Marokko Motorrad Reise: Erfahrungen und Tipps

Nach dem Bombenattentat im April in Marrakesch spielte bei der Vorbereitung der jetzigen Marokko-Tour natürlich auch die persönliche Sicherheit eine Rolle. örtlichen Kontakte stuften das Risiko aber als gering ein und meinten, es sei ein Einzelfall gewesen. Wer das bißchen Restrisiko nicht bereit ist einzugehen sollte besser zuhause bleiben, er wird aber garantiert etwas verpassen. Marokko ist bis auf gewisse Fleckchen an denen man sich nicht unbedingt aufhalten sollte relativ sicher.

Die Behörden in Marokko sind seit zwei Wochen sehr nervös und das Land wird besonders bewacht. Für dieses Königreich wäre es eine wahre Katastrophe, wenn einem Touristen etwas passieren würde. Überall anderswo in Marokko würde ich mich auf jeden Fall sicherer als in Deutschland fühlen! Und hier vertrete ich die Meinung von 100% aller Marokkofahrer!

Sich die ersten 3 Tag erst mal eingewöhnen- nix kaufen! Lehrgeld wird man immer bezahlen, aber was sind 20 bezahlte € für einen total überteuerten Mittagstisch gegenüber den 24€, die man brav an irgendwelchen Pässen in Austria bezahlt!!?? Belässt man es bei obligatorischen +10...20% ist alles i.O.

Vorbereitung der Reise

Um die Kosten für diese Reise gering zu halten, hatten wir eine preiswerte Pauschalreise nach Agadir gebucht. Vorfeld hatte man uns mitgeteilt, dass die kostenlose Mitnahme von Sportgepäck möglich sei. Man wollte, dass wir pro Kilo satte 12 Euro zahlen sollten, da es sich plötzlich nicht mehr um Sportgepäck handeln würde. Reisekasse. Das war dann auch schon alles an (speziellen) Vorbereitungen. uns noch keine konkrete Route überlegt. Wir fahren lieber flexibel und improvisieren dann auch schonmal.

Unser Basislager für die drei Motorradtouren in Marokko war das Hotel "La Kasbah" im Zentrum von Agadir. Man wollte, dass wir pro Kilo satte 12 Euro zahlen sollten, da es sich plötzlich nicht mehr um Sportgepäck handeln würde.

Motorradmiete und Ausrüstung

Also mußte eine Motorradvermietung gefunden werden. Am Montag stand dann morgens die Übernahme der Transalp an. Das Motorrad war für sein Alter - Baujahr 2004 und knapp 50.000 km - in gutem Zustand. geklappt hatte, war die vorhergehende Kommunikation hinsichtlich der Schutzkleidung. Unter Schutzkleidung wurde nämlich nur ein Helm verstanden. Tja, da standen wir nun und guckten ziemlich dumm aus der Wäsche. glauben, nur Stoffhosen und kurzärmlige Hemden.

Erste Eindrücke und Erfahrungen

Eine Transalp bin ich noch nicht gefahren. Also verliefen die ersten Kilometer eher übervorsichtig. Verkehrsgetümmel noch beherrschbar aus - vom Sitz eines Moppeds hat man da schon einen völlig anderen Bezug zum Thema. Man ist irgendwie mehr mittendrin und sitzt quasi in der ersten Reihe. ist eines der wichtigsten Methoden, um vorwärts zu kommen. Zweimal kurz anhupen bedeutet für den Vorausfahrenden, dass man vorbei will - und der macht dann auch sofort Platz. doppelt so groß wie Deutschland bei noch nichtmal halb so vielen Einwohnern.

Wir saßen (fast auf den Tag genau) 1 Jahr nach dem Attentat in eben jenem Cafe in Marrakesch. Zu Anfangs ein eher befremdliches Gefühl, faktisch gesehen jedoch totaler Quatsch sich hierum Sorgen zu machen.

Sicherheitshinweise

Nur bei Stillstand wird gehupt, also zügig zufahren wenn man sich schon dazu entschließt nicht anzuhalten. Verkehrsregeln sind ziemlich relativ, Hauptsache der Verkehr fließt. Solange man nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen im Tiefflug daher kommt sind auch Geschwindigkeitsüberschreitungen kein Thema, die Polizei schaut hier oftmals kulant weg.

Wir haben uns eigentlich überall sicher gefühlt. Wir waren mit schwäbisch und englisch unterwegs. Ein wenig französisch aus dem Sprachfüher. Wir waren im letzten Jahr zu dritt dort unterwegs. Aber momentan schaue ich mir auch die Nachrichten ebenfalls etwas genauer an.

Reiseberichte und Routen

Ich bin vor 3 Wochen von meiner Marokko-Rundfahrt zurückgekehrt und möchte hier nicht von meinen Urlaubserlebnissen berichten und Fotos teilen, sondern praktische Tipps weitergeben. Wir sind zuerst ein Stück an der Mittelmeerküste entlang, dann durch das Rifgebirge nach Chefchaouen, danach nach Fes. Anschließend ging es auf Nebenstecken und offroad (Cirque De Jaffar) in den Mittleren Atlas, nach Midelt. Dann in die Wüste nach Merzouga (Erg Chebbi). Weiter durch das Draa-Tal Richtung Quarzazate und über den Tizi-n-Tichka Pass auf die andere Seite des Hohen Atlas nach Marrakesch. Von dort zurück über Nebenstecken durch die Berge ins Dades-Tal zur Straße der Kasbahs. Dann wieder durch die Wüste entlang der algerischen Grenze nach Norden.

Marokko ist für mich das Reiseland schlechthin für Motorradtouren, insbesondere wenn man Offroad-Strecken sucht. Marokko besticht durch seiner Vielfalt. Du kannst mit dem Motorrad mit 150km/h bei Ebbe am Atlantik-Strand entlang rasen. Nur 250 Kilometer weiter östlich ragt der Große Atlas in den Himmel. Nicht selten sind die Bergrücken noch bis Spät in den Sommer mit einer leuchtend weißen Schneedecke überzogen. Und wenn du nochmal 250 Kilometer weiter nach Osten fährst, landest du mitten in der Steinwüste und den großen Sandwüsten, wie die Erg Chebbi und Erg Chegaga.

Ich bekomme viele Fragen zu meinen Videos über Marokko und mindestens genauso viele zu meiner Reiseroute mit dem Motorrad. Diese Reisevideos geben dir einen guten Eindruck was dich dort erwartet und mit welchen Unwegsamkeiten ich dort zurecht kommen musste. Meine Marokko Tour ist nicht am PC erstellt, sondern live getrackt.

Fährverbindungen

Wenn du mit dem eigenen Motorrad in Marokko fahren möchtest, muss das Teil auch irgendwie über das Mittelmeer nach Afrika. Ich bin von Berlin 1200km nach Genua (Italien) gefahren und dort mit GNV Ferry nach Tanger Med gefahren. Zurück bin ich von Mellia (bei Nador) mit der Fähre nach Almeria gefahren. Das war die Nachtfähre, die nur 9 Stunden fährt und kostete 78€. Das Ticket habe ich am selben Tag online gebucht und via Paypal bezahlt. Easy. Du kannst aber auch direkt vor Ort ein Ticket am Hafen kaufen. Aus- und Einreise waren unkompliziert und schnell. Alternativ kannst du auch von Nador nach Almeria per Fähre fahren.

Bei Anreise auf zwei Rädern muss man die Zwischenübernachtungen, Verschleiß und Spritkosten einrechnen. Das lohnt sich nur, wenn man die Pyrenäen mit einbaut und jeweils ein paar Tage für die genüssliche An- und Abreise durch Frankreich/Spanien einkalkuliert. Andere Fahrer schnallen die Kräder auf einen Hänger und lassen Auto und Hänger auf einem sicheren Parkplatz in Spanien stehen. Wir entschieden uns, mit der Langstreckenfähre ab Genua nach Tanger zu fahren. Diese fährt einmal wöchentlich am Samstagabend.

Unterkünfte

Gute Unterkünfte für 2 Personen inkl. Frühstück kosten in der Regel nicht mehr als 40 Euro.

Zusätzliche Informationen und Tipps

Ein Freund von mir hat neulich versucht ohne Gepäck nur mit seiner 690er KTM und einem Wasserrucksack quer durch die Wüste ein zu reisen. Es wurde prompt vom Militär abgefangen und zurück geschickt.

Was wolln die auch dort? Die müssen versuchen in ein reiches Land zu kommen. Dort werden sie behandelt, während sie in Westafrika verrecken müssten. Dafür werden auf den Einreisekarten auch gerne mal falsche Angaben gemacht wie in den Nachrichten zu sehen. Fazit: Marokko ist ein super Reiseland, das europäische Paranoya (selbst der ADAC hilft dort) genau so befriedigt wie den gewohnten Luxusanspruch.

Empfehlen würde ich zur Zeit niemanden nach Marokko zu fahren ...... was nicht heißt, dass ich es vielleicht trotzdem tun würde. .... es ist sicherlich der falsche Urlaubsort, wenn man mit diesen Sorgen dort hinfährt. Auch wenn ggf. vor Ort überall Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, man täglich mit solchen Warnungen konfrontiert wird. Da fahre ich lieber sorglos nach Sardinien, oder in die Lüneburger Heide ..... Aber, das ist meine Meinung.

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