Mit dem Rennrad die Alpen überqueren: Routen und Tipps

Die Alpen mit dem Rennrad zu überqueren, ist für viele Radsportbegeisterte ein lang gehegter Traum. Eine Rennrad Transalp bezeichnet die Überquerung der Alpen mit dem Rennrad. Dabei werden verschiedene Alpenpässe und Länder durchquert, was sowohl körperliche Fitness als auch eine sorgfältige Planung erfordert.

Die Faszination der Alpenüberquerung mit dem Rennrad

Die Faszination einer Alpenüberquerung liegt in der einzigartigen Kombination aus sportlicher Herausforderung und Naturerlebnis. Das Erklimmen von Pässen, das Bewältigen zahlreicher Kehren und die rasanten Abfahrten bieten Rennradfahrern sowohl körperliche als auch mentale Anreize. Aber Alpencross steht nicht nur für Lust. Es steht ebenso für Leiden und ein bisschen auch für die Lust daran. Dafür immer weiterzutreten - Umdrehung für Umdrehung, auch wenn die Beine schmerzen und die Lunge zu verbrennen scheint.

Rennrad vs. Mountainbike

Viele Transalps bin ich mit dem Mountainbike gefahren. Dabei quert man immer wieder Straßenpässe in den Alpen. So entstand in mir die Idee, eine Transalproute zu entwerfen, die komplett für ein Rennrad geeignet ist. Am Rennrad fasziniert mich die große Strecke, die man recht schnell zurücklegen kann. Ich fahre erst seit 2013 regelmäßig Rennrad und schon von Beginn an war mir also klar: ich will mit dem Rennrad nicht wirklich Rennen fahren, sondern den Speed für ausgedehnte Touren und lange Strecken nutzen.

Die Kunst der Streckenplanung

Die Kunst bei Rennradtouren ist eine optimale Streckenplanung. Wenig befahrene Straßen, mit einem Untergrund, der mit den schmalen Reifen noch befahrbar ist und dennoch ohne große Umwege an Ziel zu kommen. Die logistische Herausforderung besteht darin, Routen zu finden und zu kombinieren, die möglichst wenig vom motorisierten Verkehr frequentiert werden. Das ist natürlich nicht vollkommen vermeidbar. Man muss sich deshalb überlegen, zu welchem Zeitpunkt der Hauptandrang vorbei ist. Das Stilfser Joch z.B. an einem Samstagnachmittag im Hochsommer mit dem Fahrrad zu befahren, ist nicht zu empfehlen. Karawanen von Autos und Motorrädern werden auf der grandiosen Passstraße dem Radler ihre Auspuffgase ins Gesicht blasen.

Beliebte Routen für die Rennrad Alpenüberquerung

Es gibt zahlreiche Routen für die Rennradreise, die sich in Länge, Schwierigkeitsgrad und Landschaft unterscheiden.

  • Klassische Route: Garmisch über Fernpass, Reschenpass und Stilfser Joch zum Gardasee.
  • Schweiz-Route: Mit Klausenpass und Ächerlipass.
  • Via Claudia Augusta: Geeignet für Einsteiger, einer der leichtesten Alpenübergänge.

Beispielroute: Garmisch - Gardasee

Bewährter Startort dieser speziellen Transalp mit dem Rennrad sollte wegen der guten Zuganbindung Garmisch-Partenkirchen sein. Ich lasse das Auto für die Anreise gern stehen und fahre entspannt und stressfrei mit der Bahn. Als Zielpunkt ist der Gardasee unschlagbar, das steht fest. Die Strecke mittendrin würde sich von Tag zu Tag ergeben. Ende September locken ein paar schöne Tage, also nicht lange gefackelt und los. Ein erster Zwischenstopp soll in Seefeld sein.

Garmisch - Mittenwald - Seefeld - Telfs - Imst Bhf.

Route Stilfser Joch

Während man sich auf dem Weg über den Fernpass einrollt, kann man schon mal vom Höhepunkt der Tour träumen: dem Stilfser Joch, ein Pass mit legendärem Ruf. Doch vorher gilt es die Pillerhöhe und den Reschenpass zu überqueren. Dann geht es durch 48 Kehren hinauf zum "höchsten Rummelplatz Europas" (2757 m). Bergab zum Umbrailpass und weiter ins Engadin. Man erklimmt den Ofenpass, und nach der Abfahrt wird Zernez erreicht. Bei der Auffahrt zum Passo Bernina schweift der Blick auf die Riesen Piz Bernina und Piz Palü, und dann führt die Route über die Forcola di Livigno zum Passo d’Eira und über den Passo di Foscagno nach Bormio. Es folgt ein Anstieg, der ganz sicher zu den schönsten Alpenpässen gehört und eine echte Herausforderung darstellt: Der Gaviapass mit 26 Kilometern und 1400 Höhenmetern.

Route über die Dolomiten

Die anspruchsvolle Tour an den Gardasee biegt nach der Erklimmung des Fernpasses ins Ötztal ab. Dort wartet mit dem Timmelsjoch schon das Dach dieses Alpencross - 2509 Meter über dem Meer. Nur ein Highlight von vielen, geht es doch später kreuz und quer durch die Dolomiten.

Weitere spektakuläre Alpenpässe

Im Herzen Europas, wo die Alpen majestätisch Frankreich, Italien, die Schweiz und Österreich verbinden, gibt es Gebirgspässe, die jedes Radfahrerherz höher schlagen lassen. Sie führen durch atemberaubende Landschaften, vorbei an klaren Bergseen und durch malerische Täler. In den Alpen gibt es über 200 Passstraßen.

  • Timmelsjoch: Verbindet Österreich mit Italien.
  • Vršič-Pass: Höchster asphaltierter Gebirgspass Sloweniens.
  • Großglockner-Hochalpenstraße: Führt am höchsten Berg Österreichs entlang.
  • Rossfeld-Panoramastraße: Deutschlands höchstgelegene Panoramastraße.
  • Alpe d’Huez: Berühmter Anstieg der Tour de France.
  • Sustenpass: Verbindet den Kanton Uri mit dem Kanton Bern.
  • Riedbergpass: Im Allgäu an der Grenze zu Österreich.
  • Sellaronda: Führt über vier Pässe rund um die Sella-Gruppe in den Dolomiten.
  • Col du Galibier: Anspruchsvoller Gebirgspass in den französischen Alpen.
  • Mont Ventoux: In den provenzalischen Alpen.

Vorbereitung auf die Rennrad Transalp

Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg deiner Alpenüberquerung. Die Wahl der richtigen Route, die optimale Vorbereitung und die passenden Ausrüstungsgegenstände gehören zu den zentralen Themen einer gelungenen Alpenüberquerung.

Körperliche und mentale Anforderungen

Außerdem stellt eine Rennrad Transalp Überquerung sowohl körperliche als auch mentale Anforderungen. Mit einer soliden Vorbereitung, realistischer Planung und der Bereitschaft, bei Bedarf Pausen einzulegen oder die Route anzupassen, kannst du diese Herausforderungen meistern. Außerdem wirst du viele atemberaubende Panoramen mit deinem Auge auffassen werden können.

Ausrüstung

Ach ja, ein Rennrad brauche ich auch. Bei meinem Radhändler stand ein fast neues vor der Tür, dass mir rein optisch sehr gut gefiel. Die Rahmenhöhe und -geometrie passte, wie ich bei einer längeren Testfahrt sofort merkte. Der einzige Unsicherheitsfaktor für mich ist die Übersetzung. Das Kompaktsystem mit 34 Zähnen vorne und einem 26er Ritzel hinten sollte für die Alpenpässe geeignet sein.

Rückreise mit dem Zug

Wie schon so oft, habe ich auch diesmal die Rückreise mit dem Zug erledigt. Der Radweg von Torbole zum Bahnhof nach Rovereto war in ca. 50 Minuten bewältigt. Im Zug bis zum Brenner kann man die Alpen Revue passieren lassen. Vom Brenner geht es auf der alten Brennerstraße bis zum Innsbruck Bahnhof sehr rasant. Für die ca. 39 km braucht man mit dem Rennrad deutlich weniger als eine Stunde. Im Bahnhof Innsbruck die Fahrkarten kaufen, sich im M-Preis verpflegen und rein in den Zug nach München. Dort umsteigen und relaxt nach Hause kommen. Auf der Fahrt gleich den Bericht geschrieben. Mit dem Zug zurück macht diese Reise rund.

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