Du möchtest deinem Mofa oder Moped einen individuellen Touch verleihen? Warum dann nicht auch die Position des Kennzeichens anpassen? Da es bei den meisten Mofas einfach am Schutzblech befestigt ist, sticht man hier schnell aus der Masse hervor.
Jeder, der schon mal auf einem Moped saß, weiß, dass die originalen Kennzeichenhalter hässlich wie die Nacht sind und immer eine der ersten Teile sind, die angepasst werden sollten. SMTH….klingt erstmal nach einer neuen Kategorie auf PornHub, ist aber seit gut und gerne einem Jahrzehnt ein Trend bei Mopedtunern! Dabei geht es darum einen möglichst minimalistischen Taferlhalter selbst zu bauen.
Die einfache Lösung: Seitliche Kennzeichenhalterung
Die einfachste Lösung dafür, haben wir für euch getestet. Es handelt sich dabei um einen Kennzeichenhalter, der mit wenigen Handgriffen es ermöglicht, das Kennzeichen an die Seite des Mofas zu bauen. Zunächst vorweg, der Umbau ist wirklich simpel und komplett reversibel. Das heißt, falls es dir nachher nicht gefällt, kannst du es einfach zurück bauen. Du musst also keine extra Löcher bohren oder andere Eingriffe vornehmen.
Das war auch für uns ein entscheidender Grund, uns für diesen Halter zu entscheiden. Ein weiterer Vorteil der Halterung ist, dass sich das Kennzeichen super schnell wechseln lässt. Jeder der Mofa fährt kennt die Zeit Anfang März, in der das Kennzeichen wieder gewechselt werden muss. Auch das geht mit diesem Kennzeichenhalter für die Seite auch beim Mofa deutlich schneller.
Details zum Kennzeichenhalter
Der Kennzeichenhalter selber kostet keine 12€. Nach dem Auspacken ist schnell klar, wie stabil dieser Halter ist. Selbst mit extremer Kraft, würde er sich nicht verbiegen lassen. Auch ist es komplett aus Edelstahl, sodass auch Rost hier kein Problem darstellen wird.
Befestigt wird der Halter mit einer einzigen Schraube (M8). Somit lässt er sich perfekt an z.B. der unteren Stoßdämpfer Schraube befestigen. Auch wir haben das an unserer Puch Maxi so gemacht. Durch diese Art der Befestigung, lässt er sich an alle gängigen Mofa Modelle schrauben, wie z.B. Puch Maxi, Hercules Prima, Zündapp Zr, Simson S51 und vielen weiteren.
Zum Verbauen also einfach den unteren Bolzen des Stoßdämpfers lösen und mitsamt dem Kennzeichenhalter wieder verschrauben. Nun nur noch festschrauben und man ist schon fast fertig. Es fehlt jetzt nur noch das aller wichtigste, das Kennzeichen an sich. Genau wie bei eurem eigentlichen Kennzeichenhalter, könnt ihr das Kennzeichen einfach mit 2 Schrauben hier befestigen. Durch ein Langloch lässt es sich außerdem noch so neigen, dass es genau waagerecht steht.
Wir haben diese Halter jetzt an unserer Puch Maxi verbaut und sind auch schon einige Touren damit gefahren. Uns gefällt die Optik sehr gut und gerade zu umgebauten Tuning Mopeds, passt es oft sehr gut. Bei einem originalen, alten Mofa bietet es sich wahrscheinlich nicht so an. Der Halter ist extrem Stabil und sitzt auch sehr fest, obwohl er nur mit einer Schraube befestigt ist.
Einziger Nachteil für uns ist, dass das Kennzeichen nun ungeschützt und sehr frei an der Seite sitzt. Man kommt am Anfang doch sehr schnell mit dem Bein dagegen oder bleibt in der Werkstatt hängen. Man gewöhnt sich dran, aber ein kleiner Wehrmutstropfen ist es doch.
Trotz allem von uns ein klarer Daumen hoch. Wem diese Optik gefällt, für den ist diese Halterung gerade bei Umbauten, ein gute Möglichkeit, sein Mofa noch weiter zu individualisieren. Auch der Preis von 12-13€ ist angemessen, da er wirklich sehr wertig ist.
SMTH - Der minimalistische Ansatz
Im Grunde geht es beim SMTH einfach nur darum ein Stück Blech zurechtzubiegen und die Löcher zur Befestigung und für die Anbringung der Lichtelemente richtig zu setzen. Diese sind natürlich bei jedem Modell und jedem Umbau unterschiedlich. Vor allem dann, wenn man die Neuanschaffung direkt mit einem neuen LED-Rückstrahler und Mini-Blinkern ergänzt, damit das Ganze ein stimmiges Bild ergibt.
Anfangen solltest du also damit, dir die neuen Teile zusammenzusuchen und die Maße für die Anbringung zu bestimmen. Dann überträgst du diese auf dein Blech, verbindest es mit deinem Bike, verkabelst alles wieder und bist eigentlich schon fertig.
Gesetzliche Bestimmungen beachten
Taferlhalterungen bedürfen keiner Zulassung und können daher fast frei gestaltet werden. Einzig der Winkel vom Kennzeichen zur Straße und die Beleuchtung sind vom Gesetz her geregelt.
Weitere Optionen und Tipps
- Materialauswahl: 2er Alu erschien mir etwas zu dünn, gerade weil die Blinker unten sitzen.
- Eloxieren: Eloxieren werde ich definitiv wieder. Habe ich doch mit Modellbau und Mountainbike zwei weitere potentielle Anwendungsgebiete.
- Beleuchtung: Wie siehts da mit der Beleuchtung aus?
- Alternative: Hab mein bei Ebay gekauft, hat nur ein paar euro gekostet.
Beispielhafte Vorgehensweise für einen Umbau
- Als erstes die Anbauanleitung verbrennen oder aufessen, ist eh scheiße.
- Um vernünftig arbeiten zu können, habe ich das Heck soweit wie möglich zerlegt.
- Nach Entfernen der Sitzbänke und der Rahmendreiecke wurde die Heckverkleidung nach Lösen aller Halteschrauben (auch auf der Unterseite!) vorsichtig abgehoben. Hierzu muss der Kabelzug am Schließmechanismus des Soziussitzes ausgehangen werden.
- Als nächstes baut man die Batterie aus und löst die Stecker von Rücklicht, Kennzeichenbeleuchtung und Blinkern. Das Rücklicht wird abgebaut (3 Schrauben), es würde später beim Arbeiten stören. Auch die hinten mittig gelegene CDI wird von der Originalinnenverkleidung abgeschraubt.
- Nun kann die O-IV nach Lösen der im Heckrahmen sitzenden Schrauben herausgezogen werden.
- Die Originalinnenverkleidung muss beschnitten werden, und zwar „final“. Man sägt neben dem Geraffel, was nach unten hängt auch den hinteren Teil unter dem Fahrzeugheck ab. Hierbei gehen Halterung vom Werkzeug und Tankstrebe flöten, was aber zu verschmerzen ist. Ich habe so weit gesägt, bis der hintere störende Knubbel weg war, so dass die neue Verkleidung schön plan anliegen kann. Wenn man von oben nach Entfernen der Soziussitzbank auf das „Gepäckfach“ schauen würde, muss man sich etwa mittig den Schnitt denken. Ich habe so gesägt, dass die Seitenwände der Originalverkleidung erhalten blieben. Ich möchte ja später kein Feuchtraumbiotop im Heck haben. Gesägt wurde mit einer Eisensäge, das Material ist butterweich und daher kein Problem. Optional geht’s auch mit einem Lötkolben, wäre mir aber zu ungenau.
- Nachdem die Originalverkleidung wieder eingebaut wurde, setzt man die Batterie wieder ein. Zwei Aufnahmepunkte im Heckrahmen müssten jetzt frei sein, und zwar die horizontalen Bohrungen im hinteren, oberen Bereich des Rahmens, neben dem Rücklicht (sind später noch wichtig).
- Nun das größte Problem beim Einbau der neuen HIV: Man muss die HIV in der gewünschten Endposition so anhalten, dass man die Löcher für die Schrauben anzeichnen kann, die später an der Unterseite des Heckrahmens im hinteren Bereich die neue und die alte HIV halten sollen. Das geht am besten zu zweit! Zum Anhalten unbedingt auch das Rücklicht wieder montieren, da der Heckabschluss der HIV hieran auszurichten ist. Die Löcher müssen so gebohrt werden, dass keine Spannung auf die neue HIV übertragen wird, wenn man versucht die Schrauben in den Heckrahmen einzufädeln . Hier liegt meiner Meinung nach die Ursache für so manchen Spannungsriss in verbauten HIV. Gegebenenfalls die Löcher lieber etwas großzügiger machen!
- Eine weiteres Loch wird mittig durch die alte und neue HIV gebohrt, entsprechend also etwas weiter vorne (zirka oberster Punkt des Radlaufs der Zubehör - HIV). Nun kann die HIV schon fest mit dem Moped verschraubt werden, benutzt wurden schwarze M6 - Innensechskantschrauben mit Senkkopf, ziehen sich schön in das weichen Material der HIV und fallen nicht auf. Für die mittlere (und alle weiteren Schrauben) wurde eine selbstsichernde Mutter verwendet.
- Die HIV wird wieder ausgebaut, da nun Blinker, Kennzeichen und -beleuchtung montiert werden müssen. Die Kennzeichenbeleuchtung wird nach dem Bohren der entsprechenden drei Löcher an dem hinteren geraden Stück der HIV befestigt, von Metisse wird diese Fläche für die Aufnahme des Kennzeichens vorgeschlagen. Seitlich werden die Blinker nach dem Bohren entsprechender Löcher montiert und grob ausgerichtet.
- Für den Kennzeichenhalter habe ich einen Blechwinkel angefertigt, pro Schenkel ca. 11cm lang und 6 cm breit, der Winkel beträgt ca. 95°. Der Winkel wird an einer Seite mit zwei Löchern versehen, um den Originalkennzeichenhalter (der kleine Metallstreifen) befestigen zu können. Hierbei sollte durch Anhalten des Kennzeichens auf die richtige Höhe geachtet werden, damit das Kennzeichen später bündig unter der Kz.-Beleuchtung sitzt. Die andere Seite des Winkels habe ich mit vier Löchern versehen. Durch die Verwendung des Originalkennzeichenhalters kann man bei Verkauf oder Ummeldung später auch andere Kennzeichen problemlos montieren, da die Schlitze im O-Halter ein Anpassen erlauben. Auch lässt sich ein Kennzeichen so einfacher ausrichten.
- Nun wird der komplett montierte Blechwinkel mit Kennzeichen erneut angehalten, penibel ausgerichtet und die Bohrlöcher werden an der Unterseite der HIV angezeichnet. Auch das geht zu zweit optimal, das Kennzeichen soll ja hinterher nicht schief sitzen!!! Nach dem Bohren der Löcher M6 wird der jetzt schwarz lackierte Winkel mit 4 Innensechskantschrauben mit Flachkopf und selbstsichernden Muttern unter der jetzt wieder eingebauten HIV montiert. Die hinteren Schrauben etwas länger wählen, ich habe 30mm genommen. Innen werden die Schrauben unter Verwendung von breiten Karosseriescheiben befestigt, um das Material zu entlasten . Zwischen Blechwinkel und HIV habe ich ein zurechtgeschnittenes Stück schwarzes, dünnes Moosgummi gelegt, um auch hier das Material nicht zu stark zu belasten (die Schrauben einfach durchdrücken).
- Da durch das Gewicht der Anbauteile und der recht weite vorne liegenden Befestigung die HIV im hinteren Bereich bei Bodenwellen mitschwingen bzw. vibrieren würde, habe ich hier eine recht einfache und doch stabile Lösung gesucht und gefunden. Man schneidet ein Stück Lochblechband mit Löchern passend für M6 zurecht, biegt es etwas, so dass man es so gerade mittels übriggebliebener Originalschrauben an den hinteren horizontalen Ösen im Heckrahmen (s. o.) befestigen kann. Der Streifen sollte so lang sein, dass die hinteren 30mm Halteschrauben des Blechwinkels noch so eben eingefädelt werden können. Hierauf selbstsichernde Muttern setzen (wäre auf diesen Schrauben das zweite Paar). Jetzt die Schrauben seitlich im Heckrahmen anziehen, soweit möglich. Der Lochstreifen bekommt nun Spannung . Diese Spannung kann nun beliebig gesteigert werden, indem die Muttern auf den 30mm Schrauben angezogen werden . Das ganze Heck kommt etwas hoch und sitzt bombenfest. Es schließt nach der Montage des Rücklichts bündig mit diesem ab. Vorher aber bitte die Blinker festschrauben und ausrichten.
- Sollten die Blinker, wie bei mir etwas hängen oder nach hinten weisen, hier ein Trick: Ich habe ein altes Tankpad mit Klebeseite in kleine Stücke geschnitten, und diese „Törtchen“ innen zwischen HIV und Unterlegscheibe des Blinkers gegenüber der „Problemseite“ gestopft. Ein hängender Blinker zieht sich so beim Anziehen der Mutter von selbst in Position. Nach dem Montieren der elektrischen Anschlüsse (ich benutzte hier PosiLock - Verbinder und darüber Schrumpfschlauch, sehr sauber) wandert die CDI auf die linke Fahrzeugseite und wird an einer dort freien Öse am Rahmen verschraubt (Sicherungslack ). Sie sitzt dann etwa gegenüber von dem ca. gleichgroßen Regler und verschwindet nach der Montage unter der Verkleidung.
- Mittels schwarzem Silikon können die Übergänge zwischen alter und neuer HIV von innen geschlossen werden. Jetzt kann alles wieder zusammen gebaut werden, anschließend die Folie von der HIV ziehen und freuen !!!
Natürlich kann man vieles oder auch alles anders lösen, aber bei mir lief es so problemlos und hält auch nach zahlreichen Ausfahrten bombenfest. Außerdem denke ich auch immer ein wenig in Richtung Wiederverkauf, daher arbeite ich gerne möglichst sauber.
Kosten und Aufwand
Meine Kosten lagen zusammen bei etwa 100€. Der große Vorteil ist das weiteres Eloxieren fast umsonst ist, lediglich destilliertes Wasser wird benötigt. Zum Vergleich: Ich habe bei zwei Firmen in der Nähe telefonisch angefragt, was eloxieren kostet. Beide hatten einen Mindestauftragswert von 80€.
Ich habe vor drei Wochen einen kurzen KZH von Rizoma an meiner RN43 verbaut und das hat uns sage und schreibe 7,5 Stunden Aufwand gekostet. Wir haben auch keine zwei linken Hände.Wenn wir das nochmal machen müssten, wären wir sicherlich in ca. 4-5 Stunden fertig.
Empfehlungen
Für Bastler und Tüftler die sorgfältig arbeiten und wissen was eine Stromquelle ist ja, sonst eher nein. Und eher für kleine Teile. Die benötigten Chemikalien lassen sich einfach und auch günstig besorgen (teuer geht natürlich auch). Spezielle Farben, Titandraht und Zusätze sind erschwinglich, aber auch nicht unbedingt notwendig.
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