Die herkömmlichen Steckachsennaben bieten gegenüber den normalen 135 mm Naben den Vorteil, dass sie ganz einfach am Fahrrad zu montieren sind. Um Naben mit 135 und 142 mm kompatibel zu den Steckachsen zu machen, werden viele auswechselbare Adapter auf dem Markt angeboten. Die Konstruktion der Naben für 26, 27,5 und 29 Zoll Laufräder ist identisch.
Was ist der Boost-Standard?
Das gängige Steckachsenmaß mit 15x100 mm oder 12x142 mm wurde vor einigen Jahren durch den neuen Boost-Standard ergänzt. Inzwischen erfreut sich dieser einer großen Beliebtheit bei unseren Kunden, da er einige Vorteile mit sich bringt.
Mit dem Boost-Einbaumaß wurde die Nabeneinbaubreite am Vorderrad von 100 auf 110 Millimeter und am Hinterrad von 142 auf 148 Millimeter vergrößert. Das hatte auch mit der wachsenden Verbreitung der größeren 29-Zoll-Laufräder zu tun.
Genau diesen Effekt fangen die Boost Naben ab: Der gravierende Unterschied liegt in der Breite der Nabe. Die Nabenflansche einer Boost Standard Nabe liegen hinten 6 mm weiter auseinander. Dies hat natürlich auch Auswirkung auf den Speichenwinkel. Dieser vergrößert sich automatisch und kann seitlichen Kräften besser Stand halten. Bei einer Boost 148 mm Nabe wird die Nabenbreite um 3 mm pro Seite erweitert.
Vorteile des Boost-Standards
Besitzen Sie jedoch ein Rad mit einem größeren Rahmen, welches die breiteren Aufnahmen für Boost Naben besitzt, ermöglicht dies dafür auch die Verwendung von breiteren Reifen, was wiederum für noch mehr Stabilität sorgt! Bei der Anschaffung eines neuen Laufrades lohnt es sich also, über die Boost-Option nachzudenken.
Der Abstand der Nabenflansche wächst dabei um diese zehn bzw. sechs Millimeter und das Laufrad wird so seitlich stabiler. Am Hinterrad rückt dabei aber auch der gesamte Antrieb um drei Millimeter nach außen. Darum brauchst Du bei einer Boost-Nabe auch ein Boost-Kettenblatt.
- Mehr Platz zwischen den Gabelholmen
- Höhere Laufradsteifigkeit durch einen besseren Speichenwinkel
So wurde die Reifenfreiheit auch im Verhältnis zur Kette verbessert. Die breitere Kettenlinie bei Boost erlaubte zudem den Einsatz größerer Lager und die Konstruktion breiterer Lagerpunkte, um den Hinterbau steifer zu machen.
Die 5 mm Zuwachs vorne und 3 mm hinten auf jeder Nabenseite machen sich aber im Einspeichungsprozess der Laufräder bemerkbar. Der Winkel am Nabenflansch, also wo die Speiche die Nabe verlässt und bis zum Nippel bzw. der Felge verläuft, ist nun flacher. Dadurch können die Laufräder Querkräfte besser aufnehmen, sind speziell in Kurven steifer.
Auswirkungen auf den Antrieb
Auch am Hinterrad wurden bei Boost beide Speichenflansche symmetrisch um drei Millimeter nach außen verschoben. So wächst die Einbaubreite des Hinterrades um insgesamt sechs Millimeter, von 142 auf 148 Millimeter. Bei Super Boost Plus wächst die Einbaubreite um weitere neun Millimeter, also auf insgesamt 157 Millimeter an. Um das jeweilige Laufrad aufnehmen zu können, muss auch der Hinterbau des Rahmens die entsprechende Breite haben - und das verbesserte die Reifenfreiheit.
Auf den Antrieb hat Boost folgende Auswirkungen: Durch den Versatz der Speichenflansche um drei Millimeter nach außen, wurde auch die Kassette um den gleichen Wert nach außen versetzt. Das wiederum verschob die Kettenlinie auf 52 Millimeter.
Damit der Q-Faktor im Vergleich zum alten Achsstandard gleichbleiben konnte, wurden bei Boost-Kurbeln die Kettenblätter um drei Millimeter nach außen gesetzt. Das heißt nur der Stern oder, bei Direktaufnahmen, das Kettenblatt sind bei Boost-Kurbeln an die veränderte Kettenlinie angepasst, ansonsten unterscheiden sich nicht zu Non-Boost-Kurbeln.
Bei Super Boost Plus ist die Kassette noch weiter nach außen geschoben und die Kettenlinie liegt je nach Bike zwischen 55 und 56,5 Millimetern. Das Kettenblatt ist meist um sechs Millimeter nach außen gesetzt und Du benötigst daher Super-Boost-kompatible Kurbeln. Der Q-Faktor bleibt bei Enduro- und Gravity-Bikes unangetastet.
Nachteile und Einschränkungen
Zwar gilt: Je weiter die Speichen auseinander liegen, desto stabiler wird das Laufrad. Einen Nachteil bringt das Boost System jedoch mit sich: Die kleinen Anpassungen sorgen dafür, dass sich auch der Freilauf und die Bremsscheibenaufnahme etwas nach außen bewegen. Das bedeutet, dass die Gabel des Laufrads auf die Nutzung von Boost Naben ausgelegt sein muss. Ein Umrüsten mit verschiedenen Adaptern ist hier leider nicht möglich.
Kompatibilität und Umrüstung
In einen Rahmen und eine Gabel mit 142er- bzw. 100er-Einbaubreite kannst Du keine Boost-Laufräder einbauen, sie sind schlicht zu breit. Umgekehrt kannst Du allerdings einen Non-Boost-Laufradsatz auf das Boost-Maß bringen: mithilfe zur Nabe passender Adapter wie den MRP Better Boost oder dem Problem Solvers Booster Adapter Kit. So profitierst Du zwar nicht vom Vorteil stabilerer Laufräder, kannst aber vorhandene Laufräder erst mal weiter nutzen.
Da Du dabei aber nicht nur die Einbaubreite, sondern auch die Position der Bremsscheiben beachten musst, empfiehlt sich dieser Umbau nur für erfahrene Schrauber. Aber Achtung: Manche Hersteller schließen eine Umrüstung ihrer Naben auf Boost aus. DT Swiss zum Beispiel weist ausdrücklich darauf hin, dass bei umgerüsteten Naben die Garantie erlischt.
Steckachsen: Ein Überblick
Früher war’s simpler: Steckachsen mit 5 mm Achsdurchmesser waren der Standard. Schöne neue Welt: Die deutlich steifere Verbindung zwischen Laufrad und Gabel oder Rahmen bilden heute Steckachsen.
Klar ist: Mit Steckachsen lässt sich aufgrund ihres größeren Durchmessers und des geschlossenen Ausfallendes, in dem sie stecken, eine steifere Verbindung zwischen Laufrad und Rahmen bzw. Gabel herstellen, als das mit Schnellspannern möglich war.
Mit der Einführung der Steckachsen ist jedoch die Zahl der Achsvarianten stark gestiegen. Und auch bei den Nabenmaßen hat sich in den letzten Jahren viel getan. Damit Du den Überblick behältst und weißt, welche Achsen und Naben Du kombinieren kannst, geben wir Dir hier einen Überblick über die gängigen Maße von Naben und Achsen an Mountainbike, Rennrad und Gravelbike.
Achsdurchmesser am Mountainbike
Am MTB finden sich mittlerweile fast ausschließlich Steckachsen. Dabei hat sich am Vorderrad der Achsdurchmesser 15 Millimeter und am Hinterrad 12 Millimeter etabliert. An älteren Bikes mit viel Federweg wurden vorn teilweise 20-Millimeter-Achsen verbaut.
Viele Naben von Herstellern wie etwa DT Swiss und Hope lassen sich mithilfe verschiedener Achs-Endstücke einfach von Schnellspanner auf Steckachse oder zurück umbauen.
Achstypen und Nabenbreite
| Achstypen Mountainbike (Nabenbreite) | Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) | Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) |
|---|---|---|
| Schnellspanner | 5 / 100 mm | 5 / 135 mm |
| Steckachse (klassisch) | 20 / 100 mm | 12 / 142 mm |
| Steckachse (Non-Boost) | 15 / 100 mm | 12 / 142 mm |
| Steckachse (Boost) | 15 / 110 mm | 12 / 148 mm |
| Steckachse (Superboost Plus) | 15 / 110 mm | 12 / 157 mm |
Achstypen Rennrad (Nabenbreite)
| Achstypen Rennrad (Nabenbreite) | Vorderrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) | Hinterrad (Achsdurchmesser / Einbaubreite) |
|---|---|---|
| Schnellspanner | 5 / 100 mm | 5 / 130 mm |
| Steckachse | 12 / 100 mm | 12 / 142 mm |
| Road Boost | 12 / 110 mm | 12 / 148 mm |
Reverse Boost Adapter
REVERSE Boost Adapter VORDERRAD 15X110 BOOST Boost-Adapter-Set, zur Erweiterung einer klassischen Nabe (100×15) auf den Boost-Standard (110×15)
Inhalt
Im Set enthalten sind zwei Spacer mit jeweils 5 mm zur Verbreiterung der Achse, eine 5 mm Adapterplatte für die Bremsscheibe und 6 St. lange Bremsscheibenschrauben (M5x15).
- Gewicht: 31g (Set)
- Material: Aluminium
- Kompatibilität: Naben mit 15×100 mm Achsstandard und 6-Loch Bremsscheibenaufnahme
Bitte beachte die Hinweise und Vorgaben des Herstellers Deiner Naben.
Wie finde ich die richtige Achse?
Wenn Du eine Ersatzachse brauchst, Dein Bike in einen Rollentrainer einspannen oder es in puncto Gewicht bzw. Farbe tunen willst, musst Du zunächst die passende Achse finden. Die meisten Steckachsen sind mit ihren Maßen beschriftet, was Dir die Suche erleichtert.
- Miss den Durchmesser Deiner Steckachse.
- Brauchst Du nun die Einbaubreite der entsprechenden Nabe.
- Wird bei Hinterradachsen oft die effektive Länge der Steckachse angegeben, die natürlich deutlich über der Einbaubreite liegt.
- Gibt es unterschiedliche Gewinde an den Steckachsen.
Über die Angabe des Herstellers und Boost oder Non-Boost kommst Du recht schnell zum Ziel. Bei Hinterradachsen musst Du eventuell die Gewindesteigung ermitteln. Sehr hilfreich ist dabei der Achsfinder von The Robert Axle Project, den Du auch herunterladen kannst.
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