Bevor Kinder aktiv mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen, sollten Eltern mit ihnen zunächst abseits von Gefahrensituationen das Radfahren üben. Worauf Eltern besonders bei ihren Kindern achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Sicherheit geht vor: Der richtige Helm
Insbesondere Kinder sollten von klein auf lernen, den Helm bei jeder Fahrt zu tragen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ermittelte im letzten Jahr erschreckende Zahlen: Nur 31,7 Prozent aller Fahrradfahrenden trugen 2021 einen Helm. Dafür aber 76,6 Prozent aller Kinder von 6 bis 10 Jahren. Bei einem Verkehrsunfall erleiden Radfahrer oft schwere Kopfverletzungen. Ein Helm verhindert zwar keine Unfälle, lässt aber Kopf- und Hirnverletzungen deutlich weniger schwer ausfallen.
Generell sollten Sie nur Helme mit CE-Zeichen kaufen und darauf achten, dass der Helm bei Ihrem Kind gut sitzt und nicht rutscht. Der Helm sollte dem Kind gefallen, und der Kinngurt sollte stets so eingestellt sein, dass er eng anliegt.
Wann sitzt der Helm richtig?
Da Helme in verschiedenen Größen erworben werden können, sollte vor dem Kauf der Kopfumfang gemessen werden. Um den richtigen Umfang zu ermitteln, sollten Sie 2,5 Zentimeter über den Augenbrauen ansetzen und ein Maßband möglichst gerade um den Kopf ziehen. Neben der richtigen Größe ist auch der passende Sitz entscheidend. Der Helm sollte etwa 2,5 Zentimeter über den Augenbrauen sitzen. Achten Sie also darauf, dass der Helm nicht zu weit im Nacken sitzt und die Stirn ungeschützt bleibt. Die meisten Helme können zusätzlich an die Kopfgröße und -form angepasst werden.
„Neben der Größe bieten Helme weitere Einstellungsmöglichkeiten wie Kopf- oder Kinnriemen. Sie sollten festsitzen, aber kein beengendes Gefühl geben“, so Waschke. „Vor allem Stirn, Schläfen und Hinterkopf sollten vom Helm gut geschützt sein.“
Worauf sollten Sie beim Kauf achten?
- Wahl der richtigen Helmgröße, je nach Kopfumfang
- Optimaler Halt durch festen Sitz von Kopf- und Kinnriemen
- Reflektoren oder auffällige Farben tragen zur Sicherheit bei
- GS-Kennzeichen und TÜV-Prüfzeichen weisen auf unabhängige Prüfungen hin
- Helm nach Sturz oder längerer Tragezeit (ca. 5 Jahre) austauschen
Gebrauchte Helme
Da Kinder so schnell wachsen, greifen viele Eltern sinnvollerweise zu Second Hand. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltig. Ob gebrauchte Fahrradhelme ausreichend sicher sind, können wir allerdings nicht pauschal beantworten. Wichtig ist, dass der Helm noch keinen Unfall hatte. Denn wie bei Kindersitzen gilt auch bei Fahrradhelmen: Ist ein Kind damit bereits gestürzt, sollte er ausgetauscht werden. Und das könnt ihr in den meisten Fällen nur sicher wissen, wenn der Helm aus dem eigenen Umfeld stammt. Ansonsten, schaut euch den Helm sorgfältig an: Sind alle Riemen und Schnallen noch intakt? Fehlt im Inneren nichts von der Schaumstoffpolsterung? Gibt es keine Bruchstellen am Plastik? Stimmen für euch die Hygiene und Optik? Und passt er auch ganz sicher?
Das Laufrad: Vorbereitung auf das Fahrradfahren
Das Laufrad für Kinder zählt mit großer Sicherheit zu den beliebtesten Lernspielzeugen für Kinder. Bereits ab einem Alter von ca. 1,5 Jahren können kleinere Kinder bereits ihre ersten Erfahrungen und Übungen machen. Das Laufrad besteht aus einem Rahmen, einem Lenker, Bremsen, einem Sattel, einer Gabel und zwei bis vier Reifen. Es ist einem Fahrrad nachempfunden, jedoch liegt der Wesentliche Unterschied in den fehlenden Pedalen. So ist es für Kinder eine Mischung aus Laufen und Radfahren und einfacher zu erlernen.
Kinderlaufräder schulen zudem den Gleichgewichtssinn und weiter gefasst, die Motorik der Kleinen.
Die Wahl des richtigen Laufrads
Die Qualität deiner neuen Anschaffung wird maßgeblich durch den Hersteller beeinflusst. Setze keinesfalls auf das billigste Lernlaufrad. Diese kommen häufig aus China, werden unter schlechten Bedingungen produziert und halten oftmals nicht, was sie versprechen. Daher unser Tipp: Setze Dich zunächst mit den etablierten Herstellern wie Puky, Hudora oder Kettler auseinander. Zwar kann es durchaus vorkommen, dass auch Markenhersteller in Fernost produzieren. Aber dort gibt es andere Standards und höhere Qualitätskontrollen - schließlich haben Marken einen Ruf zu verlieren.
Die richtige Größe
Der entscheidende Faktor ist die richtige Größe beim Laufrad. Ist das Rad zu klein passt die Haltung nicht, ist das Rad zu groß kann das Kind sich nicht fortbewegen, da die Füße den Boden nicht mehr berühren. Bei der Auswahl helfen dir die Herstellerangaben, die Empfehlungen für Alter und Kindesgröße aussprechen.
Bei der Wahl der Reifen stehen drei klassische Größen zur Auswahl: 10, 12 und 14 Zoll Reifen. Die Faustregel, je größer der Reifen ist, desto größer ist auch der Rahmen.
Materialien
Das Kinderlaufrad wurde ursprünglich aus Holz hergestellt. Holz ist das natürlichste Material, dabei edel und leicht. Holz ist zudem ein nachwachsender Rohstoff und die erste Wahl bei Eltern mit ausgeprägtem ökologischen Bewusstsein. Metalllaufräder werden weniger aus Stahl und meist aus Aluminium gefertigt. Sie punkten indes durch ihre Robustheit und müssen dabei nicht mal besonders schwer sein. Vorteile hier sind häufig gegenüber vielen Holzlaufrädern der höhenverstellbare Sattel, mit dem sich die Sitzhöhe anpassen lässt.
Altersempfehlung
Mit ca. 1,5 Jahren kann es bei vielen Kindern rauf´s Laufrad. Das beste Alter zum Beginnen hängt von mehreren Faktoren ab. Wer sich nicht sicher ist, ob das Kind der neuen Herausforderung schon gerecht wird, wartet einfach nochmal drei Monate und überlegt dann erneut. Eine pauschale Empfehlung kann lediglich einen Anhaltspunkt bieten. Das Kind kann bereits sicher laufen. Mit dem zweiten Lebensjahr sind die meisten Kinder im besten Alter, um mit dem Laufrad zu starten. Der Gleichgewichtssinn ist vorhanden, das Laufen klappt bereits und man kann sich untereinander verständigen. Auch die Lernbereitschaft ist immens groß. Zudem ist die Körpergröße nun ausreichend um ein Laufrad zu bewegen.
Sicherheitsmerkmale
Sicherheit wird durch den Hersteller bereits durch die verwendeten Materialien, die Qualität der Komponenten und deren Verarbeitung hergestellt. Eine kindgerechte Handbremse, luftgefüllte Reifen und ein stabiler, bruchsicherer Rahmen sollten vorausgesetzt werden. Ebenso sollten Sicherheitslenkergriffe und Lenkerpolster verwendet werden, damit ein seitliches Abrutschen verhindert wird und die kleinen Hände angenehm aufgestützt werden können. Außerdem gehört eine Klingel an jeden Lenker, damit sich die Heranwachsenden bereits bemerkbar machen können.
Die ersten Schritte mit dem Laufrad
Die ersten Schritte sind gemacht. Kinder lernen Laufrad fahren schnell in dem sie einfach machen. Die meisten Kinder lernen das Laufrad Fahren von ganz alleine. Häufig beobachten Eltern, dass das Rad in den ersten Tagen nur geschoben wird. Das ist durchaus normal und nicht schlimm.
Ideal sind natürlich Nachbarskinder, die ebenfalls ein Lauflernrad besitzen und den Bewegungsablauf vormachen können. Die meisten Kinder benötigen nur wenige Anlaufversuche und Übungseinheiten um „den Dreh herauszuhaben“. Der schwierigste Part ist mit Sicherheit, die Beine richtig einzusetzen und dabei das Gleichgewicht zu halten.
Sicherheitsaspekte im Straßenverkehr
Kinder lernen frühestens mit acht Jahren, mögliche Gefahren im Straßenverkehr im Vorfeld zu erkennen. Erst dann können sie beim Fahrradfahren die Fahrtrichtung und das Umfeld gleichzeitig im Blick haben. Bei jüngeren Kindern ist das Seh- und Hörvermögen meist noch nicht vollständig entwickelt. Es fällt ihnen schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Auch lassen sie sich leicht ablenken. Um mit dem Fahrrad sicher unterwegs zu sein, müssen Kinder diese Fähigkeiten erst Schritt für Schritt lernen.
Eltern-Tipp: Begleiten Sie Ihr Kind mit dem Rad auf dem Gehweg. Seit Ende 2016 ist das erlaubt. Sie als Eltern sollten sich stets Ihrer Vorbildfunktion bewusst sein, denn Kinder lernen immer auch durch Nachahmen. Natürlich sollten auch Eltern in ihrer Vorbildfunktion die wichtigsten Grundregeln und Verkehrszeichen für Radfahrer im Straßenverkehr kennen. Diese gelten selbstverständlich auch für Kinder. Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie den Gehweg noch benutzen. Aber: Ist ein Radweg vorhanden und baulich von der Fahrbahn getrennt, dürfen ihn auch Kinder unter acht Jahren benutzen.
Gelernte Verhaltensregeln sollten Eltern immer wieder in der Praxis überprüfen. Auch sollten sie ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr kontrollieren und gegebenenfalls anpassen, um ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein.
ADAC Fahrradturnier
ADAC Fahrradturniere bieten nach der schulischen Radfahrausbildung einen geeigneten Rahmen, um den sicheren Umgang mit dem Rad im Straßenverkehr zu verbessern. Auf einem Parcours üben die Kinder spielerisch wichtige Fahrtechniken. Schulen können die Fahrradturniere über die ADAC Regionalclubs bundesweit kostenlos buchen. Das ADAC Fahrradturnier ist ein bundesweit kostenloses fahrpraktisches Training für Kinder.
Weitere Sicherheitstipps
Besser sichtbar durch helle Kleidung
Je früher Autofahrer Kinder im Straßenverkehr sehen, desto besser. Deshalb ist es besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig, dass Ihre Kinder immer gut sichtbar unterwegs sind. Bei dunkler Kleidung nimmt ein Autofahrer Ihr Kind frühestens aus einer Entfernung von 25 Metern wahr, bei heller Kleidung dagegen schon aus 40 Metern. Am besten ist es natürlich, wenn Ihr Kind eine Sicherheitsweste oder Reflektoren an Helm und Kleidung trägt. Denn dann sieht ein Autofahrer Ihr Kind bereits aus einer Entfernung von 130 bis 140 Metern.
Checkliste: Sicheres Kinderfahrrad
Wie ein verkehrssicheres Fahrrad laut Straßen-Verkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) ausgestattet sein muss und welche Beleuchtung richtig ist, zeigt die Grafik.
Haftung bei Unfällen
Die Altersschwelle für eine Haftung von Kindern im motorisierten Verkehr wurde 2002 auf 10 Jahre heraufgesetzt. Das bedeutet: Ein noch nicht 10-jähriges Kind wird bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug im fließenden Verkehr oder einem Schienenfahrzeug regelmäßig von der Haftung ausgenommen und muss sich auch bei seinen eigenen Schadensersatzansprüchen kein Mitverschulden entgegenhalten lassen.
Fahrradhelm-Pflicht: Eine Umfrage des TÜV-Verbands
Immerhin fast jede:r zweite Fahrradfahrer:in in Deutschland achtet auf die persönliche Sicherheit und trägt immer (36 Prozent) oder meistens (13 Prozent) einen Helm. Die andere Hälfte der Fahrradfahrer:innen trägt hingegen nie (39 Prozent) oder nur selten (12 Prozent) einen Fahrradhelm. Das hat eine vom TÜV-Verband in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.004 Personen ab 16 Jahren ergeben.
„Schon jetzt trägt knapp die Hälfte der Radler:innen regelmäßig einen Kopfschutz. Fahrradhelme sorgen für ein deutlich geringeres Verletzungsrisiko bei Unfällen“, sagt Marc-Phillip Waschke, Referent für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. „Radfahren ist und bleibt vor allem in Städten gefährlich. Die Infrastruktur für den Radverkehr lässt in Deutschland häufig zu wünschen übrig. Das Tragen eines Fahrradhelms ändert nichts am Unfallrisiko, bietet Radler:innen aber den bestmöglichen Schutz.“
Warum sind Fahrradhelme wichtig?
Bei einem Viertel aller Fahrradunfälle ist der Kopf betroffen. Eine Studie der HFC Human-Factors-Consult GmbH im Auftrag der Verkehrsministerien von Baden-Württemberg und Thüringen zeigt, dass Helme 20 Prozent aller leichten und 80 Prozent aller schweren Kopfverletzungen verhindern. Um sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, empfiehlt der TÜV-Verband ausdrücklich das Tragen eines Helms.
Nach welchen Kriterien werden Fahrradhelme getestet?
Die Helme werden auf verschiedene Qualitätsstandards geprüft. Neben der sicheren Bauart werden auch Grenzwerte von Weichmachern in den Kunststoffen getestet. Die Stabilität der Helme wird durch das Durchhaltevermögen bei einem Aufprall überprüft. Ein Kinderhelm muss beispielsweise einen Sturz aus 1,50 Metern aushalten. Vielen Verbraucher:innen ist nicht bewusst, dass Helme ihre Schutzwirkung nach einem Sturz oder längerer Gebrauchszeit verlieren.
„Nach fünf Jahren sollte man über den Kauf eines neuen Helms nachdenken, da das Material dann porös wird“, sagt Waschke. „Nach einem Unfall sollte der Helm gründlich untersucht werden. Kleine Risse, die durch einen Aufprall entstehen, führen zu weniger Stabilität und damit zu einem deutlich geringeren Schutz.“
Das Laufradfahren lernen
Wenn ihr eurem Kind das Laufradfahren näherbringen möchtet, sind gezielte Übungen der Schlüssel. In unserem Blogpost "Laufrad fahren lernen: Tipps und Tricks für den erfolgreichen Start" findet ihr wertvolle Anleitungen und Übungen, die das Laufradfahren leichter und sicherer machen. Diese Übungen helfen eurem Kind, das Gleichgewicht zu halten, Hindernissen geschickt auszuweichen und kontrolliert zu bremsen. Durch das Üben von geraden Linien, das Umfahren von Hütchen oder das sichere Bremsen an einer vorher markierten Stelle gewinnt euer Kind schnell Vertrauen in seine Fähigkeiten.
Fazit
Mit dem richtigen Laufrad, der passenden Schutzausrüstung, bequemer Kleidung und einer sicheren Umgebung steht dem Laufrad-Abenteuer eures Kindes nichts mehr im Wege. Das Vii Ulli Laufrad bietet dabei die perfekte Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Laufradfahren. Also, schnappt euch das passende Laufrad und lasst euer Kind die Welt auf zwei Rädern entdecken! Ihr werdet staunen, wie schnell euer kleiner Wirbelwind damit sicher unterwegs ist.
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