Dass es einen Trend hin zu leichten Pedelecs mit etwas reduzierter Motorkraft und kleineren Akkus gibt, beobachten wir seit Jahren. Doch erst seitdem der Platzhirsch in der hiesigen Motoren-Landschaft seinen Light-Motor vorgestellt hat, nimmt der Markt richtig Fahrt auf. Ein Bosch-Antrieb scheint für viele E-Biker weiterhin das wichtigste Kaufargument zu sein. Mit dem SX haben die Schwaben nun einen 55-Newtonmeter-Motor mit kompakter Bauform und voll integriert ins hauseigene Smart-System im Angebot. Damit hat sich die Zahl leichter E-Bikes auf dem Markt vervielfacht.
Die Gruppe der Pedelec-Fahrer, die schon eine gehörige Portion Erfahrung mitbringt, wächst stetig. Radfahrer, die ganz genau wissen, was sie wollen und brauchen. Vollgefederte, vollausgestattete Pedelecs mit großen Akkus sind beileibe nicht weg vom Fenster. Im Gegenteil: Sie bilden nach wie vor - und durchaus zu Recht - das Rückgrat der Branche. Trotzdem gibt es viele, die nach Jahren des Treppensteigens mit ihrem 30-Kilo-Boliden, des beschwerlichen Hebens auf den Heckträger oder in die Bahn erkannt haben, dass ihr Akku am Ende einer Tagestour noch 40 oder mehr Prozent Restkapazität hat.
Gewicht und Ausstattung im Vergleich
Die Gewichtsreduktion ist bei den leichten Rädern in unserem Test unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Stevens E-Strada unterscheidet sich mit seinen 13,8 Kilo beim Gewicht kein bisschen von Tourenrädern ohne Motor - bietet aber natürlich ohne Gepäckträger und Federgabel auch weniger Variabilität. Ähnlich sieht es beim 17,3 Kilo schweren KTM Macina Cross SX Elite aus, das sich sogar die Spritzschützer spart. Dafür greifen hier gerne diejenigen zu, die am Wochenende oder nach Feierabend sportlich rasant über Feld- und Waldwege zischen wollen.
Am KTM zeigt sich, dass der leichte 55-Nm-Bosch-Motor eigentlich eine Lücke zwischen den Full-Power-Aggregaten und den Leichtmotoren à la Mahle und Bafang schließt. Die beiden vollausgestatteten Tourenräder im Test mit diesen Motoren unterschreiten die 20 Kilo ganz knapp (Simplon Silkcarbon TQ, 19,98 Kilo) oder liegen knapp darüber (Canyon Pathlite:ON SL 6, 21 Kilo). Apropos Mahle und die bei deren Heckmotoren X35+ (Bergamont) sowie X20 (Stevens) angegebenen maximalen Drehmomente: Hier gilt es beim Lesen und vor allem dem Vergleichen mit Mittelmotoren zu beachten, dass die 23 Nm (X20) dann, laut Prüfstand-Messungen von Mahle selbst, etwa 55 Nm entsprechen würden, da keine Motorkraft durch Kette oder Riemen verloren geht. Wichtig dabei zu erwähnen ist aber, dass bei solchen Vergleichen diverse Faktoren, wie beispielsweise die gewählte Kettenübersetzung, eine Rolle spielen.
Gewichts- wie motortechnisch im Mittelfeld liegt das Excelsior. Die Eckdaten: 19,8 Kilo bei Vollausstattung und dezentem Bafang-Heckmotor - mit 1899 Euro aber mit Abstand das günstigste Rad im Test, trotz namhafter Komponenten, toller Verarbeitung und stimmigem Setup. Und wer optisch auf klassische Fahrräder steht, der wird sich ohnehin in das Urban-E verlieben.
Wie sieht es aus mit der Alltagstauglichkeit der leichten Bikes? Der Vorteil schwerer Pedelecs: In jeder Lebenslage gibt es Unterstützung satt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenn die Luft ohnehin schon raus ist, kann man sich nach Hause schieben lassen. War der Einkauf doch etwas üppiger als geplant, bereiten schwere Packtaschen auch auf steilen Straßen kein Kopfzerbrechen. Und auf Tour gleichen sie die am Ende fehlenden Körner aus, wenn man Entfernung und Höhenmeter unter-, seine eigene Leistungsfähigkeit überschätzt hat.
Tabelle: Vergleich ausgewählter E-Mountainbikes
| Modell | Gewicht (ca.) | Motor | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Stevens E-Strada | 13,8 kg | Mahle X20 | Leicht, Performance-orientiert |
| KTM Macina Cross SX Elite | 17,3 kg | Bosch SX (55 Nm) | Sportlich, für Feld- und Waldwege |
| Simplon Silkcarbon TQ | 19,98 kg | TQ | Vollausstattung |
| Canyon Pathlite:ON SL 6 | 21 kg | - | Vollausstattung, vielseitig |
| Excelsior Urban-E | 19,8 kg | Bafang-Heckmotor | Günstig, klassisches Design |
Ansprüche und Bedürfnisse
Wie immer ist es eine Frage der eigenen Ansprüche und Bedürfnisse, die letztlich den Ausschlag geben, ob ein Full-Power-Bike, ein absolutes Leichtgewicht oder eine Mischung aus beidem die beste Wahl ist. Erfahrene E-Biker finden für sich eine schnelle Antwort. Sie wissen genau, ob und wenn ja wie oft sie mit leerem Akku liegen geblieben sind, in welcher Unterstützungsstufe sie die meiste Zeit unterwegs sind und ob sie eher im Flachen, im welligen Gelände oder doch im Gebirge fahren. Im Zweifel gilt: Auch ein etwas schwächeres Aggregat schiebt im Power-Modus ermüdete Radler nach Hause.
Das schwerste Rad im Test, das Canyon Pathlite:ON 6, ist gleichzeitig das vielseitigste. Exemplarisch steht dafür der sehr variable Gepäckträger: Canyon setzt auf eine MIK-Trägerplattform mit seitlichen, abschraubbaren Ortlieb-QuickLock-3.1-Pins und einer Zulassung für Kindersitze. 27 Kilogramm lassen sich aufladen. Komfort kommt durch einen verstellbaren Vorbau, eine gute Federgabel und eine gefederte sowie absenkbare Sattelstütze ins Rad. Für dieses Gesamtpaket sind 21 Kilo ein herausragender Wert. Zum Vergleich bietet das ein Kilo leichtere Simplon ebenfalls einen robusten Gepäckträger (bis 25 Kilo), eine Top-Federgabel und viel Komfort, zudem ein sehr geländegängiges Setup.
Das leichteste Rad im Test, das Stevens E-Strada 8.3.4 FEQ, wählt einen gänzlich anderen Ansatz. Die Hamburger setzen auf Performance. Carbon satt drückt das Gewicht ebenso wie der leichte Heckmotor und der mit 236 Wh kleinste Akku im Testfeld. Die Alltagsausstattung ist auf Schutzbleche und Lichtanlage reduziert, wer Gepäck mitnehmen will, kann an den zahlreichen Ösen am Rahmen gerne Bikepacking-Taschen befestigen. Stevens setzt voll auf den klassischen Ansatz des „Pedal-Assist“, also der Unterstützung. Die eigene Muskelkraft steht im Vordergrund.
Und damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt der Gewichtsreduktion im E-Bike: Je leichter das Rad, desto geringer der Energiebedarf. Wer mit seinem knapp 14 Kilo schweren Stevens unterwegs ist, verbraucht weniger Energie als ein Radler auf dem 30-Kilo-Kaventsmann, dessen Power-Motor zudem „durstiger“ ist als Light-Aggregate. In der Ebene oder im leichten Gefälle lassen sich unsere Testräder allesamt locker über der 25-km/h-Schwelle bewegen, verbrauchen dort gar keinen Akku-Strom. Während schwere E-Bikes auch hier fast ausschließlich mit Motor-Unterstützung unterwegs sind.
Fazit
Sind die Leichten also die besseren E-Bikes? Sicher nicht für jeden. Aber das sind die klobigen, kraftstrotzenden 30-Kilo-Bikes eben auch nicht. Am Ende ist es wie immer: Ihr Rad muss passen.
Alternative: Leichte Full-Power-Bikes
Keine Lust auf ein klassisches Light-E-MTB? Leichte Full-Power-Bikes um 20 Kilogramm von BH, Amflow und Cannondale sind eine spannende Alternative.In der aktuellen Verkaufsflaute gehören Light-E-MTBs trotzdem zu den schlimmsten Ladenhütern. Die Einbußen bei Reichweite und Motorpower sind vielen schlicht zu groß. Mit Bikes wie dem Cannondale Moterra SL, dem BH iLynx+ und auch dem Amflow Carbon PL manifestiert sich daher ein neuer Trend: Mit einem Gesamtgewicht von gut 20 Kilo laut Hersteller bei voller Motorpower und mittlerer Akkugröße sollen diese leichten Power-Bikes das beste aus beiden E-MTB-Welten vereinen.
Die Testgruppe im Überblick:
- Amflow PL Carbon Pro 600: 19,8 kg, 160/150 mm, 29 Zoll, 9799 Euro
- BH Bikes iLynx+ SL 9.5 Enduro: 21,2 kg, 160/160 mm, 29 Zoll, 8500 Euro
- Cannondale Moterra SL 1: 20,2 kg, 160/150 mm, 29/27,5 Zoll, 8999 Euro
Showdown in Finale Ligure
Mit Cannondale Moterra SL und dem BH iLynx+ starten wir in den ersten Uphill dieses Tests und sind gleich doppelt positiv überrascht. Dabei servieren wir diesmal echte Horrorstrecken: Einen extra für den E-Worldcup angelegten Uphill-Trail, gefolgt vom Steinfeld-Klassiker Pino Morto im Downhill. Cannondale und BH sind kaum schwerer als viele Light E-MTBs, fahren bergauf aber in einer ganz anderen Liga. Es liegt eigentlich auf der Hand, aber ein Shimano EP801 mit 85 Newtonmetern ist in technischen Uphills um ein Vielfaches souveräner als selbst der dynamische Bosch SX. Das kurz vor diesem Test vorgestellte Race-Update für den Shimano vergrößert den Vorsprung noch.
Das BH iLynx+ gefällt uns mit seinem neutralen Handling in den engen Kurven besonders gut. Das Cannondale müssen wir aktiver dirigieren, dafür punktet es mit erstklassiger Traktion. Die spannende Frage: Was soll der Überflieger von Amflow auf diesem Trail noch besser können? Macht die im Vergleich fast doppelt so hohe Leistung des DJI Avinox Motors das Bike nicht völlig unkontrollierbar?
Motor-Systeme im Überblick
Turbo- und Boost-Modus des chinesischen Superstars sind in anspruchsvollen Anstiegen kaum zu gebrauchen. Doch der progressive Trail-Modus ist ein Augenöffner. Gerade Mehrfach-Stufen und steiles Gelände werden zum Spielplatz für den Avinox. Wo andere Motoren nur noch mühsam hinaufkeuchen, reichen beim Avinox etwas Vertrauen und ein beherzter Kick ins Pedal. Und schon fliegt das Amflow mit Schwung über schwerste Hindernisse hinweg. Unfassbar! Ungefähr so muss es sich anfühlen, wenn Rekordweltmeister Toni Bou beim Motorrad-Trial die Kupplung schnalzen lässt.
Übrigens: Ein Schluckspecht ist der DJI nicht zwangsläufig. Das zeigt unser Reichweitentest, bei dem wir die Aggregate auf identische Leistungen und Geschwindigkeiten angeglichen haben. Hier liegen die drei Kontrahenten annähernd gleichauf. Wer die volle Leistung des Avinox wirklich abruft, kann den Akku freilich deutlich schneller leerziehen, als es bei Cannondale und BH der Fall ist.
Cannondale bergab vorne
Bergab liegen die drei Kontrahenten mehr auf Augenhöhe. Das DJI-Bike beschleunigt mit dem geringsten Gewicht und leichten Carbon-Laufrädern zwar sehr direkt und punktet mit guter Ausstattung, die sportlich tiefe Front und das straffe Fahrwerk vermitteln aber weniger Sicherheit. Viele dürften sich auf dem komfortableren iLynx+ deutlich wohler fühlen. Das sportliche Cannondale blüht insbesondere bei Highspeed richtig auf. So begeistert es besonders engagierte Piloten. Die Frage, ob Geometrie und Fahrwerk nicht etwas zu extrem geraten sind, muss es sich aber gefallen lassen.
In Sachen Fahrspaß können übrigens alle drei Kandidaten auffällig viele Punkte holen und stechen klassische E-All-Mountains beim Thema Fahrspaß deutlich aus. Das Traumhandling der besten Light-Bikes à la Specialized Levo SL, Cube AMS One44 oder Santa Cruz Heckler SL bleibt in unseren Augen trotzdem außer Reichweite. Selbst für das Amflow, das sich mit seinem Supermotor am Ende knapp den Testsieg nach Punkten schnappt.
BIKE-Fazit: Testsieg für Amflow
Die drei leichten Powerbikes zeigen Charakter. Das BH iLynx+ SL legen wir Tourenfahrern ans Herz, im sportlichen Trail-Einsatz sammelt das Cannondale Moterra SL die meisten Punkte. Den Testsieg schnappt sich aber Amflow. Der DJI-Motor fährt in einer neuen Liga, auch Traumgewicht und Fahreigenschaften begeistern.
Acht Light-E-MTBs im Test
Light-E-MTBs füllen die Lücke zwischen klassischen Mountainbikes und Full-Power-E-MTBs. Wir haben acht Highend-Modelle des Light-E-MTBs-Segments getestet. Welches Rad hat die Nase vorne? Wir haben die Bikes auf eisigen Trails getestet.
Was machen Light-E-MTBs so besonders?
Anders als ihre schwereren Pendants mit bis zu 25 Kilo Gesamtgewicht setzen Light-E-MTBs auf eine strikte Diät. Mit schlankeren Motoren, kleineren Akkus und oft Vollcarbon-Rahmen wiegen sie zwischen 17 und 21 Kilo - ideal für Bikerinnen und Biker, die natürliche Fahreigenschaften lieben, aber nicht auf Unterstützung verzichten wollen. Doch die leichtere Bauweise hat auch ihre Grenzen: Reichweitenrekorde sind bei Akkus mit 360 bis 480 Wattstunden nicht zu erwarten. Dafür überzeugen die Bikes durch ihre Agilität und ein fast analoges Fahrgefühl.
Acht Modelle im Test: Die Kandidaten im Überblick
Wir haben acht Topmodelle getestet, die sich mit Preisen zwischen 8799 und 12.999 Euro eindeutig in der Oberklasse bewegen. Mit dabei: das Canyon Spectral:Onfly und das Scott Voltage, beide ausgestattet mit dem dezenten TQ HPR 50-Motor, der für ein besonders leichtes Fahrgefühl sorgt. Ebenfalls in der Testgruppe: das Conway Ryvon ST und das Raymon Airok, die mit dem Bosch SX-Motor punkten und trotz kompakter Bauweise bis zu 600 Watt Leistung bringen.Das Norco Fluid VLT liegt mit ähnlicher Motorisierung leicht darüber, während das Santa Cruz Heckler SL und das Focus Jam² SL auf das kraftvolle Fazua Ride 60-System setzen. Schwergewichtig, aber beeindruckend in Leistung und Fahrverhalten, präsentiert sich das Rocky Mountain Instinct Powerplay SL mit seinem Dyname S4 Lite-Motor und 65 Nm Drehmoment.
Verschiedene Philosophien: Eine Frage des Geschmacks
Die Bikes überzeugen durchweg mit hochwertiger Verarbeitung, einem Mix aus 29-Zoll- und Mullet-Setups und Federwegen um die 150 mm. Doch so unterschiedlich die Philosophien hinter den Modellen sind, so vielfältig sind auch die Fahreindrücke. Eines ist sicher: Light-E-MTBs werden auch 2025 die Trails dominieren - und die Wahl des Favoriten bleibt am Ende eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Diese Bikes haben wir getestet:
Light-E-MTBs entwickeln sich immer weiter! Neue Bikes, neue Ansätze. Der Test beginnt mit dem Erstellen eines homogenen Testfelds. Es folgt eine Einladung an die Hersteller, die uns die Bikes zur Verfügung stellen. Diese werden in unserer Werkstatt aufgebaut und vorbereitet. Wir ermitteln die Gewichte und überprüfen Geometriedaten sowie Ausstattung. Anschließend ziehen erfahrene Tester los: Alle Bikes werden auf für den Einsatzbereich geeigneten Strecken verglichen. Nach unserem Shooting im verschneiten Freiburg haben wir die acht Bikes auf den vielseitigen, trockeneren Trails rund um Stuttgart getestet.
Light-E-MTBs - was kostet der Spaß?
In diesem Rahmen bewegen sich nun mal die meisten Einstiegsmodelle der Light-Kategorie. Viel Budget fließt aus Gewichtsgründen in Vollcarbonrahmen. In unserem Testfeld sind sechs der sieben Hauptrahmen und Hinterbauten aus Kohlefaser gefertigt. Nur die High-End-Marke Specialized stellt das Levo SL mit Alu-Chassis in die Shops. Erst so schafft es der Klassiker überhaupt in unser Preislimit von 6600 Euro. Marken wie Santa Cruz, Mondraker, Simplon und sogar Haibike und Stevens bieten ihre Light-E-MTBs erst für noch mehr Geld an.
Gewichte im Vergleich
Und wie viel „Light“ bleibt bei der Einstiegsklasse übrig? 19,8 Kilo haben unsere Kandidaten im Schnitt auf den Rippen. Cubes AMS One44 TM ist nochmal rund 1,5 Kilo leichter als der Schnitt, das ist eine Ansage! Auch die Laufräder des AMS One44 sind superleicht, trotz robuster Reifen. Das spürt man auf dem Trail. Bulls, Conway und Focus bleiben mit entnehmbaren Akkus konkurrenzfähig. Schön zu sehen: Keiner der Kandidaten leidet unter fiesem Übergewicht. Auch das Levo SL kann trotz Alu-Rahmen mithalten. In den schweren Laufrädern von Focus und Conway wartet Tuning-Potenzial fürs Gesamtgewicht und ein spritzigeres Handling.
Lohnt die Gewichtskur im Vergleich zu klassischen Power-E-MTBs?
Mit einem Durchschnittsgewicht von knapp 20 Kilo fehlt einiges zu den Fabelgewichten, mit denen die Hersteller die Werbetrommel rühren. Doch im Vergleich zu klassischen E-All-Mountains in derselben Preisklasse ist das noch immer richtig leicht. 24,3 Kilo wogen unsere Topseller unter 6000 Euro in unserem Test “8 All Mountain E-Bikes bis 6000 Euro”. Das sind 4,5 Kilo mehr. Pfunde, die man beim Handling der Bikes massiv spürt! Wir waren überrascht, wie intuitiv und leichtfüßig die leichteren Flitzer über dieselbe Teststrecke sausten, die wir zwei Monate zuvor mit den klassischen Power-E-MTBs gefahren sind. Wow, diese Bikes machen richtig Spaß! Mit einem Durchschnittsgewicht von knapp 20 Kilo fahren sich die Light-E-MTBs aus dieser Testgruppe durch die Bank auf dem Trail viel spaßiger und handlicher als Bikes der Power-Klasse.
Die Light-Motoren im Vergleich
- Bosch Performance Line SX, max. 55 Nm: Bei sehr hoher Trittfrequenz schiebt er stark an, bei langsamem Tritt ist er eher schwach auf der Brust. Dadurch sehr dynamisch. An langen, steilen Anstiegen geht ihm früh die Puste aus.
- Fazua Ride 60, max. 60 Nm: Der Fazua Ride 60 ist von außen kaum als E-Motor erkennbar, das erlaubt schlanke Rahmen. So kompakt ist kein anderer Motor in diesem Testfeld. Das Drehmoment ist deutlich kräftiger als bei Bosch und Specialized. Effizient, standfest und leise! Dürfte aber spritziger beschleunigen und etwas besser “am Fuß kleben”.
- Giant Syncdrive Pro 2 MG, max. 85 Nm: Der Giant Syncdrive ist ein klassischer Power-Motor und etwas schwerer als die Light-Kollegen. Dafür liefert er volle 85 Newtonmeter und ist bergauf spürbar souveräner unterwegs als alle anderen im Test. Top Modulation! Klappert leider bergab.
- Specialized SL 1.2, max. 50 Nm: Der Specialized-Antrieb ist der Minimalist in diesem Test. Er liefert nur mäßig Drehmoment und Spitzenleistung (vergleichbar mit TQ HPR 50), schiebt dafür recht natürlich an und klappert bergab nicht störend. Sehr leicht und effizient, aber bergauf nicht ganz leise.
Die Reichhöhe - so lange halten die Akkus der Light-E-Bikes
Ein Light-E-Bike kauft man nicht, weil es eine super Reichweite hat. Denn mit den kleinen Akkus kommt man auch bei geringerer Motorleistung nicht so weit wie mit groß bestückten Power-E-MTBs. Dennoch - oder gerade deshalb - ist die Reichweite bei den Minimalisten ein wichtiges Kriterium. Denn mit der begrenzten Kapazität kann es schneller eng werden, als mit dicker Batterie. Als reichweitenstärkstes System zeigt sich erneut der Fazua Ride 60 im Focus, der richtig viel Schub aus seinem 430er-Akku herausholt. Bereits in früheren Reichweitentests konnte der Fazua Ride 60 voll überzeugen.
Hat der Bosch SX ein Hitzeproblem?
Eine Überraschung erlebten wir bei sommerlichen Temperaturen mit dem Bosch Performance Line SX. An allen vier Bikes reduzierte der Motor bereits nach rund 10 Minuten und 200 Höhenmetern im konstanten Turbo-Betrieb seine Leistung deutlich. Alle anderen Bikes im Test absolvierten die gut 400 Höhenmeter ohne Murren und ohne spürbare Leistungseinbußen. So waren die SX-Bikes im Schnitt nicht schneller unterwegs als das nominell viel schwächere Levo SL. Wer auf die enorme Spitzenleistung des SX schielt, muss diesen Fakt beachten. Für lange Anstiege mit dem SX empfehlen wir, frühzeitig einen etwas gedrosselten Modus zu wählen, dann bleibt noch voller Schub für kurze Steilstücke.
Ergebnisse im Überblick: Das sind die besten E-MTBs im Test
- Ranking Downhill: Specialized Levo SL
- Ranking Trail: Cube AMS Hybrid One44, Canyon Neuron:On Fly CF, Giant Trance X Elite
- Ranking Tour: Cube AMS Hybrid One44, Canyon Neuron:On Fly CF, Bulls Sonic Evo SM SX1
- Tipp Preis-Leistung: Canyon Neuron:On Fly CF8
- Tipp Testsieger: Cube AMS Hybrid One44 TM
Das EMTB-Fazit
Dieser Test macht klar: Light-E-MTBs können mit Fahrspaß und top Handling überzeugen und sich dabei klar von der Power-Klasse absetzen. Und das auch in unteren Preisklassen, wo die meisten Kandidaten mit rund 20 Kilo echte Traumgewichte verfehlen. Die Charaktere der Testbikes sind sehr unterschiedlich: Von abfahrtsstarken Mini-Enduros wie dem Specialized oder Focus über spritzige Trail-Flitzer wie Cube oder Canyon bis zum gemäßigten Allround-Tourer von Bulls. Trotzdem kann sich ein Bike in Summe ganz klar absetzen: Testsieg für das Cube AMS One44 TM!
Nicht im Test - warum manche Kandidaten fehlen!
Lieferprobleme, Preisklassen, Testabsagen: Nicht jedes spannende Bike hat es in unseren Vergleich geschafft. Ein Überblick über weitere Kandidaten der Light-Kategorie gibt´s hier.
TQ HPR 50
Flüsterleise und klein: Der TQ HPR 50.Der TQ HPR 50 ist der kleinste, leiseste und leichteste E-MTB-Motor und damit prädestiniert für alle, die ein möglichst unauffälliges E-MTB suchen. Leider hat es kein Bike mit dem Flüsterantrieb in unseren Test geschafft - was auch am gehobenen Preisniveau des Bayern-Motors liegt. Viele Modelle starten erst in höheren Preisklassen. Für Fans von plakativer E-Bike-Power und Uphill-Flow ist der dezente TQ zu schwach. Dafür perfekt für Minimalisten.
Orbea Rise LT H (Alu)
Das Orbea Rise ist eines der beliebtesten Light-E-MTBs überhaupt und wurde gerade ganz neu aufgelegt. Entsprechend wichtig war uns die Teilnahme in diesem Feld. Leider wollte sich Orbea dem direkten Vergleich mit der Konkurrenz in dieser Preisklasse explizit nicht stellen. Die Spanier erteilten unserer Anfrage und diversen Nachfragen eine klare Absage. Über die Gründe können wir nur spekulieren. Mit dem schwereren Alu-Rahmen und schwereren Motor wäre das Rise H in dieser Preisklasse vermutlich das schwerste Bike im Test - auch mit dem kleineren Akku.
Santa Cruz Heckler SL
Das Santa Cruz Heckler SL ist aus unserer Sicht definitiv einer der besten Trail-Allrounder mit dem gelungenen Fazua-Antrieb. Mit 160/150 mm Federweg und starkem Fahrwerk geht es glatt als Mini-Enduro durch, macht aber auch im gemäßigten Gelände eine gute Figur. Leider zu teuer für unseren Vergleich.
Trek Fuel EXe
Das Trek Fuel EXe war das erste E-Bike mit TQs HPR 50. Leise, leicht, dezent und unauffällig erarbeitete es sich einen Platz in den Herzen der Fans minimalistischer Light-E-Bikes. Mit Alu-Rahmen gibt’s das Bike schon recht günstig, doch für unseren Test war leider kein passendes Setup verfügbar.
Scott Voltage eRide
Der Integrationskünstler mit verstecktem Dämpfer sieht seinem unmotorisierten Bruder Genius zum Verwechseln ähnlich. Möglich macht das der Mini-Motor von TQ. Das Einstiegsmodell 920 hätte genau in unseren Vergleich gepasst - war zum Zeitpunkt des Tests aber leider noch nicht lieferbar.
Stevens E-Maverick ED 9.4.3
Das Kürzel ED steht beim E-Maverick für Enduro. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn das ED 9.4.3 ist ein prima Allrounder für Trails und Touren und spielt in derselben Klasse wie ein Levo SL oder Jam² SL. Leider liegt auch dieses TQ-Bike deutlich über unserem Preislimit.
Haibike Lyke CF
Das Lyke CF vereint geringes Gewicht mit einem entnehmbaren Akku - das bieten nicht allzu viele.
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