuhen im Drei-Loch-Design befestigen kann. Die MTB-Pedale verfügen über eine SPD-kompatible Bohrung.

Crankbrothers

Seit 1997 mischt Crankbrothers die Mountainbike-Welt auf. Das Unternehmen aus Kalifornien hat sich aufs Gelände spezialisiert und bietet Pedale, Räder, Sattelstützen, Pumpen, Werkzeuge und Zubehör fürs Mountainbike an. Zusätzlich bieten die Crankbrothers Eggbeater Pedale den Vorteil, dass ein Einstieg von 4 Seiten möglich ist.

Alternativen zu Klickpedalen

Magnetpedale

Noch nicht lange auf dem Markt sind Magnetpedale. Sie versuchen, die Vorteile von Flat- und Klickpedalen zu kombinieren. Will man diese Neuheit einordnen, kann man sie wohl am ehesten als Flatpedals mit Unterstützung bezeichnen. An ihnen ist ein Magnet montiert, über den sich die Pedale mit den Metallcleats am Schuh verbinden lassen. Als gelungene Alternative zu Klickpedalen sind Magnetpedale insbesondere für Radfahrer interessant, die sich nicht an Klickpedale gewöhnen können oder sich mit ihnen einfach unwohl fühlen. Magnetische Konzepte gibt es fürs Rennrad, Mountain- und Gravelbike, mit Cleats für den SPD-Schuh oder den 3-Loch-Rennradschuh, mit Stahlachse oder extraleichter Titanachse.

Plattformpedale

Plattform-Pedale haben eine große Aufstandsfläche und sind oftmals zusätzlich mit Pins / Spikes ausgestattet (kleine Metallstifte, welche sich in der Schuhsohle verhaken), um dem Fahrer einen sicheren Stand auf dem Pedal zu geben.

Vorteile von Plattformpedalen

  • Einfaches Auf- und Absteigen
  • Schnelles Fuß Absetzen
  • Viel Auflagefläche
  • Für alle Arten von Schuhen geeignet
  • Ermöglichen unterschiedliche Positionierung und Ausrichtung des Fußes auf dem Pedal
  • Schuhe für Flatpedals sind oft bequemer

Nachteile von Plattformpedalen

  • Das runde Treten ist mit Plattform Pedalen nicht möglich, da nur durch Druck auf das Pedal Vortrieb generiert werden kann.

Kombipedale

Kombipedale können sowohl mit Klick-Schuhen als auch mit normalen Schuhen verwendet werden. Sie haben meist eine Plattform, welche einseitig verwendet werden kann.

Diese praktische Lösung stellt dir zugleich Plattform- und Klickpedale bereit. Damit bist du für alle Situationen gewappnet und kannst die Pedale sowohl im Alltag für schnelle Fahrten zum nächsten Supermarkt oder den Weg zur Arbeit, aber auch für lange Touren und sportliche Fahrten nutzen. Damit bietet das Wendepedal (auch Kombipedal) das höchste Maß an Flexibilität. Einen Nachteil bringt die wandelbare Variante jedoch mit: Bleibst du im Stop-and-go-Verkehr öfter mal stecken, kann es passieren, dass du beim Wiederaufsteigen mit Blick nach unten erst mal die richtige Pedalseite suchen musst.

Nachteile von Klickpedalen

  • Eingewöhnungszeit: Der Gebrauch von Klickies erfordert durchaus am Anfang eine gewisse Übungsphase, bis das Ein- und Aussteigen intuitiv abläuft.
  • Höhere Hemmschwelle bei Tricks: Durch die feste Verbindung zum Pedal ist die Hemmschwelle bei Tricks höher.
  • Geringere Gehfähigkeit: Die Cleats können die Gehfähigkeit der Schuhe beeinträchtigen.
  • Kompatibilität: Cleats zwischen verschiedenen Fabrikaten sind in der Regel nicht kompatibel.
  • Mögliche Verschmutzung: Bei schlammigen Bedingungen kann es durchaus passieren, dass sich die Pedale oder Schuhplatten mit Dreck zusetzten, sodass die Pedale nicht mehr einrasten.
  • Eingewöhnung erforderlich: Auch das Einrasten/ Anfahren an straken Steigungen erfordert etwas Übung.
  • Gefahrensituationen: Bei Gefahrensituationen in denen man schnell den Fuß auf den Boden stellen möchte ist Vorsicht geboten, da der Schuh nicht einfach vom Pedal gehoben werden kann sondern erst zur Seite gedreht werden muss.

Tipps für Einsteiger

Eine geringe Auslösehärte und ein geringer Ausstiegswinkel erleichtern den anfänglichen Umgang mit Klickpedalen. Verschiedene Hersteller bieten spezielle Pedalkonzepte an, die sich an Einsteiger richten und das Ein- und Aussteigen erleichtern. Bei den CLICK'R-Pedalen von Shimano ist die Kraft, die du zum Ein- bzw. Ausklicken benötigst, nach Herstellerangaben um 60 bzw. 62 Prozent geringer.

Neben Pedalen, die mit einer geringen Auslösehärte und einem geringen Ausstiegswinkel überzeugen, eignen sich prinzipiell auch Modelle für Einsteiger, bei denen sich die Auslösehärte individuell einstellen lässt. Dazu gehören die Klickpedale PD-M520 von Shimano oder die Classic-Pedale von Look.

Zu den jeweiligen Klickpedalen braucht es die passenden Cleats und Bike-Schuhe. Vor der ersten Fahrt musst du alles ordentlich montieren und einstellen: Pedale am Bike anbringen, Schuhe anpassen und die Cleats ausrichten. Radfahrer, die noch keine Erfahrung mit Klickies haben, lassen Pedale, Schuhplatten und Schuhe am besten von einem Fachmann im Radgeschäft einrichten. Insbesondere bei den Cleats kann es sonst zu Problemen kommen, da sie sich in einer anatomisch neutralen Position befinden sollten.

Zugegeben: Das erste Mal mit Klickpedalen zu fahren kann ganz schön frustrierend sein. Bevor du mit deiner neuen Errungenschaft die Straßen unsicher machst, solltest du das Ein- und Ausklicken auf einer Wiese oder an einer Parkbank üben. Zu Beginn kannst du die Kraft, die du zum Ausklicken benötigst per Inbus möglichst niedrig einstellen, sodass du leichter aus den Pedalen kommst. Dann kannst du die Auslösehärte langsam, aber sicher erhöhen.

Willst du deine Füße während der Fahrt vom Pedal lösen, empfiehlt es sich, immer auf derselben Seite zuerst auszuklicken. Endlich im Straßenverkehr unterwegs, solltest du deine Schuhe zu Beginn immer mit etwas zeitlichem Spielraum aus- und wieder einklicken. Fährst du auf eine Ampel oder Kreuzung zu, solltest ausklicken, sobald du weißt, dass du gleich anhalten musst. Es ist sicherer, ein paar Meter mit nicht-eingeklicktem Fuß zu fahren, als im Verkehr plötzlich umzufallen.

Fazit

Klickpedale, Cleats und der passende Schuh bringen dir mehr Power und Spaß beim Biken. Dabei solltest du darauf achten, dass die Pedale für deinen Einsatzzweck geeignet und die Schuhe kompatibel sind und dich langsam an die feste Verbindung zwischen dir und deinem Bike gewöhnen.

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