LED Motorrad nachrüsten: Erfahrungen, Tipps und worauf Sie achten sollten

Viele Motorradfahrer wünschen sich eine bessere Ausleuchtung der Fahrbahn, insbesondere bei Nachtfahrten. Eine beliebte Option ist die Umrüstung der Scheinwerfer auf LED-Technik. Doch was gilt es dabei zu beachten? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über Erfahrungen, Tipps und rechtliche Aspekte der LED-Nachrüstung bei Motorrädern.

Lohnt sich das Nachrüsten von LED-Lampen am Motorrad?

Der große Praxistest liefert Antworten auf die Frage, ob sich das Nachrüsten von H4-Lampen oder das Austauschen von H7 gegen LED-Lampen lohnt. Auch die Frage, ob Kurvenlicht tatsächlich so viel besser am Motorrad ist, wird im Praxistest beantwortet. Die Leuchtdioden made in China strahlen nochmals deutlich heller und mit bläulich-weißerem Licht als serienmäßige H7-Lampen. Der Umbau lohnt sich sehr!

Positive Aspekte der LED-Nachrüstung

  • Mehr Licht: Die Hersteller PHILIPS gibt 230 % mehr Licht an (verglichen mit dem gesetzlichen Mindeststandard für Halogenlampen).
  • Weißeres Licht: 5.800 Kelvin (Halogen 2.700 K) sorgen für eine bessere Sicht.
  • Mehr Sicherheit: Besser sehen und besser gesehen werden.
  • Längere Haltbarkeit: LED-Leuchtmittel sind langlebiger als Halogenlampen.
  • Einfache Installation: In vielen Fällen ist der Einbau ohne Scheinwerfertausch oder ähnliche Umbauten möglich.

Rechtliche Aspekte der LED-Nachrüstung

Wichtig: Nur zugelassene LED-Lampen dürfen im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Zum einen natürlich die Zulassung, denn nur dann dürfen LED-Lampen auch im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Zu Redaktionsschluss bietet nur Philips eine Einsatzerlaubnis für Motorräder, Osram will Mitte Oktober aber ebenfalls Zweirad-Zulassungen für die Night Breaker LED anbieten. Auf der jeweiligen Hersteller-Homepage können sich Interessenten dann informieren, ob die Lampen auch für ihr Motorrad zugelassen sind - und sich die mitzuführende Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) herunterladen. Wird eine LED-Lampe jedoch in ein nicht dafür freigegebenes Fahrzeug verbaut, kann die Betriebsgenehmigung erlöschen.

Prüfen Sie die Scheinwerfergenehmigungsnummer: Es ist ausschließlich die sogenannte Schein­werfer­genehmigungs­nummer ausschlaggebend. Bitte prüfe vor dem Kauf von LED-Birnen, ob Dein Fahrzeug zugelassene Scheinwerfer hat. Die Scheinwerfergenehmigungsnummer (manchmal auch nur Scheinwerfernummer, E-Nummer, E-Prüfnummer, ECE-PRüfzeichen genannt - bedeutet: geprüft nach ECE-Regelungen) befindet sich entweder auf einem Aufkleber (mehr oder weniger sichtbar) oder die Daten sind am oberen Rand des Scheinwerfers im Kunststoff (wie eine positive Prägung).

ABG mitführen: Du musst nach der LED-Umrüstung die sogenannte ABG - die Allgemeine Bauartgenehmigung - mitführen. Da die LED in jedem Scheinwerfer separat geprüft werden müssen konnten keine ABE - Allgemeine Betriebserlaubnis - ausgestellt werden.

Praktische Tipps und Erfahrungen

Einbau: Nachdem ich bei meiner BMW R1200RT mühsam beide H7 Birnen selber gewechselt habe, würde ich gerne auf LED umrüsten. Innerhalb von 2 Tagen waren die LED tatsächlich da! Erster Eindruck passt, geliefert wurde in einem kleinen Karton, die LED samt Anleitung getrennt von den Staubkappen. Der Umbau kann sowohl vom Laien als auch von einer Autowerkstatt vorgenommen werden. Wie schnell der Aus- und Einbau über die Bühne geht, hängt vorwiegend von den Platzverhältnissen ab.

Probleme und Lösungen: Beim Ausbau der alten H7-Lampen musste ich feststellen, dass die Stecker und Kabel wieder angeschmort waren (trotz des neuen Kabelbaums), daher habe ich einen neuen Kabelbaum für den Scheinwerfer bestellt.

Lichtverteilung und Einstellung: Das Licht muss definitiv neu eingestellt werden, möchte man den Gegenverkehr nicht blenden.

Modelle und Kompatibilität

Abblend- und Fernlicht auf H4 & H7 LED umrüsten ist jetzt legal und ohne Eintragung für über 50 Motorräder von BMW, Honda, Kawasaki, KTM, Piaggio, Suzuki, Triumph & Yamaha möglich!

Beispiele für kompatible Modelle:

  • Honda: CB-1000-R, CB-1100, CB-650-F, CBF-1000, CBR-1000-RA, CBR-650-F, VFR-1200-X
  • Kawasaki: Ninja-125, Ninja-250-SL, Vulcan-S, Z-125, Z-250-SL, Z-650, Zephyr-1100
  • KTM: 1290-Superduke-R, 690-Duke, 690-Enduro-R, 690-SMC-R

Wo finde ich die Kompatibilitätsliste? Die aktuellen Kompatibilitätslisten sind auf den jeweiligen Herstellerseiten zu finden, etwa bei Osram oder Philips.

Zusätzliche Aspekte

Reinigung der Scheinwerfer: Tatsächlich erhöht die gründliche Reinigung des Scheinwerferglases die Lichtleistung um bis zu 20 Prozent!

Tagfahrlicht und Zusatzscheinwerfer: Am Motorrad darf nur jene Art von Beleuchtung montiert werden, die gesetzlich vorgeschrieben oder zusätzlich erlaubt ist (also beispielsweise keine Unterbodenbeleuchtung oder LED-Lichterkette). Außerdem müssen alle Leuchten und Reflektoren über ein ECE- (großes E plus Ziffer) oder EG-Prüfzeichen (kleines e plus Ziffer), also eine Zulassung verfügen.

Vergleich: Scheinwerfer im Test

Im Praxistest wurden verschiedene Motorradscheinwerfer verglichen, um die Unterschiede in der Lichtausbeute zu ermitteln:

Motorradmodell Scheinwerfertyp Besonderheiten
Benelli Leoncino 800 LED Rechteckiger, heller und weißer Lichtkegel
Yamaha SR 500 (1981) H4 (Nachrüstung Osram Night Breaker 200) Deutlich helleres Abblendlicht, aber insgesamt schlechteste Lichtausbeute
Honda Fireblade (SC 59, 2008) H7 (Nachrüstung Philips LED) Helles, homogenes Licht, aber schlechtere Ausleuchtung in Linkskurven
Ducati Multistrada V4 S Voll-LED mit Kurvenlicht Helles, breites Licht, aber harte Hell-Dunkel-Grenze kann irritieren
BMW K 1600 GT Voll-LED mit adaptivem Kurvenlicht Extrem heller, gleichmäßiger und breiter Lichtkegel, aktueller Maßstab

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