Laufrad 26 Zoll Steckachse Test: Die besten Optionen für dein Mountainbike

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB und sind nicht nur Blickfang, sondern auch wichtiger Teil des Fahrwerks. Sie bestimmen mit ihrer Breite, welche Form der Reifen annimmt und mit welchem Luftdruck dieser gefahren werden kann. Die Entscheidung zum Kauf der knapp 7.000 € teuren Lightweight Obermayer EVO treffen wohl die wenigsten von uns mal nebenbei.

Warum Laufräder ein ideales Tuning sind

Weil sie, wenn hochwertig, nur positive Effekte bringen. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.

Test: Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro

Einmal mehr haben uns pandemiebedingt nicht alle angefragten Hersteller einen Laufradsatz zur Verfügung stellen können. Dennoch konnten wir 13 Laufradsätze, acht mit Alu-Felge ab 430 Euro, fünf mit Carbon-Felge ab 1199 Euro, auf unsere Prüfstände stellen. Dabei wählten wir keine speziellen Race-Modelle, sondern solche mit einem sehr breiten Einsatzspektrum von Tour über Trail und All-Mountain bis hin zu Enduro.

Allen gemein sind daher grundsätzliche stabile Aufbauten und moderne Eckdaten: "Boost"-Achsen vorne/hinten, Freiläufe für 12-fach-Kassetten sowie Felgen mit rund 30 mm Maulweite - ideal für angesagte 2,35"-2,5" breite Reifen.

Die Gewinner auf einen Blick

  • Testsieger unter den Alu-Laufrädern: Veltec ETR Extradrei. Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut, punktet mit niedrigem Gewicht und einem spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
  • Testsieger unter den Carbon-Laufrädern: Acros Enduro-Carbon-LSR 29". Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Toll für Nachrüster: der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!
  • Kauftipp bei den Alu-Laufrädern: Race Face Aeffect R, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.
  • Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern: Newmen Advanced SL A.30. Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.

Leicht und mit viel Speed

Tatsächlich: Die getesteten Laufräder weisen zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse.

Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke. Das passt zur jeweiligen Philosophie der Hersteller (robust, komfortabel, langlebig ...), geht aber kaum als Gewichts-Tuning durch und hat entsprechend Punktabzüge zur Folge.

Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke und ist damit flotter.

Die Alu-Laufräder im Detail

Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy

  • Preis pro Paar: 600 Euro
  • Gewicht: 2024,5 g
  • Testfazit: Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test.
  • Testurteil: Gut

DT Swiss XM 1700 Spline

  • Preis pro Paar: 719 Euro
  • Gewicht: 1890 g
  • Testfazit: Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen.
  • Testurteil: Sehr gut

Mavic Crossmax XL S 29

  • Preis pro Paar: 750 Euro
  • Gewicht: 1891 g
  • Testfazit: Zuletzt war es um Mavic still. Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl.
  • Testurteil: Gut

Newmen Evolution SL A.30

  • Preis pro Paar: 680 Euro
  • Gewicht: 1802 g
  • Testfazit: Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen.
  • Testurteil: Sehr gut

Race Face Aeffect R

  • Preis pro Paar: 600 Euro
  • Gewicht: 1993,5 g
  • Testfazit: Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte.
  • Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)

Shimano Deore XT WH-M8120

  • Preis pro Paar: 430 Euro
  • Gewicht: 2012 g
  • Testfazit: Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker.
  • Testurteil: Gut

Spank 350 Vibrocore

  • Preis pro Paar: 699 Euro
  • Gewicht: 2036 g
  • Testfazit: Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll.
  • Testurteil: Gut

Veltec ETR Extradrei

  • Preis pro Paar: 549 Euro
  • Gewicht: 1792 g
  • Testfazit: Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld.
  • Testurteil: Sehr gut (MOUNTAINBIKE-Testsieger)

Die Carbon-Laufräder im Detail

Acros Enduro-Carbon-LRS 29"

  • Preis pro Paar: 1199 Euro
  • Gewicht: 1550 g
  • Testfazit: Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge.
  • Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Testsieger)

Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon

  • Preis pro Paar: 1699 Euro
  • Gewicht: 1846 g
  • Testfazit: Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test.
  • Testurteil: Sehr gut

DT Swiss XMC 1501 Spline One

  • Preis pro Paar: 1599 Euro
  • Gewicht: 1629 g
  • Testfazit: Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht.
  • Testurteil: Überragend

Newmen Advanced SL A.30

  • Preis pro Paar: 1450 Euro
  • Gewicht: 1579,5 g
  • Testfazit: Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her.
  • Testurteil: Überragend (MOUNTAINBIKE-Kauftipp)

Race Face Next R31

  • Preis pro Paar: 1699 Euro
  • Gewicht: 1728 g
  • Testfazit: Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau.
  • Testurteil: Sehr gut

Weitere getestete MTB-Laufradsätze

Neben den oben genannten Modellen wurden auch folgende Laufradsätze getestet:

Carbon-Laufräder

  • 9th Wave Dirt-SW27
  • Acros A-Wheel ED Race Boost Carbon 27,5
  • Bontrager Line Pro 30
  • Bulls Hattori
  • Castle CC Morgenstern 27,5"
  • Syntace C33i Straight Carbon (BIKE TIPP: Testsieger)

Aluminium-Laufräder

  • DT Swiss M1700 Spline 30
  • E*Thirteen TRS+
  • Mavic XA Elite 27.5 Green 2.35
  • Newmen Evolution SL A.30 (BIKE TIPP: Preis / Leistung)
  • Spank Oozy Trail 345 Wheelset Boost
  • Sun Ringlé Düroc 30 Expert AL
  • Veltec ETR-ExtraDrei 27,5"
  • Whizz Wheels LRS DT 350 Boost / ZTR Flow MK3

Ergebnisse des Bruchtests der Carbon- und Alu-Laufräder im Überblick

Einen Stein übersehen, oder voll in eine Wurzel gesprungen? Wenn der Reifen durchschlägt, zählt die strukturelle Festigkeit der Felge. Mit einem Schlagtest haben wir überprüft, was die Felge wegstecken kann. Dazu haben wir die Laufräder 20 Grad geneigt aufgespannt und einen 7,5 Kilogramm schweren Kunststoffhammer aus fünf Höhen auf das Felgenhorn donnern lassen.

Alu-Felgen bekommen dabei schnell Beulen, deren Tiefe wir vermessen haben (Tabellenwerte oben). Carbon-Felgen haben wir auf sichtbare Schäden kontrolliert und auf der höchsten Schlagstufe bis zu fünf Versuche an fünf unterschiedlichen Stellen unternommen. Manchmal gehen vier Versuche schadlos gut, und beim fünften bricht die Felge.

Bewertet haben wir bei Carbon die höchste schadensfreie Stufe, bei Bruch haben wir zusätzlich um eine Stufe abgewertet. Bei Alu werten wir die Stufe, bei der die Verformung unter einem Millimeter bleibt.

Die Ergebnisse unseres Bruchtests der Carbon- und Alu-Laufräder im Überblick:

Unzerstörbar: Die Syntace-Felge aus Carbon besteht die Schlaghöhe 5 locker, selbst die Probe auf Stufe 8 lässt nur den Decklack platzen. Ein herausragendes Testergebnis. Damit kann man sich zu Tale stürzen.

Gerissen: Carbon verhält sich digital. Die Carbon-Felge von Acros hält bis Schlagstufe 4 ohne sichtbare Zeichen, bei Schlagstufe 5 reißt die Felge auf. Im groben Geläuf sind solche Konstruktionen keine gute Wahl.

Eingeknickt: Meistens beult Alu nur. Aber wenn es zu viel wird, gibt es auch hier Bruch - wie im Bild bei der Sun-Ringlé-Felge, die bei Schlagstufe 5 als einzige Alu-Felge richtig deutlich einreißt.

Standhaft: Selbst bei Schlagstufe 5 sind die Beulen in der Newmen-Aluminium-Felge winzig. Besser steckt kein Alu-Ring die Misshandlungen weg. Der Trick: Die Felgenhörner sind leicht ausgestellt.

Tabellarische Zusammenfassung der getesteten Laufräder

Marke Modell Material Preis pro Paar (ca.) Gewicht (ca.) Testurteil
Veltec ETR Extradrei Alu 549 Euro 1792 g Sehr gut (Testsieger)
Acros Enduro-Carbon-LSR 29" Carbon 1199 Euro 1550 g Überragend (Testsieger)
Race Face Aeffect R Alu 600 Euro 1993,5 g Sehr gut (Kauftipp)
Newmen Advanced SL A.30 Carbon 1450 Euro 1579,5 g Überragend (Kauftipp)
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy Alu 600 Euro 2024,5 g Gut
DT Swiss XM 1700 Spline Alu 719 Euro 1890 g Sehr gut
Mavic Crossmax XL S 29 Alu 750 Euro 1891 g Gut
Shimano Deore XT WH-M8120 Alu 430 Euro 2012 g Gut
Spank 350 Vibrocore Alu 699 Euro 2036 g Gut
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon Carbon 1699 Euro 1846 g Sehr gut
DT Swiss XMC 1501 Spline One Carbon 1599 Euro 1629 g Überragend
Race Face Next R31 Carbon 1699 Euro 1728 g Sehr gut

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