Lumos Kickstart Fahrradhelm Test: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Gesehen werden - ein entscheidender Punkt für die Sicherheit beim Radfahren. Lumos möchte mit dem beleuchteten Helm seinen Beitrag leisten. In diesem Testbericht wird der smarte Helm genauer betrachtet und bei der Kaufentscheidung geholfen. Mit Erscheinen weiterer Helme wurde das erste Modell in Lumos Kickstart umbenannt.

Der Lumos Kickstart ist ein hervorragender Helm, der einem im Straßenverkehr ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Die Warnlichter des smarten Helms sind kaum zu übersehen und gerade im Zwielicht oder bei Dunkelheit sind die Blinker- und Warnlichtfunktion gegenüber Handzeichen im Vorteil. Die Einrichtung von Helm, Fernbedienung und der optionalen App klappt schnell und unkompliziert. Kleine Mängel finden sich in der Handhabung.

Der Lumos Kickstart ist die mittlere Variante der Lumos-Serie. Wer einfach nur einen Helm mit Lichtern und ohne Anzeige haben möchte, der kann mit dem Lumos Kickstart Lite ein bisschen Geld sparen. Die extravagante Version mit dynamischen RGB-Lichtern heißt dagegen Lumos Matrix.

Design und Verarbeitung

Keine Frage, dieser Helm fällt auf! Optisch gefällt der Lumos Kickstart durch fließende Formen in tropfenartigen und sportlichen Design. Das Case ist solide verarbeitet, sieht schnittig und alles andere als billig aus. Die Verarbeitung des Kickstart kann sich sehen lassen. Keine Spalte, keine scharfen Kanten oder schlecht verarbeiteten Nähte. Genau das würde man auch angesichts des stolzen Preises auch erwarten. Auch die elektrischen Teile sind durchdacht in den Helm integriert.

Den Helm gibt es in 5 verschiedenen Farben für je rund 180 Euro*. Ich habe mich für ein cooles blau entschieden.

Gewicht und Tragekomfort

Dass der Lumos Helm etwas Besonderes ist, merkt man auch seinem Gewicht an. Er bringt 381 g auf die Waage und damit etwa 100 g mehr, als andere Helme dieser Bauart. Irgendwo muss die Technik ja hin.

Beim ersten aufsetzen fiel mir sofort das recht hohe Gewicht von über 450 Gramm (nachgewogenen) auf. Mit einem Gewicht von rund 400 Gramm ist er schwerer als andere Helme, aber das fiel uns beim Fahren nicht störend auf.

Einige Käufer beschweren sich darüber, dass er zu eng sei. Das können wir für einen großen Kopfumfang (59 - 60 cm) nicht bestätigen. Der Helm liegt eng an, allerdings nicht so sehr, dass es bei einer einstündigen Fahrt unangenehm wurde, zu Kopfschmerzen oder einem abgeschnittenen Gefühl führte.

Die herausnehmbaren Polster aus Schaumstoff schmiegen sich gut an den Kopf an und bietet somit trotz festem Sitz einen angenehmen Tragekomfort. Über das Einstellrad am Hinterkopf ließ sich der Umfang des Helmes schnell ein und einfach anpassen. So ist es möglich, den Umfang dem eigenen Bedürfnis stufenlos anzupassen. Beim Tragekomfort gab es in unserem Test daher nichts auszusetzen.

Die Riemen schmiegen sich in einem Dreieck um das Ohr können in der Länge eingestellt werden. Schön wäre es gewesen, wenn Lumos dem Fahrradhelm noch ein Kinnpolster spendiert hätte, wie es andere Hersteller tun.

Die tiefer heruntergezogene Schalenform des Helmes schützt die in einem Unfall gefährdeten Schläfen zusätzlich. Im Bereich des Hinterkopfs ist der Helm ebenfalls etwas weiter heruntergezogen, um den Nacken ebenfalls mehr Schutz zu bieten. Unterstützt wird der Nacken zusätzlich durch ein besonders dickes Polster.

Beleuchtung und Blinker

Das im wahrsten Worte sichtbarste Merkmal des Lumos Kickstart sind seine LED-Leuchten, die von allen Seiten gut sichtbar mit bis zu 500 Lumen strahlen. Damit das erreicht werden kann, befinden sich vorne 10 weiße LEDs. An der Helmrückseite sind 11 orange LEDs für den Blinker und 16 rote LEDs für das Rück-, sowie Bremslicht integriert.

Schaltet man den Helm ein, strahlen helle Lichter sowohl nach vorne als auch nach hinten und zur Seite weg - es gibt keinen toten Winkel. Die Lichter sind hell genug, um auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut sichtbar zu sein.

Die vorderen 10 weißen LEDs leuchten gleichmäßig und dienen weniger als aktive Ausleuchtung des Fahrradweges, sondern sind gedacht, um von weitem gut gesehen zu werden.

Die Beleuchtung im Helm ist Klasse. Gut sichtbar, sowohl vorne als auch hinten. Auch der Blinker funktioniert dank guter Fernbedienung am Lenker super.

Sobald du jetzt eine der Tasten drückst, fängt der Helm vorne und hinten an zu blicken. Auch die Fernbedienung blinkt. Das blinken beendest du mit einem erneuten Druck auf die Fernbedienung.

Der Blinker des Lumos Kickstart ist gut zu sehen. Der Einsatz erfordert in der Praxis etwas Umgewöhnung, da man sich wie beim Autofahren verhalten muss. Wir waren daher anfangs im Straßenverkehr häufiger gefordert mitzudenken, um rechtzeitig zu blinken, damit andere Teilnehmer das Anzeigen des Abbiegevorgangs einplanen können.

Tagsüber sollte man aber gerade beim Abbiegen immer noch zusätzlich Handzeichen geben, da die Lichtzeichen einem Autofahrer oder einer -Fahrerin eventuell nicht so sehr ins Auge springen wie abends oder nachts.

Bremslicht

Eine weitere Besonderheit des Lumos Kickstart ist das dreieckige Rücklicht, das gleichzeitig auch das Bremslicht darstellt. Ist der Kickstart mit der dazugehörigen App gekoppelt, lässt der Fahrradhelm automatisch das Rücklicht bei einem starken Bremsvorgang aufleuchten und sorgt so für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Beim Bremslicht handelt es sich noch um eine Funktion im Beta Stadium. Über einen Sensor in der Fernbedienung versucht das System zu erkennen, wenn du stärker bremst. Dann gehen hinten die beiden Felder mit roten LEDs an. In der Lumos App kannst du die Funktion aktivieren und einstellen, wie sensibel das Bremslicht ansprechen soll. Ich fahre normalerweise ohne Bremslicht Funktion.

Fernbedienung

Die zugehörige Fernbedienung mit großen Knöpfen ist drahtlos und muss nicht am Lenker festgeschraubt werden. Stattdessen liegt eine Halterung bei, die mit robusten Gummibändern festgeklemmt wird. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits kann man die Position der Remote so recht frei wählen und sie simpel sogar an umfangreichen Lenkern und sogar Griffen (etwa 3 cm Durchmesser) anbringen. Sie hält dabei gut einem Gegendruck stand, verrutscht nicht und hält über mehrere Meter eine Verbindung zum Helm.

Die Fernbedienung ist schön flach und verfügt über einen guten Druckpunkt. Insgesamt alles sehr easy.

Mit Gummibändern wird eine Basisplatte am Lenker befestigt, in die du die Fernbedienung reindrehst.

Andererseits bedeutet das auch, dass sich die Fernbedienung fast schon im Vorbeigehen stehlen lässt. Parken Sie ihr Rad im Freien, sollten Sie sie also immer abnehmen und vor der nächsten Tour wieder anbringen.

Drückt man einen Knopf, quittiert der Helm die Aktion mit einem Piepen und die Fernbedienung zeigt ebenfalls das aktive Signal an. Nach dem Abbiegen beendet der Helm das Blinken automatisch - zumindest meistens.

App und Zusatzfunktionen

Auch ohne Smartphone funktionieren Helm und Fernbedienung einwandfrei. Falls Sie sich aber die Lumos-App herunterladen und einen Account einrichten, erhalten Sie diverse Zusatzfunktionen. So gibt die App den Ladestand der Komponenten aus.

Für die Grundeinstellung gibt es eine kostenlose App für Android und iPhone. Helm mit Smartphone koppeln geht ganz einfach. Lumos App öffnen und nach dem Helm suchen. Jetzt den Helm einschalten und nach kurzer Wartezeit siehst du aktuelle Infos zum Helm. Hauptsächlich geht es darin um Bremslicht, Blinker-Piepsen und Firmware Updates für den Helm.

In der App lässt sich so ziemlich alles einstellen. Sie können eigene Blinkfrequenzen bestimmen und so, wenn Sie wollten, zum Beispiel durchgängig "S.O.S." morsen. Sie können die Intensität der LEDs verringern oder erhöhen, automatische Bremslichter einschalten und etwas nervigen Piepsignale beim Abbiegen beenden. Zudem gibt es eine Integration in die Fitness-Apps Strava und Google Fit, und die App trackt wahlweise die Fahrtstrecke, zeigt ein Navi an und gibt die Fahrtgeschwindigkeit sowie die zurückgelegte Distanz aus. Wer eine Apple Watch hat, kann die auch noch koppeln - dann erkennt der Helm ein Handzeichen und gibt sie an den Blinker weiter.

Akkulaufzeit und Aufladen

Geladen wird über ein spezielles magnetisches Ladekabel an der Rückseite. Das hat zwar gegenüber Standard microUSB den Vorteil der Wasserdichtigkeit, leider ist das verwendete System nicht optimal. Der Stecker ist nicht symmetrisch. Die Nase, welche verhindern soll, dass der Stecker falsch rum drauf gesteckt wird ist zu kurz und nicht klar zu erkennen. Du kannst den Stecker falsch rum draufstecken. Der Magnet hält ihn, aber es wird nicht geladen. So musst du immer genau kontrollieren, ob die Lade-LED auch an geht.

Mit einer Akkufüllung hat bei mir das Licht für etwas mehr als 3,5 Stunden geleuchtet.

Laut Hersteller hält der Akku 6 Stunden im Blinkmodus und 3 Stunden bei Dauerlicht.

Der Helm hält, je nach Nutzung, zwischen 3 und 18 Stunden, und macht auf sich aufmerksam, bevor das Licht ausgeht. Ein Ladevorgang über das propriertäre USB-Kabel benötigt rund zwei Stunden ohne einen Schnelllader. Die Fernbedienung hält rund zwei Wochen durch und wird über dasselbe Kabel geladen.

Belüftung

Die Belüftungsöffnungen sind beim Lumos recht knapp. So kann es unter dem Helm schon mal warm werden. Wobei ich schnell schwitze und somit richtig viel Belüftung bevorzuge. Für mich ist der Lumos mein Winterhelm.

Weitere Details

Am Helm gibt es nur eine einzige Taste - hinten am Helm. Lange drücken schaltet den Helm ein. Noch länger drauf bleiben aktiviert den Pairing-Modus. Leuchtet der Helm, kannst du mit kurzen Tastendrücken verschiedene Blinkmuster durchschalten.

Um die Blinker nutzen zu können, musst du erst Helm mit Fernbedienung koppeln. Helm einschalten und beide Tasten auf der Fernbedienung gleichzeitig drücken.

Die Beleuchtung im Helm ist Klasse. Gut sichtbar, sowohl vorne als auch hinten. Auch der Blinker funktioniert dank guter Fernbedienung am Lenker super.

Insgesamt steigerte sich damit meine eigene, gefühlte Sicherheit. Teilweise wurde ich an der Ampel auf den beleuchteten Helm angesprochen.

Vor- und Nachteile

Im Test habe ich eine erhöhte Wahrnehmung der anderen Verkehrsteilnehmer festgestellt.

Nur bei Details wie Akkulaufzeit, Gewicht, Ladekabel und Belüftung sehe ich Verbesserungspotenzial.

Hier eine Übersicht der Vor- und Nachteile des Lumos Kickstart:

Vorteile Nachteile
Erhöhte Sichtbarkeit im Straßenverkehr Höheres Gewicht
Integrierte Blinker und Bremslichter Knappe Belüftungsöffnungen
Einfache Bedienung und Einrichtung Spezifisches Ladekabel
App mit Zusatzfunktionen Akkulaufzeit könnte besser sein

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