Lekker Bikes aus Amsterdam hat sich zum Ziel gesetzt, lässig-praktische Fahrräder in die elektrisch unterstützte Neuzeit zu überführen. Dabei erfreut sich das Hollandrad seit rund 100 Jahren großer Beliebtheit, weil es einfach, bequem, alltagstauglich und wartungsarm ist. Draufsetzen, wohlfühlen - und das im täglichen Einsatz.
Überblick über Lekker Bikes Modelle
Zwei Modelle stießen bei Kunden im Rahmen unserer Berichterstattung auf großes Interesse: Das Jordaan+ und das Amsterdam Urban. In diesem Test widmen wir uns vornehmlich dem ab 2.398 Euro erhältlichen Amsterdam Urban. Die Unterschiede zum etwas teureren Amsterdam GTS fallen übersichtlich aus.
Lekker Jordaan GTS
Für 3.000 Euro bietet das Jordaan GTS ein feines Antriebssystem, eine gute Ausstattung und weitgehend angenehme Fahreigenschaften. In ein paar Punkten sollte man die Qualitätsansprüche allerdings nicht all zu hochschrauben.
Ausstattung und Antrieb
Ein starkes Pro-Argument für das GTS ist der Antrieb. Lekker setzt in der 2024 gestarteten Gen3 auf den spritzigen und kompakten Bafang-Mittelmotor M420, der seine Kraft per Gates-Riemenantrieb auf das Hinterrad mit Stufenlos-Enviolo-Nabe leitet. Der Antrieb arbeitet leise, die abhängig vom Pedalbefehl variierende Unterstützung fühlt sich angenehm natürlich an. Die Kombo Riemenantrieb und Nabe ist eine zudem saubere Sache.
Die Schaltung bietet ein breites Übersetzungsspektrum, das für jeden in eigentlich jeder Situation die passende Trittfrequenz bereithält. Dank 80 Nm entwickelt der Antrieb auch an den meisten Steigungen ausreichend Schwung. Für das Prädikat Bergziege reicht es beim Joordan GTS nicht ganz.
Zur Wahl stehen übrigens fünf Unterstützungsstufen. In der höchsten reichte der Stromvorrat des kleinen 374-Wh-Akkus für ungefähr 50 Kilometer. Optional gibt es eine Batterie mit 504 Wh, für die Lekker bis zu 100 Kilometer verspricht.
Fahrverhalten und Komfort
Sein eigentliches Terrain ist die Stadt, wo man flott und mühelos durch die Gassen dahingleitet. Was wir an dem insgesamt etwas steifen City-Flitzer lediglich vermissten, war eine Federung. Einige der durch Unebenheiten verursachten Schläge bekamen wir bis hinauf zum Nacken zu spüren. Dafür nimmt man eine selbst nach längerer Fahrt entspannt wirkende, aufrechte Laidback-Haltung ein.
Die Lenkerenden mit Ledergriffen kommen dank starker Kröpfung des Lenkers weit entgegen. Der Sattel ist schön breit und bequem, aber vielleicht genau deshalb nicht jedermanns Sache. Angenehm ist der tiefe Durchstieg, der unter anderem das Auf- und Absteigen erleichtert.
Praktische Details
Ebenfalls praktisch sind die beiden Gepäckträger vorne und hinten mit ihren elastischen Spanngurten, mit deren Hilfe sich viele Gepäckstücke spontan und sicher fixieren lassen. Die Gepäckträger sind nur ein Beispiel für die insgesamt lobenswert gute Ausstattung. Die umfasst auch ein schickes, mittelgroßes TFT-Farbdisplay, über das sich sogar die Beleuchtung ein- und ausschalten lässt.
Apropos: Das schlitzartige LED-Rücklicht ist ein echter Hingucker, vor allem, wenn es bei Aktivieren des Antriebs kurz mehrfach blinkt. Hinzu kommen kräftig zupackende Bremsen, der Zweibeinständer und breite Schutzbleche.
Lekker Amsterdam Urban
Mit einem Preis von 2.400 Euro ordnet sich das E-City-Bike Lekker Amsterdam Urban in der Mittelklasse ein. Ausgelegt auf Komfort und Vielseitigkeit, so beschreibt Lekker sein neuestes E-Bike namens Jordaan Urban. Inspiriert von den niederländischen „Oma-Fiets“ bietet es einfaches Auf- und Absteigen dank tiefem Einstieg sowie eine aufrechte und entspannte Sitzposition.
Design und Komfort
Während der Rahmen und die Schutzbleche des Jordaan Urban in einem schicken Mintgrün gehalten sind, kommen die Reifen, Sattel und Griffe in einem Braunton. Dieser gibt dem Rad einen gewissen Retro-Charme mit. Eine Federgabel hat das Pedelec nicht, aber die 45 Millimeter-dicken Reifen können einiges an Unebenheiten abfedern.
Antrieb und Schaltung
Angetrieben wird das E-Bike von dem M200-Bafang-Mittelmotor mit 65 Newtonmetern, der mit drei Unterstützungsstufen ausgestattet ist. Ein- und ausgeschaltet wird die Elektronik über einen Bedienknopf im Oberrohrrahmen, der mithilfe eines LED-Rings in verschiedenen Farben die Unterstützungsstufen anzeigt. Hier bedarf es schon ein paar Kilometer Fahrt, bis man herausgefunden hat, welche Farbe für welche Stufe steht.
Was sich bei den Testfahrten sehr positiv zu Nutze machte, war die Dreifach-Automatikschaltung von Bafang. Je nach Geschwindigkeit schaltet sie selbst hoch oder runter, was hervorragend funktionierte und gerade im Stadtverkehr bei ständigem Stopp-and-Go sehr hilfreich war und Spaß gemacht hat.
Besonderheiten
Ebenso vorteilhaft für die tägliche Nutzung ist der Zweibeinständer und die Möglichkeit, den Lenker zu arretieren. So kippt er nicht unkontrolliert zur Seite, wenn der Frontgepäckträger beladen ist. Der Front- sowie der Heckgepäckträger sind mit Spanngurten ausgestattet.
Kritikpunkte
Auf den ruckeligen Hamburger-Fahrradwegen fiel bei den Testfahrten der Rucksack leider dabei auch mal zu Boden. Hier sollte man gegebenenfalls noch in einen kompatiblen Fahrradkorb oder Fahrradtaschen investieren.
Lekker Amsterdam GTS
Mit schlanker Silhouette und schnörkellosem Design in schlichtem Grau trifft das Lekker AmsterdamGT den Puls der Zeit. Die Ausstattung rund um den starren Rahmen ist konsequent gewählt und unterstreicht das Design: solide und nicht verspielt. Zum Pendeln in der Stadt ist das starre Rahmen-Gabelset wegen seiner Pflegeleichtigkeit und Robustheit ideal.
Antrieb und Übersetzung
Das Antriebssystem aus dem Hause Bafang begeistert mit leiser Arbeitsweise, die Motorpower reicht auf leicht welligem Terrain gut aus. Für knackige Hügel ist zusätzliche Beinarbeit gefragt, da dürfte der M420 gerne noch ein paar Watt mehr haben. Die Unterstützung des Bafangs ist gewohnt harmonisch, die Zahl der Unterstützungsstufen lässt sich übers Displaymenü einstellen. Es stehen wahlweise drei, fünf oder neun Stufen zur Auswahl.
Klug gewählt ist neben dem wartungsarmen Gates-Antriebsstrang die mechanische Enviolo City-Getriebenabe. Nicht allein der Umstand, dass durch die spezielle Mechanik eine fein justierbare, stufenlose Veränderung der Übersetzung möglich ist, auch die Tatsache, dass die Enviolo-Getriebenabe auch unter Last "schalten" kann, hebt sie als deutlich nutzerfreundlicher von den Mitbewerbern ab.
Fahrverhalten
Im Stadtverkehr offenbart das Amsterdam ein gutmütiges und ausgeglichenes Fahrverhalten. Mit der aus dem Gravelbereich stammenden WTB-Bereifung meistert das Lekker auch souverän holprige Abschnitte wie Kopfsteinpflaster oder Feldwege, ohne dabei auf Asphalt Rouleur-Eigenschaften vermissen zu lassen.
Kundenbewertungen und Erfahrungen
Die Kundenbewertungen zu Lekker Bikes sind gemischt. Einige Kunden loben den freundlichen und kompetenten Kundenservice, die schnelle Abwicklung und Lieferung sowie die hohe Qualität der Fahrräder. Andere berichten von Problemen mit der Qualität, defekten Teilen und Schwierigkeiten bei Reparaturen.
Positive Erfahrungen
- Kompetente Beratung
- Schnelle und unkomplizierte Abwicklung und Lieferung
- Freundlicher und zuvorkommender Kundenservice
- Hohe Qualität und tolles Fahrgefühl
Negative Erfahrungen
- Defekte bei der ersten Lieferung
- Gebrochene Gabel nach einem Sturz
- Schwierigkeiten bei der Reparatur und lange Wartezeiten
- Mangelnde Unterstützung durch den Hersteller
- Qualitätsprobleme wie Bremsgeräusche, gelöste Schrauben und defekte Motoren
Zusammenfassung der Kundenbewertungen
Die Erfahrungen mit Lekker Bikes sind vielfältig. Während einige Kunden von der Qualität und dem Service begeistert sind, berichten andere von erheblichen Problemen. Es scheint, dass die Qualität der Fahrräder und der Kundenservice stark variieren können.
Alternativen zu Lekker Bikes
Als Alternative zum rund 2.000 Euro teuren Jordaan+ bietet sich in unseren Augen das VanMoof S5 an, das es in der Variante A5 auch mit Durchstiegsrahmen gibt. Deutlich teurer, aber auch edler ist das Charger4 von Riese & Müller. Vom gleichen Hersteller kommt das Modell Jordaan GT, das mit Drehmomentsensor und Riemenantrieb vorfährt.
Wer sich für das Amsterdam Urban interessiert, sollte definitiv auch einen Blick auf das Amsterdam GTS beim Hersteller werfen. Es ist mit einem Display, dem stärkeren Bafang-Motor M420 und vor allem mit einer stufenlosen Enviolo-Nabenschaltung ausgestattet.
Tabellarische Übersicht der Modelle
| Modell | Preis (ca.) | Motor | Akku (Wh) | Reichweite (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Jordaan GTS | 3.000 € | Bafang M420 | 374 / 504 | 50 / 100 km | Riemenantrieb, Stufenlos-Nabenschaltung |
| Amsterdam Urban | 2.400 € | Bafang M200 | 378 / 504 | 70 / 100 km | Automatikschaltung |
| Amsterdam GTS | - | Bafang M420 | - | - | Display, Stufenlose Enviolo-Nabenschaltung |
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