Wenn die Temperaturen sinken und der Winter Einzug hält, verabschieden sich viele Motorradfahrer von ihren Motorrädern und machen Winterpause. Doch viele Rollerfahrer trotzen, speziell im städtischen Bereich, den Temperaturen und geben auch im Winter Gas. In diesem Blogbeitrag wollen wir 5 Tipps geben, wie du auch in den kältesten Monaten sicher, komfortabel und warm mit deinem Roller unterwegs sein kannst.
Unter Rollerfahren gibt es zwei Gruppen welche sich mit dem Motorroller fahren im Winter auseinander setzen. Für die eine Gruppe ist es logisch nicht zu fahren, den denen ist es zu kalt und auf nasse Füße stehen sie auch nicht. Diese Gruppierung erkennt man am Saisonkennzeichen und der Abwesenheit auf winterlichen Straßen. Der anderen Gruppe ist das Wetter völlig egal. Warm eingepackt in entsprechende Winterkleidung wird auch zwischen November und März mit dem Roller gefahren. Welche nun die richtige Entscheidung ist, entscheidet jeder für sich selbst.
1. Die richtigen Reifen für winterliche Bedingungen
Gerade im Winter ist der richtige Reifen entscheidend für deine Sicherheit auf der Straße.Der normale Reifen eines Rollers kann bei tiefen Temperaturen deutlich an Grip verlieren, was das Fahren auf nassen oder vereisten Straßen unsicher macht. Natürlich kannst du auch mit den ganz normalen Gummis fahren, jedoch haben Winterreifen eine spezielle Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen flexibel bleibt und somit besseren Grip auf der Straße bietet. Die meisten Sommerreifen verhärten sich bei Kälte, was zu deutlich schlechterer Haftung und längeren Bremswegen führt.
Sie haben ein spezielles Profil, das dazu beiträgt, Wasser und Matsch effizient abzuleiten und so Aquaplaning zu verhindern. Wichtig: Egal, welchen Gummi du aufgezogen hast, denke daran, den Luftdruck gerade bei tiefen Temperaturen regelmäßig zu kontrollieren, weil in dieser Jahreszeit der Luftdruck in den Reifen sinkt.
Am besten ist es natürlich, wenn du Ende Oktober auf Winterreifen wechselst. In unserem Onlineshop findest du eine große Auswahl an Winterreifen zum günstigen Preis - damit bist du noch sicherer unterwegs. WINTERREIFEN KAUFEN »Aber egal welchen Reifen du hast, du musst dein Fahrverhalten an die winterlichen Straßenverhältnisse anpassen.
Deine Reifen brauchen bei den kalten Straßen deutlich länger bis sie warmgefahren sind und ihren maximalen Grip erreichen. Beachte auch, dass das Fahrwerk weniger agil und träger ist als im Sommer, da das Öl in den Federelementen durch die kalten Temperaturen weniger flüssig ist - Stichwort Viskosität. Dadurch spricht die Federung schlechter an und dein Roller hat eine viel schlechtere Straßenlage.
Für Roller und Motorräder gibt es in Deutschland keine Winterreifenpflicht. Wir empfehlen dir aber trotzdem deine Reifen vor dem Winter auf ein ordentliches Profil zu prüfen, den auf schneeglatten Untergrund brauchst du ordentlich Grip.
2. Die richtige Bekleidung für Komfort und Sicherheit
Die richtige Bekleidung ist besonders wichtig, wenn du im Winter mit deinem Roller unterwegs bist. Der kalte Wind, Regen und sogar Schneefall können das Fahrerlebnis auch schnell unangenehm machen. Viele Modelle kombinieren isolierende Materialien wie Thinsulate mit robusten, schützenden Außenmaterialien, um dich im Falle eines Sturzes zu schützen.
Im Sommer sind viele mit Sneaker und sogar Adiletten unterwegs. Grundsätzlich empfehlen wir IMMER richtiges Schuhwerk, und speziell im Winter kann es schon unangenehm werden, wenn deine Schuhe nicht winterfest sind. Speziell jetzt ist es oft dunkel, wenn du dich auf den Weg ins Büro machst oder am Ende des Arbeitstages wieder den Heimweg antrittst. Deshalb empfehlen wir hier Jacken mit Reflektoren, damit du von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen wirst.
Denn wir wissen ja, Autoslalom ist laut StVO erlaubt, doch im Dunklen hilft es den anderen, dass du gut erkennbar bist. Viele Jacken und Hosen für Zweiradfahrer verfügen über reflektierende Elemente, die auch häufig clever ins Design des Kleidungsstückes eingebunden sind und nicht gleich als Verkehrssicherheits-Reflektor auffallen. Gleiches gilt für viele Rucksäcke und Taschen. Auch kleine Hilfsmittel wie z.B. sein.
Die Ausstattung für kaltes Wetter ist beim Rollerfahren die halbe Miete! Nicht nur das richtige Zubehör sondern auch die richtige Kleidung gehört im Winter zum Rollerfahren dazu. Schicht 2: Winddichte Unterwäsche z.b. Schicht 3: Wärmende Kleidung z.B. Schicht 4: Wasserdichte Kleidung z.B. zu tragen. Diese schützt zusätzlich vor kaltem Wind und ist angenehm warm.
3. Gadgets und Zubehör für den Wintereinsatz
Im Winter gibt es eine Reihe von Gadgets und Zubehörteilen, die das Rollern noch komfortabler und sicherer machen. Und es gibt einige Gadgets, die speziell für den Wintereinsatz entwickelt wurden, um das Rollern noch angenehmer zu machen.
- Beindecken/-schürzen für den Roller: Diese praktischen Winterdecken für die Beine und auch als Schürze bis zum Brustbereich sind speziell für Rollermenschen entwickelt worden. Sie werden über die Beine gestülpt und schützen vor Wind und Kälte. Einige Modelle sind wasserdicht, um dich bei Regen oder Schnee trocken zu halten und es gibt sie auch beheizt.
- Beheizbare Sattelauflagen: Für zusätzliche Wärme kannst du auch eine beheizbare Sitzauflage verwenden. Diese wird in den Sattel integriert und sorgt dafür, dass du bei längeren Fahrten nicht an den Oberschenkeln auskühlst.
- Heizgriffe: Eine Heizung für die Lenkergriffe ist eines der beliebtesten Wintergadgets für Rollerfahrer. Diese können einfach nachgerüstet werden und sorgen dafür, dass du keine kalten Hände bekommst, selbst bei eisigen Temperaturen.
- Griff-/Lenkerstulpen: Diese gibt es universal passend oder auch für viele Modelle speziell angepasst. Vielleicht wirst du dann beim Einparken aber von manchen gefragt, ob du die bestellte Pizza lieferst.
4. Besonderheiten bei Elektro-Rollern im Winter
Elektro-Roller sind aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit und praktischen Handhabung besonders in der Stadt sehr beliebt. Doch tiefe Temperaturen können den Akku eines E-Rollers stark beeinflussen, da die Kapazität von Lithium-Ionen-Batterien bei niedrigen Temperaturen rascher sinkt als im Sommer. Dies kann die Reichweite erheblich verringern.
- Akku im Warmen aufladen: Lade den Akku deines Elektro-Rollers vorzugsweise in einem warmen Raum auf, da der Akku in kalten Umgebungen langsamer lädt und an Kapazität verliert.
- Lagere den Akku richtig: Wenn du den Roller über längere Zeit nicht benutzt, nimm (wenn es möglich ist) den Akku raus und lagere ihn an einem warmen, trockenen Ort.
- Reduzierte Reichweite einkalkulieren: Rechne im Winter bei einem Elektro-Roller mit einer möglichen geringeren Reichweite.
5. Fahrverhalten anpassen und vorausschauend fahren
Im Winter ist es für alle, egal wie geübt und routiniert du bist, die Geschwindigkeit und Reaktionszeit an die winterlichen Bedingungen anpassen. Ein weniger sanfter Gas geben und ein wenig früher und sanfter bremsen kann dich vor einem Asphaltausschlag schützen, ganz nach dem Motto „Lieber vü z’langsam als a bissl zu schnö“. Auch vorausschauendes Fahren und noch mehr Mitdenken tut immer gut. Eine persönliche Meinung von mir: Kopfhörer im Ohr und Musik hören oder sogar telefonieren mag ich grundsätzlich nicht, denn es nimmt mir die Konzentration aufs Fahren.
Zum Saisonstart hast du deinen Roller bestimmt komplett durchgecheckt, alles geprüft und technisch in Ordnung gebracht. Das heisst aber auch, dass die Wartung deines Motorrollers schon einige Zeit her ist - daher lohnt es sich auf jeden Fall vor dem Wintereinbruch noch einmal alles zu prüfen. Angefangen vom Motoröl über Bremsflüssigkeit, Batterie, Beleuchtung und Reifen bis hin zum Frostschutz - alles sollte auf Zustand, Belastbarkeit und Füllstand gecheckt werden damit es nicht zu unvorhersehbaren Problemen im Winterbetrieb kommt.
Nichts ist ärgerlicher, als morgens auf den Roller zu steigen und beim umdrehen des Schlüssels nur ein müdes klackern zu hören. Das bedeutet meistens, dass die Batterie tot ist. Wir empfehlen deshalb die Batterie im Herbst nochmals zu prüfen und gegebenenfalls durch eine neue Gel Batterie, z.B. von Citomerx, zu tauschen. Auch die Anschaffung eines Ladegerätes kann sich lohnen. Um aber den Batterietot im Winter zu entgehen raten wir das Fahrzeug in einem Raum mit über zehn Grad Temperatur unterzubringen. Muss die Batterie mit dem Ladegerät nachgeladen werden, dann sollte ein Ort mit 20 Grad gewählt werden.
Sichtbarkeit erhöhen
Wer dich nicht sieht, fährt dich um! Winter bedeutet Dunkelheit und schlechte Sicht. Wer dich nicht sehen kann, kann auch keine Rücksicht auf dich nehmen. Deshalb gilt besonders für Rollerfahrer: Mach dich Sichtbar im Straßenverkehr.
Klare Sicht durch das Visier
Der warme Atem, die kalte Außenluft, Nieselregen und Schneefall macht es nicht gerade einfach den Durchblick zu behalten. Wenn du das Problem in den Griff kriegen willst, dann musst du dich mit dem Visier und der Außenseite deines Helms beschäftigen. Die Innenseite des Visiers beschlägt durch deine warme Atemluft und ab da ist es dann ganz schnell vorbei mit der freien Sicht. Was sehr gut hilft sind sogenannte Pinlock-Visiere. Diese kann man häufig nachrüsten.
Beim Pinlock Visier ist eine zusätzliche Kunststoffscheibe an zwei Pins befestigt welches einen Zwischenraum zum regulären Visier herstellt. Dieser Luftpuffer verhindert das all zu schnelle beschlagen. Wenn es nicht sein muss, dann verzichte auf eine Brille unter dem Helm, nimm eventuell Kontaktlinsen. Atme durch einen Halswärmer, auch dadurch wird sich das Beschlagen reduzieren.Auf der Außenseite des Visieres arbeitet man nicht gegen das Beschlagen, sondern meist gegen Wassertropfen und Schnee. Es gibt zwei Wege, diese loszuwerden. Der normale Weg ist der Fahrtwind. Fahrt ihr schnell genug, so die Theorie, werden die Wassertropfen vom runden Visier weggepustet. In der Praxis funktionert das leider nicht ganz so zuverlässig, besonders, wenn man mit langsameren Geschwindigkeiten durch die Stadt fährt.
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