Ein Laufrad für Ihr Kind zu kaufen, scheint auf den ersten Blick leicht zu sein. Schließlich gibt es ja selbst im Supermarkt schon Kinderlaufräder zu kaufen. Die Auswahl an Laufrädern ist riesig und die Unterschiede zwischen den Modellen sind groß. Die große Auswahl macht es schwer, das richtige zu kaufen. Klar, Ihr Kind wird mit jedem Laufrad irgendwann mal irgendwie fahren können. Doch so richtig Spaß hat es nur mit einem guten Laufrad, das perfekt zu ihm passt.
Doch was zeichnet ein gutes Laufrad aus? Und wann passt ein Laufrad perfekt zu einem Kind? Diese Fragen wollen wir in unserem Ratgeber beantworten, damit Sie das beste Laufrad für Ihr Kind kaufen können.
Unser Ratgeber zum Laufradkauf
In unserem Ratgeber behandeln wir die wichtigsten Eigenschaften, auf die es beim Laufradkauf ankommt: die Größe, Gewicht, Reifen, Bremse, Fußstütze, Lenkeinschlagsbegrenzung und das Material. Nicht alle sind wirklich wichtig, aber auf einige wenige sollten Sie unbedingt achten, weil sie den Fahrspaß oder die Fahrsicherheit beeinflussen.
Laufrad Größe passend zum Alter
Die Größe ist mit Abstand das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des perfekten Laufrads. Die meisten Kinder sind zwischen 1 und 4 Jahren im „Laufrad Alter“. Es gibt nur wenige Laufräder, die diese große Altersspanne abdecken können. Sie müssen daher unbedingt darauf achten, die richtige Größe auszuwählen.
Hierbei reicht es nicht nur, auf die Zoll-Angabe der Reifen zu achten, ob 8, 10 oder 12 Zoll ist relativ egal. Viel wichtiger ist die Sattelhöhe (oder Sitzhöhe), denn die muss zur Schritt- oder Innenbeinlänge Ihres Kindes passen. Sie ist auch mit entscheidend, ab wann Ihr Kind Laufrad fahren kann.
| Alter | Körpergröße | Schrittlänge | Sattelhöhe | Passende Laufräder |
|---|---|---|---|---|
| 1 - 1,5 Jahre | 70 - 78 cm | 21 - 26 cm | 19 - 24 cm | Alle Laufräder ab 1 Jahr |
| 1,5 - 2 Jahre | 78 - 85 cm | 26 - 32 cm | 24 - 30 cm | Alle Laufräder ab 18 Monaten |
| 2 - 3 Jahre | 85 - 95 cm | 32 - 38 cm | 30 - 36 cm | Alle Laufräder ab 2 Jahre |
| 3 - 4 Jahre | 95 - 105 cm | 38 - 45 cm | 36 - 43 cm | Alle Laufräder ab 3 Jahre |
| ab 4 Jahre | ab 105 cm | ab 45 cm | ab 43 cm | Mehr Infos zur Auswahl der richtigen Größe für jedes Alter, die Bestimmung der wichtigen Schrittlänge und der Frage ab wann dein Kind Laufrad fahren kann findest du in unserem Größen-Ratgeber. |
Gewicht
Vereinfacht gesagt gilt: je leichter desto besser. Ein leichtes Laufrad bringt mehr Spaß, weil es sich mühelos bewegen und sicher kontrollieren lässt. Versuchen Sie also zum Wohle Ihres Kindes, ein leichtes Laufrad zu kaufen. Aber: hierbei dürfen Sie keine Kompromisse eingehen. Die passende Größe hat immer höchste Priorität. Wählen Sie kein zu kleines Laufrad, nur weil es besonders leicht ist. Auch die Wahl der Reifen hat großen Einfluss auf das Gewicht, aber auch auf die Fahreigenschaften. Dazu später mehr.
Und die Qualität der verwendeten Materialien darf nicht am Leichtbau leiden. Vor allem bei sicherheitsrelevanten Bauteilen (und das sind bei den meisten Laufrädern fast alle) darf nicht zu Lasten der Sicherheit und Haltbarkeit gespart werden.
Hersteller
Jeder kennt das Puky Laufrad. Auch Kettler und Kokua sind bekannte deutsche Hersteller von Kinderlaufrädern. Aber muss es immer ein Laufrad von einer Marke sein? Was ist von Hudora oder Bikestar zu halten? Und wer hat schon mal von Woom, early rider oder islabikes gehört?
Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Marken. Jeder Hersteller hat einen anderen Ansatz und Ansprüche an Qualität, Zielgruppe und auch Preis. Und somit auch eine andere Zielgruppe. Wir versuchen eine Einschätzung über empfehlenswerte Hersteller zu geben.
Bremse
Muss ein Laufrad eine Bremse haben? Nein: die Kinder Bremsen ganz wunderbar mit den Füßen. Kann eine Bremse am Laufrad Sinn machen? Ja, aber nur unter zwei Bedingungen:
- Sie ist von guter Qualität, technisch in funktionsfähigen Zustand und passend für Kinderhände
- Ihr Kind ist in der Lage, die Bremse zu bedienen und hat Spaß daran
Wenn Ihr Kind die Bremse benutzt, dann hat es natürlich einen Sicherheitsgewinn. Außerdem bereitet es auf das erste Fahrrad vor. Denn da ist die „Fußbremse“ schwieriger als beim Laufrad.
Reifen
Bei den Rädern gibt es zwei Kriterien: die Größe und die Bauart (das Material). Bei den Laufrädern können Sie 4 verschiedene Größen finden: die kleinsten haben 8 Zoll Räder, einige wenige 10 Zoll, die meisten 12 Zoll und ein paar besonders große haben 14 Zoll Räder. Wie Sie schon wissen, sagt die Reifengröße nur wenig über die Größe des Laufrads aus. Sie hat aber zu einem gewissen Grad Einfluss auf das Fahrverhalten. Nicht nur beim Mountainbike, sondern auch beim Kinderlaufrad gilt: Größere Räder rollen besser.
Außerdem gibt es verschiedene Bauarten von Rädern am Laufrad: Luftreifen und Vollgummi oder PVA Reifen. Luftreifen kennen Sie von Ihrem Fahrrad. Vollgummireifen sind vor allem bei kleineren Einsteigerlaufrädern zu finden. Luftreifen haben die besten Rolleigenschaften und dämpfen Stöße ab. Sie sind am besten geeignet für größere Kinder mit Kraft und Ausdauer, die auch gerne schnell fahren.
Vollgummireifen haben schlechtere Fahreigenschaften sind aber deutlich leichter als Luftreifen. Je nach Bauart können sie gut 0,5 kg Gewicht sparen. Besonders für kleine Kinder und Laufradanfänger ist dies ein großer Vorteil. Unsere Empfehlung lautet also: für große Kinder auf jeden Fall Luftreifen. Für kleine Kinder gerne Vollgummireifen. Achten Sie aber darauf, dass das Laufrad dadurch tatsächlich leicht ist. Sonst haben Sie nur die Nachteile.
Lenkeinschlagsbegrenzung
An vielen Laufrädern wird der maximale Einschlag des Lenkers begrenzt. Ihr Kind kann den Lenker also nicht komplett herumdrehen. Dies wird von den Herstellern als Sicherheitsmerkmal angepriesen, weil die Kinder während der Fahrt den Lenker nicht zu weit drehen können (was unweigerlich zu Stürzen führen würde).
Andere Hersteller bezeichnen dies jedoch als Sicherheitsrisiko, da es dafür sorgt, dass das eine Ende des Lenkers in die Höhe steht, wenn das Laufrad am Boden liegt. Im Falle eines Sturzes mag es dann passieren, das Ihr Kind auf dem Laufrad zu liegen kommt und sich an dem hochstehenden Ende z.B. am Bauch verletzt.
Beide Argumentationen erscheinen zunächst schlüssig. Aus unserer eigenen Erfahrung mit unseren Kindern, die sowohl Laufräder mit als auch ohne Lenkeinschlagsbegrenzer getestet haben, können wir zumindest den versprochenen Sicherheitsgewinn nicht wirklich nachvollziehen. Das Lenken erlernen die Kinder sehr schnell, ein zu starkes Einschlagen des Lenkers während der Fahrt kommt praktisch nicht vor.
Richtig ist, dass durch den Begrenzer die Kinder den Lenker immer richtig haben. Ohne kann es schon mal passieren, das sie den Lenker um 180 Grad gedreht haben. Aber auch das lernen sie meist schnell. Bei richtig konstruierten Begrenzern scheint aber auch das Hochstehen des Lenkers keine wirkliches Problem zu sein. Unsere Empfehlung lautet also: lass dich davon nicht verwirren. Ob mit oder ohne Begrenzer spielt keine große Rolle. Achte aber bei Laufrädern mit Begrenzer unbedingt darauf, dass der Lenkwinkel nicht zu stark eingeschränkt ist und Lenkerdrehungen deutlich größer als 45 Grad zulässt.
Fußstütze und Trittbrett
Bei vielen Laufräder werden Sie Fußstützen oder Trittbretter finden. Die Idee ist, dass die Kinder ihre Füße während der Fahrt darauf abstellen können, um besser zu gleiten. Unserer Erfahrung nach wird das nur selten genutzt. Meist haben die Kinder die Füße am Boden, um sich abzustoßen. Gleitphasen, bei denen die Kinder beide Füße tatsächlich längere Zeit vom Boden hochheben, sind nur selten zu beobachten. Bis die Füße dann noch irgendwo abgestellt sind, dauert es zu lange.
Kleinere Kinder verlassen sich sehr auf das Gefühl der Sicherheit, wenn die Füße in der Nähe des Bodens sind. Größere Kinder haben aber schon eher die Kontrolle über das Laufrad und freuen sich über eine Fußablage z.B. beim Bergabfahren und Dahingleiten. Vor allem mit Laufrädern mit (schwereren) Luftreifen haben wir solch ein Rollen ohne Füße beobachten können. Oft haben Laufräder mit Trittbrett auch einen besonders niedrigen Rahmen. Diese Geometrie bedingt, dass die Kinder sehr leicht auf und absteigen und problemlos vor dem Sattel über dem Rahmen stehen können. Davon haben die Kinder wiederum sehr viel.
Die Fußtritte dürfen aber nicht beim Fahren im Weg sein. Ihr Kind braucht Bewegungsfreiheit und hasst es, wenn es mit den Füßen irgendwo anstößt. Unsere Empfehlung: Achten Sie nicht zu sehr auf dieses Feature, aber ein Rahmen mit niedrigem Durchstieg kann Ihrem Kind helfen.
Material
Die meisten Laufräder sind aus Metall (Alu oder Stahl) oder aus Holz. Wir haben gute Laufräder aus allen Materialien gefunden. Bei den günstigeren wird meist Stahl verwendet. Die teureren Modelle haben einen Alu Rahmen und auch dadurch oft ein geringeres Gewicht. Holz ist sicher der bessere Werkstoff für Kinderspielzeug. Bei Holzlaufrädern ist aber oft die Einstellbarkeit beschränkt. Die Sattelhöhe lässt sich bei den wenigsten Modellen stufenlos verstellen. Die ist aber super wichtig damit die Ergonomie stimmt.
Bei der Haltbarkeit gibt es keine großen Unterschiede. Hier kommt es vor allem auf die Qualität der Werkstoffe und der Verarbeitung an. Sowohl Holz als auch Metall Laufräder guter Qualität überleben mehrere Kinder.
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