Leichtes Jugend Mountainbike Test: Die besten Optionen für junge Fahrer

Die Auswahl des richtigen Mountainbikes für Kinder und Jugendliche kann eine Herausforderung sein. Es gibt eine Vielzahl von Optionen, von Hardtails bis zu Fullys, und es ist wichtig, die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten des jungen Fahrers zu berücksichtigen.

Test der Kinder-MTBs

Wir haben sieben Kinder und drei Fullys getestet, um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bike-Typen zu erfahren. Unsere sieben Tester im Alter zwischen acht und zwölf Jahren sollten uns schildern, ob es wirklich ein Fully braucht, ob überhaupt eine Federung nötig ist und welche Laufradgröße (24, 26 oder 27,5 Zoll) die richtige ist.

Die Federwege der Testbikes liegen zwischen Null und 160 Millimeter, die Preise zwischen 949 und 2799 Euro. Doch so verschieden die Räder auch sind, den Flowtrail nehmen die fünf Jungs und zwei Mädchen gemeinsam in Angriff.

Erste Erkenntnis: Auch wenn die Federung reizt und die Fahrt bequemer macht, auf gemäßigten Strecken ist sie nicht zwingend nötig. Selbst das völlig ungefederte Scor 0024 pilotiert Felix sicher zur Mittelstation. Klar, mal eben über einen Felsen abziehen, wie es Paul, der Älteste in der Runde vormacht, gelingt mit dem Canyon-Fully leichter und sicherer. Aber Spaß haben alle in der Gruppe auf diesem gebauten Trail.

Einfach-Getriebe und Schaltung

Da ausschließlich Einfach-Getriebe montiert sind, kommen die Kids gut damit zurecht - gegenüber den früheren Mehrfach-Blättern ein Riesenvorteil! Vereinzelt müssen wir die Griffe etwas justieren, damit die kleinen Finger richtig zupacken können, doch dann klappt es mit dem Schalten. Die Kletter-Performance, so unsere Beobachtung, ist vor allem eine Frage der Motivation, weniger der Schaltung.

Gestört wird der Fahrfluss vor allem dann, wenn sich die Sattelhöhe nicht werkzeuglos verstellen lässt. Dropper-Posts sind für Kinder (und Begleiter) ein Gewinn. Mindestens aber sollte ein Schnellspanner an der Sattelstütze sitzen. Auf den naturnahen Trails zurück ins Tal, nass und gespickt mit Wurzeln, sind abgesenkte Sättel ein klarer Vorteil.

Auf dem abschnittsweise etwas raueren Bergkastel-Trail hat die Hinterradfederung jedoch einen Vorteil. Aus Erfahrung wissen wir, dass es im Bikepark mit stärker ausgefahrenen Strecken und großen Sprüngen nochmal ganz anders aussieht. Auf den Bremswellen im Park spielen Fullys ihr Potenzial wirkungsvoller aus als auf natürlichen Trails.

Auswahl der richtigen Komponenten

Ein wichtiger Aspekt bei Kinder-Mountainbikes ist die Auswahl der richtigen Komponenten. Hier sind einige Überlegungen:

  1. Einfach-Schaltung: Alle Testräder haben Einfach-Blätter. Das ist der größte Fortschritt gegenüber früher und auch ein Grund, in neue Bikes zu investieren.
  2. Anzahl der Gänge: 11 oder 12 Ritzel sind top, vor allem auf Touren mit richtigen Anstiegen. Ausreichend leichte Gänge an Bord zu haben, ist aber wichtiger als eine feine Abstufung.
  3. Schaltertyp: Drehgriffe sind intuitiver, Trigger-Schalter mit guten Zügen aber auch gut geeignet, wenn sauber eingestellt.
  4. Qualität: Kinder verschleißen die Antriebe kaum, es müssen nicht die teuersten Ritzel sein.

Empfohlene Modelle und Marken

Es gibt viele großartige Kinder-Mountainbikes auf dem Markt. Hier sind einige der Top-Modelle und Marken:

  • Woom Off: Bekannt für leichte Rahmen und kindgerechte Komponenten.
  • Eightshot X-Coady: Bietet durchdachte Modelle in verschiedenen Laufradgrößen.
  • Propain Yuma: Ein Fully mit 140 mm Federweg, das mitwachsen kann.
  • YT Jeffsy Primus 26: Eine Gravity-Marke, die auch Kinder-Versionen anbietet.
  • Scott Scale: Bietet verschiedene Ausführungen für unterschiedliche Altersgruppen.
  • Canyon Neuron Young Hero: Ein All-Mountain-Fully mit 27,5"-Rädern.
  • Giant Faith: Kinderspezifische Geometrie und Anbauteile.
  • Rocky Mountain Reaper Powerplay: E-Bike speziell für den Nachwuchs.

Testergebnisse des ADAC

Der ADAC hat 2024 insgesamt 14 Kinderfahrräder mit 16-Zoll-Reifen auf Handhabung, Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Sicherheit und Schadstoffe geprüft. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Mit acht der getesteten Kinderfahrräder erhält über die Hälfte das ADAC Urteil "gut".
  • Zwei namhafte Hersteller (Woom und Puky) erzielen das beste Ergebnis.
  • Der positive Effekt eines möglichst geringen Gewichts hatte sich auch bereits im ADAC Test von Kinderfahrrädern mit 20 Zoll gezeigt.
Kategorie Ergebnisse
Fahreigenschaften Gut bis befriedigend
Eignung für das Kind Gut bis ausreichend
Handhabung Gut bis ausreichend
Sicherheit und Haltbarkeit Mängel bei Reflektoren und Kettenschutz
Schadstoffe Schadstoffe in Griffen und Sattel gefunden

Es ist von Vorteil, wenn das erste Kinderfahrrad ein geringes Eigengewicht hat. Denn: Je leichter ein Kinderfahrrad ist, desto leichter ist das Üben für das Kind und desto besser auch das Fahrverhalten. Auch das zulässige Gesamtgewicht für ein Kinderfahrrad ist wichtig und muss altersgerecht sein.

Tipps für den Kauf

Vor dem Kauf eines Kinderfahrrads ist es immer von Vorteil, die Kleinen beim Fachhändler Probe sitzen zu lassen und das Rad zuvor richtig einzustellen. Dabei sollten Sattelhöhe, Lenkerposition und die Erreichbarkeit der Bremshebel so eingestellt sein, dass diese vom Kind einfach bedient werden können.

Fullys für Kinder und Jugendliche?

Vollgefederte Mountainbikes üben auf Kinder und Jugendliche eine riesige Faszination aus. Allerdings sind Fullys speziell für Kinder und Jugendliche längst nicht von jedem Hersteller angeboten. Andererseits sind vollgefederte MTBs natürlich bis hinunter zu Rahmengröße XS verfügbar.

Oberste Priorität hat natürlich die Passform, und hier haben Fullys so ihre Tücken. Zum einen sind sie ziemlich hochbeinig, weil die Federwege zwischen 130 und 160 mm ja irgendwo untergebracht werden müssen.

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