Die Motorrad-Konstruktion ist eine hochkomplexe Wissenschaft, bei der die verwendeten Materialien und deren Eigenschaften eine zentrale Rolle spielen. Stoffe wie Carbon, Titan und Magnesium werden gerne als Kaufargument hervorgehoben. Doch abgesehen davon, dass es gut klingt wenn man geschmiedete Magnesium-Felgen am Motorrad hat, ist uns technisch ungebildeten Endkunden der genaue Unterschied oft nicht wirklich klar.
Bevor wir uns den einzelnen Materialien zuwenden, sei noch gesagt, dass natürlich die Konstruktion neben der Auswahl des Werkstoffes ebenfalls einen immensen Einfluss auf die schlussendliche Performance hat. Bestes Beispiel sind hier wohl die verschiedenen Typen von Motorradrahmen, wo beides eine große Rolle spielt.
Magnesium: Ein Leichtgewicht mit Risiken
Magnesium wird nicht rein verbaut, da es im Urzustand extrem korrosionsanfällig ist. Hauptsächlich wird es in der Industrie mit Aluminium kombiniert und als Magnesium-Gusslegierung verwendet. Am Motorrad sind vor allem Magnesium-Felgen bekannt, die noch einmal eine Gewichtsersparnis im Vergleich zu Aluminium bieten.
Wie groß diese ausfällt, lässt sich gut anhand von Marchesini-Felgen für die Ducati Panigale V4-Modelle vergleichen. Bei gleichen Dimensionen wiegt der Satz Aluminium-Felgen 8,3 kg (+/- 200g) und der Magnesium-Satz 7,6 kg (+/- 200g). Das Material ist härter und korrosionsbeständiger als Stahl und Aluminium, dafür aber deutlich weniger robust. Die geringe Festigkeit lässt Magnesium-Legierungen vergleichbar schnell brechen. Während Stahl sich sehr weit dehnen kann, bis ein Riss entsteht, kommt es bei Magnesium deutlich schneller zu sogenannten Bruchdehnungen.
Vorteile von Magnesiumfelgen:
- Gewichtsersparnis: Magnesium ist deutlich leichter als Aluminium.
- Verbessertes Handling: Durch die Gewichtsreduktion verbessern sich Handling und Schräglagenwechsel.
- Reduzierte Kreiselkräfte: Die geringeren ungefederten Massen führen zu einem sensibleren Ansprechen der Federelemente.
Nachteile von Magnesiumfelgen:
- Anfälligkeit für Korrosion: Magnesium oxidiert leicht, insbesondere bei Beschädigung der Lackschicht.
- Bruchgefahr: Magnesiumlegierungen sind weniger robust und anfälliger für Brüche und Risse.
- Lebensdauer: Viele behaupten, dass Magnesiumfelgen nach wenigen Jahren nicht mehr gefahren werden sollten, da sie altern und brüchig werden.
- Kosten: Magnesiumfelgen sind in der Regel teurer als Aluminiumfelgen.
Mechanische Eigenschaften im Vergleich
Um die Unterschiede zwischen den Materialien besser zu verstehen, hier eine Übersicht der mechanischen Eigenschaften:
| Material | Dichte (g/cm³) | Zugfestigkeit (MPa) | Elastizitätsmodul (MPa) | Härte (HB) |
|---|---|---|---|---|
| Stahl | 7,87 | 200 | 210.000 | 60 |
| Aluminium | 2,7 | 50 | 70.000 | 20 |
| Magnesium | 1,75 | 150 | 47.000 | 20 |
Erfahrungen und Meinungen
Viele Motorradfahrer berichten von positiven Erfahrungen mit Magnesiumfelgen, insbesondere in Bezug auf das verbesserte Handling. Es gibt jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit und der Notwendigkeit, die Felgen regelmäßig auf Risse und Korrosion zu überprüfen.
Einige Stimmen aus Foren:
- "Ich hab die PVM 10Y gehabt und der Unterschied war trotz schwerer Suzuki Felgen nicht sooo deutlich spürbar. Aber die Felgen sahen hammer aus!"
- "Ich habe die Dymag Carbon - Magnesium Felgen (Felge selbst ist Carbon, der Stern ist aus Mag) und musste damit vor kurem in Ledenon ins Kiesbett (kein Sturz, nur ne Durchfahrt). Hat aber trozdem gereicht, dass mir der Kies Macken in die Schutzschicht/Schutzlack auf dem Magnesium geschlagen hatt."
- "soweit ich mich erinnern kann hat Zupin so nen speziellen Service für Magnesiumfelgen, die glaub ich Rissprüfungen machen...erkundig dich mal, die vertreiben ja auch Marchesini ..."
Pflege und Wartung
Die entscheidenden Faktoren für die Lebensdauer von Magnesiumfelgen sind Umgang und Pflege. Es ist wichtig, die Felgen vor Beschädigungen zu schützen und die Lackschicht intakt zu halten. Bei Beschädigungen sollte man diese schnellstmöglich ausbessern lassen, um Korrosion zu vermeiden. Einige Hersteller bieten spezielle Services für Magnesiumfelgen an, wie z.B. Rissprüfungen und Neubeschichtungen.
Marchesini empfiehlt eine Revision von Magnesiumrädern nach ca. Um sicher zu gehen, dass auch nach einem schweren Sturz oder langen Gebrauchszeiten Ihre Magnesiumräder noch intakt sind, bietet Marchesini eine Revision der Räder an. Dabei werden die Räder nach einem genau festgelegten Kontrollablauf geprüft. Als erstes wird dabei die Wuchtung, bzw. Unwucht der Räder kontrolliert und die Räder auf augenscheinliche Beschädigungen untersucht. Danach werden die Räder mittels strahlen von Ihrer Beschichtung befreit und in verschiedene Tauchbäder getaucht und unter UV Licht auf Risse untersucht. Sollte alles OK sein, werden die Räder wieder neu beschichtet und mit neuen Lagern versehen.
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