Lange Radtouren: Tipps zur Vorbereitung

Unterwegs die warme Sommersonne oder verschlungene Pfade in farbenprächtigen Herbstwäldern genießen - für eine Radtour bietet sich so gut wie jede Jahreszeit an. Doch egal, wann und wo Sie unterwegs sind, die richtige Planung ist essentiell für den Erfolg der Tour. Eine längere Radtour will gut durchdacht sein. Die richtige Vorbereitung und anforderungsgerechte Planung entscheidet über den Erfolg Ihrer Radreise.

Planung und Routenwahl

Die Überlegung, wo es denn hingehen soll, steht natürlich an erster Stelle. Unterschiedliche Regionen bergen verschiedene Herausforderungen. Die Wahl der geeigneten Strecke wird daher von Faktoren wie der eigenen Fitness oder der Ihrer Mitfahrer und der Tauglichkeit Ihres Rades bei entsprechenden Fahrbahnunterlagen beeinflusst. Egal wohin die Reise geht: Informieren Sie sich im Vorfeld über die Eignung für Fahrradfahrer. Vor allem bei Touren mit Kindern sollten Sie darauf achten, dass Radwege vorhanden sind oder die Route durch verkehrsberuhigte Bereiche führt.

„Oft gibt es nur die eine Route, aber ich schaue schon, dass es nach Möglichkeit nicht an großen Hauptstraßen entlanggeht, sondern mehr durchs Land." Natürlich erfolgt die Routenplanung nicht nur für die reine Verbindung von A nach B. Vor allem bei mehrtägigen Radreisen entscheidet die Etappenlänge über die Wahl entsprechender Rastmöglichkeiten und Unterbringungen. Ziele sollten entsprechend der persönlichen Tagesleistung an den Streckenverlauf angepasst werden. Ziele sollten entsprechend der persönlichen Tagesleistung an den Streckenverlauf angepasst werden.

„Die Etappenlänge hängt dabei ganz von der Erfahrung und der Motivation ab. Gedanken zu den Etappenzielen mache ich meist direkt am Tag selber. Natürlich gibt es immer Highlights, bei denen ich länger bleibe und entsprechend versuche, diese als Zwischenziele einzuplanen. Meine Fahrzeiten plane ich in Tageskilometern. Das sind je nach Wegbeschaffenheit und Gelände zwischen 80 und 130 km pro Tag.

Egal, wo es Sie hin verschlägt, eine gute Navigation ist ausschlaggebend für den Erfolg und die Freude an der Fahrt. Egal ob Papierkarte, oder übers Smartphone. Vor 20 Jahren brauchte man dazu einen Fahrrad-Guide aus dem Buchladen, die gibt es immer noch, die sind sehr gut. Mittlerweile gibt es aber online ganz viele Angebote, auf komoot findet man beispielsweise tolle Sammlungen von Fahrradstrecken, gerade hier in der Region. Dort kann vorab man einen Blick aufs Profil und den Untergrund werfen. Mit einem Navigationsgerät kann man die Strecke nachfahren. Man kann sich nicht verfahren, sodass die Strecke plötzlich 130 Kilometer lang ist.

Ein Problem der langfristigen Planungen einer Radtour sind häufig unzureichende Wettervoraussagen. Unerwartete Regenfälle oder langanhaltende Regenperioden können Ihre Pläne schnell vereiteln. Vor allem Schön-Wetter-Radler sollten sich für diese Fälle einen Plan B zurechtlegen. Vorbereiten können Sie sich nur, indem Sie bei der Reiseplanung in etwas wettertechnisch wildere Gegenden einen entsprechenden zeitlichen Puffer einbauen.

Pausen und Übernachtungen

Pausentage ermöglichen den Radfahrern das Tanken neuer Energie und bilden die Brücke zwischen der sportlicheren Betätigung und der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und kulturellen Highlights einer Reise. Die Herausforderung besteht darin, auch bei kurzer Rast einen optimalen Ausgleich zwischen Erholung und Erlebnis zu schaffen. „Ich plane meine Pausen nicht, sondern mache sie dann, wenn mir danach ist. Das ist individuell und vielfach gibt der Körper vor, wie eine Pause am besten zu gestalten ist. Eine Radtour ist ja nicht unbedingt anstrengend. Es ist ja kein Wettrennen, sondern ein Touren. Das ist mal anstrengend und mal nicht. Ausgedehntere Pausen nutze ich, um Sehenswürdigkeiten anzusehen, meine Vorräte aufzufüllen, meine Sachen zu waschen, das Rad und die Ausrüstung zu checken und ein wenig im Internet zu surfen.

Damit Sie bei Einbruch der Dämmerung nicht erst mühevoll eine geeignete Herberge suchen müssen und eventuell überteuerte Preise bezahlen, sollten Sie die Anzahl und Dauer Ihrer Übernachtungen im Vorfeld gründlich planen und entsprechende Hotelangebote oder Zeltplätze heraussuchen und vergleichen. „Zu 90% zelte ich. Entweder wild oder auf Campingplätzen. Die anderen 10% verbringe ich in Hostels. Es gibt Länder, wo sich zelten nicht anbietet, aber wo es billige Zimmer für 5 Dollar gibt.

Die richtige Kleidung und Ausrüstung

Auch beim Fahrradfahren bietet sich das Zwiebelschalenprinzip an, bei dem einzelne Kleidungsstück den Witterungen entsprechend an- oder ausgezogen werden. Dünne Funktionsunterwäsche transportiert Feuchtigkeit schnell ab und sorgt dafür, dass Sie beim Schwitzen nicht zu frieren anfangen. Je nach Temperatur folgen ein- oder mehrere Lagen Oberbekleidung, wie Trikot, T-Shirt, oder dünne Pullover. Als oberste Lage empfiehlt sich eine Jacke aus einem wasserabweisendem, atmungsaktiven Material, die sie sowohl vor Wind als auch vor Regen schützt.

Die Länge der Radtour entscheidet darüber, wie viele Taschen Sie mitnehmen sollten. Reicht bei einem Tagesausflug ein einfacher Rucksack, sollten Sie entsprechend aufrüsten, wenn Sie eine mehrtägige Radtour planen. Bewährt hat sie die Kombination aus Satteltaschen und Lenkertasche. Die richtige Gewichtsverteilung ist dabei entscheidend für den Fahrkomfort. „Schwerere Sachen eher nach unten in die Taschen.

Egal wie erfahren Sie in der Planung und Vorbereitung längerer Radtouren sind, auch Profis sollten sich vor Fahrantritt noch einmal Gedanken zum benötigten Reisegepäck machen. Bei Gruppen-Radtouren kann das Gepäck entsprechend aufgeteilt werden und jeder Fahrer seinen Teil für die Verpflegung der Gruppe beitragen. „Ich habe für jede Tour eine eigene Packliste. Auch wenn ich eigentlich weiß, was ich mitnehme, gehört es doch zur Vorbereitung, eine solche Liste anzufertigen und dann abzuarbeiten. Alles, was ich auf Tour mitnehme, hat sich im Laufe der Jahre optimiert. Ich fahre mit ca. 15 kg Gepäck ohne Essen und Wasser auch große Touren.

Fahrrad-Check und Sicherheit

Zur essentiellen Vorbereitung einer Radtour - ganz egal von welcher Länge - zählt der Fahrradcheck. Was Ihnen auf dem Weg zum Bahnhof kaum auffällt, kann auf der Dauer einer mehrstündigen Radtour wertvolle Kräfte zehren, die unzureichende Sicherheit Ihres Rads gefährdet Sie und andere. Schleifende Bremsen, schlecht geölte Ketten oder ein falsch eingestellter Sattel sollten im Vorfeld repariert und angepasst werden- die Funktionalitäts- und Sicherheitsprüfung vor Fahrantritt spart Kraft und Nerven. Wollen Sie auf Nummer sichergehen, bringen Sie ihr Rad zum Fachmann in die nächste Werkstatt.

Vor jeder längeren Tour sollte man sein Rad inspizieren. Nichts ist ärgerlicher als ein Defekt unterwegs. Außerdem sollte man sich wohlfühlen auf dem Rad. Auch da kann man sich Hilfe holen, zum Beispiel bei einem professionellen Bike-Fitting. Das ist nicht nur für Rennfahrer, sondern auch für Gesundheitssportler. Ganz viele Probleme lassen sich einfach beheben.

Auch für unterwegs empfiehlt es sich alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen für das Fahrrad selbst zu treffen. Bei teuren Zweirädern lohnt es sich in den meisten Fällen auch eine Fahrradversicherung abzuschließen, um sich vor Schäden und Diebstählen zu schützen. Denn, wer auf einer Radtour unterwegs ist, hält unweigerlich auch an einen der vielen Wegpunkte an, um eine Pause zu machen. Hier tummeln sich die Fahrradbesitzer, welche für Diebe und Langfinger ein gefundenes Fressen darstellt. Dabei ist es wichtig ein Fahrradschloss auswählen, welches groben Werkzeug standhält und sich nicht so leicht knacken lässt. Hier müssen Fahrradbesitzer schon etwas tiefer in die Tasche greifen, um auch ein gutes Modell eines Fahrradschlosses zu bekommen.

Fitness und Gesundheit

Eine Leistungsdiagnostik ist ein wichtiger Aspekt. Dabei lernt man sich und seinen Körper kennen und kann die eigene Leistungsfähig besser einschätzen. Natürlich ist es möglich, sich heranzutasten.

Nicht jeder kann es in drei Stunden. Man muss sich überlegen, wie lange man sich Zeit nimmt, ob die Strecke flach ist, wann man Pause macht. Eine lange Radtour ist mit allen möglich. Doch es gibt Gründe, warum es spezielle Räder gibt. Wenn man schneller fahren will, ist das Rennrad der Klassiker.

Konkret bedeutet das, dass man mindestens das ein- bis zweifache der Gesamtstrecke in der laufenden Saison geradelt sein sollte. Dabei sollten die Maximaletappe mehrfach gefahren werden. Geht die Radreise in bergiges Gelände, gilt es auch entsprechend Höhenmeter und vergleichbare Anstiege zu treinieren.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Besonders im Sommer spielt der Flüssigkeitsverlust eine große Rolle. In der Hitze kann man bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit pro Stunde verlieren. Nein, lieber nicht. Das perfekte Sportgetränk sollte im Bestfall leicht hypoton sein. Nein, die zählen zur Ernährung und brauchen auch Wasser. Ich meine isotonische Getränke, die man in Pulverform bekommt. Definitiv. Gerade bei längeren Ausfahrten verliert der Körper Mineralien und Salze.

Bei kalkulierten fünf Stunden Fahrt muss man definitiv vorher Energie tanken und während der Fahrt nachlegen. Damit es da nicht zu Problemen mit der Verdauung kommt, sollte man vorher ausprobieren, was man während körperlicher Arbeit gut verträgt. Wir schlagen ein Reisgericht am Abend vor der Fahrt vor, Reis liefert viel Energie und ist für die meisten leichter verdaulich als Nudeln. Am Morgen gerne Vollkornmüsli mit zwei Bananen und Nüssen. Getrunken werden am besten eine Saftschorle ohne Kohlensäure und ein Isogetränk. All diese Lebensmittel sollte man vorher mal ausprobiert haben, egal ob man eine Unverträglichkeit hat oder nicht. Am besten auch schon mal unter Belastung, also beim Training.

Solo-Tour: Tipps für Alleinreisende

Allein zu reisen oder unterwegs zu sein, kann eine ganz besondere Erfahrung sein: Unabhängig, frei und den Gedanken nachhängend, lerne ich dabei nicht nur viel über mich selbst, sondern auch über meine Umwelt kennen. Die Vorzüge einer Solo-Tour mit dem Fahrrad liegen auf der Hand, denn mein Rad dient auf meinen Ausfahrten und Reisen nicht nur als bestes Fortbewegungsmittel, sondern schenkt mir auch die nötige Unabhängigkeit und Bewegung.

Für mich kam der Wandel vom gemeinsamen Urlaub mit Familie, Partner und Freunden zur Solo-Tour schließlich über geschäftliche Reisen. Quasi ins kalte Wasser geschmissen, lernte ich für mich selbst zu planen, mich mit den lokalen Besonderheiten auseinanderzusetzen und die Welt um mich herum aus meiner ganz eigenen Perspektive kennenzulernen. Es waren Erfahrungen, die mich emotional und persönlich wachsen ließen und irgendwann dazu führten, auch meine erste alleinige Radreise zu wagen.

Die Vorstellung irgendwo allein unterwegs zu sein, fand ich früher recht befremdlich und sicherlich wäre ich nicht auf die Idee gekommen, eine Solo-Tour mit Fahrrad zu machen oder zu reisen. Aber warum eigentlich? Hast du dich auch schon mal gefragt, warum du selten oder nie allein mit dem Fahrrad raus fährst oder reist? Seien es fehlende Motivation dies zu tun, Unsicherheit im Umgang mit dem Fahrrad, Sorgen um die eigene Sicherheit oder ganz einfach der Wunsch nach Gesellschaft, Gründe gibt es einige. Welchen hast du und möchtest du das ändern?

Meistens hat eine Solo-Tour, die ich plane, ein bestimmtes Ziel, das örtlich, Personen oder Event bezogen sein kann. Es motiviert mich während der Tour sehr, mir solche Vorgaben zu geben. Wie schön das Radfahren sonst auch sein mag, nicht immer klappt alles wie geplant. Doch mit meinem Ziel vor Augen bin ich meist eher gewillt, weiter zu fahren, falls es mal nicht so gut läuft. Persönliche Ziele, wie die ersten 200 km am Stück fahren, sind hilfreich, aber auch nicht in Stein gemeißelt!

Zu sagen, es gibt keine Grenzen, entspricht nicht so ganz der Realität. Und das ist auch nichts Schlechtes! Persönliche Grenzen helfen mir abzustecken, wie weit ich gehen möchte - sei es mit meinen körperlichen Fähigkeiten oder im mentalen und persönlichen Rahmen. Wie weit kann ich überhaupt fahren, bevor mein Körper erschöpft ist oder ich einfach keine Lust mehr habe? Traue ich mich allein nachts mit dem Rad durch den Wald zu fahren? Wie sicher fühle ich mich unterwegs auf dem Fahrrad? Wie weit entferne ich mich aus meiner Komfortzone?

Einige Grenzen müssen nicht starr sein und können sich verändern. Ab und zu mag ich es, meine persönlichen, körperlichen und mentalen Grenzen auf dem Fahrrad zu prüfen, kennenzulernen oder gar zu erweitern! Doch wie funktioniert das für etwas, was du noch nie gemacht hast? Schwierige Frage und doch wieder nicht. Der Sprung ins kalte Wasser kann sehr lehrreich sein, aber er ist nicht immer notwendig.

Mir hat es sehr geholfen, mich mit Freunden auszutauschen und mit dem Fahrrad raus zu fahren und zu reisen. Dabei begann ich ein Gefühl für meine Fähigkeiten zu entwickeln, zu testen, wie weit ich mit dem Rad fahren kann oder was ich eigentlich wirklich auf einer Tour brauche. Irgendwann kommt er dann, der Schritt nach vorn und rein ins Solo-Abenteuer.

Einfach mit dem Fahrrad losfahren und herausfinden, was für dich funktioniert, ist für Tagesausfahrten eine ganz schöne Variante, denn zu viel Planen kann dich auch verrückt und unsicher machen. Andererseits sorgt ein wenig Vorbereitung bei längeren Touren oder Reisen auch dafür, dass es dann währenddessen alles etwas entspannter abläuft. Das Thema richtige Vorbereitung kann also sehr individuell ablaufen. Wie bereits im Abschnitt Zielsetzung formuliert, gehöre ich eher zur Fraktion: Ausführlich planen. Ich informiere mich einfach gern vorher und prüfe, was mich erwarten kann auf meiner Strecke. Dadurch erhalte ich ein gewisses Gefühl von Planungssicherheit und Stressfreiheit.

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