Mit dem Motorrad nach Mallorca: Erfahrungen und Tipps

Mallorca, die größte Insel der Balearen, ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus der ganzen Welt. Die Insel hat jedoch viel mehr zu bieten als nur Sand und Meer. Eine der besten Möglichkeiten, die Schönheit von Mallorca zu entdecken, ist Motorradfahren auf Mallorca. Mit den spektakulären Landschaften, der milden Witterung und den gut ausgebauten Straßen ist Mallorca ein Paradies für Motorradfahrer.

Die Vorbereitung und Anreise

Nun stand sie also an, meine erste mehrtätige Motorradtour im Ausland. Mallorca hieß das Ziel, für mich wie ein Zuhause, besitzen wir vor Ort doch eine Immobilie und ich verbringe mehrere Wochen im Jahr dort. Die Wetterprognosen trübte die Vorfreude für mich und meine drei Freunde ein wenig, trotzdem standen wir pünktlich um 07:00h in Düsseldorf zum Abflug, mit Ziel Palma de Mallorca parat. Pünktlich erreichen wir die die Hauptstadt gegen 10:00h. Bewölkt, 17 Grad, aber trocken. Die Zeit bis zum Abend verbrachten wir dann in der Unterkunft. Verbindung der Headsets, lustigen Gesprächen und Routenplanung standen auf der Agenda.

Der erste Tag auf zwei Rädern

Um 18:00h konnten wir die geliehenen Motorräder dann beim örtlichen Verleiher abholen, Kleidung und Top-Case für die Kollegen inklusive. Übergabe und Zahlung liefen problemlos. Die Bikes waren im Top-Zustand und die erste Tour zur Unterkunft, im trockenen, ließ die Lust dann extrem steigern. Morgen geht es endlich los! (Unbezahlte Werbung, einfach eine ehrliche Empfehlung!).

Die erste Tour durch den Süden

Um 09:00h sollte es dann losgehen, sollte! Das Wetter war leider genau wie gemeldet. Regen, Regen, Regen. Der Blick auf das Smartphone ließ leider die Mundwinkel nach unten fallen. Bis 11:00h warteten wir ab, entschieden uns dann aber trotzdem loszufahren. Von Cala d'Or, über Ses Salines, bis zur Cala Pi. Der Wettergott schien uns erhört zu haben. 25 Minuten nach Abfahrt, war vom Regen nichts mehr zu sehen! Über den Süden in der Insel, ging es dann bis Llucmajor und weiter in den berühmten Stadtteil "El Arenal", an der Platja de Palma.

Über die Inselmitte ging es dann bis nach Santa Maria del Cami. Zu Verwunderung, blieb es weiterhin trocken, auch die Straßen trockneten auf und machte die Kurven noch angenehmer. Wer hätte nach dem Morgen, damit gerechnet? Natürlich wollten wir gleich am ersten Tag, zumindest am Fuße des Tramuntana fahren. Über kleine Nebenstraßen fuhren wir dann in den bekannten Ort Valldemossa.

Über ein Teilstück der berühmten MA-10, ging es dann nach Calviá und weiter nach Can Pastilla, in unsere Unterkunft. Diese hatten wir tagsüber spontan gebucht um morgens eine kürzere Anreise in die Sierra de Tramuntana zu haben. Nach dem Abendessen, genossen wir noch die Aussicht aufs Meer und den Flughafen.

Die Fahrt durch die Serra de Tramuntana

08:00h aufstehen, der erste Blick auf den Balkon. Ja, es war trocken und konnte losgehen, das Wetter soll den ganzen Tag halten. Nach einem ausgiebigen Frühstück, stand der Höhepunkt der Reise an. Die Straße MA-10, im Westen der Insel. Die Straße verbindet Andratx mit Pollencá und führt komplett durch das Gebirge. Was soll ich sagen? Feinster Asphalt, Kurven, Kurven, Kurven, eingebettet in eine traumhaften Landschaft. Völlige Reizüberflutung, für jemanden, der sonst fast nur am flachen Niederrhein fährt! Ich konnte überhaupt nicht genug von den Straßen bekommen, die zu allem Überfluss auch noch völlig leer waren. Tja, Nebensaison! Ich muss gestehen, solch einen Kreisverkehr, habe ich noch nie gesehen! Der Abend verlief dann ereignislos und alle fielen müde ins Bett.

Zum Cap de Formentor und zurück

Der letzte Fahrtag brach an. Durch die Serra wollten wir in den Norden bis zum Cap de Formentor. Über Alcudia, Can Picafort, Cala Millor und Portocristo, ging es im Nachgang dann wieder zurück zum Bikeverleih. Bis Cala Millor hatten wir unglaubliches Glück und blieben trocken. Die letzten 40km, waren dann aber der reinste Wahnsinn. Es schüttete aus Eimern und mehr als 30 km/h waren nicht mehr drin. Bis auf die Unterhose nass, kamen wir völlig fertig am Verleiher an.

Das kalte Bier, welches uns erwartet, ließ das Herzchen dann aber wieder ein bisschen höher schlagen! Wenn ich an die Prognose zurück denke, durfte es die letzte Stunden dann auch gerne regnen. Wir hatte ansonsten einfach nur Glück, dass das Wetter die gesamte Tour hielt.

Mallorca mit der Vespa erkunden

Eigentlich hatten wir einen Mallorca-Urlaub ohne motorisiertes Zweirad geplant, denn kurz nach den endlich wieder stattfindenden Frühjahrsmessen und der Umsetzung des MOTORRAD TOURENATLAS Alpen für Louis, waren wir einfach ausgepowert und hatten uns auf eine Woche relaxen mit Meerblick eingestellt. Aber, wie so oft, kommt es anders als man denkt. So eroberten wir schließlich die Baleareninsel mit einer flotten Vespa und lernten eine völlig neue Art des Fahrgenusses auf 2 Rädern kennen.

Schließlich buchten wir beim Anbieter Bullimoto eine Vespa GTS 300, die mit ihren 23 PS zumindest weit mehr Power suggerierte als eine 50er Primavera mit 3 PS. Anfang Mai war es dann schließlich soweit und der Lufthansa-Jet setzte uns, fast problemlos, auf dem Aeropuerto de Son San Juan in Palma de Mallorca ab. Am nächsten Tag begann unser Vespa-Abenteuer mit einer Einweisung, die vom Anlassen über das Fahren bis zum Verstauen der Helme alles enthielt was man zum Vergnügen mit der Italienerin wissen musste.

Die erste Vespa-Tour zur Bucht von Sa Calobra

Unsere erste Tour führte uns zur Bucht von Sa Calobra. Diese erreichten wir über die spektakuläre, gleichnamige Passstraße. 12 Spitzkehren, verteilt auf 14 Kilometer aussichtsreicher Serpentinenstrecke, sorgten für ein gigantisches Zweiraderlebnis. Auf dieser unglaublichen Straße befindet sich mit dem „Krawattenknoten“ eine ausgefuchste Idee des einstigen Straßenplaners. Eine 270-Grad-Windung führt die Asphaltpiste unter sich selbst hindurch und gleicht damit einer gebundenen Krawatte. Und wir hatten richtig Spaß mit unserem leistungsstarken Roller.

In der Bucht von Sa Colobra angekommen parkten wir unser Fahrzeug standesgemäß auf dem Motorradparkplatz und gönnten uns einen Kaffee mit Meerblick. Auch auf dem Rückweg zeigte die GTS300 keine Schwächen und meisterte die extremen Steigungen der Schlangenstraße mit Bravour. Auf der Rückfahrt nach Port de Sóller stoppten wir am beeindruckenden Stausee Embalse de Gorg Blau und schossen Erinnerungsfotos.

Über den Col de Sóller nach Valldemossa

Bereits am 497 Meter hohen Col de Sóller wartete die erste Bergprüfung für unsere italienische Freundin. Der rund 7 Kilometer lange Anstieg liefert bis zu 17% Steigung. Insgesamt überzeugt der Pass mit unzähligen Kurven und Spitzkehren. Nach flotter Fahrt erreichten wir Andratx, eine alte mallorquinische Stadt. Wir füllten im angeschlossenen Café unsere Koffein-Depots und gaben der Vespa die Sporen, um nach einer Kurvenorgie mit diversen Aussichtsstopps im famosen Valdemossa zu landen. Das romantische Bergdorf, ist in der Hauptsaison total überlaufen - jetzt im Mai war es ein Genuss durch das Liebesnest des Komponisten und der Schriftstellerin zu spazieren.

Ein richtiges Zweiradabenteuer war dann die Fahrt hinunter nach Port de Valdemossa, die weniger wegen des Ortes, als viel mehr wegen der brachialen Kehrenschlacht in Erinnerung bleibt. 5 Kilometer begeisternde Lenkerarbeit, gemixt mit herrlichen Ausblicken machen diese Strecke zur Pflichtveranstaltung für motorisierte Zweiradfans. Am Hafen angekommen mussten wir, aber auch die Vespa, so richtig durchschnaufen.

Den Schlusspunkt der Tour setzte der Künstlerort Deià.

Mit dem Motorrad die Serra de Tramuntana erobern

Was liegt also näher als die Chance zu nutzen, Mallorcas wunderschönes Gebirge, die Serra de Tramuntana, mit dem Bike zu erkunden? Einschlägige Erfahrungen aus meiner Jugendzeit auf Malle haben mich jedoch zu der Erkenntnis gebracht, dass für eine Gebirgserkundung einzig das Motorrad das richtige Fortbewegungsmittel ist. Reserviert hatten wir die Bikes schon von Deutschland aus. Das geht bei Mallroquin Bikes mega unkompliziert.

Als wir also in Felantix ankommen, werden wir erst mal super nett durch Marion in Empfang genommen und bekommen einen Kaffee. Während wir warten, gehe ich ein wenig durch die Vorhalle und schaue mir die Bikes an. Neben den „Standards“, wie der F 650 GS bis hin zur R 1200 GS hat man hier aber auch die Möglichkeit, die neusten BMW-Modelle zu testen, wie zum Beispiel die S1000XR, die S100R oder die R Nine T. Marion bringt uns dann ein Stockwerk höher in den Bekleidungsbereich. Mit geübtem Blick findet sie schnell die richtigen Kleidergrößen für uns und wir sind von Kopf bis Fuß ausgestattet. Dann sind die Bikes fertig. Auf uns warten drei BMW F 650 GS mit jeweils 50 PS und eine F 650 GS mit 2 Zylindern und 71 PS.

Die Routenplanung

Wir haben uns am Vorabend überlegt, dass wir erst mal über Inca in die Berge rein fahren, dann nach rechts zum Cap Formentor, da das ab mittags immer total überlaufen ist. Danach den Weg wieder zurück und weiter runter zur Bucht von Sa Calobra. Weiter über Sóller, Deià und Valledmossa, wo wir dann langsam das Gebirge verlassen und uns quer durch die Insel wieder rüber nach Felanitx zum Bikeverleih begeben wollen.

Meinen Plan es ganz gemütlich angehen zu lassen, schmeiße ich kurz hinter Selva über den Haufen. „Scheiß auf gemütlich, bei DEN hammergeilen Kurven und Serpentinen“, denke ich mir. Ich weiß nicht was es ist, aber irgendwie ist mein sonst oft doch leider etwas blockierter Kopf auf einmal frei von allem. Ich eimer um die Kurven, wie ich es vorher noch nie hinbekommen habe und habe einen mega Spaß. Die Maschine lässt sich so super handeln und in die Kurven legen, wie ein Fahrrad. Das Grinsen in meinem Gesicht wird immer breiter.

Zum Cap de Formentor

Bei Lluc gabelt sich die Straße und wir fahren nach rechts und damit erstmal langsam aber sicher wieder aus dem Gebirge raus Richtung Pollenca. Bis Port de Pollenca wird es nun wieder etwas fad, aber hier steigt man wieder in ein wunderschönes, serpentiniges Stück Straße ein. Vom Verkehr her geht es auch noch, es gibt immer wieder gute Stellen, an denen man die Reisebusse und Mietwagen gut überholen kann.

Ich bin so froh, dass ich auf dem Motorrad sitze und nicht in so einem ätzenden Bus, zusammengepfercht mit ‚zig anderen Touris. Oder in einem Auto. Allein bei dem Gedanken diese Strecke mit einem Bus oder Auto fahren zu müssen, wird mir schon fast schlecht. Ich liebe den Geruch der Pinien, der einen auf Mallorca fast immer umgibt. Dieser Geruch ist für mich ganz fest mit der Insel verankert. Hier an den Felsen, entlang der Küste ist alles voll mit Pinienwäldern. Dazu dieses wahnsinns Panorama … Ich bin total überwältigt. Ehrlich gesagt kann man mit Bildern gar nicht wiedergeben wie schön es ist, dort lang zu fahren, dieses Panorama zu sehen und die Gerüche einzuatmen.

Hier an den Felsen, entlang der Küste ist alles voll mit Pinienwäldern. Dazu dieses wahnsinns Panorama … Ich bin total überwältigt. Ehrlich gesagt kann man mit Bildern gar nicht wiedergeben wie schön es ist, dort lang zu fahren, dieses Panorama zu sehen und die Gerüche einzuatmen.

Zurück in die Berge und nach Sa Calobra

Und so schrauben wir uns wieder zurück in die Berge, an Lluc vorbei in Richtung Sa Calobra. Diese Strecke ist mein Favorit. Hier reiht sich Serpentine an Serpentine. Ein wenig aufpassen muss man hier und da nur auf die freilaufenden Ziegen und Schafe, die sich manchmal ganz ungeniert mitten in einer engen Kurve an den schattigen Rand unter einen Felsvorsprung legen.

Unten in der Bucht angekommen genießen Motorradfahrer den Vorteil, dass sie nicht auf den völlig überteuerten Auto-Parkplatz fahren müssen (30 Minuten kosten ca. 5 Euro). Sie dürfen bis ganz nach unten fahren. Ein Besuch dieser Bucht lohnt sich. Nach fünf Geh-Minuten erreicht man die eigentliche Bucht von Sa Calobra, die etwas versteckt liegt, aber leider auch kein Geheimtip mehr ist. Am schönsten ist es hier im Frühjahr und ab September/Oktober. Dann ist es nicht mehr so überfüllt. Durch den Steinstrand hat man super klares Wasser und der Blick in den Canyon des Torrent de Pareis ist wunderschön.

Nach einer kurzen Pause fahren wir wieder zurück und setzen unsere Fahrt Richtung Sóller fort. Auf dem Weg dahin kommen wir an den beiden Stauseen vorbei, die im mallorquinischen Gebirge liegen. Langsam bekommen wir Hunger und so beschließen wir, bei Valldemossa etwas zu essen.

Essen in Port de Valldemossa

Vom letzten Mal hat der Männe noch im Kopf, dass es in Port de Valldemossa ganz nett sein soll. Aber wie es da genau hingeht … Nö. Ich studiere kurz die Karte im Handy und habe dann eine ungefähre Idee. Die Strecke nach Port de Valldemossa hat es in sich. An einem Felsvorsprung der über die Straße ragt, hängt auf einmal ein Mädel im Klettergurt. Als wir passieren, zieht sie fröhlich lachend die Beine hoch. Sowas gibt es auch nur in Spanien, denke ich mir grinsend.

Als wir ein paar Minuten später gegen 16 Uhr in dem malerischen kleinen Örtchen ankommen, merke ich erst, wie hungrig ich bin. Das Restaurant ist übrigens sehr zu empfehlen. Von der Terasse im ersten Stock hat man einen wunderschönen Blick über die kleine Bucht und das Meer, der Service ist super und das Essen ausgezeichnet und zu einem fairen Preis. Während wir hier so sitzen, bauen wir doch Alle ganz schön ab. Beim Fahren merkt man das gar nicht so. Wir lassen uns viel Zeit beim Essen.

Die Straßen und Routen auf Mallorca

Mallorca hat eine Vielzahl von Straßen, die sich perfekt zum Motorradfahren eignen. Die Serra de Tramuntana ist eine atemberaubende Gebirgskette im Nordwesten von Mallorca. Die Straßen sind kurvig und bieten spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Das Cap de Formentor ist der nördlichste Punkt der Insel und bietet einige der spektakulärsten Ausblicke auf das Meer und die Küste. Es Coll Baix ist ein wunderschöner Strand an der Nordostküste von Mallorca.

Hier ist eine Tabelle mit einigen der besten Motorradstrecken auf Mallorca:

Strecke Beschreibung
MA-10 (Serra de Tramuntana) Kurvige Bergstraße mit atemberaubenden Ausblicken
Straße zum Cap de Formentor Spektakuläre Küstenstraße zum nördlichsten Punkt der Insel
Straße nach Sa Calobra Serpentinenstraße zur malerischen Bucht

Sicherheitstipps für Motorradfahrer auf Mallorca

Unabhängig davon, ob Sie nur für eine kurze Fahrt oder für eine lange Tour unterwegs sind, sollten Sie immer eine vollständige Schutzausrüstung tragen. Als Motorradfahrer müssen Sie besonders aufmerksam im Verkehr sein und sich bewusst sein, dass andere Verkehrsteilnehmer möglicherweise nicht auf Sie achten. Ja, es ist sicher, auf Mallorca Motorrad zu fahren, solange Sie die Verkehrsregeln beachten und vorsichtig fahren.

Motorradvermietung auf Mallorca

Ja, Sie können auf Mallorca ein Motorrad mieten.

Fazit

Motorradfahren auf Mallorca ist eine unvergessliche Erfahrung, die Sie nicht verpassen sollten. Mit den atemberaubenden Landschaften, gut ausgebauten Straßen und mildem Wetter ist Mallorca ein Paradies für Motorradfahrer. Achten Sie jedoch immer auf Ihre Sicherheit und halten Sie sich an die Verkehrsregeln, um Ihre Tour sicher und angenehm zu gestalten. Mieten Sie ein Ferienhaus auf Mallorca, machen Sie sich auf den Weg und erleben Sie die Schönheit Mallorcas auf eine ganz neue Art und Weise.

Also Fazit kann ich nur sagen, dass ich keine Sekunde der Tour bereue. Die Straßen, die Menschen, die Landschaft sind unfassbar schön, bzw. nett. Es war definitiv nicht die letzte Tour.

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