Lake Mountainbike Schuhe im Test: Komfort und Performance

Mountainbike-Schuhe müssen vielseitig sein. Ob Cross-Country-Schuh, Tourenschuh oder Enduroschuh: Auf der Anforderungsliste stehen Treten, Tragen, Trails absurfen. Ein Bike-Schuh unterstützt den Fuß in allen Disziplinen des Bergrad-Dreikampfs möglichst optimal. Doch welcher erfüllt deine individuellen Bedürfnisse am besten?

Die Vielfalt der Bike-Schuhe

Die Vielfalt an Bike-Schuhen ist im Laufe der Jahre explodiert, sie lassen sich jedoch grob in acht Kategorien gliedern. Am Anfang der Suche nach dem richtigen Bike-Schuh steht die alte Frage: Willst du mit mir gehen? Denn die beim Biken wichtige Übertragung der Beinkraft aufs Pedal bestimmt wesentlich, ob ein Schuh für längere Gehstrecken geeignet ist oder nicht. Andersrum gesagt: Je besser die Geh-, desto schlechter die Pedalierleistung.

Tourenschuhe

Unter den besten Gehern sind sogenannte Tourenschuhe die Publikumslieblinge. Sie sind mit einer dicken, griffigen Gummi-Profilsohle ausgestattet, die beim Gehen hervorragend abrollt. Damit die Kraft nur mit halbwegs geringem Verlust auf das Pedal übertragen wird, besitzt die Sohle eine versteifende Zwischensohle. Meist werden die halbhohen Tourenschuhe mit Schnürsenkeln angepasst.

Alpencross-Schuhe

Willst du bei alpinen Bike-Touren auf wirklich alles gefasst sein, ist ein Alpencross-Schuh die richtige Wahl. Diese sind wie Tourenschuhe meist geschnürt, reichen aber über den Knöchel und besitzen eine dickere Gummisohle für lange Gehstrecken auf Geröll. Zudem halten sie den Fuß dank einer wasserdichten Membran bei Regen oder Bachdurchquerungen trocken.

Enduro-Klickschuhe

Enduro-Klickschuhe sind für Rennen und Touren im anspruchsvollen Gelände optimiert. Dank ihrer steifen Sohle bieten sie starken Vortrieb, griffige Profile bieten aber auch hohen Halt beim Gehen im steilen Gelände. Da es beim Enduro-Biken heftig zugeht, sind sie mit Schutzelementen und Verstärkungen ausgestattet, die Verletzungen vorbeugen.

Race-Schuhe

Fokus auf verlustfreie Kraftübertragung durch steife Sohlenkonstruktionen legen die klassischen Race-Schuhe. Komfort-Racer besitzen als Verschluss meist eine Kombination aus Klett und Ratsche. Beim Sohlenmaterial setzt man auf Nylon, das den Vorteil hat, für kurze Gehstrecken ausreichend komfortabel abzurollen. Durch ihren Mix aus Sportlichkeit und Komfort eignen sie sich für alle Biker, die weniger anspruchsvolles Gelände bevorzugen.

Highend-Race-Schuhe

Highend-RaceSchuhe treiben die Sportlichkeit auf die Spitze. Sie sind für Cross-Country-Racer erste Wahl. Supersteife Carbon-Sohlen, minimalistisches Profil, Boa-Drehverschlüsse und geringes Gewicht machen klar: Sie wollen auf die Podiumsplätze.

Spezialisten

Winterschuhe schützen den Fuß mit wasserdichter Membran, isolierendem Futter und hohem Schaft vor Kälte und Nässe. Mit Flatpedal-Schuhen haben Liebhaber extrem technischer Trails und Anfänger den Fuß in knifigen Situationen schnell auf dem Boden. Freeride-Klickschuhe sind stylische Sneaker für alle, denen klassische BikeSchuhe zu langweilig aussehen. Technische Vorteile bieten sie kaum.

Lake MX237 im Detail

Breite Füße, das kann auf dem Radschuhmarkt schon mal ein Problem sein. Gute Lösungen bieten nur wenige Hersteller. Lake hat mit seinen extrabreiten Schuhen (optional wählbar) die richtige Antwort. Der Lake MX237 drückt und quetscht an keiner Stelle. Selbst lange Ausfahrten, Alpen-Touren und Tragepassagen überstanden die Füße schmerzfrei und entspannt. Neben dem Komfort in der Breite lässt sich der Schuh optimal über das Boa-System festziehen.

Zwar gehört der Schuh mit seinen 820 Gramm (Paar) eher zu den Schwergewichten. Doch er besticht durch Haltbarkeit. Das Obermaterial aus Vollnarbenleder und Mesh trotzte Schlammbeschuss und felsigem Untergrund fast unbeschadet. Die Außensohle aus Carbon-Fasern sorgt für eine direkte Kraftübertragung aufs Pedal.

Vor- und Nachteile des Lake MX237

  • PLUS: Breiter Schuh, sehr komfortabel, gut anpassbar, haltbar
  • MINUS: Recht schwer, teuer

Gewicht: 820 Gramm (Größe 45)
Preis: 249,95 Euro

Lake MX175: Komfortabler Race-Schuh mit Nehmerqualitäten

Der Lake MX 175 ist ein bequemer Schuh für Mountainbike Racer mit guten Nehmerqualitäten. Nach eineinhalb Jahren in Schlamm und Dreck hielt sich das mürbe gelatschte Pärchen nur noch mit letzter Kraft an des Testers Füßen. Reporter Lesewitz zögerte das letzte Stündchen Tag um Tag heraus: Er fühlte sich in den MX175 so pudelwohl, dass sie ihm schon vorkamen wie Körperteile. Nein, das sportliche Mittelklassemodell von Lake ist nicht sonderlich leicht. Und ja, es gibt Race-Schuhe mit steiferen Sohlen. Doch in Sachen Komfort sind die MX 175 spitze. Dank des BOA-Drehverschluss’ schmiegen sie sich gleichmäßig und ohne Druckstellen an die Füße.

Die fieberglasverstärkten Nylonsohlen sind so üppig mit Gummistollen belegt, dass auch längere Märsche problemlos zu meistern sind. Dass vom Profil nur noch Fragmente vorhanden sind, liegt nicht an der Fertigungsqualität, sondern an einem Vorfall bei einem Etappenrennen in Südafrika. Tagelanges Fahren im Matsch hatte die Bremsbeläge bis auf das Metall abgeschmirgelt, weshalb Lesewitz 60 heftige Kilometer ausschließlich mit den Schuhsohlen bremste. Irre, dass sie das ausgehalten haben. Die BOA-Schnüre flutschten mit der Zeit nicht mehr ganz so geschmeidig. Irgendwann riss das Mesh-Obermaterial. Den Lakes wurde aber auch wirklich nichts geschenkt. Nun ruhen sie in Frieden.

Bewertung des Lake MX175

  • Funktionalität: ■ ■ ■ ■ (4 von max. 6 Punkten)
  • Haltbarkeit: ■ ■ ■ ■ (4 von max. 6 Punkten)
  • Preis / Gewicht: 149 Euro / 897 Gramm

Verschlusssysteme bei MTB-Schuhen

Ob Schnürsenkel, Klett, Ratsche oder Boa-Drehverschluss - jedes System hat seine Stärken, die es für bestimmte Schuh-Kategorien empfehlt. Der gute, alte Schnürsenkel kommt an Schuhen zum Einsatz, die für langes Gehen konzipiert wurden. Schnürsenkel können sehr individuell angepasst werden, versteifen das Obermaterial kaum und passen sich der Abrollbewegung an. Schuhe mit einer Kombination aus Klett- und Ratschenverschluss lassen sich ebenfalls sehr individuell anpassen, versteifen das Obermaterial aber, weshalb sie zum Gehen weniger geeignet sind.

Sie kommen meist an Race-Schuhen zum Einsatz, die von der Versteifung des Obermaterials profitieren: Kraftverluste durch Dehnen des Obermaterials oder schwache Fixierung halten sich in Grenzen. Drehverschlüsse, etwa von Boa, finden sich überwiegend an Race-Schuhen. Sie sind leicht, einhändig anpassbar und bieten starke Fixierung. Für lange Ausfahrten sind sie jedoch weniger geeignet, da sie die Kraft meist ungleichmäßig verteilen und Druckstellen am Fußrücken erzeugen. Zudem sind sie schmutzanfälliger als andere Verschluss-Systeme.

Worauf beim Kauf von Bikeschuhen achten?

Neben der Wahl des richtigen Modells ist die korrekte Passform essenziell, weshalb du den passenden Bike-Schuh am schnellsten im Fachhandel findest. Bei der Anprobe sind ein paar Besonderheiten zu beachten. Da der Vorfuß beim Pedalieren meist leicht abgesenkt wird, kannst du Schuhe, die im normalen Stand bereits an der Achillesferse drücken, direkt aussortieren. Auch ein Schuh mit sehr viel Zehenraum, wie bei Wanderschuhen üblich, ist beim Biken oft der Grund für Fußschmerzen und brennende Fußsohlen, da durch Bewegung im Schuh Reibpunkte entstehen.

Druckstellen sollten jedoch nicht spürbar sein, da sich das meist synthetische Obermaterial nicht wie bei einem Lederschuh mit der Zeit anpasst. Ausnahme Winterschuh: Um diesen für stärkste Isolation mit einer dicken Socke tragen zu können, ist ein Kauf bis zu einer Nummer größer sinnvoll.

Mountainbikeschuhe: Flat oder Klick?

Die Frage nach dem wahren Pedalsystem sorgt beharrlich für Gesprächsstoff unter Bikern. Dabei sollten Biker per se sowohl Klick- als auch Flatpedal nutzen, um sich selbst keine Grenzen zu setzen. Flatpedals (Plattformpedale) erlauben, den Fuß blitzschnell vom Pedal zu nehmen, um einen Sturz abzufangen. Einsteiger und Fahrtechnik-Cracks, die ihre Grenzen stetig erweitern wollen, profitieren gleichermaßen von diesem Sicherheits-Plus. Auch Alpencrosser nutzen Flatpedals gerne, da sie das Tragen von Wanderschuhen ohne Bindung ermöglichen.

Klickpedale hingegen stammen aus dem Straßenradsport, fixieren den Fuß in einer Bindung und lösen bei Drehbewegungen des Fußes aus, sodass der Schuh abgesetzt werden kann. Durch die feste Bindung ans Pedal punkten sie mit hoher Kraftübertragung. Weiteres Plus: Das Cleat kann auf die biomechanisch optimale Position eingestellt werden, sodass du immer "richtig" pedalierst.

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