Ein völlig chaotischer Grand Prix von Frankreich in Le Mans! Zum ersten Mal seit 1954 hat wieder ein Franzose in der Königsklasse sein Heimrennen gewonnen.
Johann Zarco (LCR-Honda) pokerte beim Start mit Regenreifen richtig und übernahm die Führung, als andere Fahrer ihren Flag-to-Flag-Motorradwechsel machten. Für Honda und das LCR-Team war es der erste Triumph seit Austin 2023. Für Zarco war es nach Phillip Island 2023 sein zweiter MotoGP-Sieg.
Marc Marquez (Ducati) und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) komplettierten das Podest.
Ein Überraschungssieg für Zarco
"Schwer zu glauben - ich verstehe immer noch nicht ganz, was da passiert ist", sagt Zarco zu seinem Überraschungssieg. "Die letzten Runden haben sich ziemlich gezogen, und ja, ich glaube, ich brauche noch ein bisschen Zeit, aber es ist einfach magisch."
"Wir sind mit Regenreifen gestartet, da musste ich das Rennen kontrollieren - ich wollte den Hinterreifen nicht verheizen. Dann kam noch mehr Regen, das war gut. Deshalb konnte ich den Abstand halten. Einfach nur: Wow!"
Das Rennen im Detail
Kurz vor dem Start begann es zu regnen. Alle standen mit Slicks in der Startaufstellung und alle bogen am Ende der Aufwärmrunde in die Boxengasse ab, um auf das Motorrad mit Regenreifen zu wechseln. Da es mehr als zehn Fahrer waren, wurde die Startprozedur abgebrochen. Der Großteil der Fahrer fuhr mit Regenreifen hinaus. Aber einige kehrten nach der Aufwärmrunde zurück an die Box und wechselten zurück auf das andere Motorrad mit Slicks.
Damit mussten diese Fahrer zwei Long-Lap-Strafen absolvieren. Somit starteten einige Fahrer mit Slicks und andere mit Regenreifen. Beim Start kam es im Mittelfeld in der Dunlop-Schikane zu einem Unfall mit mehreren Fahrern. Darunter war auch Francesco Bagnaia (Ducati), der von Enea Bastianini (KTM) torpediert wurde und stürzte. Fabio Quartararo (Yamaha) übernahm vor Marc Marquez und dem Gresini-Duo die Führung. Slicks war zunächst die richtige Wahl.
Die meisten Fahrer, die mit Regenreifen gestartet waren, wechselten am Ende der ersten Runde auf das andere Motorrad mit Slicks. Aber vier Fahrer blieben auf Regenreifen, darunter auch Zarco. Am Ende der vierten Runde stürzten Quartararo und Brad Binder (KTM) mit Slicks in der Zielkurve. Schließlich wechselten einige Fahrer wieder zurück auf das Motorrad mit Regenreifen. Das Rennen war äußerst unübersichtlich. Am Ende der sechsten Runde kamen auch die Marquez-Brüder in die Box, um wieder auf das Motorrad mit Regenreifen zu wechseln.
Zarco übernimmt die Führung
Als alle ihre doppelten Long-Lap-Strafen absolviert hatten und alle wieder mit Regenreifen unterwegs waren, hatte sich das Feld sortiert. Plötzlich führt Zarco das Rennen an.
Zarco führte nach acht Runden vor Miguel Oliveira (Pramac-Yamaha), den Marquez-Brüdern und dem KTM-Duo Maverick Vinales und Pedro Acosta. Zarco lag zu diesem Zeitpunkt etwa acht Sekunden vorn. In der neunten Runde überholten die Marquez-Brüder die Yamaha von Oliveira. Die beiden Spanier kamen Zarco in der Folge allerdings nicht näher. Der Franzose konnte seinen Vorsprung auf knappe zehn Sekunden ausbauen. Zarcos Vorsprung wuchs weiter an. Marc Marquez startete keine Aufholjagd.
Stürze und Strategie
In der 21. Runde stürzte Alex Marquez in der Dunlop-Schikane. Er fuhr weiter und sortierte sich zunächst als Sechster wieder ein. Wenige Runden später stürzte Alex Marquez erneut und schied endgültig aus. Marc Marquez verwaltete seinen zweiten Platz.
Da auch Bagnaia nach dem Unfall zu Beginn mit Rundenrückstand fuhr und keine WM-Punkte sammelte, spielte alles Marc Marquez in die Karten.
"Ja, verrücktes Rennen - vor allem der erste Teil war ziemlich wild", kommentiert Marc Marquez. "Ich habe mich einfach an meinem Hauptgegner in der WM orientiert - meinem Bruder Alex. Für mich war das die richtige Strategie, aber Johann war heute einfach schneller."
"Insgesamt bin ich zufrieden, denn an solchen Sonntagen kann man viele Punkte verlieren - und ich habe an zwei Sonntagen bereits Punkte liegen lassen. Deshalb war ich heute besonders konzentriert."
WM-Stand
Sein WM-Vorsprung auf Bruder Alex wuchs auf 22 Punkte an. Bagnaia hat nach diesem Wochenende 51 WM-Punkte Rückstand.
Ein Mann des Wochenendes war Rookie Aldeguer, der nach Platz drei im Sprint erneut auf Rang drei fuhr. "Ich habe nicht viel Erfahrung bei nassen Bedingungen", sagt Aldeguer. "Aber je mehr Runden ich gefahren bin, desto besser habe ich mich gefühlt - und am Ende hatte ich ein unglaubliches Tempo. Ich bin sehr glücklich über meinen ersten Podestplatz - ein weiterer dritter Platz!"
Als Vierter und Fünfter folgten Acosta und Vinales. Wildcard-Starter Takaaki Nakagami (Honda) kam als Sechster ins Ziel. Die Top 10 komplettierten Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia), Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati), Lorenzo Savadori (Aprilia) und Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia). 16 Fahrer sahen die Zielflagge.
Ebenso im Ziel: Luca Marini (Honda), Alex Rins (Yamaha), Bastianini, Marco Bezzecchi (Aprilia), Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Bagnaia. Ab Platz 13 waren die Fahrer überrundet.
Der nächste Grand Prix findet in zwei Wochen am 25. Mai in Silverstone (Großbritannien) statt.
Qualifying: Quartararo holt die Pole
Fabio Quartararo schlug Marc Marquez in Le Mans knapp und holte sich die Pole Position beim französischen MotoGP Grand Prix.
Der Tag begann unter klarem Himmel in Le Mans und die Fahrer machten sich auf den Weg zum zweiten freien Training, der letzten freien Session, bevor es ernst wurde, und zur Qualifikation für den Großen Preis von Frankreich. Fabio Quartararo beendete das FP2 in Führung mit einer Zeit von 1:30.546. Marc Marquez und Fermin Aldeguer, seine beiden Hauptkonkurrenten während dieser Session, komplettierten die Top 3, die nur 150 Tausendstel auseinander lagen.
Nachdem die Boxengasse geöffnet wurde, wurde die Session aufgrund eines Unfalls von Ai Ogura in Kurve 9 schnell unterbrochen. Beim Neustart etablierte sich Johann Zarco schnell als Favorit für Q1. Die Abstände zwischen den ersten Sechs sind immer noch gering und kurz vor dem Ende der Session liegen die ersten Sechs innerhalb von einem Zehntel voneinander. Allerdings kann niemand mit dem Honda-Fahrer mithalten, der Q1 als Führender knapp vor Raul Fernandez abschließt.
Q2 begann unter den gleichen Bedingungen wie die vorherigen Sessions und Marc Marque startete stark, mit einer Zeit von 1:30.065 war er bereits schneller als alle Zeiten des Tages. Doch das ist noch nicht alles: Seine zweite Runde absolvierte er in 1:29.442 und brach damit erneut den Rundenrekord, den er am Vortag aufgestellt hatte. Bei den ersten Versuchen war es jedoch Fabio Quartararo, der dem Spanier am nächsten kam. Später in der Session legte Fermin Aldeguer eine Zeit vor, die es ihm ermöglichte, den Yamaha-Fahrer knapp zu schlagen. Beim Versuch, sich zu verbessern, stürzte er im Sektor 3. Eine Minute vor Ende des Q2 holt Alex Marquez zu seinem Älteren auf. Ihm fehlt nur noch eine Zehntelsekunde zur Pole. Doch während sich die Nummer 93 nicht verbessern konnte, war es Fabio Quartararo, der für die Überraschung sorgte und sich in 1:29.324 die Pole Position sicherte!
Die Marquez-Brüder komplettieren die Top Drei, während Pecco Bagnaia es nicht schafft. Der andere Franzose am Start, Johann Zarco, litt unter den Folgen seines unglücklichen Sturzes und belegte im Q11 den 2.
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