Dieser Artikel bietet einen detaillierten Test von 18-Zoll-Mopedreifen, die für Klassiker, Youngtimer und solche, die es werden wollen, geeignet sind. Der Test wurde auf steilen, kurvigen und manchmal nassen Straßen durchgeführt, um ein umfassendes Bild der Reifenleistung zu erhalten.
Testkriterien und -umgebung
Bei Vergleichstests von Motorradreifen achten die Tester in der Regel auf Kriterien wie Fahrleistungen, Fahrstabilität, Handling, Abrollgeräusche und Bremsverhalten. Zusätzlich werden die Reifen auf unterschiedlichen Untergründen getestet, um ihre Reaktion bei Schnee, Nässe oder trockener Fahrbahn zu bewerten. Es ist wichtig zu beachten, dass das Testurteil immer von der gefahrenen Maschine abhängt, da Handling und Lenkpräzision stark von der Fahrzeuggeometrie beeinflusst werden.
Testergebnisse im Überblick
Im Folgenden werden die Ergebnisse der getesteten Reifen zusammengefasst, wobei sowohl die Leistung auf der Landstraße als auch bei Nässe berücksichtigt wird:
Platz 1: Continental Road Attack 2 CR/Classic Attack
Bewertung Landstraße/Alltag: Der Radialreifen bietet extrem handliches Fahrverhalten, tolles Feedback, viel Grip und hohen Komfort auf kurvenreichen Landstraßen. Shimmy ist für diese Conti-Paarung ein Fremdwort.
Nasstest: Bei Regen fährt die radial bereifte Yamaha das Diagonalfeld förmlich in Grund und Boden. Die Haftreserven beim Beschleunigen sowie in Schräglage sind gigantisch, dazu punktet dieser Conti mit Eins-a-Handlichkeit und sattem Feedback.
Fazit: In Sachen Sportlichkeit und Sicherheit (vor allem bei Nässe) gibt es nichts Besseres.
Platz 2: Michelin Pilot Activ
Bewertung Landstraße/Alltag: Der Pilot Activ lässt sich neutral wie präzise ums Eck steuern. Ebenfalls top: seine prima Rückmeldung, sodass sich beim Piloten schnell ein sicheres Gefühl für die Gripreserven einstellt. Lediglich beim Geradeauslauf wirkt er etwas zu nervös.
Nasstest: Auf regennassen Straßen überzeugt der Michelin weiterhin durch seine Handlichkeit, auch das Grippolster in Kurven ist ausreichend.
Fazit: Wie kein anderer Diagonalreifen lässt sich der handliche Pilot Activ ums Eck steuern - ein Gummi für die Sportsfreunde in der Oldie-Liga. Bei Nässe nicht ganz top, aber abschütteln lässt er sich auch dort noch lange nicht.
Platz 3: Dunlop Arrowmax Streetsmart
Bewertung Landstraße/Alltag: Schon ab den ersten Metern gefällt der Streetsmart auf der XJ durch seine unerschütterliche Ruhe. Fürs engagierte Streetsurfen gibt sich der Streetsmart etwas zu träge.
Nasstest: Trotz seines etwas trägen Grundcharakters punktet der Dunlop auf nasser Strecke durch breiten Grenzbereich, klasse Rückmeldung sowie satten Grip beim Beschleunigen und in Schräglage. Bester Diagonalreifen bei Regen!
Fazit: Wer einen tollen Regenreifen sucht, darf gern zum Dunlop greifen. Sein Manko: die Tendenz zur Trägheit.
Platz 4: Bridgestone Battlax BT45
Bewertung Landstraße/Alltag: Eine besondere Stärke des Japaners ist sein stabiler Geradeauslauf, wobei Metzeler und Dunlop die Nase allerdings noch etwas weiter vorn haben. Reichlich Pluspunkte sammelt der BT45 auf kurvigen Strecken, wo er seine gute Handlichkeit ausspielen kann.
Nasstest: Bei Regen zeigt sich im Vergleich zu den teils deutlich jüngeren Konkurrenten im Test, dass der BT45 in die Jahre gekommen ist: etwas schmaler Grenzbereich, wenig Traktion beim Beschleunigen und eine nur mäßige Rückmeldung.
Fazit: Bei Schönwetter auf der Landstraße zeigt der BT45 eindrucksvoll, dass er immer noch up to date ist. Nur bei Nässe knickt der Japaner leicht ein - da kann man inzwischen deutlich mehr Leistung erwarten.
Platz 4: Continental ContiGo!
Bewertung Landstraße/Alltag: Selbst im kalten Zustand bleibt der nervige Shimmy-Effekt aus, und auch die Geradeauslaufstabilität kann überzeugen - im Vergleich zum BT45 gibt sich der Go! allerdings eine Spur nervöser. Dank seiner Handlichkeit und des guten Feedbacks für seine Gripreserven lässt sich die Conti-bereifte Yamaha souverän durch kurviges Geläuf steuern.
Nasstest: Gepaart mit guter Handlichkeit macht der Conti deshalb auch bei Schlechtwetter Spaß.
Fazit: In Sachen Stabilität ist er ganz vorn mit dabei, dazu punktet er mit Grip und Komfort. Vor allem aber macht er auch bei Regen nicht schlapp.
Platz 6: Metzeler Sportec Klassik
Bewertung Landstraße/Alltag: Im kalten Zustand fällt der Klassik gleich durch einen ausgeprägten Shimmy-Effekt auf. Warm gefahren wird das Lenkerflattern zwar deutlich weniger, allerdings klingt es bei bewusster Anregung deutlich langsamer ab als bei der Konkurrenz. Seine Handlichkeit ist zu träge, sein Feedback für die vorhandenen Haftreserven zu trocken.
Nasstest: Beim Beschleunigen dreht der Hinterreifen schon reichlich früh durch, und auch in Schräglage sind die Haftreserven zu schnell aufgebraucht. Sein schmaler Grenzbereich lässt bei Regen kein gutes Gefühl aufkommen.
Fazit: Auf der Landstraße bleibt er zu farblos, und im Nassen gerät er schnell ins Hintertreffen.
Platz 7: Pirelli Sport Demon
Bewertung Landstraße/Alltag: Mit trägem Einlenkverhalten, schlechter Rückmeldung, wenig Gripreserven, spontanen Rutschern beim schnellen Abwinkeln und spürbarem Aufstellmoment kann die Pirelli-bereifte XJ aber nicht zu den besseren Reifen im Test aufschließen. Nur beim Geradeauslauf punktet der Sport Demon mit satter Stabilität.
Nasstest: Bilanz im Regen: weite Bögen in Kurven, frühzeitiges Durchdrehen beim Beschleunigen, schmaler Grenzbereich, wenig Feedback.
Fazit: Auf der Test-Yamaha verliert der Pirelli durch seinen trägen Grundcharakter und schwachen Grip reichlich Punkte.
Reifentypen und ihre Eigenschaften
Motorradreifen lassen sich nach ihrer Bauart in drei Typen einteilen:
- Diagonalreifen: Am gebräuchlichsten und daher als Standardreifen zu bezeichnen. Sie bieten einen hohen Schlagschutz und werden häufig im Gelände verwendet. Die einfache Konstruktion des Reifens lässt maximale eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h zu.
- Radialreifen: Für hohe Geschwindigkeiten optimiert und sehr formstabil. Radialreifen sind in der Reifenkennzeichnung am Buchstaben „R“ zu erkennen. Sie eignen sich vor allem für sportliche, leistungsstarke Motorräder und liegen immer mehr im Trend.
- Diagonal-Gürtelreifen: Stellen eine Zwischenstufe beziehungsweise eine Vorstufe zum Radialreifen dar. Ein zusätzlicher Gürtel über der Lauffläche sorgt für ein Plus an Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten und Fliehkräften.
Einsatzzweck von Motorradreifen
Reifen für Motorräder lassen sich auch nach ihrem Einsatzzweck kategorisieren:
- Sportreifen: Weicher Gummi, geringe Lebensdauer, sportlicher Einsatz auf der Straße, gute Haftung, vor allem auf trockener Fahrbahn.
- Tourenreifen: Harter Gummi, hohe Lebensdauer, Einsatz im Stadtverkehr, auf Touren oder auf Reisen, gute Haftung, sicherer Einsatz auf nasser Fahrbahn.
- Enduroreifen (Mischreifen): Harter Gummi, hohe Lebensdauer, Einsatz auf der Straße und im Gelände, gute Bodenhaftung.
- Rollerreifen: Spezielle Reifen für Scooter, Mopeds oder Vespa.
Umgang mit Testergebnissen
Die abgegebenen Beurteilungen sollten Sie jedoch nicht als ganzheitlich geltend betrachten. Das Testurteil hängt immer von der gefahrenen Maschine ab. Handling und Lenkpräzision werden stark von der Fahrzeuggeometrie beeinflusst. Daher sind diese Prüfpunkte nicht allgemein übertragbar.
Tabelle: Zusammenfassung der getesteten Reifen
| Reifen | Landstraße/Alltag | Nasstest | Fazit |
|---|---|---|---|
| Continental Road Attack 2 CR/Classic Attack | Extrem handlich, tolles Feedback, viel Grip | Gigantische Haftreserven, Eins-a-Handlichkeit | Beste Sportlichkeit und Sicherheit bei Nässe |
| Michelin Pilot Activ | Neutral und präzise, prima Rückmeldung | Gute Handlichkeit und ausreichend Grip | Handlicher Reifen für Sportfreunde |
| Dunlop Arrowmax Streetsmart | Unerschütterliche Ruhe, etwas träge | Breiter Grenzbereich, klasse Rückmeldung | Toller Regenreifen mit Tendenz zur Trägheit |
| Bridgestone Battlax BT45 | Stabiler Geradeauslauf, gute Handlichkeit | Schmaler Grenzbereich, wenig Traktion | Bei Nässe nicht mehr zeitgemäß |
| Continental ContiGo! | Gute Stabilität und Handlichkeit | Gute Handlichkeit und Haftreserven | Ausgewogene Machart, gut bei Regen |
| Metzeler Sportec Klassik | Ausgeprägter Shimmy-Effekt, träge | Frühes Durchdrehen, schmaler Grenzbereich | Farblos auf der Landstraße, schwach im Nassen |
| Pirelli Sport Demon | Träges Einlenkverhalten, schlechte Rückmeldung | Weite Bögen, frühes Durchdrehen | Schwacher Grip, verliert Punkte |
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