„Kein Schwein ruft mich an“ oder „Küssen kann man nicht alleine“ - seine Lieder in der Tradition der 1920er und 1930er Jahre haben den deutschen Sänger und Mitbegründer des Berliner Palast Orchesters, Max Raabe, weltweit bekannt gemacht und begeistern mit Verve, Charme sowie Wortwitz. Irgendwie passt das fast lautlose, unaufdringliche Radfahren ja auch großartig zur zeitlosen Eleganz, die der Sänger ausstrahlt. Ihr Auftreten kennzeichnet eine zeitlose Eleganz. Eine schlichte, dafür umso ausdrucksstärkere Haltung leben, fernab von unnötigem Starkult - das ist Max Raabe.
Auszeichnung als fahrradfreundlichste Persönlichkeit
Im Rahmen des Deutschen Fahrradpreises 2019 wurde Sänger Max Raabe als „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ geehrt. Verliehen wurde der Preis von Bundesminister Andreas Scheuer auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden. Max Raabe erhält die Auszeichnung am 13. Mai 2019 auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden. Bei der „Fahrradfreundlichsten Persönlichkeit“ handelt es sich um eine meinungsbildende Person, die sich in der Öffentlichkeit als Fahrradfahrer bekennt.
Der Deutsche Fahrradpreis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS). Die Auszeichnung „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ gehört seit 2003 zum Deutschen Fahrradpreis als Initiative des BMVI und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V.
„Mit dem Deutschen Fahrradpreis wollen wir gute und innovative Projekte zur Förderung des Radverkehrs bei Entscheidungsträgern und Fachleuten bekannt machen und für das Radfahren werben. Deshalb zeichnen wir jedes Jahr neben den Beispielen aus der Praxis auch die Fahrradfreundlichste Persönlichkeit aus - eine Art Botschafter für das Rad. Ich freue mich, diesen Preis heute an Max Raabe zu verleihen. Es gibt wenig überzeugtere Radfahrer als ihn. Er radelt nicht nur das ganze Jahr - egal ob es stürmt oder schneit.
Max Raabe und das Fahrradfahren
Wo hat Ihre Begeisterung fürs Radfahren ihren Ursprung? Max Raabe: Mit meinem Freundeskreis bin ich schon sehr früh mit dem Fahrrad durch das Münsterland getourt. Wir haben gezeltet, sind irgendwo zum Schwimmen gefahren. Je weiter wir uns von Zuhause entfernt haben, umso freier haben wir uns gefühlt.
Max Raabe: Ich fahre Fahrrad seit ich vier bin und um mich von A nach B zu bewegen. Max Raabe: Ich fahre das ganze Jahr über mit dem Fahrrad, außer bei starkem Regen oder Glatteis. Ebenfalls nutze ich gern den öffentlichen Nahverkehr und Car-Sharing. Max Raabe: Meinen Käfer benutze ich tatsächlich nur, um aufs Land zu fahren. Dort habe ich die Möglichkeit, eine Hängematte zwischen die Obstbäume zu hängen.
Sie leben in Berlin, das nicht für seine Fahrradfreundlichkeit bekannt ist. Max Raabe: Als Fahrradfahrer in Berlin hat man fast täglich unangenehme Erfahrungen. Aber ich merke, dass man sich hier bemüht, bessere Verhältnisse für Fahrradfahrer zu schaffen. Sie fühlen sich in Berlin wohl, so scheint’s.
Gibt es Orte, Städte, wo Sie sich auch heimisch fühlen? Max Raabe: Ich lebe sehr gern in Berlin. Hinter der Stadtgrenze beginnen wunderbare Gegenden, die für Fahrradtouren herrlich geeignet sind, darunter kilometerlange Alleen und große Seenlandschaften. Wenn ich auf Tour bin, leih ich mir, so es die Zeit erlaubt, ein Fahrrad und erkunde die Stadt.
Max Raabe: Die Mitte Berlins oder den Prenzlauer Berg erkundigt man am besten mit dem Fahrrad. Radfahren ist mit einer gewissen Anstrengung verbunden. Max Raabe: Man kann selten mal eben so etwas erreichen. Ich fahre schnell, aber ohne sportlichen Ehrgeiz. Wenn die Zeit knapp ist oder ich zu faul bin, kann ich mein Fahrrad mit in die S- oder U-Bahn nehmen und einen Teil der Strecke auf diese Weise zurücklegen.
Max Raabe: Tatsächlich kommen mir beim Fahrradfahren oft Ideen. Max Raabe: Mein Lieblingsfahrrad ist ein Herrenrad aus den sechziger Jahren. E-Bikes sieht man mittlerweile sehr häufig. Max Raabe: Vor einiger Zeit hatte ich mir in Wien ein sehr gutes Fahrrad geliehen. Ich war ein bisschen außerhalb der Stadt auf einem sehr gut ausgebauten Fahrradweg unterwegs, als ich hinter mir ein Rentner-Ehepaar bemerkte. Ich fuhr sehr schnell, aber die alten Herrschaften waren mir dicht auf den Fersen. Ich hatte eine hervorragende Gangschaltung und fuhr mit Tempo. Nach einiger Zeit war ich komplett mit den Nerven runter, weil ich es nicht schaffte, sie abzuhängen.
"Fahrrad fahr’n" - Die Sommer Fahrrad Hymne für die Fahrradstadt Berlin
Gut möglich also, dass die positive, ansteckende Grundstimmung vieler Lieder von Max Raabe auch in erfrischenden Fahrten mit dem Fahrrad einen wichtigen Inspirationsquell hat. Mit „Fahrrad fahr’n“ hat Max Raabe, Preisträger des Deutschen Fahrradpreises, den Kanon der deutschen Radfahrlieder um neue 140 Beats per Minute ergänzt. Diese schnellste, neue Raabe-Nummer, muss so schnell sein, denn „Max Raabe“, sagt Mit-Autor Achim Hagemann, „ist eben auch ein schneller Radfahrer.“
„Manchmal ist das Leben ganz schön leicht. Zwei Räder und ein Lenker, das reicht. Wenn ich mit meinem Fahrrad fahr, dann ist die Welt ganz einfach. Und als verzückter Zuhörer fühlt man sich rasch hineinversetzt in jenes befreiende, lebensbejahende Gefühl, das einem beim Tritt in die Pedale oft ja schon binnen kurzem unterkommt und das der studierte Opernsänger Raabe so behände und unmittelbar transportiert.
Max Raabe über das Fahrradfahren
Herr Raabe, auf Ihrer neuen Single singen Sie ein Loblied auf das Fahrradfahren: „Manchmal ist das Leben ganz schön leicht, zwei Räder, ein Lenker und das reicht.“ Haben Sie das schon immer so empfunden?Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen. Da war Radfahren eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich einen Freund anrufen wollte, hat meine Mutter immer gesagt: Wozu das denn? Fahr doch mit dem Fahrrad vorbei! Das war bei uns eine ganz pragmatische Angelegenheit.
Sie sind heute mit einem Herrenrad aus den 50er-Jahren ohne Gangschaltung gekommen. Was gefällt Ihnen an diesem Fahrrad?In erster Linie, dass es fährt! Es stand monatelang an der Ecke Friedrichstraße/Torstraße und war eine Ruine. Als ich einmal von einer langen Tour zurückkam, und es immer noch da war, habe ich es mitgenommen. Obwohl das Hinterrad fehlte. Ich habe es dann von einem Fachmann aufbrezeln lassen.
Originalgetreu?Nein. Ich will nicht, dass meine Fahrräder zu gut aussehen. Sonst werden sie schnell geklaut.Radeln Sie täglich? Sommers wie winters?Ja. Außer wenn es glatt ist oder tagealter Schnee liegt. Aber das hat für mich weniger sportlichen Charakter, es hat eher mit meiner Faulheit zu tun. Wenn ich Fahrrad fahre, muss ich nicht laufen.
Das große Geheimnis ist: Beim Fahrradfahren die Klappe halten und nicht singen! Tatsächlich erkälte ich mich nie, bloß weil es kalt ist, sondern nur wenn ich in Räumen mit Klimaanlage eingesperrt bin.
Das Stück „Fahrrad fahr’n“ ist das schnellste auf der Platte. Sie sollen ein rasanter Fahrradfahrer sein. Ihr Musikerkollege Achim Hagemann behauptet sogar, dass Sie fahren wie ein Henker.Na, ich würde sagen: Ich fahre flüssig! Aber dabei immer rücksichtsvoll. Außerdem ohne Gangschaltung. Wie schnell kann man da schon werden?
Warum ein Lied über das Fahrradfahren?Das war die Idee von Achim Hagemann und ist inspiriert vom Kraftwerk-Stück „Tour de France“, das auch so ein gutes Tempo hat, allerdings ohne Text auskommt. Zu Anfang hatten wir ein richtig albernes Verkehrskasper-Stück im Sinn, haben uns dann aber doch etwas zurückgenommen. Jetzt ist das Stück eleganter.
Lieblingstouren und Herausforderungen in Berlin
Im Sommer fahre ich gerne zu Biergärten. Und man kann mit der S-Bahn ja auch ziemlich weit aus Berlin rausfahren und dann von dort aus losradeln. Das mache ich auch manchmal.
Welche Gefahren birgt der Berliner Straßenverkehr? Gibt es Strecken, die Sie meiden? Haben Sie einen konkreten Wunsch für die verkehrstechnische Zukunft?In Berlin ist ja schon einiges im Werden, man billigt den Radfahrern hier inzwischen mehr Raum zu. Wir sind zwar noch nicht so gut aufgestellt wie in Kopenhagen, aber auf dem richtigen Weg. In Dänemark ist die Situation natürlich luxuriös. In Berlin gibt es sehr viele Porschefahrer auf Rädern, und man muss auf der Straße schon aufmerksam sein, um lebend von A nach B zu kommen. Rücksichtslosigkeit unter Fahrradfahrern ist hier genauso verbreitet wie unter Autofahrern.
Sie wirken immer so entspannt. Geraten auch Sie beim Fahrradfahren mal in Rage?Ja, natürlich. Beim Radfahren, aber mehr noch im Auto. Meine Devise ist jedoch: Wer blinkt, darf alles. Trotzdem bin ich in manchen Situationen ungeschmeidig. Ein Wesenszug, der mir selbst unangenehm ist. Und die Aufregung lohnt oft nicht. Neulich hat mich jemand angeblafft, da dachte ich schon, ich hätte etwas falsch gemacht. Stattdessen hat er mir hinterhergerufen: „So jeht det aba nich, Herr Raabe! Ohne Mütze Fahrrad fahr’n!“
Funktionale Kleidung und Erfahrungen auf Tour
Apropos: Wie gelingt es Ihnen, auf dem Rad elegant und trotzdem funktional gekleidet zu sein? Was tragen Sie bei Wind und Wetter?Seit ich eine Daunenjacke besitze, bin ich bestens gerüstet. Bis minus fünf Grad. Ehrlich gesagt geht es mir nicht in erster Linie um die Eleganz, sondern vielmehr darum, warm angezogen zu sein.
Sie kommen gerade aus Wien, einer Stadt, in der sich recht gut radeln lässt. Steigen Sie oft aufs Fahrrad, wenn Sie auf Tour sind?Ja, ich leihe mir gerne ein Rad, um die Städte zu erkunden, in die uns die Tour führt. Auch in Wien hatte ich ein Fahrrad, vom Hotel geliehen, und bin dort herumgeradelt. So ganz optimal finde ich die Verkehrsführung für Radfahrer in Wien aber nicht. Da ist Berlin schon ist um einiges fortschrittlicher.
Tatsächlich sind die Fahrräder, die in den Hotels verliehen werden, oftmals sehr gut. Auf diese Weise bin ich auch mal mit einem Elektrofahrrad in Berührung gekommen, das fand ich gar nicht schlecht. Ich gebe auch zu, dass ich es manchmal genieße, ein Rad mit mehreren Gängen zu fahren. Aber streng genommen finde ich Gangschaltung unsportlich.
E-Bikes, Autos und Zukunftsperspektiven
Und ein E-Bike? Käme das für Sie privat infrage?Nein. Nur wenn ich jeden Tag weite Strecken zurücklegen müsste. Damit meine ich alles, was über eine Stunde geht.
Als Autofahrer haben Sie sich bereits geoutet. Besitzen Sie denn auch ein Auto?Ja, ich fahre einen himmelblauen VW Käfer von 1968.
Wie stehen Sie zur Diskussion in Deutschland über den Diesel und mögliche Fahrverbote?Da habe ich eine Gegenfrage: Warum ist der Wasserstoffantrieb eigentlich kein größeres Thema? Ich bin nicht vom Fach, aber so wie ich es verstanden habe, wäre der Vorteil von Wasserstoff, dass man auf die vorhandenen Tankstellen zurückgreifen könnte und außerdem keine seltenen Erden benötigen würde, wie sie für die Batterien eingesetzt werden. Das scheint mir so einfach und naheliegend, aber das Ganze ist anscheinend noch nicht richtig ausgereift.
Welche Rolle könnten Fahrräder in Zukunft spielen?Wie sähe die Stadt wohl aus, wenn alle, die jetzt das Auto nutzen, aufs Fahrrad umsteigen würden? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich müsste man mehrere Spuren einrichten: für Fahrradkuriere, Familien und Flaneure. Und schon bräuchte es breitere Straßen. Ich würde daher gerne empfehlen, den öffentlichen Nahverkehr intensiver zu nutzen.
Verwandte Beiträge:
- Max Raabe und seine unvergessliche Fahrradtour – Die perfekte Hommage an Berlin als Fahrradstadt!
- Max Raabe und die Liebe zum Fahrradfahren: Die perfekte Symbiose von Musik und Bewegung
- Max Raabe und das Fahrradfahren: Warum Radeln sein Leben verändert hat
- Die besten Gepäckträgertaschen für Mountainbikes im Test – Ultimativer Ratgeber für Abenteuerlustige
- MTB-Schuhe Herren Test & Vergleich: Die besten Modelle für maximalen Fahrspaß entdecken!
Kommentar schreiben